Die Hände gefaltet und ausgebreitet.

Nach der Gloria folgt die Aufforderung . Lasst uns beten, bei der die Gläubigen zwei Gesten wahrnehmen. Zuerst hat der Zelebrant die Hände gefaltet, dann breitet er sie aus. Die zum Gebet gefalteten Hände sind im wahrsten Sinne des Wortes untätig. Im Interesse einer höheren spirituellen Aktivität hat der Mensch alle seine Arbeit beiseite gelegt und konzentriert sich auf spirituelle Aktivitäten. Der Mensch konzentriert sich auf das Gespräch mit Gott. Die gefalteten Hände zeigen als Zeichen der Konzentration nach oben zum Himmel. In der feudalen Welt drückte das Einlegen der gefalteten Hände in die Hände eines anderen Treue, Hingabe und Vertrauen aus. In ähnlicher Weise symbolisieren die zum Gebet gefalteten Hände die Hingabe an Gott und das Vertrauen in ihn.
Jeder Priester erinnert sich gut an diese Geste aus seiner Priesterweihe, wenn er seine Hände in die Hände des Bischofs legt und ihm Respekt und Gehorsam verspricht.
Ausgestreckte und erhobene Hände drücken das Verlangen des Menschen nach Transzendenz aus. Sie sind ein Symbol der Offenheit. Erhobene Hände sind eine Geste, um Gottes Gaben und Wohltaten anzunehmen.
Im Alten Testament erhob Moses seine Hände während des Kampfes gegen die Amalekiter. Solange er sie erhoben hielt, siegte Israel. Wenn er sie jedoch senkte, verlor er. Solange der Mensch auf Gott ausgerichtet und zu ihm erhoben ist, siegt er über das Böse, über die Sünde. Wenn er sich von Gott abwendet, beginnt er spirituell zu verlieren.
Auch die Psalmen sind voller erhobener Hände. In Psalm 63 bekennt der Psalmist: Mein ganzes Leben lang will ich dich preisen und in deinem Namen meine Hände zum Gebet erheben. In Psalm 88 sagt er: Zu dir, Herr, rufe ich Tag für Tag und strecke meine Hände zu dir aus. In Psalm 140 steht: Mein Gebet steige zu dir empor wie Weihrauch und das Erheben meiner Hände wie das Abendopfer. Bereits in den Katakomben belegen mehrere Darstellungen erhobene und ausgebreitete Hände als grundlegende Geste des Gebets. Es bedeutete die Vereinigung mit dem gekreuzigten Christus, der seine Hände am Kreuz ausbreitete. Der Priester, der seine Arme ausbreitet, identifiziert sich mit dem gekreuzigten Christus. Die Identifikation mit dem Gekreuzigten ist für den Priester eine unverzichtbare Voraussetzung für die Feier der Heiligen Messe.Nach Tertullian sollte dies nicht auf theatralische Weise geschehen.

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