Gloria

Gloria ist ein Lobgesang der Gemeinschaft. Wir nehmen wahr und bekennen Gott als die  höchste Autorität unseres  Lebens. Wir loben Gott, rufen zu Ehre des guten Gottes und das alle gemeinsam und laut. Wir preisen, das heißt, wir erkennen Gott  als Großen  als Höchsten an, damit auch wir in unserem Leben den Willen des Höchsten  verwirklichen, der die Priorität  unserer Entscheidungen ist. Das Knien  des Fleisches ist eine  innere Haltung der Verehrung vor Gott, seiner Anrufung, Anbetung und Verneigungen. Mit der Verneigung erniedrigen  wir uns, damit  Gottes  Größe und unsere Angewiesenheit auf den Höchsten noch mehr hervortreten.

Wir feiern, das ist mehr als nur ein begeistertes inneres Gefühl. Nach der Etymologie geht es  um den Wunsch, dass sich Gottes  Ruhm verbreitet, dass Gott von möglichst vielen Menschen erkannt und  gefeiert wird. Diese Aufgabe haben die Apostel bekommen: Gottes Namen und Gottes Ruhm im ersten und geistlichen Sinne des Wortes zu verkünden. Wir danken, dieser  Ausruf drückt  die Haltung von Menschen  aus, denen etwas gefehlt hat und die dies von Gott erbeten haben. Die Haltung  der Dankbarkeit für  alle empfangenen Wohltaten  ist entscheidend als grundlegende Einstellung vor Gott für alle empfangenen Wohltaten. Anschließend  schließt  der erste Teil der Hymne  mit dem Ausruf.  Denn groß ist deine Herrlichkeit, womit erneut der einleitende Satz Ehre sei Gott in der Höhe betont und bestätigt wird, nun schon nach der Entfaltung unserer inneren Motivationen dieser Feier.

Der weitere Teil des Lobgesangs Gloria zählt  die Gründe dieser  tiefen Gottesverehrung auf. Es sind  im besten Sinne des Wortes Komplimente an Gott, wenn wir bekennen, dass  er wirklich der souveräne Gott, Vater, Herr und König ist. Und da, wer den Sohn sieht, den Vater sieht, denn sie sind eins. Joh 10,30 fährt er  mit  der Anrede  des Sohnes fort. Herr Jesus Christus, mit der Entfaltung zunächst seiner einzigartigen Beziehung zum Vater als eingeborener Sohn, wahrer Herr und Gott. In Beziehung  zum Menschen  ist  Jesus das Lamm  Gottes, ein Titel, der von Anreden ,die die vollkommene liebevolle Einheit zwischen Vater  und Sohn ausdrücken, nun  zu den Menschen , den Sündern, überleitet, die Jesus  als Lamm Gottes  gerettet  und erlöst hat.

Hier erfolgt eine  Verschiebung, wenn sich die lobende Gemeinschaft in eine  bußfertige Gemeinschaft verwandelt, die Jesus bittet: Nimm unser  inständiges  Flehen an, erbarme dich unser. Dieser  Teil des Lobhymnus entwickelt den vorhergehenden  Bußakt weiter. Dann  bekennen wir  zweimal inständig. Du nimmst  hinweg die Sünde  der Welt, du sitzt zur Rechten des Vaters. Hier sprechen wir von Jesus als dem Mittler, der nach seiner Auferstehung als Sieger über den Tod, über unseren geistlichen Tod gekommen ist. Er hat uns  gerettet,um uns  zum Vater  zu führen. Jesus zur Rechten des Vaters ist  in der Fülle der Zeit  einer von uns geworden  und hat unter uns  gelebt. Aber im Gegensatz zu uns  hatte er  keine Sünde. Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen, fragte Jesus. Joh 8, 46.

Das folgende Wort führt die Gründe unserer Anbetung Jesu ein. Denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr,du allein bist der Höchste. Wieder rahmt  dieser Abschnitt am Anfang und am Ende absichtlich die  gleiche  Anrede  des Herrn Jesus Christus ein. Es geht  um das Bekenntnis tiefster Ehrfurcht und Liebe  zu Jesus Christus, der Demut  vor ihm, der Anbetung und der Dankbarkeit dafür, dass er  die Sünder der Welt und auch unsere Sünden hinwegnimmt. Und da er zur Rechten des Vaters sitzt, erwartet er uns an der Ziellinie unserer lebenslangen Pilgerreise, woher er uns mit seiner Liebe führen will.

Der Abschluss der Hymne ist kurz, aber weitreichend, wenn wir zu den Worten Jesus Christus hinzufügen, mit dem Heiligen Geist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Diese  trinitarische  Pointe  gestaltet endgültig  den Inhalt des Gloria mit  dem unverzichtbaren Motiv der drei göttlichen Personen, die durch  die  vollkommene  Liebe des Heiligen Geistes vereint sind. Mit dem Heiligen Geist gipfelt diese Hymne, weil nach der Schrift niemand sagen kann, dass Jesus der Herr außer im Heiligen Geist ist. /1 Korinther 12,3/, wirkt der Heilige Geist, der vollkommene Liebe zwischen Vater und Sohn ist, auch in uns Getauften, Gefirmten und betenden Gläubigen und in denen, die die Eucharistie empfangen, damit wir während des folgenden Wortgottesdienstes mit offenem Herzen als lebendiges Gotteswort hören.

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