Der Herr, der uns mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen lässt, sei mit euch.
Lasst uns den Herrn bitten, uns den Glauben eines Hauptmanns zu schenken, dem die Liebe zu seinem Diener vorausging. Lasst uns den Herrn bitten, uns zu helfen, all unsere Sorgen und Nöte zu bewahren.
Jesus, du hast den Weg zu den Heiden nicht gescheut. Herr, erbarme dich unser.
Du hast das Zeugnis unseres Glaubens gefordert. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns den Platz am Tisch deines Reiches versprochen. Herr, erbarme dich unser.
Im heutigen Evangelium wird uns ein Fremder als Vorbild des Glaubens vorgestellt. Er erhält sogar eines der größten Lobes Jesu, die in den Evangelien überliefert sind: „Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich bei keinem Menschen in Israel gefunden“ (V. 10). Das Handeln des Hauptmanns ist einfach: Er hat ein Problem und geht zu demjenigen, von dem er sich Hilfe erhofft. Um jedoch ein Problem zu lösen, müssen wir es zuerst erkennen. Und das fällt uns manchmal schwer.
Manchmal liegt es daran, dass wir zu schnell handeln und es nicht merken. Uns fehlt die Zeit, und das kann dazu führen, dass wir die Schwierigkeiten unserer Mitmenschen kaum wahrnehmen. Vielleicht haben wir auch aufgehört zu beten oder die Zeit, die wir dem Gebet widmen, ist nicht von guter Qualität. So wird das Problem ungreifbar, und wir suchen lieber woanders nach Hilfe, als ob Zeit allein die Probleme lösen könnte.
Der Hauptmann lehrt uns zwar eine Lektion im Glauben an den Herrn. Doch dieser Glaube ist von Liebe geprägt. Eine Liebe, die sich Zeit nimmt und sich mit Mühe den Angelegenheiten anderer annimmt. Vielleicht ist es deshalb so verständlich, dass er sich an den Herrn wendet und ihn um ein so großes Wunder bittet. Denn er weiß, dass er ihn nicht heilen kann, Jesus aber schon.
Der Wunsch des Hauptmanns, sich um seinen Soldaten zu kümmern und ihn gesund zu sehen, bewegt ihn, sein Herz dem Herrn zu öffnen. Gewissermaßen zeigt er ihm seine eigene Verletzlichkeit: seine Unfähigkeit, ihn allein zu heilen, und seine absolute Notwendigkeit eines Wunders Gottes.