Gott, der Herr, der sich über alle, die ihn fürchten, erbarmt, sei mit euch.
Das heutige Evangelium präsentiert uns den Hymnus Magnificat, mit dem die Jungfrau Maria voller Freude Elisabeth, ihre Verwandte und Mutter Johannes des Täufers, begrüßte. Die Worte der Gottesmutter erinnern an andere biblische Hymnen und Lieder, die sie selbst gekannt und vielleicht sogar rezitiert und über die sie nachgedacht hat.
Jesus, du kamst als Sohn des Allerhöchsten. Herr, erbarme dich unser.
Du kamst mit der Fülle der Gnade, um uns zu erlösen. Christus, erbarme dich unser.
Dein Kommen ist die Freude der ganzen Welt. Herr, erbarme dich unser.
Doch die Worte, die sie sprach, haben eine viel tiefere Bedeutung für ihr Leben: Sie offenbaren es als das der Mutter Gottes und zeigen zugleich die Reinheit des Herzens, die Gott ihr geschenkt hat. Täglich spricht die Kirche diese Worte im Stundengebet, wenn das Abendgebet (Vespers) denselben Lobgesang zum Himmel erhebt, mit dem Maria Gott für all seine Gnade und Güte dankte.
Maria empfing außergewöhnliche Gnade, weil sie von Gott erwählt wurde. Sie wurde von Gott unter allen Frauen der Geschichte auserwählt, die Mutter des Erlösers und Messias zu werden, auf den die Menschheit so viele Jahrhunderte gewartet hatte. Es ist die höchste Ehre, die je einem Menschen zuteil wurde, und sie nimmt sie mit Hingabe und Demut an. Er erkennt, dass alles Gnade und ein Geschenk ist. Nicht sie, sondern Gott wirkt Wunder, selbst in ihrem Leben (vgl. Lk 1,49).
Und dies ist eine große Lektion in Demut für uns alle, Söhne Adams und Erben der menschlichen Natur, die wir wahrhaftig durch die Erbsünde befleckt sind, die auf irgendeine Weise in uns wirkt und uns täglich auf die Seite des Bösen zu verführen sucht. Wir nähern uns dem Ende des Advents, der eine Zeit der Umkehr und Reinigung sein sollte. Heute zeigt uns die Jungfrau Maria den richtigen Weg. Bitten wir Sie heute im Gebet um Ihre Fürsprache, damit wir demütiger werden und Ihnen und Ihrem Sohn nachfolgen können.