Archiv für den Monat: Dezember 2025

Herz-Jesu-Freitag Joh 1,19-28

Jesus Christus, der gekommen ist als der verheißene Messias, sei mit euch.

Gott verherrlichte die Ankunft des göttlichen Herzens auf Erden, erhellte die Nacht, sandte eine Schar von Engeln und  sie  verkündeten mit freudigem Jubel den Hirten. Geboren ist  euch der Heiland (Lukas 2,1-11). Vom Osten kommen Weise, die sich in der  Hauptstadt des Landes, in Jerusalem, nach dem neugeborenen König der Juden erkundigen.

Jesus, du bist mitten unter uns in allem, was wir  tun. Herr, erbarme dich unser. 

Du bist die Erfüllung aller Verheißungen. Christus, erbarme dich unser. 

An dir scheiden sich die Geister aller Zeiten. Herr, erbarme dich unser.

In Bethlehem erzählen die Hirten noch von der wunderbaren Nacht. Zwei alte Menschen, Simeon und Hanna, erzählen von ihm zu allen, die die Erlösung erwarteten. Dann wird alles vergessen. Das Kind wird von Bethlehem nach Ägypten gebracht, kehrt wieder zurück dorthin und kommt von dort in das ferne Nazareth. Die Welt hat seine Herrlichkeit so vergessen, dass während  der öffentlichen Wirkung Jesu niemand mehr wusste, dass er in Bethlehem geboren wurde. Als das Volk, überzeugt von seinen Wundern, von ihm behauptet, er sei der Christus, der Erlöser, fragen andere, die nicht glauben  wollten: „Soll denn der Christus aus Galiläa kommen? Sagt die Schrift nicht, dass der Christus aus dem Geschlecht Davids und aus dem Ort Bethlehem kommt, wo David lebte? (Johannes 7,41–42).

Der Stammvater des Herrn Jesus war König David. Die Menschen wussten davon nichts mehr, und  er selbst schweigt darüber. Sein Leben war  voller Stille, Demut, Arbeit und Heiligkeit. Sein Leben war  so verborgen, dass nicht einmal die Evangelien darüber berichten. Aus den 30 Jahren des verborgenen Lebens kennen wir  nur ein einziges Ereignis – die Geschichte des 12-jährigen  Jesus im Tempel von Jerusalem, und  das auch nur, weil das Evangelium verdeutlichen will,dass Jesus  vor allem, sogar  vor  seinem Pflegevater  und seiner  Mutter, den Dingen den Vorrang gab, die seinem himmlischen Vater gehören.

In der Taufe sind wir durch Jesus Christus Kinder Gottes geworden. Deshalb dürfen wir zum Vater beten.

Wer Christus erkennen will, muss in seinem Frieden leben. Um diesen  Frieden bitten wir.

Selig, die  dem Herrn den Weg ebnen und eingehen in die Herrlichkeit seines Reiches.

Neujahr 2026 Hochfest der Gottesmutter Maria Lk 2,16-21

Gott, der allezeit uns zu segnen und zu behüten bereit ist, sei mit euch.

In der Geschichte wird Christoph Kolumbus, der Entdecker Amerikas, auf vielfältige Weise erwähnt. Manche beschreiben die politische Bedeutung seiner Reise ins Unbekannte ausführlich. Fakt ist jedoch, dass Kolumbus und seine gesamte Mannschaft sich vor ihrer Abreise in einer besonderen Zeremonie dem Schutz der Mutter Gottes, der Jungfrau Maria, weihten. Sie alle beichteten gemeinsam und empfingen die Heilige Kommunion. Während der Reise waren Fluchen und obszöne Sprache strengstens verboten, und die gesamte Mannschaft betete täglich den Rosenkranz. Sie benannten ihr Schiff nach der Mutter Gottes, „Die Jungfrau Maria“. Erwähnenswert ist auch, dass sie auf ihrer zweiten Expedition einen Priester, Pater Juan, mitnahmen, der am 8. November 1543 die erste heilige Messe auf amerikanischem Boden feierte. Alle Reichtümer, die Kolumbus auf seinen Expeditionen erwarb, sandte er ins Heilige Land, damit die Heiligen Stätten vom Unglauben befreit werden konnten.

Jesus, du bist zum Segen für alle Menschen geworden. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns die Freiheit  gegeben, Gott unseren Vater nennen zu dürfen. Christus, erbarme dich unser.

Du wolltest Jesus genannt werden, weil du das Heil der Menschen bist. Herr,erbarme dich unser.

. Zu Beginn des neuen Jahres fühlen auch wir uns, als stünden wir am Anfang einer Reise ins Unbekannte. Der Himmel selbst bietet uns heute Schutz: die Jungfrau Maria, die Mutter Gottes. Das Wort Gottes verkündet uns an diesem Festtag, dass durch die Hände der Jungfrau Maria das gnädige Antlitz von Gottes Liebe und Güte der Welt offenbart wurde, damit wir nicht länger im Leid versinken: „Der Herr segne dich und behüte dich!“ (Num 6,24); „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn …“ (Gal 4,4); „Die Hirten eilten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind in der Krippe liegend“ (Lk 2,16).

Wir wurden nicht zufällig ins Leben geworfen, sondern von Gott berufen – Alfred Delp.

Wir leben schnell und vergessen dabei oft das Gute. Lasst uns daher ein Bild, einen Satz, das ganze Jahr über im Gedächtnis behalten: Maria – die Magd des Herrn. Und lasst uns immer wieder darauf zurückkommen. Daraus kann unser persönliches Lebensprogramm entstehen. Ein Programm, in dem ein Mensch im Leben eine ähnliche Haltung einnimmt wie Maria, die Mutter Jesu, die Magd des Herrn.

Die Menschen denken nur an die Dinge dieser Welt. Würden sie nur ein wenig an die andere Welt denken, würden sie sich auf einen direkteren Weg dorthin begeben. Sie glauben, dass dieses irdische Leben niemals endet und nur eine kurze Vorbereitung auf das Jetzt ist! › Grazia Dekdda.

Wir treten in ein neues Jahr ein. Man muss die damit verbundenen Gefühle nicht übertreiben. Neu ist nur, dass wir die Zeit wieder ab Januar zählen und eine andere Zahl ans Ende des Kalenders setzen. Doch viele fragen sich, was dieses Jahr bringen wird. Und im Hinterkopf denken wir: Wenn es mir nicht gut geht, soll die Zeit doch stillstehen. Aber wir sollten uns vielmehr fragen: Was wollen wir unseren Lieben, unserer Umgebung, der Welt und Gott geben? Was wollen wir der Welt in diesem Jahr geben? Wollen wir überhaupt etwas geben? Wenn ja, müssen wir uns fragen, bevor wir etwas Gutes geben wollen: Werde ich dazu fähig sein? Bin ich in der Lage, etwas Gutes zu geben? Und so gelangen wir zur wichtigen Frage: Wie werde ich in diesem Jahr? Wer will ich werden? Zu welcher Art von Mensch wünsche ich heranzuwachsen – wünsche ich mich überhaupt weiterzuentwickeln? Wenn ich nur daran denke, was ich bekomme und was mir das Leben bringt oder nicht, dann bin ich ein hoffnungsloser Egoist und kann nicht viel vom Leben erwarten.

Der Sinn des Lebens ist, ein offenes Herz für alles Menschliche zu bewahren, selbst in Enttäuschung, Einsamkeit, Krankheit und im Tod. › Zenta Maurina Raudive.

Die Geschichte des kleinen Beppino. Im Italien des Jahres 1943, während des Krieges, verliebte sich ein junges Mädchen in einen Soldaten einer ausländischen Armee. Sie wusste, dass er mit an die Front gehen würde, doch sie konnte ihre verbotene Liebe zu ihm nicht aufgeben. Der Soldat ging tatsächlich. Das Mädchen brachte ein Kind zur Welt. Er hatte blonde Haare und blaue Augen wie die Menschen in England, Kanada oder Polen. Der unbekannte Vater war ein Soldat aus einer dieser Regionen. Das Mädchen, das sich schämte, ein uneheliches Kind zu haben, setzte ihn in der Kirche aus und tauchte nie wieder auf. Der kleine Junge wurde den Schwestern anvertraut und auf den Namen Beppino (Joschko) getauft. Der Krieg war vorbei, Beppino wurde erwachsen, doch er fühlte sich nicht wohl. Er sah, wie die Mütter anderer Kinder mit allerlei Geschenken zu ihm kamen, aber niemand besuchte ihn. Er wollte seinen Schwestern nichts von seinem Kummer erzählen. Seinen kleinen Freunden aber erzählte er aufregende Geschichten: Auch er habe eine Mutter, sie sei wunderschön und liebe ihn, aber weil sie so weit weg sei, könne sie ihn noch nicht besuchen; eines Tages würde sie wirklich kommen, mit großen Tüten voller Süßigkeiten.

Am Vorabend von Weihnachten sagte der Priester den Kindern in der Kapelle der Schwestern, dass sie bald das Jesuskind mit seiner Mutter sehen würden. Er meinte die wunderschönen Figuren in der Krippe, die noch verhüllt waren. In einem unbeobachteten Moment ging der kleine Beppino hinter den Vorhang vor Bethlehem, stellte sich zwischen die großen Figuren und begann zu beten. Die anwesenden Schwestern in der Kapelle hörten sie weinen und Jesuskind sagen: „Leih mir deine Mutter, wenigstens für einen Tag!“

Deine Aufgabe im Leben ist es, die dir zugewiesene Rolle mit Würde zu spielen. Ihre Entscheidung ist nicht die Aufgabe eines anderen.“ (Epiktet)

Vor einigen Jahrhunderten befand sich der heilige Franz Xaver auf einer kleinen Insel nahe an der chinesischen Küste. Der mächtige Missionar betete damals: „Herr, schenke mir noch zehn Jahre Leben, und du wirst sehen, was ich für dich tun kann!“ Leider erkrankte er und starb bald darauf. Wir hoffen, dass der Herrgott uns noch viele Lebensjahre schenkt. Besonders euch, ihr Kinder: Lasst uns hoffen, dass ihr noch 70, vielleicht sogar 80 Jahre vor euch habt. So viel Zeit! Eure Großväter, Großmütter und wir Älteren beneiden euch ein wenig um diese Jahre. Ihr seid gewiss viel reicher als wir, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Es gibt sogar etwas Wertvolleres als Geld, denn mit der Zeit kann man Wissen erwerben, viel Freude erleben und viele gute Vorsätze verwirklichen. Aber dies gilt nur unter der Bedingung, dass ihr sofort, heute, vom Jahresbeginn an, eure Zeit gut nutzt.

