Donnerstag der 27. Woche Lk 11,5-13

 Gott, unser Vater, der uns seinen Heiligen Geist gesandt hat, sei mit euch.

„Bittet, und so wird euch gegeben! Sucht so werdet ihr  finden! Klopft an , so  wird euch  aufgetan!“ Jesus offenbart uns die Liebe Gottes zu seinen Kindern und seinen Wunsch, denen, die ihn bitten, großzügig und kindlich zu vertrauen. Es genügt, seine Würde anzuerkennen und zu wissen, dass unser Vater Gott bereit ist, sich uns hinzugeben, uns zu begegnen und die Tür seiner Liebe zu öffnen.

Jesus, du hast  allen Menschen den Weg des Heils bereitet. Herr, erbarme dich unser.

Du schenkst uns alle Gnade, die wir deine Gaben bitten. Herr, erbarme dich unser.

Das Evangelium der heutigen Liturgie führt in die Lehre ein, die Jesus seinen Jüngern nach der Vermittlung des Vaterunsers vermittelte. Dort lehrte der Meister sie, Gott „Vater“ zu nennen, und wiederholt bei dieser Gelegenheit noch einmal: Gott ist ein guter Vater, der bereit ist, seinen Kindern reichlich zu geben. Jesus wiederholt diese Wahrheit im gesamten Evangelium immer und immer wieder – vielleicht, weil wir das Bild Gottes leicht verwechseln und ihn als Richter, Gesetzgeber und Ankläger sehen, statt als einen, der auf unserer Seite ist. Der vielleicht tiefste Moment seiner Lehre über das wahre Gesicht und die Identität Gottes ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Lukas einige Kapitel später vorstellt. Darin treten das liebevolle Herz und der wahre Weg des Vaters in den Vordergrund: wie er seine Kinder ansieht und wie er sie liebt.

Im heutigen Evangelium ruft uns Jesus dazu auf, unser kindliches Vertrauen nicht nur bei Worten zu belassen, sondern es in der Art und Weise, wie wir bitten und beten, zu manifestieren. Gott der Vater, so lehrt uns der Meister, möchte, dass seine Kinder sich wie Kinder benehmen, ohne Angst, und sich dringend an den wenden, der sie zutiefst liebt. Jesus ermutigt seine Zuhörer, ihre Würde als Kinder zu erkennen, nicht tatenlos zuzusehen und Gottes Güte zu erfahren. Vielleicht besteht er deshalb darauf: Wir sollen einfach suchen, anklopfen, denn unser Vater Gott möchte geben, sich treffen und Türen öffnen.

Anhand einiger Beispiele zeigt uns Jesus, dass die Zuneigung des Vaters alles andere als kleinliches Kalkül ist und nichts mit der Logik des strikten Austauschs oder der Akzeptanz zu tun hat, damit sie geschehen kann. Und er weist darauf hin, dass, wenn wir, die wir böse sind, denen, die uns dringend bitten, Gutes geben können, was will dann erst unser Vater Gott, der nicht nur Dinge geben will, mehr geben? Aber auch du selbst, gib uns großzügig deinen eigenen Geist, den Heiligen Geist.

Der heilige Josemaría verstand sehr gut, dass das Gebet und die Bitte eines Christen von diesem Wissen geprägt sein müssen, dass er Gottes Sohn oder Tochter ist: „Ruhe im Bewusstsein der Sohnschaft Gottes. Gott ist der Vater – dein Vater! – voller Zärtlichkeit und unendlicher Liebe. – Nenn ihn oft Vater und sag ihm – privat – dass du ihn liebst. Du liebst sehr und bist stolz und stark, weil du sein Kind bist.“

Da den Bittenden gegeben und den Anklopfenden geöffnet wird, wagen zum Vater zu beten.

Alles, was wir bitten, will der Herr uns geben. Um seinen Frieden bitten wir.

Selig, denen Gott den Heiligen Geist gegeben hat, damit sie sich zum wahren Leben heimfinden.

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