Hl. Barbara, Märtyrin in Nikomedien, Mt 10,34-39

 Jesus Christus, an dem sich der Glaube der Menschen entscheidet, sei mit euch.

 Es mag seltsam klingen, aber die tägliche Erfahrung bestätigt es: Es geht oft mehr darum, was andere von einer Person denken, als darum, wer und was sie wirklich ist. Viel Zeit, Energie und Geld werden in die Gestaltung eines bestimmten Scheins investiert, während das Wesentliche vernachlässigt wird. So ist das Leben wie eine Flasche Wein mit einem kostbaren und ansprechenden Etikett, die längst leer ist.

Jesus, du hast allen Menschen Gnade erwiesen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast  dich  vor  den Heiden offenbart. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns deinen Beistand  verheißen. Herr, erbarme dich unser.

Zu Beginn der Adventszeit feiert die Kirche eine Heilige, die in einem heidnischen Umfeld zum Glauben an Christus fand und einen neuen Lebensweg beschritt. So wurde sie zur Fremden in ihrer eigenen Heimat. Sie geriet in einen Konflikt mit ihrer Umgebung. Sie hielt an ihrer Entscheidung fest, Christus zu folgen, selbst als ihr Vater sie in einen Turm sperren ließ, selbst als ihr Leben in Gefahr war.

Das Martyrium der heiligen Barbara zeigt uns, worauf es im Leben wirklich ankommt. Man darf sich nicht beugen und sich ausnutzen lassen, um anderen zu gefallen. Denn wo ein Mensch, der sich selbst gefallen will, diesem zum Opfer fällt, ist alles verloren. So kämpfte die heilige Barbara nicht nur für den Glauben, sondern auch für die Freiheit der Entscheidung und das Recht auf Akzeptanz. Die heilige Barbara öffnet die Tür zur Adventszeit. Wir stehen vor der Frage, wie unser Leben weiter verlaufen soll. Sind wir bereit, den Weg mit Gott zu gehen, auch wenn er uns heute manchmal skandalös und lächerlich erscheint? Sind wir fähig, den anderen so zu lieben, wie er ist, oder lieben wir nur das, was uns an ihm gefällt? Nicht das Bild, mit dem wir andere beeindrucken wollen, ist wichtig, sondern ob wir authentisch leben und ein wahres Abbild Gottes sind. Dazu gehören stets wahre Liebe und Freiheit. Die heilige Barbara kann uns darin ein gutes Vorbild sein. André Gide sagt: „Es ist besser, für das gehasst zu werden, was wir sind, als für das geliebt zu werden, was wir nicht sind.“

Damit wir das Leben gewinnen, wagen wir, im Vertrauen auf  unseren Mittler Jesus Christus, zum Vater zu beten. 

Nur im gemeinsamen Glauben finden wir den Frieden, um den wir  nun beten wollen.

Selig, die den Kampf des Lebens bestehen und  in das Reich  des dreieinigen Gottes aufgenommen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Andere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.