Unser ganzes Leben spielt sich zwischen dem, was wir wollen, und dem, was wir machen müssen. › Jozef Čapek.

Wie er, der als Kind in der Krippe lag. Lasst uns zum Vater beten,

Der als  Kind den Namen Jesus  erhielt, schenke  uns  für das neue Jahr seinen Frieden. 

Selig die, die als Kinder  Gottes zu Erben ewiger Freude berufen sind und Gott schauen werden.

Jahresschluss 2025 Joh 1,1-18

Gnade und Friede von dem, der ist, der war und der kommen wird, sei mit euch.

Das Jahresende – eine Zeit der Bilanzen und Abschlüsse. Auch in unseren Reihen ist es üblich, das Mögliche und das Unmögliche zusammenzurechnen und eine Bilanz zu ziehen. Doch als Christen wissen wir, dass wir im Grunde frei von Bewertung und Urteil sind. Denn Gott wird richten. Nur er kennt den genauen Unterschied zwischen Gutem und Bösem. Nur er weiß, was in der Ewigkeit Bestand haben wird. Und schließlich kennt nur er das menschliche Herz bis ins Innerste.

Jesus, du bist Gott von Ewigkeit vor Anfang der Welt.  Herr,erbarme dich unser.

Du bist das Licht in unserer Finsternis, Christus, erbarme dich unser.

Du gabst uns die Macht, Kinder Gottes zu werden. Herr,erbarme dich unser.

Für uns gibt es etwas Wichtigeres als Zusammenrechnen und Bewerten. Für uns ist es notwendig, unser Leben aus einem bestimmten Blickwinkel zu betrachten. Und so möchte ich uns bewusst machen, dass das Leben, das wir im vergangenen Jahr erlebt haben, vor allem ein Geschenk war. Schließlich haben wir unser Leben nicht erfunden, gestaltet oder konstruiert.

Wir nutzen es. Im Guten wie im Schlechten. Wir füllen es mit unseren eigenen Aktivitäten. Doch trotz alledem sollten wir uns klar sein, dass das Leben, das wir führen, in erster Linie ein Geschenk ist. Und dann stellt sich natürlich die Frage, wie wir dieses Geschenk genossen haben. Wie wir damit umgegangen sind. Und ob wir überhaupt das Gefühl haben, ein Geschenk des Lebens erhalten zu haben. Wir sind Gott gegenüber für all das verantwortlich. Schließlich rechnet er mit uns als vernunftbegabten Wesen. Wir sind die Wesen, denen er etwas anvertraut hat, dessen Wert sich durch unseren Beitrag zeigt. Der dritte Knecht wird verurteilt – nicht wegen Veruntreuung, nicht, weil er etwas Schlechtes getan hat, sondern „nur“, weil er nicht genug Gutes getan hat. Dass er nicht verstanden hat, was sein Herr ihm anvertraute. Dass er nicht im Interesse seines Herrn handelte.

Wir sollten uns in diesem Gleichnis sicherlich wiedererkennen. Denken wir daher nicht wie die Heiden, die höchstens fragen, wie erfolgreich sie waren und wie viel reicher und wie viel ärmer sie geworden sind. Erkennen wir zunächst an, dass auch uns in diesem Jahr das Leben geschenkt wurde. Uns wurden Gelegenheiten geschenkt, Gutes zu tun. Die Frage ist nicht, wie viel Gutes wir empfangen haben, sondern vor allem: Was wir selbst getan haben. Wie viele Gelegenheiten wir genutzt und wie viele ungenutzt geblieben sind. Wie wir das unermessliche Geschenk des Lebens bewertet haben.

Wenn wir so darüber nachdenken, werden wir sicherlich Punkte finden, an denen wir uns bewährt haben, und solche, an denen wir gescheitert sind. Vor allem aber: Dann können wir uns von all den unnötigen Gefühlen der Kränkung, des Betrugs, der Eitelkeit und des Kummers befreien. Diese Gefühle tragen wir nutzlos mit uns herum und werten unser Leben nur herab. Erinnern wir uns an die Freude der hochbegabten Kinder in den letzten Tagen. Es ist für uns schwieriger, aber wir sollten uns dennoch ein Beispiel an ihnen nehmen. Das hochbegabte Kind weiß, dass seine Gabe großartig ist und dass derjenige, der sie ihm geschenkt hat, sie für ihn  liebt.

Dasselbe sollten wir auch für unser eigenes Leben begreifen. Dann werden wir uns am Beginn des neuen Jahres nicht übermäßig Sorgen um die Zukunft machen. Denn es hilft uns nicht, darüber nachzudenken, was das neue Jahr für uns bringen wird und ob es gut genug sein wird. Eines ist gewiss: Es wird uns das Geschenk des Lebens bringen, auch wenn wir nicht wissen, wie lange. Wir werden die Gelegenheit erhalten, gut zu sein, oder, besser noch, wenn wir leben, werden wir die Gelegenheit haben, mit Gott zusammenzuarbeiten. Mit dem Gott, dem wir im Tod begegnen wollen, zu dessen Nähe wir durch Christus gelangen möchten. Lasst uns daher mit Dankbarkeit und Vertrauen zu diesem lebendigen Gott, unserem Vater, zurückkehren.

Wir haben die Herrlichkeit Gottes geschaut. So wagen wir , zum Vater zu beten.

Da wir ihn in seinem Wort und Sakrament  aufgenommen haben, bitten wir  ihn um seinen Frieden.

Selig, die durch  das Licht des Evangeliums  zum Glauben  kommen und die Fülle des Lebens empfangen.

6. Tag der Weihnachtsoktav, Lk 2,36-40

Jesus Christus, der erfüllt war mit Weisheit und Gnade ,sei mit euch.

Die letzte Prophetin. Diese ist eine vierundachtzigjährige Frau, die sich nach Jesus als dem Erlöser Israels sehnt, aber auch ihn denen verkündet, die ihn in Einfachheit des Herzens als Messias erwarteten.

Jesus, du kamst zur Erlösung aller, die guten Willen haben. Herr, erbarme dich unser.

Du hast  das Gesetz des Bundes in allem erfüllt. Christus,erbarme dich unser.

Als Menschenkind wurdest du erfüllt von Weisheit und Gnade. Herr, erbarme dich unser.

Lukas bediente sich vieler Symbole von Anfang an, auch ihres eigenen Namens. Anna bedeutet, dass ‚Gott mich mit Gnade erfüllt hat‘, und welch große Gnade war es schließlich, dem Messias, ihrem Erlöser, zu begegnen! Darüber hinaus ist Anna ‚eine Tochter Phanuels‘, was ‚Gottes Angesicht‘ bedeutet (vgl. Gen 32, 31): Das ist das Angesicht des Kindes, das sie im Tempel sah. Anna stammt aus dem Geschlecht Ascher, und der Name bedeutet ‚ich hatte Glück‘. Sie war sieben Jahre verheiratet, und als sie Jesus begegnete, ist sie 84 Jahre alt. Die Zahl 12 fehlt scheinbar als Anzahl der Generationen Israels, ist aber in 84 enthalten, denn durch Multiplikation von 7×12 erhalten wir 84.

Anna ist also nicht nur eine von vielen Prophetinnen, von denen die Geschichte Israels reich ist, sondern eine messianische Prophetin im vollen Sinne des Wortes, ein Symbol für Israel selbst, denn sie dient Gott ‚mit Fasten und Beten Tag und Nacht‘ in Erwartung des Messias, des Erlösers. Anna, die Tochter Phanuels, war hochbetagt und erlebte die Begegnung mit dem Herrn. Trotz ihres Alters wurde sie zur Verkünderin Gottes. Sie sprach von ihm, pries ihn. Im Tempel, in den der Messias zum ersten Mal kam, gibt es keine Erwähnung von Priestern oder anderen geweihten Personen, nicht weil sie nicht da waren, oder weil Lukas einen polemischen Präzedenzfall gegen die Priesterschaft Jerusalems schaffen wollte, die zum Tod Jesu führen wird, sondern nur aus dem Grund, dass er die heilige Rolle der Laien im Neuen Bund betonen will.

Simeon vollzieht priesterliche Riten: Mit einer liturgischen Geste nimmt er das Kind in seine Arme und preist Gott mit einem messianischen Hymnus. An der Liturgie des Lobpreises beteiligt sich die Prophetin Anna, die in diesem Moment kam, um Gott zu danken und von ihm zu allen zu sprechen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Auch in Bethlehem geschah etwas Ähnliches. Dort sprechen die Hirten, die niedrigste soziale Klasse des israelitischen Volkes, zu allen über das Kind und verherrlichen Gott. Es ist offensichtlich, dass mit der Ankunft Jesu etwas Neues in der Anbetung Gottes erscheint. Alle, die der Messias ohne Unterschied der Klasse oder des Geschlechts erlöst hat, bilden ein messianisches Volk, das den einen Gott anbeten soll. Morgen werden wir das Ende des Kalenderjahres feiern und werden uns fragen, in welchem Geist wir das neue Jahr beginnen sollten. Es genügt, wenn wir Maria nachahmen: das Evangelium Jesu hören, darüber meditieren und es verwirklichen.“

Wie Jesus Christus, der erfüllt war  mit Weisheit  und Gnade, uns gelehrt hat, wollen wir zum Vater beten.

Das Kind  von Bethlehem hat uns  den Frieden gebracht. In diesem Frieden leben wir, wenn wir bitten.

Selig, die Gott dienen, mit Fasten und Beten und Erlösung  finden am Letzten Tag.

5.Tag der Weihnachtsoktav Lk 2,22-35

Jesus Christus, der ein Zeichen ist, dem widersprochen wird, sei  mit euch.

