Die Vorbereitung des Opferbrotes und des Opferweines.

Nach der Überbringung der Opfergaben folgt deren Vorbereitung, wenn der Priester nach ihrer Übernahme die Patene mit dem Brot und anschließend auch den Kelch  mit dem Wein leicht  erhebt und das Gebet  spricht. Was bedeutet diese Erhebung? Das Anheben des  Brotes  und des Weines von der Altarplatte in Richtung Himmel drückt aus, dass  sich zwischen Himmel und Erde etwas ereignet  wird. Die Bewegung in beide Richtungen, von der Erde zum Himmel und zurück, deutet auf ein Beziehungsgeschehen  zwischen Mensch  und Gott  hin. Diese Gaben sollen  nach ihrer Wandlung uns selbst  zu Gott erheben. Deshalb  ist diese  Geste auch eine Art Vorspiel zur Elevation unmittelbar nach den Wandlungsworten des Brotes und des Weines in Christi Leib und Christi Blut. Aus der Frucht  der  wird das Brot  vom Himmel (Joh 6,51), der eucharistische Leib Christi, und aus dem Wein Blut  Christi.

Diese Erhebung deutet auf die Elevation hin, die das eucharistische Hochgebet während der Doxologie abschließt. Durch ihn,und mit ihm und in ihm. Es ist kein Zufall, dass der Priester laut den Instruktionen zur Messfeier die Patene und den Kelch nur leicht  erheben soll, damit diese kleine Elevation deutlich von der Elevation nach der Wandlung und der Elevation während der Doxologie unterschieden wird.

In dieser Logik wird diese Geste von einer Geste begleitet, die bei Messen ohne Gesang alle Gläubigen hören und auf die sie auch antworten. Die Begleitung des Brotes auf der Patene lautet: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst  uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen  Arbeit. Wir  bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens  werde. Es folgt das Gebet, das die Erhebung  des Kelches mit Wein begleitet. Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns  den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der geistliche Trank werde.

Das Brot durchläuft die Ernte. Nach dem Dreschen erfolgt das Mahlen, nach dem Kneten das Backen – all das geschieht durch Menschenhände. Ebenso der Wein: Nach dem Pflanzen folgen die Veredelung und Reinigung, nach der Lese das Keltern – wieder steckt darin die Mühe menschlicher Hände. Zugleich repräsentieren diese Gaben in einem weiteren Sinne auch alle Mühen des menschlichen Lebens und das Leben selbst. Doch der Mensch kann nur etwas verarbeiten, weil er die Gaben Gottes hat, die für Brot und Wein notwendig sind. Wasser und Erde, Licht und Wärme, Luft und Feuer – alles stammt von Gott, dem Schöpfer aller Dinge. Er hat ihnen das Sein gegeben und gibt es als Herr des Universums weiterhin.

Besonders ausgeprägt war dies in den Zeiten, als  die Menschen Wein und Brot mit ungeheurer Mühe und eigenen Schwielen herstellten. Das Opfergebet geht von der Annahme der Gaben bis zu ihrer Opferung über. Besonders ausgeprägt war dies in den Zeiten, als die Menschen Wein und Brot mit ungeheurer Mühe und  eigenen Schwielen herstellten. Sie hatten nicht so viel Überfluss wie die  heutige Zivilisation, die von materiellen Gütern überfließt. Als die armen Menschen einst Brot und Wein  als Opfergabe brachten, war  die Dimension des Verzichtes viel deutlicher – damit sie  von den Gaben Gottes  als Erste gäben, von denen sie empfangen hatten. Darin verschmilzt geheimnisvoll das Opfer des  Gekreuzigten mit  dem Opfer des täglichen  Kreuzwegs des arbeitenden Menschen.

 Unser Lobpreis für die Gaben Gottes und ihre  Aussonderung und Opferung auf dem Altar zielt darauf hin, dass das Brot  zum Brot  des Lebens  und  der Wein  zum geistlichen Trank werden. Diese Wortverbindungen haben biblische Wurzeln. Der heilige Evangelist Johannes  beschreibt, wie sich der Herr  Jesus  vorstellte.

Wenn die Messe nicht gesungen wird, bestätigen die Gläubigen die  priesterlichen Worte  zweimal mit  dem Ausruf „“. Gepriesen sei Gott  in Ewigkeit. Die Absolutierung der Dauer durch das Wort in Ewigkeit“ ist  in Bezug auf Gott und  seinen Sohn Jesus, der  im Sinne des Hebräerbriefes derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit ist/Hebräer 13,8), äußerst angemessen.  Aber  schon nach dem alttestamentlichen Psalmisten bleibt  Gottes Thron  in Ewigkeit (Psalm 45,7) und  ebenso  betonte   Tobias. Gepriesen sei Gott ,der in Ewigkeit  lebt, und  sein Königreich währt  durch  alle Zeiten.

Inmitten der Vorbereitung der Opfergaben gibt  es noch eine bisher  unerwähnte Geste: Der Priester  gießt einige Tropfen  Wasser  in den Kelch – eine kleine Handlung mit einer großen geistlichen Botschaft.

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