23. Sonntag C Lk 14,25-33
Jesus Christus, der kommen wird, um sein Reich zu vollenden, sei mit euch.
Im heutigen Sonntagsevangelium führt Jesus drei Bedingungen an, die diejenigen erfüllen müssen, die seine Jünger sein wollen. Jede dieser Bedingungen endet mit einem kraftvollen „… er kann nicht mein Jünger sein!”. Wenn wir auf seine Worte hören, gewinnen wir den Eindruck, dass Jesus die Menschen nicht agitiert, sondern sie von sich wegschickt.
Jesus, du hast uns gerufen, das Kreuz unseres Lebens mutig zu tragen. Herr, erbarme dich unser.
Du bist den Weg des Todes gegangen, um uns das Leben offen zu baren. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns in der Unsicherheit unseres Lebens dein Wort auf den Weg mitgegeben. Herr, erbarme dich unser.
Aber die Wahrheit ist: Wenn diejenigen, die sich ihm anschließen wollen, es nicht vollständig tun, dann sollen sie lieber nach Hause gehen. Schauen wir uns nun die drei Bedingungen an, die Jesus von den Kandidaten für seine Jüngerschaft verlangt, und überlegen wir, ob wir selbst bestehen würden.
Die erste Bedingung lautet: „Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, seine Mutter, seine Frau, seine Kinder, seine Brüder und seine Schwestern , der kann nicht mein Jünger sein.“ Die Ausleger der Heiligen Schrift sagen, dass das Wort „hassen“ nicht wörtlich genommen werden kann. In der Originalsprache war es nicht so stark und konnte auch mit „weniger lieben“ oder „für weniger wichtig halten“ übersetzt werden. Eine solche Interpretation ist jedoch sicherlich nicht richtig. Man kann die Liebe nicht einschränken. Wenn etwas der Liebe würdig ist, dann muss es so sehr wie möglich geliebt werden. Je mehr man liebt, desto besser. Wenn wir sagen, dass Gott Liebe ist, dann sagen wir auch, dass Gott alles liebt. Er liebt alles gleichermaßen, das heißt, vollkommen. Mehr oder weniger zu lieben, ist also unsinnig. Niemand ist in der Lage, zu viel zu lieben. Daher macht es keinen Sinn, die harten Worte Jesu in diesem Sinne auf Quantität zu reduzieren. Was Jesus damit sagen will, ist, dass sich jeder, der sein Jünger sein und dem Evangelium treu bleiben will, von bestimmten Menschen trennen muss. Punkt. Die Jüngerschaft Jesu erfordert, dass wir selbst die engsten Bindungen brechen. Warum verlangt Jesus das? Es gab und gibt Gemeinschaften, in denen Bündnisse auf Familie oder Stamm basieren. Diese Familien und Stämme helfen und unterstützen sich gegenseitig so sehr, dass sie zu einem Clan werden können, in dem jeder das tun muss, was von ihm verlangt wird, ob es ihm gefällt oder nicht. Erinnern wir uns daran, wie viel Böses solche Familien- und Clangruppen in der Geschichte angerichtet haben, indem sie Feinde erkannten und unterdrückten oder unbequeme Menschen beseitigten, aber auch durch die Verteilung von Gütern, Hilfe, Positionen, Ämtern usw. Nur innerhalb der Familie.
Betrachten wir die zweite Bedingung: „Wer mir folgt und sein Kreuz nicht trägt, kann nicht mein Jünger sein.“ Diese Aussage Jesu wird manchmal als Aufruf interpretiert, verschiedene Prüfungen und Nöte, denen wir jeden Tag begegnen, zu opfern. Andere denken hingegen, dass es ein Aufruf zum Leiden ist (als ob Gott Schmerz liebt). Aber Leiden ist schlecht und deshalb sollten wir es vermeiden und anderen helfen, es zu vermeiden. Allerdings erfordert die Liebe zu Menschen oft, dass wir auf Dinge verzichten, manchmal sogar auf ziemlich große. Manchmal müssen wir sogar heroisches Leiden oder Demütigungen ertragen.
