Freitag der 15. Woche im Jahreskreis Mt 12, 1-8

Jesus Christus, der uns die Botschaft vom Reich Gottes verkündet hat, sei mit euch.

Am Sabbat durfte man nur wenige Schritte gehen, nicht „durch die Kornfelder spazieren“. Den Armen war es nicht erlaubt, ohne Erlaubnis des Besitzers Ähren zu pflücken. Darüber hinaus wurde eine solche Handlung als Störung der Sabbatruhe angesehen.

Jesus, du hast die Botschaft des Vaters vor den Menschen erneuert. Herr, erbarme dich unser.

Du wolltest hinwegräumen, was uns auf dem Weg zum Vater hindert. Christus, erbarme dich unser.

Du wolltest uns fruchtbar machen für dein ewiges Reich. Herr, erbarme   dich unser.

Die Pharisäer werfen Jesus vor, ein schlechter Lehrer zu sein, weil er seinen Jüngern solche Ausnahmen vom Gesetz erlaubt. Ihre Einwände sind verständlich, da sie in Jesus noch nicht den Gesetzgeber Gottes erkannt haben. In unserem Fall ist es unverständlich, dass wir, obwohl wir das Evangelium Jesu kennen, dazu neigen, es zu umgehen oder nach unserem eigenen Verständnis auszulegen.

Jesus versucht, die Ausnahme vom Gesetz anhand eines Beispiels zu begründen, das allen bekannt war. Das Evangelium ist ein Lehrbuch, das uns zahlreiche Beispiele liefert, mit deren Hilfe wir andere Lebenssituationen verstehen und richtig lösen können. Der Schlüssel dazu könnte die Frage sein: „Was würde Jesus an meiner Stelle, in meiner Situation tun?“

Das Opfer wird scheinbar zugunsten der Barmherzigkeit abgelehnt. In Wirklichkeit wird die menschliche Haltung abgelehnt, die das Opfer als „Erfüllung einer Pflicht gegenüber Gott“ betrachtet und nicht als Mittel zur Zusammenarbeit mit der Gnade Gottes. Ein Opfer kann vorbereitet und zu einem bestimmten Zeitpunkt gebracht werden, aber auf Barmherzigkeit muss man immer vorbereitet sein, damit wir nicht verleugnen, an wen wir glauben. Barmherzigkeit kann man sich nicht wie ein Opfer „erwerben“. Wir sind dem Wort Gottes begegnet.

Damit es Wurzel fasse in unseren Herzen, wagen wir zum Vater zu beten.

Selig, die vielfache Frucht bringen und in die Ernte des Herrn eingehen.

Dieser Beitrag wurde unter Andere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.