Das Fürbittengebet.

Während des Fürbittengebets beten die Gläubigen stehend als Gemeinschaft, anknüpfend an Jesu Verheißung, wonach zwei von euch auf Erden einmütig um irgendetwas bitten, sie es von meinem Vater im Himmel erhalten werden. Das Gebet der  Gläubigen überbrückt den Wortgottesdienst und  den eucharistischen Opfergottesdienst. In gewissem Sinne ist dieses Gebet der Höhepunkt des Wortgottesdienstes. Zuerst spricht Gott durch  die Texte der Schrift zum Menschen, dann wendet sich der Priester in der Homilie an die  Gläubigen, um sie im Glauben zu ermutigen, und je nach Sonntag oder Feiertag folgt das Credo als Glaubensbekenntnis der ganzen Gemeinschaft und  in ihr auch der einzelnen Gläubigen. Das Gebet der Gläubigen ist der Höhepunkt dieses mehrdimensionalen Dialogs, in dem Sinne, dass es schließlich der Mensch Gott anspricht: Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott, in diesem Fall eine an ihn gerichtete Bitte.

Das grundlegende Ziel des Wortgottesdienstes ist es ,den Menschen dazu zu bewegen, Gott  persönlich anzusprechen und  mit ihm im Geiste eines tiefen alltäglichen Glaubens an seine Gegenwart und  mit  der Möglichkeit einer lebendigen Kommunikation mit  ihm zu sprechen. Das Gebet der Gläubigen hat einen festen Ablauf. Es beginnt damit, dass der Zelebrant die Gläubigen als Brüder und Schwestern anspricht und sie zum Gebet auffordert. Nach  seiner Aufforderung werden die einzelnen Anliegen und Bitten vorgelesen, auf  die jeweils eine Antwort folgt.

 Nach dem Vortragen der Fürbitten antworten die Gläubigen zum Beispiel mit: „Wir bitten dich, erhöre uns. Diese Anrufung   kann auch andere Varianten haben. Mit ihren Antworten verwirklichen die Gläubigen ihre Taufe und ihr königliches Priestertum, dessen Grundlage gerade das Gebet ist. Ein grundlegender Pfeiler der Identität des getauften Menschen ist das Gebet, das Gott mit Bitte, Dank oder Lob anspricht. Es ist eine wichtige Regel, dass die Anrufungen nach den Fürbitten in einer Messe immer identisch sind. Es ist ein Zeichen der Einheit des Volkes Gottes, das gemeinsam und gleich antwortet. Es ist daher nicht richtig, zu schweigen und nur die anderen antworten zu lassen, denn erst durch aktive Teilnahme gehören wir zur Gemeinschaft.

Am Ende der Bitten  breitet der Zelebrant  die Arme aus. Er spricht die Versammlung nicht mehr an wie in der Einleitung, sondern wendet sich in ihrem Namen an den Herrn, um eine Art Zusammenfassung der Anliegen vorzutragen, die auch einen Vorsatz enthalten kann. Zum Abschluss wendet sich der Priester mit ausgebreiteten Armen an den himmlischen Vater, damit er unsere Bitten erhört und uns im Glauben stärkt. Er begründet den Kernpunkt, führt das Wort ein und fährt mit dem Bekenntnis über Jesus fort, weil er lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

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