6. Tag der Weihnachtsoktav, Lk 2,36-40
Jesus Christus, der erfüllt war mit Weisheit und Gnade ,sei mit euch.
Die letzte Prophetin. Diese ist eine vierundachtzigjährige Frau, die sich nach Jesus als dem Erlöser Israels sehnt, aber auch ihn denen verkündet, die ihn in Einfachheit des Herzens als Messias erwarteten.
Jesus, du kamst zur Erlösung aller, die guten Willen haben. Herr, erbarme dich unser.
Du hast das Gesetz des Bundes in allem erfüllt. Christus,erbarme dich unser.
Als Menschenkind wurdest du erfüllt von Weisheit und Gnade. Herr, erbarme dich unser.
Lukas bediente sich vieler Symbole von Anfang an, auch ihres eigenen Namens. Anna bedeutet, dass ‚Gott mich mit Gnade erfüllt hat‘, und welch große Gnade war es schließlich, dem Messias, ihrem Erlöser, zu begegnen! Darüber hinaus ist Anna ‚eine Tochter Phanuels‘, was ‚Gottes Angesicht‘ bedeutet (vgl. Gen 32, 31): Das ist das Angesicht des Kindes, das sie im Tempel sah. Anna stammt aus dem Geschlecht Ascher, und der Name bedeutet ‚ich hatte Glück‘. Sie war sieben Jahre verheiratet, und als sie Jesus begegnete, ist sie 84 Jahre alt. Die Zahl 12 fehlt scheinbar als Anzahl der Generationen Israels, ist aber in 84 enthalten, denn durch Multiplikation von 7×12 erhalten wir 84.
Anna ist also nicht nur eine von vielen Prophetinnen, von denen die Geschichte Israels reich ist, sondern eine messianische Prophetin im vollen Sinne des Wortes, ein Symbol für Israel selbst, denn sie dient Gott ‚mit Fasten und Beten Tag und Nacht‘ in Erwartung des Messias, des Erlösers. Anna, die Tochter Phanuels, war hochbetagt und erlebte die Begegnung mit dem Herrn. Trotz ihres Alters wurde sie zur Verkünderin Gottes. Sie sprach von ihm, pries ihn. Im Tempel, in den der Messias zum ersten Mal kam, gibt es keine Erwähnung von Priestern oder anderen geweihten Personen, nicht weil sie nicht da waren, oder weil Lukas einen polemischen Präzedenzfall gegen die Priesterschaft Jerusalems schaffen wollte, die zum Tod Jesu führen wird, sondern nur aus dem Grund, dass er die heilige Rolle der Laien im Neuen Bund betonen will.
Simeon vollzieht priesterliche Riten: Mit einer liturgischen Geste nimmt er das Kind in seine Arme und preist Gott mit einem messianischen Hymnus. An der Liturgie des Lobpreises beteiligt sich die Prophetin Anna, die in diesem Moment kam, um Gott zu danken und von ihm zu allen zu sprechen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Auch in Bethlehem geschah etwas Ähnliches. Dort sprechen die Hirten, die niedrigste soziale Klasse des israelitischen Volkes, zu allen über das Kind und verherrlichen Gott. Es ist offensichtlich, dass mit der Ankunft Jesu etwas Neues in der Anbetung Gottes erscheint. Alle, die der Messias ohne Unterschied der Klasse oder des Geschlechts erlöst hat, bilden ein messianisches Volk, das den einen Gott anbeten soll. Morgen werden wir das Ende des Kalenderjahres feiern und werden uns fragen, in welchem Geist wir das neue Jahr beginnen sollten. Es genügt, wenn wir Maria nachahmen: das Evangelium Jesu hören, darüber meditieren und es verwirklichen.“
Wie Jesus Christus, der erfüllt war mit Weisheit und Gnade, uns gelehrt hat, wollen wir zum Vater beten.
Das Kind von Bethlehem hat uns den Frieden gebracht. In diesem Frieden leben wir, wenn wir bitten.
Selig, die Gott dienen, mit Fasten und Beten und Erlösung finden am Letzten Tag.
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