Jesus lehrt seine Jünger die Harmonie zwischen Worten und Taten, zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen Begeisterung für etwas und der Fähigkeit, diese Begeisterung in ein sichtbares Ergebnis umzuwandeln. Jesus ruft seine Jünger dazu auf, ihm zu folgen und sein Kreuz so zu tragen, wie er es getragen hat. Das Kreuz ist ein Zeichen dafür, dass ein Mensch bereit ist, sein Leben zu opfern, genau wie Jesus. Jesus bemerkte wahrscheinlich, dass viele seiner Zuhörer dachten, er übertreibe. Deshalb gab er ihnen zwei kurze, aber einfache Gleichnisse. Im Ersten geht es um eine Person, die ihre Ernte vor Dieben und Tieren schützen wollte und deshalb beschloss, auf ihrem Feld einen Turm zu errichten. Bevor er mit dem Bau begann, setzte er sich hin und zählte sein Geld, um zu sehen, ob es für den Bau ausreichte. Das zweite Gleichnis handelt von einem König, der in den Krieg ziehen wollte. Bevor er dies tun konnte, musste er die Stärke seiner Armee prüfen. Zur Zeit Jesu gab es ein Sprichwort: „Wenn du einen Löwen fangen willst, steck deinen Speer in die Erde. Wenn du ihn nicht tief genug erstechen kannst, lass den Löwen in Ruhe!” Kurz gesagt: Lüge nicht selbst an. Du bist kein Jünger Christi,damit wenn du auf sein Evangelium hörst und von seinen Worten begeistert bist. Bevor du sein Jünger wirst, beantworte ernsthaft die Frage: „Bin ich in der Lage und bereitwillig, wirklich alles zu tun, was er von mir verlangt?
Die dritte Bedingung der Jüngerschaft lautet schließlich: „Keiner von euch kann mein Jünger sein, wenn er nicht absagt allem, was er hat.“ Dabei geht es nicht um ein paar Eure mehr für wohltätige Zwecke. Jesus verlangt nicht mehr, er verlangt alles. Was meint Jesus damit und wie ist es möglich, alles zu geben? Einige versuchten, dieses Dilemma zu lösen, indem sie Christen in zwei Gruppen einteilten: diejenigen, die zur Vollkommenheit berufen waren – Priester, Ordensleute und geweihte Laien – und alle anderen. Sie bestanden darauf, dass nur Erstere dazu aufgerufen seien, auf alles zu verzichten, Letztere jedoch nicht. Dieser geschickte Trick raubte dem Christentum jedoch die Einheit und spaltete es in zwei Teile: die Jünger und die Nichtjünger. Aber es gibt im Christentum keine Nichtjünger. Alle Getauften sind Jünger. Jesus hat dies möglicherweise vorhergesehen und wiederholt diese Bitte daher mehrmals. Bei Lukas selbst spricht Jesus es dreimal aus (außer heute auch in Lk 12,33 und Lk 14,33).
Die ursprüngliche Gemeinschaft der Christen in Jerusalem hatte alles gemeinsam. So kam es, dass es unter ihnen keine Armen gab. Dies ist möglicherweise nicht der einzige Weg. Wir sollten und könnten andere Wege ausprobieren. Die Methode spielt keine Rolle. Aber was zählt, ist, dass wir unsere Einstellung zu den Dingen dieser Welt ändern müssen, wenn wir uns dafür entscheiden, Christus als seine Jüngern zu folgen.
Damit wir nicht der Welt erliegen, sondern das Leben gewinnen, wollen wir ihn um seinen Frieden bitten.
Da wir gerettet werden, wenn wir Christus auf dem Weg seines Kreuzes folgen, wollen wir ihn um seinen Frieden bitten.
Selig, die durch ihre Taten verdienen, mit dem Menschensohn in seine Herrlichkeit einzugehen.
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