Es wird erzählt, dass einst ein junger Mönch seinen geistlichen Begleiter um ein Gespräch bat. „Vater“, begann der junge Mann, „ich glaube nicht, dass ich länger im Kloster bleiben kann. Als ich hierherkam, war ich voller Begeisterung, aber jetzt spüre ich nichts mehr davon. Selbst die heilige Messe, in der ich immer Gottes Nähe gespürt habe, sagt mir nichts mehr. Ich genieße weder das Gebet noch die Arbeit noch das Leben. Um mich herum ist Dunkelheit.“ Der alte Mönch hörte geduldig zu und schwieg dann lange. Schließlich sagte er ruhig: „Sehen Sie sich um. Um unser Kloster herum gibt es nur dichte Wälder.

Jesus, du kamst auf diese Erde als das Heil der Völker: Herr, erbarme dich unser.

Du bist das Licht der Heiden und der Glaubenslosen. Christus, erbarme dich unser.

Du bist das  Zeichen, dem widersprochen wird. Herr, erbarme  dich unser.

Als ich hierherkam, waren diese Wälder noch dichter und unzugänglicher. An vielen Stellen war es ein unübersichtlicher Dschungel. Ich erinnere mich, dass eines Tages jemand geschickt wurde, um mir Proviant zu bringen. Ich machte mich am Nachmittag auf den Weg, und als ich zurückkam, dämmerte es bereits. Ich erreichte den Wald, konnte den Weg aber nicht mehr finden. Mir blieb nur noch eines übrig. „Du hast also angefangen zu beten“, unterbrach der junge Mönch. „Ich setzte mich hin“, erwiderte der alte Priester, „und tat nichts. Ich wartete einfach bis zum Morgengrauen. Dann fand ich ohne Mühe den Weg zum Kloster. Und deshalb, mein Freund, tu auch nichts. Setz dich hin und warte, bis es hell wird.“

Der alte Simeon wartete auf den Trost Israels. Er war sich sicher, dass er nicht sterben würde, bevor er den Messias sähe. Unter den Kindern erkannte er den, auf den die Völker hofften. Er hielt ihn in seinen Armen und rief: „Nun, Herr, lass deinen Diener in Frieden scheiden, wie du gesagt hast.

“ Der Priester kam zur Kirche, um zu beten. Er betete etwa eine Stunde lang, und ein alter Mann war bei ihm. Der Priester war neugierig, was der Mann die ganze Zeit über gebetet hatte, und fragte ihn beim Verlassen der Kirche: „Bitte, könnten Sie mir sagen, was Sie gebetet haben?“ Was haben Sie zu Gott gesagt?“ Und der alte Mann antwortete: „Ich habe unsere ganze Gemeinde gesegnet.“ „Und wie haben Sie das getan?“ „Der Priester fragte neugierig. „Ganz einfach“, antwortete der alte Mann. „Ich schließe die Augen und gehe gedanklich von Haus zu Haus durch unser ganzes Dorf. An jedem Haus halte ich an, stelle mir alle Bewohner vor und bitte Gott um Hilfe und Segen für jeden Einzelnen. Es dauert ziemlich lange, bis ich alle Häuser so besucht habe. Ich schaffe es nicht einmal in einer Stunde.

Die Leute klagen über schlechte Stimmung am Arbeitsplatz und in den Familien sowie über erhebliche Probleme. Warum bringen wir nicht Gottes Segen dorthin? Es genügt, einfach zu beten und zu segnen. Dann wird sich alles zum Guten wenden.

Gott hat seinem Volk Herrlichkeit bereitet. Voll Vertrauen dürfen wir zum Vater beten.

Scheiden und in eine andere Welt hingehen heißt, den Frieden zu finden. Um diesen Frieden bitten wir.

Selig, die das Heil Gottes schauen und im Frieden hinfinden in sein Reich,

Fest der Heiligen Familie (Mt 2,13–15.19–23

Gott, unser Vater, der uns zu seinen Heiligen berufen hat, sei mit euch.

Nach dem Fest der Geburt des Herrn und dem Fest des ersten Märtyrers Christi, des heiligen Stephanus, lenkt die Heilige Kirche die Aufmerksamkeit auf einen weiteren notwendigen Aspekt: die Familie. Menschen, die in Ehe und Familie leben, nehmen einen besonderen Platz in der Kirche ein. Deshalb möchte sie mit dem Fest der Heiligen Familie in ihrem Leben und ihrer Sendung bestärken. Fragt man sich, inwiefern die Familie von Nazareth der christlichen Familie ähnelt oder sich von ihr unterscheidet, so lassen sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede feststellen.

Jesus, du bist eingekehrt in die Familie von Nazareth. Herr, erbarme  dich  unser.

Du hast dich eingefügt in die Verbundenheit von Eltern und Kindern. Christus, erbarme dich unser.

Armut und Not hast du in der Familie von Nazareth mitgetragen, Herr, erbarme  dich unser.

Die Familie von Nazareth, Josef und Maria, hatte Jesus, den Sohn Gottes, in ihrer Mitte. Wahrscheinlich wusste außer ihnen beiden niemand, dass er der Sohn Gottes war. Der äußere Eindruck von Maria mit Josef und dem Jesuskind ähnelte dem von anderen Familien in Nazareth. Doch Jesus, der Sohn Gottes, konnte erfahren, dass er in eine menschliche Familie geboren worden war. Ebenso mögen Maria und Josef sich bewusst gewesen sein, dass sie nicht nur ein gewöhnliches Kind großzogen, sondern den Sohn Gottes in sich trugen. Die Ähnlichkeit mit unseren Familien ist hier vielleicht am deutlichsten. Denn in unseren Familien, in unseren Ehen, ist das, was der Welt kaum sichtbar ist, genau die Gegenwart des Herrn. Diese empfangen die Ehepartner im Sakrament der Ehe und können sich in ihrem weiteren Ehe- und Familienleben vervielfachen. Eine vor Gott geschlossene und durch die sakramentale Gnade gesegnete Ehe empfängt in ihrem Zentrum die Gabe der Gegenwart Gottes. Gott ist mit euch, Gott ist in eurer Familie. Lasst uns dieses innere, verborgene Geheimnis neu entdecken.

Und wenn man uns manchmal fragt, wie sich eine kirchliche Ehe von einer standesamtlichen oder rein formalen Ehe unterscheidet, können wir sagen: Der Unterschied liegt darin, dass Gott in der sakramentalen Ehe wohnt. Gläubige Ehepartner sollen auch aufgrund dieser Gnade zusammenleben. Wenn Vater und Mutter sich täglich an Gott wenden, der ihre Ehe und ihre aus ihrer Liebe geborenen Kinder gewollt hat, wenden sie sich an den, der nicht nur seinen Willen vollzogen hat, sondern ihnen auch weiterhin ermöglicht, diese Ehe zur Ehre Gottes und zur gegenseitigen Heiligung zu leben. Denn in der Familie lässt sich die innere Gemeinschaft der Liebe und Einheit am besten erfahren, die die Teilhabe am Leben der allerheiligsten Dreifaltigkeit symbolisiert.

Die Berufung christlicher Ehepartner besteht nicht nur darin, ihr ganzes Leben gemeinsam zu verbringen und ihre Kinder gut zu erziehen, sondern vor allem darin, sich in ihrem gemeinsamen Leben zu heiligen. Der Ehemann, der Vater der Familie, heiligt sich täglich, indem er für das Wohl seiner Familie sorgt. Er kümmert sich um das materielle und geistige Wohl der Familie. Die Ehefrau, die Mutter, dient mit ihrer Selbstaufopferung täglich ihren Nächsten und trägt so zum gemeinsamen Wohlstand ihrer Familie bei. Kinder, die die Opferbereitschaft ihrer Eltern wertschätzen und danach streben, sie durch eigene Opferbereitschaft zu erwidern, tragen zum Aufbau des gemeinsamen Wohls bei. Dadurch lernen sie, wie sie diesen Wohlstand eines Tages an ihre eigenen Familien weitergeben können.

Das Eheleben bietet viele Gelegenheiten zur Heiligung und Charakterbildung. Die Familie ist wie eine Mühle, die uns von allen Seiten beansprucht. Wir müssen alle in ihr berücksichtigen und können nicht nur unsere eigenen Vorstellungen und unseren Willen anwenden. In der Liebe Christi suchen wir zuerst das Wohl unseres Nächsten, und dies sollten Ehepartner ihr ganzes Leben lang, nicht nur vorübergehend, bewahren. Denn Liebe zeigt sich nicht nur in Gefühlen, sondern vor allem im täglichen Opfer und in der Bereitschaft, sich für das Wohl des Nächsten hinzugeben. Für die heutige Familie ist es zudem notwendig, dass die Heilige Kirche umfassendere Anstrengungen unternimmt, um sie vor dem Bösen zu schützen, das von der Welt in sie eindringt. Vor dem Bösen, das buchstäblich gegen die Grundwerte kämpft, auf denen Ehe und Familie beruhen.

Wir können uns an die Geschichte aus dem Alten Testament erinnern, in der Noah sich und seine Familie vor der Verderbtheit der Menschen rettete. Seine Integrität und Treue zu Gott halfen ihm, sieben weitere Familienmitglieder zu retten. Der Vater kann Folgendes tun, wenn er heute die ihm von Gott anvertrauten Kinder und seine Ehe vor einer Welt schützen will, die so gern Freiheit ohne Einschränkungen verspricht. Er kann dies nur tun, indem er mit Integrität und Präsenz inmitten dieses Kampfes das Wohl seiner Familie verteidigt. Für seine Familie zu kämpfen, bedeutet nicht nur, für sie finanziell zu sorgen. Der Vater steht mit der Autorität seiner Familie in deren Mitte, hilft und beschützt sie. Er muss rechtzeitig erkennen, was ihr nützt und was ihr schadet. Die Mutter ist durch ihre Rolle im Haushalt noch stärker eingebunden und kann dem Mann daher sehr weise und umsichtig helfen, die wahren Bedürfnisse der ganzen Familie zu erkennen. 

