Für viele.

Der Priester spricht bei jeder heiligen Messe. Das ist der Kelch des Neuen und Ewigen Bundes,das für euch und für viele vergossen wird. Der frühere Ausdruck für „alle“ entsprach zweifellos der richtigen Interpretation der Absicht des Herrn und doch,was ist der Unterschied zwischen ‚für alle‘ und ‚für viele‘?

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  • Es sind  eigentlich  zwei Aspekte desselben Problems. Einerseits ist Jesu Liebe wirklich universal auf alle Menschen gerichtet. Aber das Wort ‚für viele‘ drückt bereits  die Ebene der Annahme dieses Angebots aus, die Jesus allen anbietet. Für euch alle bin ich gestorben  und euch allen biete ich das ewige Leben,aber leider haben nicht alle,sondern viele dieses Angebot  tatsächlich angenommen und nehmen es an.

      • Es gibt mehrere Gründe  für die Übersetzung des lateinischen „´pro multis´.Die Evangelien nach  Markus, Lukas und Matthäus verweisen spezifisch auch das  griechische  ´pollon´ also für viele. für die  der Herr sein Opfer vollbringt. Die Formel in den Einsetzungsworten lautet ´für viele´“  und so  wurde  es  auch  treu in den  meisten modernen Bibelübersetzungen wiedergegeben.Auch der römische Ritus in Latein  verwendete  in den Wandlungsworten über  dem Kelch immer  pro multis, niemals  pro omnibus.  Ähnlich wurden  in Griechisch,Syrisch,Armenisch,Ungarisch und den slawischen Sprachen Wortäquivalente des  lateinischen „´pro multis ´verwendet.  Für viele zu übersetzen, ist eine treue  Übersetzung  des lateinischen ´pro multis´,während  die Übersetzung ´für alle´eher eine Form  der katechetischen Erklärung ist.

      • Der  Ausdruck ´für viele´  ist zwar  offen für  die Einbeziehung  jeder menschlichen Person in den Heilsplan, drückt  aber das Heil nicht  als etwas mechanisch  Festgelegtes aus, sondern  als ein Angebot, das die  freie  Mitwirkung des Menschen respektiert. Selbstverständlich ist  Jesus  für alle gestorben, aber  damit  sich seine heilbringende Kraft als   unaussprechlich vollständig  verwirklicht, ist  die  freie Annahme von Seiten jedes  einzelnen Menschen individuell notwendig. Ähnlich wie der Sämann den Samen überall aussät, aber nicht in jeder Erde der Same auch Wurzeln schlägt (Lukas 8,1–15). Wenn wir während der heiligen Messe die Worte „für viele“ hören, ordnen wir uns mit tiefem inneren Frieden unter diese vielen ein: Ich nehme es an. Ich möchte zu  den vielen freudigen Empfängern des Geschenks Jesu  gehören.

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