Hl. Jakobus, Apostel Mt 20,29-28

Jesus Christus, der kam, zu dienen und sein Leben hinzugeben, sei mit euch.
Liebe Brüder und Schwestern, heute feiern wir das Fest des Heiligen Jakobus, des Apostels, eines von denen, die der Herr Jesus zuerst rief. Die Evangelien stellen ihn uns als Sohn des Zebedäus und der Salome dar, als Bruder des Apostels Johannes. Zusammen mit Petrus und Johannes war er einer der engsten Jünger Jesu – er wurde Zeuge von Wundern, der Verklärung auf dem Berg Tabor und der Angst im Garten Gethsemane.

Jesus, du hast den Aposteln dein Wort anvertraut. Herr, erbarme dich unser.

Du hast sie zu Zeugen deiner Auferstehung gemacht. Christus, erbarme dich unser.

Du hast sie zu Baumeistern deines Reiches berufen. Herr, erbarme  dich unser.

Nachdem Vater den Heiligen Geist gesandt hatte, begab sich der heilige Jakobus auf eine Missions Reise, die ihn bis ins heutige Spanien führte. Obwohl seine Mission dort nur begrenzten Erfolg hatte, besagt die Überlieferung, dass er es war, der den ersten Samen des Glaubens auf der Iberischen Halbinsel säte. Hier liegt der tiefe Respekt vor St. Jakobus genau in diesen Ländern. Er ist der Schutzpatron Spaniens und Portugals und sein Grab in Santiago de Compostela wurde zu einer der größten Wallfahrtsorte der christlichen Welt. Hunderttausende Pilger passieren jedes Jahr alte Straßen – „Camino de Santiago“ –, um zum Grab des Apostels zu kommen. Und gerade im Jubiläumsjahr 2025 hat diese Pilgerfahrt eine besondere spirituelle Bedeutung. Jeder, der durch das Heilige Tor geht, betritt die Zeit der Gnade, den Raum der Bekehrung, Heilung und Dankbarkeit.

Aber schauen wir uns auch die erste Lesung aus dem 2. Korinther Brief an. Der heilige Paulus schreibt dort: „ Wir haben den Schatz des Glaubens in Ton Gefäßen. Dies geschieht, damit die immense Macht Gott und nicht uns zugeschrieben wird. Von allen Seiten lasten Trübsal auf uns, aber wir verzweifeln nicht (…). Wir tragen immer noch das Sterben Jesu auf unserem Körper, damit sich das Leben Jesu auch auf unserem Körper manifestieren kann …“

Jakob war auch nur ein „Tongefäß“, ein schwacher Mensch, aber er wurde zum Träger der großen Macht Gottes. Und zwar nicht aus eigener Kraft, sondern dank des Heiligen Geistes, dank des Glaubens, der ihn zum Martyrium führte. Von besonderer Stärke ist die Überlieferung, dass Jakobus seinen Henker vor seiner Hinrichtung als Zeichen der Vergebung und des Glaubens küsste. Diese Tat war ein so starkes Zeugnis, dass sich der Henker Christus zuwandte und auch er sein Leben als Märtyrer gab. Das ist die Kraft der wahren Liebe, die nicht verurteilt, sondern auch das Herz des Feindes verwandelt.

Im Psalm der heutigen Liturgie heißt es: „ Wer unter Tränen sät, wird vor Freude ernten.“ St. Jakob säte in Tränen, in Ausdauer, in Schmerz, in Leid. Aber die Ernte seines Lebens, sein Zeugnis dauert bis heute an. Auch heute noch lassen sich die Menschen von seinem Glauben, seinem Weg, seinem Grab ansprechen.

Im Evangelium hören wir, wie Jesus auf die Bitte der Mutter der Söhne des Zebedäus reagiert, dass ihre Söhne zu seiner Rechten und Linken sitzen sollen. Die Antwort des Herrn ist klar: „ Wer der Erste unter euch sein will, der soll euer Diener sein.“ St. Jakobus nahm diesen Dienst Stil an – und genau darin liegt seine Größe.

Liebe Brüder und Schwestern, die Lebensweise eines jeden von uns ist wie ein Camino – voller Anstrengung, Regen, steinigen Straßen, aber auch Aussichten, Begegnungen, Stille und Anmut. Heute können wir uns von Jakobus Leben inspirieren lassen. Er war ein gewöhnlicher Fischer aus Galiläa, und doch wurde er Zeuge der Herrlichkeit Christi und ein Instrument seiner Liebe bis an die Enden der Welt. Mögen wir unseren Weg des Glaubens auch mit Demut und Mut gehen, im Bewusstsein, dass sich Gottes Macht am stärksten in Schwäche manifestiert. Möge der Pilgergeist uns nicht nur zu äußeren Pilgerfahrten führen, sondern vor allem zur inneren Transformation des Herzens.

Da wir  nicht wissen können, worum wir bitten sollen, wollen wir mit den Worten  des Herrn zum Vater beten.

Es geht nicht um gute Plätze, es geht  um das Reich Gottes, dem wir in Frieden angehören. Um diesen Frieden bitten wir.

Selig, die den Becher des Leidens mit Christus zu trinken bereit sind und eingehen in seine Herrlichkeit.

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