Die Familie Gottes hat in der heutigen Welt neben innerer Einheit und der Schönheit des Zusammenlebens die unersetzliche Aufgabe, das Wesen ihres Glücks zu bezeugen. Denn wie viele Familien oder Ehen in unseren Wohnsiedlungen können wir wirklich als christliche Familien bezeichnen? Sie selbst kennen die Situation zu Hause am besten. Danken wir Gott für jene Familien, die ihre Aufgabe nach Gottes Willen erfüllen, doch wie viele erleben schmerzlich ihre Uneinigkeit und ihren Zerfall. Ihr gutes Zeugnis kann auch jenen Mut machen, die verunsichert sind oder selbst nach Jahren noch an die Möglichkeit eines harmonischen Ehelebens glauben.

Wenn ein Vater seine Rolle in der Familie vor Gott und seinen Nächsten gut verteidigt und seine Frau ihn dabei unterstützt, gibt er das vortrefflichste Beispiel, sodass auch die Kinder die Autorität des Vaters respektieren. Doch wenn die Mutter in der Familie anderer Meinung ist als der Vater, wenn er Entscheidungen trifft und sie diese ändert, frage ich mich: Wem sollen die Kinder dann zuhören? Wer soll ihre Erziehungsinstanz sein? Derjenige, dessen Forderungen vorübergehend akzeptabel sind, wird später von den Kindern nicht mehr akzeptiert. Die Grundlage einer guten Erziehung ist die Harmonie zwischen Vater und Mutter. Der Vater muss auf sich selbst achten, damit er, wie Josef, Gottes Willen anwendet und seinen eigenen Willen mit Gottes Willen in Einklang bringt. Gleichzeitig soll er darauf vertrauen, dass Gott ihm beistehen wird, wenn er ihm diese Aufgabe anvertraut hat. Ebenso wird die von Gott der Frau anvertraute Aufgabe der Ehefrau und Mutter keine Last, sondern eine Freude sein. Denn sie kann die von Gott für ihre Beziehung und ihre Aufgaben vorgesehene Ordnung leben. Ihre gegenseitige Hilfe und ihr wechselseitiger Respekt sind die Quelle ihrer tiefen Liebe.

Die von Gott gegebene und geachtete Ordnung des Ehe- und Familienlebens ist die beste Medizin, die möglichen Problemen in unseren Familien vorbeugt und sie sogar heilt. Hierin liegen die innere Stärke und Gottes Schutz für die Familie verborgen. In einem Brief schreibt eine Frau an ihren Mann: „Gib die Führung in der Familie nicht auf. Es ist notwendig, darin standhaft zu bleiben. Überlass die Führung niemals einer Frau. Wir Frauen sehen es als Versagen des Mannes an, was uns in Verwirrung, Unsicherheit und Niedergang stürzt. Schneller als du denkst, wird die Liebe in der Ehe an erster Stelle verschwinden und der klare Himmel wird sich mit Wolken verdunkeln. Wir werden sicherlich versuchen, dich zur Kapitulation zu bewegen, dich in Versuchung zu führen, die Führung im Haus aufzugeben, und das ist der schreckliche Widerspruch in uns.“ Wir werden scheinbar mit aller Macht um das letzte Wort und die Vorherrschaft kämpfen, doch im Geheimen wünschen wir uns, dass du siegst. Ja, du musst siegen, wir sind nicht zum Führen geschaffen. Wir posieren nur

.Maria stellte sich nicht zur Schau, sie respektierte den Platz, den Gott ihr neben Josef anvertraut hatte. Josef stellte sich nicht zur Schau, er drückte sich nicht vor seiner Verantwortung. Er nahm sie auf sich und lebte sie sein ganzes Leben lang. Darin ist die Familie aus Nazareth eine heilige Familie und ein Vorbild für alle christlichen Familien, die ihrem Beispiel folgen wollen. Der heilige Apostel sagt heute in seinem Brief an die Kolosser: „Vor allem aber habt die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist. Der Friede Christi herrsche in euren Herzen. Dazu seid ihr auch berufen als Glieder eines Leibes. Seid dankbar dafür.“

Da wir einen Vater im Himmel haben, dürfen wir  uns jederzeit an ihn wenden. Deshalb wollen wir beten.

Vom Kind der Jungfrau Maria ,das den Unfrieden dieser Welt schon so  bald erfahren sollte, erbitten wir seinen Frieden.

Selig,die berufen sind, in das Vaterhaus  des ewigen Lebens einzugehen.

Hl. Johannes, Apostel und Evangelist (Joh 20,2-8

Hl. Stephanus, erster Märtyrer Mt 10,17-22

Gott, der Herr, der uns zu Zeugen seines Wortes vor der Welt berufen hat, sei mit euch,

Brüder und Schwestern heute feiern wir den ersten Tag der Weihnachtsoktav. Eine Oktav dauert acht Tage und ist die Zeit, in der die Geburt Jesu Christi besonders intensiv begangen wird.

Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden, um den Weg der Menschen zu gehen.

Durch  deinen Tod und deine Auferstehung hast du das Tor zu Gott geöffnet. Christus erbarme dich unser.

Du führst  auch uns  durch unseren Tod zum Leben. Herr,erbarme dich unser.

Es gibt eine zweite Oktav zu Ostern. Wir alle kennen den Ostermontag. Mit ihm ist kein bestimmter Heiliger verbunden. Zu Weihnachten hingegen wird der Name des heiligen Stephanus, eines Diakons, genannt, der sich, wie man sagen kann, bewährt hat. Er hat sich im Dienst der Nächstenliebe sehr bewährt. Die Heilige Schrift sagt, dass ihnen der Dienst am Tisch anvertraut war, aber heute können wir ihn als Dienst der Nächstenliebe beschreiben. Das heißt, sie sorgten für die Menschen, damit sie etwas zu essen hatten und ein Dach über dem Kopf hatten, und kümmerten sich auch um sie, wenn sie krank waren. Doch das war alles: die Sorge um den Körper. 

Andererseits gibt es auch die Sorge um den Geist. Und diese Diakone begannen, den Aposteln zeitnah nachzueifern. Sie begannen, die Menschen zu unterweisen. Die Apostel taten dies formell während ihrer Versammlungen. Die Diakone hingegen taten dies informell, wenn sie mit den Menschen bei Tisch saßen, in deren Häusern und so weiter. Und wir wissen, dass es in diesen informellen Gesprächen oft sogar noch nützlicher und wirkungsvoller ist und die Menschen in ihnen oft aufgeschlossener. 

Die Heilige Schrift sagt, wie wir gehört haben, dass Stephanus voller Gnade und Kraft war. Dort, im Urtext, werden zwei griechische Wörter verwendet: für Gnade das Wort „charis“ und für Kraft das Wort „dynamis“. „Charis“ kennen wir als „Charisma“. Dieser griechische Begriff kann hier mit Gabe oder Gnade übersetzt werden, aber auch mit Großzügigkeit, Hochmut, Freude, Schönheit oder sogar Begeisterung. Tatsächlich sehen wir, dass Stephanus sein Glaubensleben mit solcher Begeisterung lebte oder erlebte. Man könnte sagen: mit solcher Lebendigkeit. 

Das Wort „dynamis“ bedeutet nicht Stärke im Sinne körperlicher Kraft, im Sinne dessen, dass er schwere Felsbrocken oder Lasten heben könnte. Sondern wir kennen das Wort „dynamisch“. Das Gegenteil ist das Wort „statisch“. Etwas steht still, bewegt sich nicht und ist fast leblos. Stephanus aber lebte seinen Glauben, würden wir sagen, flexibel. Das wäre wohl die gelungenste Übersetzung. Mit einer Art Funken und einer Art Flexibilität. 

Er legte das Zeugnis ab. Wissen Sie, dieses Zeugnis gehört zu Weihnachten. Tatsächlich gab der heilige Josef das erste Glaubenszeugnis, als er Maria zu sich nahm. Weitere Zeugnisse gaben die Hirten. Weitere Zeugnisse stellten die Heiligen Drei Könige. Aber Stephanus war der Erste, der dieses Zeugnis ablegte, das durch sein Leben besiegelt wurde. Es scheint uns, als passe das Fest des heiligen Stephanus nicht zu dieser Weihnachtsfeier. Aber es passt. Wenn wir uns das vor Augen führen, wenn wir uns an all die Schwierigkeiten erinnern, mit denen die Heilige Familie umherziehen musste, um nach einer Unterkunft für die Nacht zu suchen. Dann mussten sie einige Zeit später wieder vor Herodes nach Ägypten fliehen und so weiter. Dann sehen wir, dass dieses erste Weihnachtsfest alles andere als einfach und unkompliziert war. Es hing aber immer von der Tatsache ab, dass Jesus Christus nach Menschen suchte, die bereit waren, zu bezeugen, dass sie an ihn glaubten. 

Jede Zeit braucht ein Zeugnis. Wir leben in einer komplexen und schwierigen Zeit. Gott sei Dank verlangt niemand von uns jetzt ein Zeugnis, das mit Leben oder Blut besiegelt werden müsste, aber auch im kommenden Jahr werden wir Zeugnis ablegen müssen – vielleicht mit unserer Zeit, unseren Fähigkeiten, kurzum, mit dem, was wir wissen und worin wir gut sind. Möge der heilige Diakon Stephanus unser Fürsprecher und unsere Inspiration dabei sein.

Jesus Christus hat uns den Himmel geöffnet und  uns einen Platz beim Vater bereitet. So beten wir.

In seinem Tod hat Stephanus für seine Verfolger gebetet. Auch wir  können in Christus die Kraft finden, zu vergeben und Frieden zu stiften.

Die Menge steinigte den Stephanus. Er aber  betete und rief Herr Jesus, nimm meinen Geist  auf,

Weihnachten am Tag Joh 1,1-18

Heiligen Abend Mt 1,1-25

24. Dezember am Vormittag 2025 Lk 1,67-68

Gott, unser Vater, der seinen Sohn  in die Welt  sendet, sei mit euch.

Ebenezer Scrooge, die Hauptfigur in Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“, ist ein zorniger, verbitterter Mann, der Weihnachten hasst. Doch nachdem ihn drei Geister am Weihnachtsabend besuchen und ihm zeigen, was geschehen wird, wenn er nichts unternimmt, ändert er endlich sein Leben. Als er am nächsten Tag erwacht, ist er ein völlig anderer Mensch: „Ich bin leicht wie eine  Feder, ich bin  glücklich wie  ein Engel … Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest!“ 

Herr Jesus Christus. Du bist  der starke Retter aus dem Hause David. Herr, erbarme dich unser.

