Dienstag der 3. Adventswoche Mt 21,28-32

Jesus Christus, der gekommen ist, um uns den Willen des Vaters  zu verkünden, sei mit euch.

Die Bereitschaft, dem Wort Gottes zu gehorchen und sich von ihm leiten zu lassen, ist der Kern des Gleichnisses. Historisch betrachtet bezog es sich auf die geistlichen Führer – die Schriftgelehrten und Pharisäer. Diese bekannten sich zwar zu Gott, Mose und dem Gesetz, waren jedoch so starr und verhärtet, dass sie selbst nach der Predigt von Johannes und Jesus nicht bereit waren, ihre Meinung zu ändern.

Jesus, du hast in allem den Willen des Vaters erfüllt. Herr, erbarme  dich unser.

Du bist gekommen, um uns den rechten Weg zu weisen. Christus, erbarme dich unser. 

 Du  nimmst auf, die dein Wort hören und befolgen. Herr, erbarme dich  unser. 

Sie behandelten Gott und seine Botschaft wie etwas, mit dem sie bereits vertraut waren, und kannten nicht die Demut, die aus dem Bewusstsein ihrer eigenen Nichtigkeit vor Gott erwächst. Ihre Religion war eine starre Ideologie und ein lebloses System, während die Zöllner und Prostituierten Jesu Ruf zur Umkehr annahmen und bei ihm nach Erlösung suchten.

Die Kirchenväter legten das Gleichnis auf das Verhältnis zwischen Juden und Heiden in der frühen Kirche aus, als Letztere häufiger eintraten, und andere Ausleger deuteten es auf den Unterschied zwischen religiöser Theorie und Praxis. Für uns bleibt die Hauptbedeutung des Gleichnisses Christi der Aufruf, Glauben zu wecken und eine Sinnesänderung herbeizuführen. Es genügt nicht, getauft zu sein, sich mehrmals bewusst zum Christentum zu bekennen und sich ansonsten nicht darum zu kümmern, Gottes Willen zu erkennen und zu befolgen. Das Wort Christi sagt uns: Seid stets bereit, Gottes Ruf zu hören, um seinen Willen besser zu erfüllen! Das Gleichnis warnt vor geistlicher Starrheit, scheinbarer Heilsgewissheit und religiöser Überheblichkeit derer, die sich nicht um Gottes Eingebung und deren Umsetzung kümmern wollen. Diese Warnung gilt auch uns. Sie soll verhindern, dass wir in Versuchung geraten, auf gleichgültige Christen oder Sektenmitglieder zu blicken, während wir hören, dass Menschen außerhalb der Kirche barmherziger, menschlicher und hilfsbereiter sind als Christen, die Religion nur als Institution begreifen. Glaube ist unendlich viel mehr als eine Botschaft; er ist die ständige Hingabe des Menschen an Gottes Willen, ein lebenslanger Gehorsam seinen Eingebungen gegenüber und eine demütige Erwartung des Guten von ihm. Der Glaube wird vor dem Tod eines Menschen niemals vollkommen sein; deshalb bedarf er der Pflege, muss stetig wachsen und ist ein langer Weg zu Gott.

Religion ist vor allem eine Erziehung zum richtigen Denken, aber auch ein Weg des Handelns. Fromme Bekenntnisse oder gelehrte theologische Theorien genügen nicht; Gott fordert insbesondere Taten des Glaubens, die Zeugnis von seiner Botschaft ablegen. In seinem Heilsplan wollte Gott die Verantwortung für sein Reich in die Hände der Menschen legen. Der Mensch soll von einer rein spirituellen Verbindung zu Christus zu einer weltumspannenden Verantwortung für die Welt gelangen, nicht nur in moralisch und gesellschaftlich kritischen Fragen, sondern auch in der Verwirklichung des Zeugnisses christlicher Hoffnung. Die heutige Kirche braucht neben dem Gebet das Wirken mutiger und aufopferungsvoller Zeugen. Theologische Reflexionen, liturgische Erneuerung, kirchliche Debatten auf Konzilien oder Synoden bleiben bloße Gedankenspiele, wenn uns der Mut zum selbstlosen Handeln fehlt. Es genügt nicht, die Umstände des Lebens mit klugen Worten über das Christentum zu erklären; vielmehr ist es notwendig, im Geist des Herrn nach der Verwandlung der Welt zu streben.

Gott hat uns seinen Willen kundgetan. Damit wir ihn erfüllen, wagen wir, zum Vater zu beten.

Damit wir den Willen des Vaters erfüllen, wollen wir  um seinen Frieden bitten.

Selig, die den Willen des Vaters erfüllen und in sein Reich aufgenommen werden.

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