Jesus Christus, der seine Jünger berief, das Reich Gottes mit ihm aufzubauen, sei mit euch.
Das Reich Gottes ist nahe … Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Mit diesem Satz beginnt Jesus seinen öffentlichen Dienst. Es sind seine ersten Worte, seine erste direkte Rede an die Menschen seiner Zeit und an alle Generationen nach seiner Taufe und seinem Aufenthalt in der Wüste.
Jesus, du kamst als der Verheißene, als die Zeit erfüllt war. Herr, erbarme dich unser.
Du hast Bekehrung und Glauben gefordert. Christus, erbarme dich unser.
Du hast Jünger gesucht und in deine Nachfolge berufen. Herr, erbarme dich unser.
Markus berichtet, dass Jesus seinen öffentlichen Dienst zu dem Zeitpunkt beginnt, als Johannes ihn beendet und ins Gefängnis geworfen wird. Als Jesus von Johannes’ Verhaftung erfuhr, wusste er, dass sein Vorgänger mit diesem letzten Abschnitt seines Weges auch sein eigenes Schicksal vorwegnahm: Leiden, Kreuz und Tod. Jesus ist von dieser schweren Nachricht weder gelähmt noch eingeschüchtert. Im Gegenteil, er beginnt, das Reich Gottes mit aller Kraft zu verkünden. Er wählt seine Mitstreiter unter den armen Fischern. Er tut dies mit unwiderstehlicher Kraft. Alle folgen ihm, und die Menge um ihn wächst.
Diese Haltung Jesu ist auch für uns eine göttliche Herausforderung. Schließlich sind auch wir immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen unerfreuliche Nachrichten und alles Negative in unser Leben eindringen und uns schwächen, anekeln oder lähmen können. Leicht geraten wir in Versuchung, aufzugeben und den Mut zu verlieren. Doch die Reaktion kann auch das Gegenteil sein: Gerade im Angesicht des Bösen, im Albtraum von Bosheit und Sünde dieser Welt, kann in uns ein noch stärkeres Verlangen erwachen, uns ganz Gott hinzugeben: Wir empfangen die Gnade, unseren Glauben umso mehr zu mobilisieren und unseren Willen zu stärken, dem Bösen in der Kraft des Heiligen Geistes entgegenzutreten.
Es genügt nicht, nicht schwach zu werden, nicht angewidert zu sein, sondern es ist notwendig, buchstäblich „zum Leben zu erwachen“ und neue Motivation zu finden. Manchmal können Situationen so schwierig werden, dass wir an den Rand unserer Kräfte, unseres Glaubens, unserer Liebe zum Herrn stoßen. Doch wenn wir diesen Prozess durchlaufen, werden wir reicher an neuen Glaubenserfahrungen, an ertragener Liebe, an überwundenen Krisen; wir werden dankbar sein und erkennen, warum Gott uns auf diesen Weg geführt hat. Lasst uns deshalb umkehren und an das Evangelium glauben. Und lasst uns, wie die galiläischen Fischer am Ufer des Sees, unsere Netze – die Netze all dessen, was uns fesselt und in dem wir uns verstricken – hinter uns lassen und Jesus nachfolgen.