Du bist  das Licht des Vaters, das in dieser dunklen Welt strahlt. Christus, erbarme dich unser.

Du  leuchtest allen, die in Finsternis und im Schatten des Todes  sitzen. Herr, erbarme dich unser.

Im heutigen Evangelium lesen wir, wie sich Zacharias veränderte. Er sprach zum ersten Mal seit vielen Monaten; er war stumm gewesen, weil er an der Prophezeiung des Engels zweifelte, dass er einen Sohn bekommen würde. Zacharias war immer ein frommer Mann gewesen, aber es scheint, als habe er nicht viel Vertrauen in Gottes Eingreifen in sein Leben gehabt. Nun prophezeit er, lobt Gott und verkündet allen, dass der Messias kommt und dass sein Sohn Johannes ihm den Weg bereiten soll. Sowohl Zacharias als auch Scrooge sahen ein Licht „von oben“, das ihnen neuen Lebensmut gab. 

Und du? Bist du bereit für Weihnachten? Glaubst du, dass Gott bereit ist, wieder in dein Leben einzugreifen – und zwar auf ganz andere Weise? Vielleicht erwartest du einfach nur weitere Feiertage, aber Gott sieht das anders. Er möchte dich segnen. Er möchte dir zeigen, dass er dein himmlischer Vater ist und sich um dich sorgt. Er möchte dir einen Glauben voller Hoffnung – der gleichzeitig voller Erwartung ist – schenken. Wende dich also mit Hoffnung und Erwartung an den Herrn. 

Es ist nie zu spät für Wunder! Frag Ebenezer Scrooge – oder Zacharias! Möge die Herrlichkeit von Jesu Geburt dich mit solchem ​​Mut und solcher Gewissheit erfüllen, dass du den Mut hast, den Herrn um ein Wunder zu bitten. Vielleicht ist es Heilung für dich oder einen dir nahestehenden Menschen. Oder die Gnade, ein langjähriges Problem zu lösen. Scheu dich nicht; bitte um etwas, das du für unmöglich hältst. Gott wird nicht daran gehindert. Er freut sich, wenn seine Kinder sich ihm im Glauben zuwenden. Der Messias kommt, und nichts wird jemals wieder so sein wie zuvor!

Jesus, danke, dass du unter uns gelebt hast. Deine Geburt bedeutet, dass mein Leben nicht so bleiben muss und kann, wie es war! Besucht und ihm gezeigt haben, 

Gott hat uns aus der  Hand  unserer  Feinde errettet.Voll Vertrauen wagen  wir deshalb zu beten.

Feindschaft und Hass müssen weichen vor der Botschaft der Erlösung. In ihr empfangen wir den Frieden, wenn wir beten.

Selig, die ihre Schritte lenken auf den Weg des Friedens und  das Heil finden beim Herrn,

Kindermette 24.12.2025

Rückgabe  der Herbergsbilder; nach dem Brauchtum waren Maria und Josef in den letzten 9 Tagen wieder auf Herbergssuche. Viele Familien haben sie  aufgenommen und miteinander gesungen und gebetet. Jetzt hat  die Heilige Familie hier  in der Kirche und in unseren Herzen eine Herberge gefunden. Ich darf euch nun bitten, die Herbergsbilder und -statuen zum Altar zu bringen. (Bilder werden  auf den Altar gelegt).

Musik: Ihr  Kinderlein kommet.

 Begrüßung: Pfarrer

 Liebe Kinder und liebe Familien! Heute ist  eine ganz besondere Nacht. Wir feiern die Geburt unseres Herrn Jesus. Schön , dass ihr alle gekommen seid!  Lasst uns diese Feier beginnen:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der  Herr sei mit euch,  und mit deinem Geiste.

Bitte  nehmen sie Platz.

Andrea: Im Himmel herrscht große Aufregung – eine himmlische Aufregung! Gott hat uns Menschen das größte Geschenk gemacht: Jesus ist geboren. Diese frohe Botschaft durften damals die Engel verkünden und auch hier in unserer Kirche waren in den letzten Wochen immer wieder fröhlich singende und tanzende Engel unterwegs. Sie haben sich mit viel Freude auf den heutigen Tag vorbereitet. Damals wie heute verkünden sie uns eine wunderbare Botschaft; ,,Fürchtet euch nicht! Gott ist euch ganz nah.“

Herr Pfarrer: 

Beginnen wir diese Kindermette mit genau dieser Zusage: Gott ist uns allen nah. Reichen wir uns die Hände und beten wir gemeinsam  das Gebet, wie Jesus es uns Menschen schon vor langer Zeit gelehrt hat.

Vater Unser..

Musik: Instrumental oder Volksgesang / Leise rieselt der Schnee“

Tanja: Nun ist es  soweit. Unsere vielen kleinen und größeren Gallspacher Engel sind bereit. Der  Erzengel Gabriel wird ihnen von der bevorstehenden Geburt des Gottessohnes berichte und alle  werden sie von prickelnder  Vorfreude erfasst, Aber sehen sie selbst, was nun im Himmel alles los ist:

Kisi Kids Musical: Eine  himmlische Aufregung 

Nach dem Ende des Musicals und dem Auszug aus der  Kirche, kommen sie wieder herein und stellen sich vor dem Altar zusammen. Sie dürfen Ihren Applaus genießen. Nach  dem Applaus gehen sie wieder zu den Chorstufen und bleiben während  des Evangeliums  stehen.

Nach dem Musical: Pfarrer: „Nach dieser wunderbaren Aufführung möchte ich den Kindern und Eltern danken, dass sie so fleißig für das  Musical  geübt  und jetzt so eine wunderschöne  Vorstellung  geschenkt haben. Herzlichen Dank allen, die in den letzten Wochen viel Zeit, Liebe und Energie in dieses Kisi-Kid-Musical gesteckt haben.

Die Engel haben die  Geburt Jesu mit ihrem Gesang gekrönt. Nun  hören wir das Weihnachtsevangelium nach Lukas. Der Höhepunkt, auf  den sich die Engel so sehr gefreut haben, stehen wir  zu dieser frohen Botschaft bitte auf. Pfarrer ;

Weihnachtsevangelium nach Lukas in kindgerechter  Sprache.

Der Herr sei mit euch.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas.

Es geschah in jenen  Tagen, als Kaiser Augustus den Menschen befahl, sich in Steuerlisten einzutragen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; er wollte  sich eintragen lassen mit Maria,  seiner Verlobten, die  ein Kind erwartete. Als sie dort ankamen, gebar sie ihren Sohn, den Erstgeborenen, Sie wickelte  ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In dieser Gegend lagerten Hirten auf einem Feld. Da erschien ihnen ein Engel  des Herrn und sagte: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große  Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute wird euch in der Stadt Bethlehem der Retter geboren; er ist  der Christus, der Herr. Und  das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind  finden, das, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel eine große Menge der himmlischen Heere. Gott lobte und sprach:Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden. 

Nach dieser frohen Botschaft sagten die Hirten zueinander: „Lasst uns  nach Bethlehem gehen, um das Ereignis  zu sehen, das uns  der Herr hat  verkünden lassen! So eilten sie hin und fanden Maria, Josef und das Kind, das in der Krippe lag.  Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über das Kind gesagt worden war.  Alle, die  es hörten, staunten. Maria bewahrte all diese Worte in ihrem Herzen auf. Die  Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie  gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen vom Engel gesagt worden war.

Evangelium, unseres Herrn Jesus Christus. 

Herr Pfarrer; Guter Gott!

Wir  danken dir  für die Geburt deines  Sohnes, unseren Herrn, Lass Jesus   in unseren Herzen ankommen und schenke uns heute und an allen Tagen die Kraft, seine Botschaft  der Liebe und  des Friedens zu spüren, zu leben und zu verbreiten.

Lasst uns Gott danken für  alles, was wir haben, und nun jene  bitten, denen es heute  nicht gut geht. So bitten wir für  die  Armen , die  Traurigen, die Einsamen und die Kranken – lass sie  alle deine Nähe und Liebe spüren und mit deiner Kraft Besserung  erfahren. Darum bitten wir durch unseren Herrn. Amen.

Segen und Sendung 

Der Herr sei mit euch. Gott ließ durch  die Engel eine große Freude verkünden. So erfülle er mit dieser Freude auch unser Leben und schenke allen Menschen seinen Frieden.

So segne und behüte uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 

Gehet hin in Frieden.

Lied: Stille Nacht

Auszug:Instrumental 

 

Heilig, heilig, heilig.

Jede heilige Messe ist eine  Vergegenwärtigung der göttlichen Liebe, was wir besonders am Ende der Präfation mit dem Gesang „Heilig, heilig, heilig“ ausdrücken, worauf folgt: „Gott aller Heiligen, Himmel und Erde sind erfüllt von deiner  Herrlichkeit. Gesegnet sei, der kommt im Namen  des Herrn. Hosanna in der Höhe.

Im Zusammenhang mit diesen Anrufen ist es entscheidend, dass die Engel, die im Himmel in  einem Zustand des ewigen Jetzt ohne  Zeit und Raum existieren, Gott beständig und unermüdlich singen, dass er heilig ist. Es ist  ein  fortwährender, ewiger Lobgesang, dem wir uns bei  jeder Messe anschließen, wie wir  es auch unmittelbar  davor  mit  den Worten  ausdrücken: Darum singen wir  mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit  all  den Scharen des  himmlischen Heeres den Hochgesang  von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Mehrere Kirchenschriftsteller betrachteten die heilige Messe als himmlische Liturgie, da der wahre Tempel im vollen Sinne des Wortes der Himmel ist, in dem die Engel dienen, singen und den Herrn anbeten. Der erwähnte Gesang stammt aus mehreren biblischen Wurzeln, zum Beispiel aus Jesaja, der  den Herrn auf  einem hohen und  erhabenen Thron  sitzen sah, und sein Gewand füllte  den Tempel. Über  ihm standen Seraphim, und einer  rief  dem  anderen zu. Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit. (Jesaja 6,2-3).

