Die Bitte um die Herabsendung des Geistes auf die Opfergaben.
Das Evangelium über die wunderbare Brotvermehrung beschreibt eine der Situationen, in denen Jesus mit dem Brot in der Hand etwas Unerwartetes und Wunderbares tut. Er bereitet damit seine Jünger auf den Höhepunkt des letzten Abendmahls mit Brot und Wein vor. Hier verändert er zunächst die Quantität und im Abendmahlssaal dann die Qualität des Brotes. Am Anfang, bei der wunderbaren Brotvermehrung, zeigt er seine Macht über die Menge; am Ende, während des Paschamahls, offenbart er seine Souveränität über das Wesen. Jede heilige Messe erfüllt Jesu Anweisung „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ und bezieht sich auf die Wandlung des Brotes, die durch die Kraft des Heiligen Geistes – desjenigen, der bewirkt, dass Brot und Wein durch die vom Priester gesprochenen Wandlungsworte zum Leib und Blut Jesu werden – geschieht.
. Bei jeder heiligen Messe breitet der Priester die Hände über die Gaben aus, nachdem er gebetet hat, dass der Heilige Geist auf sie herabkommen möge. In den Worten des zweiten und dritten eucharistischen Hochgebets gibt es jedoch leichte Abweichungen. Im zweiten eucharistischen Hochgebet fährt der Priester nach dem dreifachen Sanctus mit den Worten fort: „Ja, du bist heilig, Herr, der Quelle aller Heiligkeit.“ Darum bitten wir dich: Heilige diese Gaben durch deinen Geist, damit sie uns zu Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus werden. In diesem Satz kommt der Begriff „heilig“ dreimal vor. Zuerst im Bekenntnis, dass Gott heilig ist, dann in der Anerkennung, dass er die Quelle jeder Heiligkeit ist. Dies mündet in die Bitten, die Gaben zu heiligen.
Im dritten eucharistischen Hochgebet ist die Formel erweitert um das Motiv des universellen Lobes der Schöpfung für die Belebung, Heiligung und Versammlung des Volkes Gottes durch die Kraft des Geistes durch den Sohn: „Mit Recht preist dich alles, was du geschaffen hast, denn durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, durch die Macht und Wirkung des Heiligen Geistes belebst und heiligst du alles und versammelst ohne Unterlass dein Volk.“ All das hat einen einzigen Sinn: Damit das Volk vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang das Wort des Herrn schon beim Propheten Maleachi erklingt. Groß ist mein Name unter den Völkern, und an jedem Ort werden sie meinem Namen ein reines Opfer darbringen. (Maleachi 1,11) Wieder folgt das Wort „darum“, das den Text des Lobes mit der Bitte um die Berührung des Geistes einleitet Darum bitten wir dich, Herr, demütig: Heilige gnädig durch deinen Geist diese Gaben, die wir dir als Opfer dargebracht haben. Es folgt durch die Konjunktion „damit“ ein Text, der zu seinem bedeutungsvollen Kern übergeht. Damit sie zum Leib und Blut deines Sohnes und unseres Herrn Jesus Christus werden, der uns aufgetragen hat, diese Geheimnisse zu feiern. Es sind Sätze der Sehnsucht nach der Berührung mit Gott sowie Worte des Gehorsams gegenüber dem, der uns aufgetragen hat, dieses Geheimnis zu feiern.
Ein untrennbarer Bestandteil dieser Gebete sind auch die Gesten des zelebrierenden Priesters, die ihnen Dynamik, Plastizität und größere Verständlichkeit verleihen. Warum breitet er die Hände über die Opfergaben aus? Weil die Hände Symbol der göttlichen Aktivität, des aktuellen Wirkens des Schöpfers und der wirksamen Berührung des Heiligen Geistes sind. Nach dem Ausbreiten bleiben diese Hände jedoch symbolisch erhoben, damit das Übrige Gott allein bewirkt. Die länger ausgestreckten Arme drücken die Bitte aus, dass allein und ausschließlich Gott durch die Kraft seines Heiligen Geistes wirken möge.
Doch diese Geste verbirgt noch ein tieferes Motiv: die stellvertretende Genugtuung. Im Alten Testament legte man nämlich bei der Sühne für die Sünde die Hände auf die Opfertiere, womit man gleichsam seine Schuld auf diese übertrug, die dann rituell getötet wurden. Aber das Tier konnte in Wirklichkeit die Schuld des Menschen nicht abbüßen. Es war nur ein Vorbild des bereits vollendeten Opfers Jesu am Kreuz für unsere Sünden. Die priesterlichen Arme über den Opfergaben drücken also Jesus aus, der bereit ist, in seinem Opfertod die Sünden der Welt auf sich zu nehmen. Denn die Messe vergewissert seinen Tod und seine Auferstehung. Deshalb folgt die zweite Geste, das mit der Hand angedeutete Kreuzzeichen, bei den Worten „dass sie zum Leib und Blut Jesu Christi werden“. Jeder Priester sieht im Messbuch zwischen den Worten „Leib“ und „Blut“ ein kleines rotes Kreuz. In diesem Moment soll der Zelebrant über den Opfergaben das Kreuzzeichen machen als Zeichen des Opfercharakters der heiligen Messe. Am Kreuz wurde Jesu Leib unbeweglich gemacht, und am Kreuz vergoss er sein Opferblut.
Dieses sichtbare und hörbare Wort ist das Vorspiel zur Vergegenwärtigung des Opfers auf der Kalvaria, in dessen Mitte unser Retter die Kraft hat, für jeden von uns zu beten. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Unsere Antwort ist die Niederwerfung, damit wir doch imstande sind, uns auf den zu konzentrieren, der für uns stirbt und der für uns von den Toten aufersteht.
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