Das Gebet über die Opfergaben.
Die Botschaft Jesu von seinem kommenden Reich erleben wir besonders in der heiligen Messe. Während dieser sprechen wir nämlich auf verschiedenste Weise Gott an, den König unserer Herzen, zu dem wir alles ausrichten wollen. Und so breitet der Priester nach dem Ruf der Gläubigen: Der Herr nehme das Opfer aus deinen Händen, seine Arme als Zeichen der Identifikation mit Jesus Christus, und betet zum Vater im Gebet über die Opfergaben.
Dieses Gebet hat eine standardisierte Einleitung und einen standardisierten Schluss. Die Einleitung ist immer eine Anrede an Gott mit den Worten „Gott“, „Vater“ oder beidem, begleitet von Attributen. Während der liturgischen Zeit im Jahreskreis wendet sich der Priester am häufigsten an den Herrn als gütigen Gott, ewigen Gott, barmherzigen Gott, gütigen, unendlichen, erhabenen, heiligen Gott. Einige dieser Bezeichnungen beziehen sich also auf Gottes Güte gegenüber dem Menschen, andere wiederum auf Gottes Souveränität.
Der zweite unbenannte Teil des Gebetes über die Opfergaben ist die abschließenden Worte durch Christus, unseren Herrn. Zwischen der Einleitung und diesem Schluss steht immer eine Bitte oder ein Lobpreis oder beides zusammen. Am häufigsten werden sie mit dem appellativen „Nimm an“ ausgedrückt, das ein Echo der vorhergehenden Worte der Gemeinde ist. Der Herr nehme das Opfer aus deinen Händen an. Oder der Text fährt fort mit der Formulierung „Gib, wir bitten“ oder mit den Worten „Wir loben“. Die Bitte bezieht sich meist auf die ersehnten geistlichen Früchte dieses Opfers und kann gleichzeitig auch den erwähnten Lobpreis oder Dank für diese Gaben enthalten. Die Dutzende solcher Gebete über die im Messbuch aufgeführten Opfergaben entstanden nicht am Schreibtisch, sondern in jedem finden wir eine Andeutung oder ein direktes Zitat eines der Kirchenväter. Zum Beispiel enthält das Gebet über die Opfergaben des 31. Sonntags im Jahreskreis die Worte aus einer Predigt des heiligen Papstes Leo des Großen aus dem fünften Jahrhundert. Wir bitten dich, Herr, gib, dass diese Gaben für dich ein reines Opfer und für uns eine reine Quelle deiner Barmherzigkeit werden,
Als weiteres Beispiel dient der erste Adventssonntag. Nach der Anrede. Wir bitten dich, Herr“, fährt der Priester fort, mit den Worten: „Nimm die Opfergaben an, die wir aus dem, was uns deine Güte geschenkt hat, darbringen.“ Die Bitte um Annahme der Gaben ist gleichzeitig ein Lobpreis für dieses Geschenk, wobei er fortfährt. Und was wir dir jetzt mit kindlicher Hingabe darbringen, möge uns ewiges Heil bringen. In der Weihnachtsmesse um Mitternacht betet der Priester über die Opfergaben. Wir bitten dich, Herr, möge dir das heutige festliche Opfer wohlgefällig sein, damit wir durch diesen hochheiligen Austausch Anteil am göttlichen Leben deines Sohnes erlangen, in dem unsere menschliche Natur mit deiner Gottheit verbunden ist. Denn er lebt und herrscht in Ewigkeit.
Einzigartig ist auch das Gebet über die Gaben während der ersten heiligen Messe des Jahres am Hochfest der Gottesmutter Maria. Nach der Anrede „Gott“ folgen das Bekenntnis und die Anerkennung, passend für den allerersten Tag des Kalenderjahres. Du beginnst gütig und vollendest jedes gute Werk. Wir feiern den Beginn unseres Heils. Es wird betont, dass wir dieses freudige Fest der Gottesmutter feiern, mit der Bitte, dass sich in uns das Heil in vollem Maße vollende.
Schließlich der Schluss. Dieser ist grundsätzlich christologisch und christozentrisch, denn er hängt innerlich tief mit der priesterlichen Geste der ausgebreiteten Arme als Zeichen der Identifikation mit Christus als Mittler des Opfers zusammen. Im ersten Brief an Timotheus lesen wir, dass einer der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus ist. 1. Timotheus 2,5. Diese Worte sind so grundlegend, dass sie jedes Gebet eincodieren. Am Ende jedes Gebets wird Jesus als einzigartiger und unersetzlicher Mittler bekannt. Was immer wir beten, dieses Gebet vertrauen wir Jesus als dem einzigen Mittler an.
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