Das Buch der Offenbarung des Apostels Johannes beschreibt  wiederum  vier Lebewesen um den Thron herum, ähnlich  einem Löwen, einem  Stier, einem Menschen oder  einem fliegenden Adler, wobei  sie Tag und Nacht  unaufhörlich  riefen. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige  Gott, der war, der ist und der kommt (Offenbarung 4,8). Das dreimal wiederholte Attribut „heilig“ ist  eine hebräische Form des Superlativs – „der Heiligste“, da das Hebräische die Vorsilbe „am“ nicht kannte. Der  dreifach Heilige ist vollkommen  heilig, konkurrenzlos und unübertrefflich als der Allerheiligste. Die Bezeichnung „Herr, Gott aller Welten“ hat ihre Wurzeln im göttlichen Attribut „Sabaoth“, also darin, dass Gott der Herr der Heerschreiner im Himmel und  der Bewohner auf Erden ist, der Herr der Juden und der Heiden, der Sklaven. Er  ist majestätisch, mit  seiner  mächtigen Autorität, ein Gott, der fähig ist, alles  zu vollenden, was  er beschließt. Es gibt  keinen anderen Gott außer mir, spricht  der Herr über seine Souveränität durch  den Propheten Jesaja: „Einen gerechten  und  rettenden Gott gibt es nicht außer  mir.“ Aus meinem Mund  ist  Wahrheit   ausgegangen, ein Wort , das nicht zurückkehrt. Ja , jedes Knie wird sich vor mir  beugen, jede Zunge wird schwören.(Jesaja45, 21–23). Das folgende Bekenntnis „Gesegnet sei“ kommt im Namen des Herrn und stammt  aus Psalm 118, mit dessen Worte die Volksmenge in Jerusalem Jesus bei seinem triumphalen Einzug  begrüßte. Die  Menschenmengen breiteten  damals ihre  Mäntel auf den Weg und legten Zweige zu seinen Füßen, wobei  sie riefen: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet  sei  ,der kommt  im Namen  des  Herrn Hossa in  der Höhe.(Matthäus 21,9).

Der Ausruf Hosanna aus  dem Hebräischen „Ja-sa-na“ ist zusammengesetzt aus  dem Wort „rettet“. Bitte um Rettung, um Gottes Eingreifen zugunsten  seines Volkes angenommen zu haben, als sie  dieses Hosanna  an Jesus richteten, erkannten sie  ihn damit als wahren Sohn Gottes  an. Und  da  es sich wieder um ein  Zitat aus dem Lobpsalm 118 handelt, kam es zu  einer  Bedeutungsverschiebung hin zum Lob  des helfenden und rettenden Gottes. Hosanna wurde in der jüdischen Liturgie während  des  Laubhüttenfestes zusammen  mit  der Geste des Schwenkens von Palmzweigen verwendet. Als Jesus  in Jerusalem einzog unter dem Rufen  „Hosanna dem Sohn Davids“ zusammen  mit  den Worten in der Höhe, also  in  den himmlischen Höhen, klang es wie  eine Verherrlichung Jesu in der Rolle des wahren Retters, des wahren Messias.

Nach dem  Gesang „Heilig, heilig, heilig“ knüpft der Priester mit den Worten „Ja, du  bist heilig an“ und  der folgende Text orientiert uns  bereits unmittelbar auf den mystischen Moment der Wandlung.

23.Dezember 2025 Lk 1,57-66

22. Dezember 2025, Lk 1,46-56

Die Präfation, das Lied des Dankes.

Da die  gesamte heilige Messe ein großes Dankgebet ist, kann sie nicht  ohne Präfation auskommen, also  das Lied des Dankes. Sie ist  der erste Teil des eucharistischen Hochgebets, der dann in das  begeisterte „Heilig, heilig, heilig“ mündet. Gleichzeitig  gehört  die Präfation jedoch zu den  veränderlichen Teilen der heiligen Messe, die je nach den einzelnen Festen und Feiertagen sowie den Zeiten des  Kirchenjahres aktualisiert werden. Der Inhalt ist  immer maßgeschneidert  für die  jeweilige Feier, das Fest oder die Periode.

Das Danklied beginnt immer mit einem dreifachen Minidialog , bei dem die Gläubigen auf drei Aufforderungen des Zelebranten jedes Mal gemeinsam und laut antworten. Zunächst begrüßt der Priester mit „Der Herr sei mit euch“, ähnlich wie zu Beginn der Messe oder vor der Lesung des Evangeliums. Es handelt sich dabei immer um einen aktuellen Aufruf, sich der Gegenwart Gottes nicht nur im Sinne des Aufrufs „Der Herr sei mit euch“ bewusst zu werden, sondern auch als Bestätigung: Der Herr ist mit euch. Die Gläubigen wünschen dem Priester dasselbe. Auch mit deinem Geist. Der zweite Dialog ist eine vertiefte Version des vorherigen, denn er appelliert an eine wahrhaft herzliche Beziehung zu Gott, um das Herz zu Gott zu erheben.
In den Psalmen 25, 86 und 143 lesen wir in verschiedenen Varianten: „Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.“ Psalm 25,1 Die Notwendigkeit, das Herz zum Herrn zu erheben, wurde bereits von den ersten Christen intensiv gelebt. Der heilige Cyprian und der heilige Cyrill von Jerusalem erklärten ihnen, dass „Erhebt eure Herzen“ bedeutet, dass wir die ganze Aufmerksamkeit unseres Herzens auf das Gebet richten sollen.
Das Herz muss sich auf Gott richten und nicht auf irdische Interessen. Mit der Antwort „Wir haben sie beim Herrn“ bekräftigen wir unsere Konzentration auf den einzigartigen Moment der Begegnung mit Gott. Wenn wir die Worte „Wir haben sie beim Herrn“ sagen, stellt sich die Frage, ob wir sie wirklich beim Herrn haben. Das ist eine Gelegenheit zur Selbstkorrektur und Konzentration.

Zum dritten Mal ermutigt der Zelebrant die Gläubigen mit den Worten: „Lasst uns unserem Herrn Gott danken.“ Ähnlich schrieb der heilige Apostel Paulus an die Kolosser. Wir danken unserem Herrn Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, jedes Mal, wenn ich für euch bete . Kol 1,3: Die Eucharistie ist eine Danksagung, die Gläubige wirklich danken wollen; deshalb rufen sie am Ende, dass es würdig und richtig ist .

Nach den Ausrufen des Priesters und der Gläubigen folgt der Lobgesang  mit drei grundlegenden Teilen. Den ersten Teil bilden die Anrede   und die Lobpreisung Gottes in Form eines feststehenden, fast immer gleichen Textes. Zum Beispiel ist der Anfang der adventlichen Präfation. In Wahrheit ist es würdig  und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Würdig ist das Danksagen in Bezug auf die göttliche Majestät, recht wiederum in Bezug auf Gott als höchste Wahrheit, denn Jesus stellt sich selbst als die Wahrheit vor. In Bezug auf die Wahrheit ist es recht, in Bezug auf die Moral ist es gut, und in Bezug  auf den sündigen Menschen ist es heilbringend.Das Opfer der heiligen Messe bringt Heil und Rettung. In der Präfation findet sich ein Bekenntnis der Dankbarkeit gegenüber Gott, dessen Gegenwart  jede Zeit und jeden Raum erfüllt. Der Priester  eröffnet nach dem Dialog mit  den Gläubigen einen Dialog mit Gott,Er wendet sich an Gott,der allmächtig und ewig  ist, und  kann ihn daher ausschließlich durch Christus, unseren Herrn, im Geiste des Kolosserbriefes lobpreisen. „Alles, was ihr in Worten oder Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater, (Kol 3,17)Im zweiten Teil  der Lobpreisung überbrückt der Text die Konjunktion „denn“, auf  die  die  Begründung dieses lobpreisenden Lobs folgt. Zum Beispiel  findet sich  in einer  der Adventspräfationen der Text. Denn was  durch Adams  Sünde verloren ging , bringt  uns  Christus zurück ,unser Retter und Heiland . Was du  durch  sein  erstes Kommen begonnen hast, wirst du  bei seiner  Wiederkunft an uns  vollenden.

Der abschließende Teil der Präfation gipfelt im Gesang und Ruf: ,Heilig, heilig, heilig“. Gemäß dem Konzilsdokument Lumen Gentium  vereinen wir uns bei der Feier des eucharistischen Opfers mit  der himmlischen Kirche, die unaufhörlich zusammen mit den Engeln und Heiligen das Lob des allerheiligsten  Gottes singt. Es waren die Engel, die Seraphim ,die einander zuriefen. Heilig, heilig, heilig (Jes 6,3)

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20. Dezember 2025, Lk 1,26–38

Gott, unser  allmächtiger Vater, bei  dem nichts unmöglich ist, sei mit euch.

Gegrüßet seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir… Mit diesen Worten grüßen wir Maria täglich. In diesen letzten Tagen des Advents wollen wir uns an sie wenden, damit sie uns hilft, unsere Herzen und Sinne auf die Aufnahme Jesu vorzubereiten.

Deine Geburt wurde durch  den Engel verkündet. Herr, erbarme dich unser.

Du  bist der Sohn des Höchsten genannt worden. Christus,erbarme dich unser. 

Du bist geboren aus der Kraft  des Heiligen Geistes. Herr,erbarme dich unser.

Die Heilige Schrift bezeugt Fälle von Frauen, die über alle Erwartungen hinaus empfangen und Kinder geboren haben. Manchmal sind dies Ankündigungen des Herrn oder seines Boten, manchmal bitten die Frauen selbst Gott darum. Sara, die unfruchtbar war, gebar Isaak (vgl. Gen 21,3); er selbst bat Gott, dass seine Frau Rebekka, die ebenfalls unfruchtbar war, empfangen möge; und sie gebar Esau und Jakob (vgl. Gen 25,21). Rahel, Jakobs Frau, war ebenfalls unfruchtbar, bis Gott sie fruchtbar machte (vgl. Gen 30,22-23). ​​Nach langem Gebet wurde Hanna schwanger und gebar Samuel (vgl. 1 Sam 1,20). Der Engel des Herrn verkündete Manoachs Frau, dass sie einen Sohn gebären würde, und sie gebar Simson (vgl. Richter 13,24). Und Zacharias verkündete der Engel, dass der Herr sein Gebet erhört hatte, sodass seine unfruchtbare, alte Frau schwanger werden und Johannes, den Vorläufer des Messias, gebären würde (vgl. Lukas 1,13).

