Hl. Nicolaus, Bischof von Myra Lk 10,1-9

Jesus Christus, der Mitleid mit den Menschen hatte, sei mit euch.

Nikolaus zählt zu den beliebtesten Heiligen, da er mit besonderem Wohlwollen gegenüber Kindern in Verbindung gebracht wird. Obwohl er heute weltweit eher als kommerzielle Figur vermarktet wird, lebte der historische Nikolaus um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert in Myra, einer einst griechischen Stadt, die heute in der Türkei liegt. Er wurde 260 in Patras in Kleinasien in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Um 300 wurde er Bischof von Myra. Während der diokletianischen Verfolgung wurde er inhaftiert und verbannt. Er starb am 6. Dezember zwischen 245 und 351.

Jesus, du kamst zu den Armen und Verlorenen dieser Welt. Herr, erbarme dich unser.

Du hast Hunger und Müdigkeit mit uns getragen. Christus, erbarme dich unser.

Du hast Helfer für  die Arbeit  deines Reiches gesucht. Herr, erbarme dich unser.

Zahlreiche Legenden ranken sich um sein Leben und seine Wohltaten. Unter Kaiser Konstantin rettete er drei zu Unrecht beschuldigte Soldaten vor der Hinrichtung, erweckte einen Jungen zum Leben, der von einem geizigen Metzger getötet worden war, half Waisen und Witwen und versorgte die Bevölkerung während einer Hungersnot mit Getreide und Brot. Die Legende berichtet auch von seiner Teilnahme am Konzil von Nicäa, das die Häresie des Arius verwarf und die Lehre von der Göttlichkeit Christi bestätigte. Damals soll Nikolaus den bereits erwähnten Arius wegen dessen Ablehnung des christlichen Glaubens gerügt haben.

Das wohl prägendste Ereignis in Nikolaus‘ Leben stammt aus seiner Jugend. Als Sohn wohlhabender Eltern erfuhr er, dass in seiner Nachbarschaft ein armer Mann mit drei Töchtern im Teenageralter lebte. Am meisten schockierte Nikolaus die verzweifelte Entscheidung seines Vaters, seine Töchter in die Prostitution zu schicken, um seine finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. Nikolaus wollte dies verhindern und legte deshalb nachts heimlich einen Geldbeutel für seine älteste Tochter ins Fenster, damit sie standesgemäß heiraten konnte. Man kann sich die Überraschung des Vaters und die enorme Freude der Tochter vorstellen, als sie das Geschenk am Morgen fanden.

Einige Zeit später wiederholte Nikolaus diese Geste, und der Vater konnte seine zweite Tochter verheiraten. Er beschloss jedoch, künftig wachsam zu sein, um den Wohltäter zu entlarven und ihm zu danken. Und so geschah es. Als Nikolaus einen Geldsack für seine dritte Tochter trug, hörte der Vater das Klimpern eines Dukaten und holte ihn nach kurzer Verfolgung ein. Obwohl Nikolaus ihn bat, seine Tat geheim zu halten, konnte seine Großzügigkeit nicht verborgen bleiben. Die Tat des heiligen Nikolaus wurde nicht nur zu einer Ikone der Nächstenliebe und des wahren Wesens des Heiligen in der Ostkirche. Sie wurde auch zu einem Symbol selbstloser Großzügigkeit in der ganzen Welt. Leider ist diese bereits legendäre Gestalt heute in den Händen von Kaufleuten zu einer lächerlichen Werbefigur verkommen.

Im Jahr 1087 wurden die Gebeine des heiligen Nikolaus von Seeleuten aus den Händen von Muslimen befreit und nach Bari überführt, wo sie bis heute ruhen. Die Stadt Bari mit der Kirche des heiligen Nikolaus wurde so zu einem berühmten Wallfahrtsort, dessen Gedenktag am 9. Mai, dem Tag der Überführung der Gebeine, begangen wird. Die Kathedrale, die Bischofskirche in České Budějovice, ist ebenfalls dem Heiligen Nikolaus geweiht, weshalb der Heilige Nikolaus der Hauptschutzpatron der Diözese České Budějovice ist.

In unserem Land wird sein Gedenktag am 6. Dezember gefeiert und ist mit dem Beschenken von Kindern, dem sogenannten Nikolausgeschenk, verbunden. Wir sollten versuchen, dieses Schenken so weit wie möglich von maßloser Kommerzialisierung fernzuhalten, die nichts mit der wahren Bescheidenheit des heiligen Nikolaus zu tun hat. Auch das Begleiten des heiligen Nikolaus durch Teufel sowie das Erschrecken dieser Figuren sind unangebracht. Es mag zwar lustig erscheinen, verfälscht aber den spirituellen Sinn des Festes.

Jesus Christus, der uns von den Gebrechen der Sünde heilt,ist unser Mittler beim Vater. So wagen wir  zu beten.

Die Macht der bösen Geister ist unsere Not. Im Frieden Gottes werden wir  sie  überwinden und bitten.

ZumSelig, die das Evangelium vom Königreich hören und in die Ernte  des Herrn eingehen.

Dieser Beitrag wurde unter Andere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.