Gott ist der Ursprung des Lebens, treu seinen Verheißungen und vergisst niemals, die Gebete seiner Kinder zu erhören. So bereitete er sein Volk darauf vor, die endgültige Erfüllung aller Prophezeiungen zu empfangen. Eine andere seiner Töchter, Maria, eine Jungfrau, die bereits mit Josef, dem Günstling des Herrn, verlobt war, wurde von ihrer Empfängnis an ohne Sünde auserwählt. Diese auserwählte Maria sollte ermöglichen, dass der Eingeborene des Vaters durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Schoß Fleisch annehmen konnte. Ein wunderbares Zeichen Gottes. Das Mädchen aus Nazareth nahm freiwillig den Ruf an, die jungfräuliche Mutter des Messias zu werden. Und sie stellte sich in den Dienst des Herrn. Die Liturgie der Kirche hilft uns, die Größe dieses Geheimnisses voller Staunen zu betrachten: „Die Jungfrau hörte im Glauben den himmlischen Boten, der unter den Menschen und für die Menschen geboren werden sollte, durch die Kraft des Heiligen Geistes, der sie überschattete, den sie in Liebe in ihrem reinsten Schoß getragen hatte“ (Präfation zum Fest der Verkündigung).

Mit dem nahenden Weihnachtsfest möchten auch wir diese Verkündigung, durch die wir Kinder Gottes wurden, willkommen heißen und unser Leben mit Marias bedingungslosem Dienst am Werk der Erlösung „zum Wohl der Menschheit“ vereinen. Ein freudvoller und aufopfernder Dienst, der vielen anderen helfen wird, ihre Berufung zu entdecken. Der heilige Josemaría betrachtete Marias „Es geschehe“ mit überragender Fruchtbarkeit: „O Mutter, Mutter! Durch dein Wort – Fiat – geschehe mir … Wir sind Brüder Gottes und Erben seiner Herrlichkeit geworden.

Maria hat Gnade gefunden vor Gott. Zum barmherzigen Vater wagen wir deshalb zu beten.

Der Thron Davids sollte ein Sitz des Friedens sein für alle Zeiten. Um  diesen Frieden bitten wir.

Selig, die Gottes Wort annehmen und  seinen Willen tun, damit sein Reich zu uns komme.

19. Dezember 2025, Lk 1,5–25

Gott, der Herr, der auf vielfache Weise das Kommen seines Reiches angekündigt hat, sei mit euch.

Die Ankunft Johannes‘ des Täufers verkündet uns, dass Jesus nahe ist und uns seine Gnade, Vergebung und Freiheit bringt. Es liegt an uns, seine Botschaft weiterzugeben. Gott greift in die Geschichte ein und führt sie zur Vollendung. Er bewirkt darin nach und nach die Heilsgeschichte. Heute lesen wir von der Geburt Johannes des Täufers, der die Mission haben wird, das Kommen des Messias zu verkünden (Lk 1,19).

Jesus, Engel haben dein Kommen in diese Welt angekündigt. Herr, erbarme dich unser.

In Johannes hast du zuvor einen Boten gesandt. Christus, erbarme  dich unser.

Die  Botschaft deines Kommens war Freude für die ganze Welt. Herr, erbarme  dich  unser.

Die Geburtsverkündung erfolgte, als Zacharias im Tempel sein Priesteramt ausübte, um Weihrauch darzubringen, und ihm erschien ein Engel des Herrn. Der Engel sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.“

Das Erste, was der Engel zu ihm sagte, war: „Fürchte dich nicht.“ Engel werden von Gott gesandt, um ihm zu dienen und den Menschen dabei zu helfen, sich dem Geheimnis Gottes zu öffnen. Deshalb sagt der Engel als Erstes zu Zacharias, er solle sich nicht fürchten. Als wolle er ihm sagen: „Ich bin bei dir, um dir Gottes Nähe zu zeigen.“ Dann verkündet er die Geburt eines Sohnes, den er Johannes nennen soll. So erweist Gott ihm seine Gunst: Zum einen, weil sein Gebet erhört wurde, zum anderen, weil das Kind ein Geschenk Gottes ist, wie die Unfruchtbarkeit seiner Frau Elisabeth beweist.

Wie anders ist doch der Glaube Zacharias’ bei der Verkündigung von Johannes’ Geburt als der Glaube Marias und Josefs bei der Verkündigung von Jesus! Der Glaube Marias und Josefs ist unerschütterlich. Es ist der Glaube, den wir durch die Engel an den Herrn richten müssen, um auf Gott zu vertrauen und ihn in den erfreulichen wie in den ungünstigen Dingen des Lebens zu erkennen. Und um in der Überzeugung zu wachsen, dass es keine Zufälle gibt und dass, wie der heilige Paulus lehrt, „alles zum Guten mitwirkt denen, die Gott lieben“ (Röm 8,28), und so den Weg des Lebens mit freudiger Hoffnung zu gehen und ihn den Menschen zu zeigen. Jesus,Engel haben dein Kommen in diese Welt angekündigt.

Gott hat uns durch die  Botschaft seines Reiches froh gemacht. Deshalb  wagen wir  voll Vertrauen zum Vater zu beten,

Der dem Erlöser als sein Herold vorausging, kam als Bote der Freude und  des Friedens. Damit der Friede zu uns kommt, bitten  wir.

Selig , die fromm und in allem nach dem Gebot des Herrn leben und gerettet werden.

4. Adventsonntag A, Mt 1, 18-24

Jesus Christus, den Gott durch seine Propheten im Voraus verkündet hat, sei mit euch.

Wir alle haben fast dieselbe Eigenschaft: Wir geben unsere Meinung ungern auf, verlassen ungern unsere ausgetretenen Pfade und lassen uns nur zögerlich beraten. Diese Eigenschaft ist uns so vertraut, dass sie ein warnendes Sprichwort hervorgebracht hat: „Lerne nicht aus deinem eigenen Fehler, sondern aus dem Fehler deines Nächsten. Was sollen wir also tun und wie sollen wir im Leben handeln, um richtig zu leben?

Jesus, du bist Mensch aus der Jungfrau Maria geworden. Herr, erbarme dich unser.

Du kamst als Sohn Davids, als König Israels. Christus, erbarme  dich unser.

Du kamst verborgen im Geheimnis göttlicher  Zeichen. Christus, erbarme dich unser.

Das heutige Evangelium behandelt dieses allzu bekannte Problem. Achten wir einmal genau darauf, wie Josef handelt. Zuerst will er Maria freilassen, weil sie im Zustand der Seligkeit war und er sie vor der Steinigung bewahren wollte. Er will, dass sie den Mann heiratet, von dem sie ein Kind erwartet. Doch Gott hatte einen anderen Vorschlag: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu nehmen, denn was in ihr gezeugt ist, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von ihren Sünden erlösen. Und lasst uns die Reaktion betrachten: Als Josef erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Josef gab seinen eigenen Plan, seine Entscheidung und seine Position auf und änderte alles nach dem Willen Gottes, dem er achtete, dem er sich unterwarf, vor dem er sich demütigte und dem er ohne Widerspruch oder Vorbehalt folgte. 

Auch wir wollen das Richtige tun, denn wer von uns möchte schon Schaden anrichten oder im Leben scheitern? Wer von uns möchte sein Leben vergeuden? Das Licht von Josefs Handeln leuchtet hell in unser Leben. Im Licht des Evangeliums erkennen wir, dass wir nicht der höchste Maßstab für ein rechtes Leben sein können. Es ist falsch, das, was uns passt und uns gefällt, als Maßstab für unser Leben zu betrachten. Es ist falsch, in unserem Alltag ohne Rücksicht auf Gott zu handeln, seinen Willen zu ignorieren und sich ihm zu widersetzen.

Es versteht sich von selbst, dass der weise Schöpfer dem Menschen eine Ordnung geben und seinen Lebensweg planen musste. Er tat dies auf großartige und großzügige Weise, als er seinen Sohn in die Welt sandte, der uns die Norm für ein rechtes Leben brachte. Er wohnte sogar in unserem menschlichen Körper und zeigte durch sein eigenes Leben, wie ein rechtschaffenes menschliches Leben nach dem Willen des himmlischen Vaters aussehen sollte. Deshalb müssen wir in diesem Augenblick die Vorstellung aufgeben, dass wir selbst das Recht haben, die endgültige Norm für unser Handeln festzulegen. 

Ein gewisser Viliam wollte schon als Kind seinen Eltern nicht gehorchen. Er lebte nach seinen eigenen Regeln, war in der Schule faul und beendete die Schulpflicht nach der sechsten Klasse. Als er eine Arbeit fand, widersetzte er sich seinen Vorgesetzten, sodass er im ersten Job nur einen Monat und im zweiten nur zwei Monate aushielt. Von jedem Job nahm er Diebesgut mit nach Hause, und als das Problem aufflog, fand die Polizei alles in seinem Besitz. Hätte er doch nur in diesem Moment seine eigenen Regeln aufgegeben, wäre alles anders gekommen. Aber er tat es nicht! Er machte weiter wie bisher. Er nahm ein Messer und dachte, er würde sich an die „räudigen Hunde“ rächen, die ihn bei der Polizei angezeigt hatten. Da er diese Drohungen aber laut aussprach, zeigten ihn die Leute, die ihn hörten, bei der Polizei an, und man wollte seine Freiheit einschränken. Hätte er doch nur in diesem Moment seine Regeln aufgegeben! Aber er tat es nicht! Er griff die Polizisten an und tötete einen von ihnen. Er hinterließ eine Witwe mit drei Kindern. Da die Geschichte in den 1970er Jahren spielt, wurde Wilhelm zum Tode verurteilt. Er hinterließ eine Witwe und fünf Kinder.

Angesichts des heutigen Evangeliums und dieser wahren Begebenheit wollen wir uns fragen: Ist es richtig, dass ein Mensch nach seinen eigenen Maßstäben lebt?

Die Antwort finden wir in Friedrich Dessaurers (1881–1963) Buch „ Der Christ – Weltbürger“. Er schreibt darin: In jedem Menschen gibt es einen verborgenen Altar mit einem sehr hohen Bild. Was bedeutet dieses Bild? Das wirst du selbst herausfinden: Denke in den Tiefen deiner Seele darüber nach, wem du dich am meisten widmest und was dich in deinem Tun beschäftigt. Denke auch darüber nach, wovon du träumst, wofür du Opfer bringst und wofür du deine Anstrengungen wendest. Überlege dir auch, was du dir wünschst. Beobachte dich genau, sorge gut für dich und erkenne dann langsam das hohe Bild auf dem Altar deiner Seele, das von den vielen Schleiern des Alltags verhüllt ist. Ist es vielleicht Ihr persönliches Prestige, Anerkennung, Lob, Beifall anderer, Ruhm, Hobby, Leidenschaft oder Vergnügen? Sie haben solche Dinge zum Hauptbild auf dem Altar Ihrer Seele erhoben. Das ist Ihr eigener Lebensmaßstab, Ihr eigenes Porträt, vor dem Sie sich verneigen. Sie knien vor sich selbst, sie beten sich selbst an, und darin liegt ihr tragischer Irrtum.

Ein anderes Bild gehört auf den Altar Ihrer Seele: das Bild Ihres Schöpfers, aus dem alles Sein entspringt. Es stimmt, dass das Bild Gottes, des Schöpfers, unermesslich groß und unerreichbar scheint. Aber es ist nicht unerreichbar, denn Gott hat sich zu uns herabgelassen und uns erlaubt, ihn Vater zu nennen. Sein Bild wurde uns durch seinen Sohn vom Himmel gebracht, damit wir uns im Alltag auf dem Altar unserer Seele verneigen. Und wenn wir all die anderen erwähnten Hobbys neben den Altar stellen, dann wird unser Leben richtig, gerecht, ehrlich, mutig, gottesfürchtig und glücklich sein.

Nehmen wir diese Antwort des großen Wissenschaftlers als unsere eigene an. Wenn wir das tun, werden wir Folgendes erkennen. Christus, der für uns zu unserem Wohl, zu unserem Glück und zu unserem Heil in diese Welt geboren wurde, kam nicht vergeblich und sinnlos in diese Welt.

Zu Gott, der sich denen offenbart, die seinen Willen  tun. Lasst uns  beten, wie uns zu beten aufgetragen ist.

Wenn Gott mit uns ist, kommt mit ihm sein Friede. So bitten wir.

Selig, die auf Gottes Wort hören, damit er sie wach findet, wenn er wiederkommt.

18. Dez. Mt 1,18–24

 

Das Gebet über die Opfergaben.

Die Botschaft Jesu von seinem kommenden Reich erleben wir  besonders in der  heiligen Messe. Während dieser sprechen wir  nämlich auf verschiedenste Weise Gott an, den König  unserer Herzen, zu dem wir alles ausrichten wollen. Und so breitet der Priester nach dem Ruf der Gläubigen: Der Herr nehme das  Opfer  aus deinen Händen, seine Arme als  Zeichen der Identifikation  mit Jesus Christus, und betet  zum Vater  im Gebet über die Opfergaben.

Dieses Gebet hat eine standardisierte Einleitung und  einen standardisierten Schluss. Die Einleitung ist immer eine Anrede an Gott mit den Worten „Gott“, „Vater“ oder beidem, begleitet von Attributen. Während  der liturgischen Zeit im Jahreskreis wendet  sich  der Priester am häufigsten an den Herrn als gütigen Gott, ewigen Gott, barmherzigen Gott, gütigen, unendlichen, erhabenen, heiligen Gott. Einige dieser  Bezeichnungen beziehen sich also auf Gottes Güte gegenüber dem Menschen, andere wiederum auf Gottes Souveränität.

Der zweite unbenannte Teil des Gebetes über die Opfergaben ist  die abschließenden Worte durch Christus, unseren Herrn. Zwischen der Einleitung und diesem Schluss steht  immer eine Bitte oder ein Lobpreis oder beides zusammen. Am häufigsten  werden  sie mit dem appellativen „Nimm an“ ausgedrückt, das ein Echo der vorhergehenden Worte  der Gemeinde ist. Der Herr nehme  das Opfer aus deinen Händen an. Oder der Text  fährt fort mit  der Formulierung „Gib, wir bitten“ oder  mit den Worten „Wir loben“. Die Bitte bezieht sich meist auf die ersehnten geistlichen Früchte  dieses Opfers und kann gleichzeitig auch den erwähnten Lobpreis oder Dank für diese Gaben enthalten. Die Dutzende  solcher Gebete über die im Messbuch  aufgeführten   Opfergaben entstanden nicht am Schreibtisch, sondern  in jedem finden wir eine Andeutung oder ein direktes Zitat eines  der Kirchenväter. Zum Beispiel  enthält das Gebet   über die Opfergaben des 31. Sonntags im Jahreskreis die Worte  aus einer  Predigt des heiligen Papstes Leo des  Großen  aus dem  fünften  Jahrhundert.  Wir bitten  dich, Herr, gib, dass diese  Gaben für dich ein reines Opfer und  für uns  eine reine Quelle deiner Barmherzigkeit werden,

Als weiteres  Beispiel dient der erste Adventssonntag. Nach der  Anrede. Wir bitten dich, Herr“, fährt der Priester fort, mit den Worten: „Nimm die Opfergaben an, die wir aus dem, was uns deine Güte geschenkt hat, darbringen.“ Die Bitte um Annahme der Gaben ist  gleichzeitig ein Lobpreis für dieses Geschenk, wobei er fortfährt. Und was wir dir jetzt mit kindlicher Hingabe darbringen, möge uns  ewiges Heil bringen. In der Weihnachtsmesse um Mitternacht betet der Priester über die Opfergaben. Wir bitten dich, Herr, möge dir  das heutige festliche Opfer wohlgefällig sein, damit wir  durch diesen hochheiligen Austausch Anteil am göttlichen Leben deines Sohnes erlangen, in dem unsere menschliche Natur mit deiner Gottheit verbunden ist. Denn  er lebt und herrscht in Ewigkeit.

Einzigartig ist auch das Gebet über die Gaben während  der ersten heiligen Messe des Jahres am Hochfest der Gottesmutter Maria. Nach der Anrede „Gott“ folgen das Bekenntnis und die Anerkennung, passend für den allerersten Tag des  Kalenderjahres. Du beginnst gütig und vollendest jedes gute Werk. Wir feiern den Beginn unseres Heils. Es wird betont, dass wir  dieses freudige Fest der Gottesmutter feiern, mit der Bitte, dass sich in uns das Heil in vollem Maße vollende.

Schließlich der Schluss. Dieser ist  grundsätzlich christologisch  und christozentrisch, denn er hängt innerlich tief mit der priesterlichen Geste der ausgebreiteten Arme als Zeichen der Identifikation mit  Christus als Mittler des Opfers zusammen. Im ersten Brief an Timotheus lesen wir, dass einer der Mittler zwischen Gott und  den Menschen, der Mensch Christus Jesus ist. 1. Timotheus 2,5. Diese Worte sind so grundlegend, dass sie jedes Gebet eincodieren. Am Ende  jedes Gebets wird Jesus als einzigartiger und unersetzlicher Mittler bekannt. Was immer wir beten, dieses Gebet vertrauen wir Jesus als dem einzigen Mittler an.

Mittwoch der 3. Woche, Mt 1,1-17

Jesus Christus, der uns die Botschaft des kommenden Reiches verkündet hat, sei mit euch.

Der Stammbaum nach Matthäus. Der Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Mit diesen Worten, begleitet von einer Vielzahl biblischer Namen, beginnt Matthäus sein Evangelium und zugleich unsere Novene vor Weihnachten.

Jesus,du kamst als der vom Vater  verheißene Erlöser. Herr, erbarme dich unser.

Du hast Zeichen göttlicher Macht getan. Christus, erbarme dich unser.

Du hast den Sündern Erlösung verkündet. Herr, erbarme dich unser.

Er möchte Folgendes aussagen: – Jesus ist der Christus, also der Messias, den Israel durch die 42 Namen im Stammbaum erwartet hat. Er zeigt die Geschichte Israels auf, in der drei aufeinanderfolgende Phasen zu Jesus führen. – Jesus ist der Sohn Davids, dessen Reich gemäß der Prophezeiung Nathans niemals enden wird. Jesus ist der Sohn Abrahams, der der Retter aller Menschen ist, denn Gott verhieß Abraham: „Durch dich sollen die Stämme der Erde gesegnet werden“ (vgl. Gen 12,3). Am Ende des Stammbaums erwähnt Matthäus Josef, den Mann Marias, von dem Jesus, der Christus genannt wird, geboren wurde.

Die auffälligste christologische Bezeichnung ist „Sohn Davids“. Sie wird durch die Zahl 14 hervorgehoben, dem Zahlenwert des hebräischen Wortes „David“. Matthäus teilte den Stammbaum in drei Gruppen mit jeweils 14 Namen ein. Wenn wir die Anfangsbuchstaben der bedeutendsten Namen aus den drei Gruppen Abraham, David, Messias oder ADM nehmen, erhalten wir den Namen Adam (hebr. Adam), der im Stammbaum fehlt. So verbindet die Geschichte Israels Adam, den ersten aller Menschen. Jesus ist nicht nur der Messias für die Söhne Abrahams, sondern auch der Erlöser aller Söhne Adams. Durch die Taufe haben wir unseren Platz im Stammbaum Jesu Christi erhalten. Lasst uns seine Gnade wie den lebendigen Saft in uns fließen lassen. Das Geheimnis wahren Dienens ist vollkommene Treue, überall dort zu sein, wo Gott uns hinstellt.

Wir sind  Jesus Christus in seinem Opfer begegnet. Deshalb dürfen wir mit vollem Vertrauen zum Vater beten.

Der unter  den Menschen lebte und allen Gutes tat, wollte uns mit dem Vater versöhnen. Wir bitten ihn um seinen Frieden.

Selig, die an Jesus Christus keinen Anstoß nehmen und aufgenommen werden in das Reich des Vaters.