Archiv für den Monat: Februar 2026

Samstag der 1. Fastenwoche Mt 5,43-48

Hl.Gregor von Narek Mt 5,20-26

Gott,der Herr,der seinen Sohn zu unserer Bekehrung gesadt hat, sei mit euch.

Wenn ich euch fragen würde, was ihr über den heiligen Gregor von Narek wisst, würden die meisten von euch antworten. Wir haben diesen Namen noch nie gehört. Aber auch er gehört zu den Heiligen der Kirche. Sogar  zu den kirchlichen Lehrern. Deshalb möchte ich heute ein paar Worte von ihm sagen.

Jesus,du kamst, die Menschen zum Vater heimzuholen. Herr, erbarme dich unser.

Du selbst bist der Eckstein deines Reiches. Christus, erbarme dich unser. 

Du hast uns zu Miterben deines Reiches gemacht. Herr,erbarme dich unser.

Der heilige Gregor war der Sohn des Erzbischofs Chosrov Andzevatsi. Seine Mutter starb, als er jung war. Seine Ausbildung erhielt er von seinem Cousin Ananias, der in Narek eine Schule gründete. Gregor trat anschließend als Mönch in das Kloster in Narek ein. Dort wurde er zum Priester geweiht und später zum Abt gewählt. Er verfasste zahlreiche Schriften, darunter einen mystischen Kommentar zum Hohelied sowie liturgische Texte, die noch heute Verwendung finden.

Gregor starb in Narek und wurde dort beigesetzt. Am 12. April 2015 wurde er von Papst Franziskus zum Kirchenlehrer ernannt. Sein Beitrag zur Kirche liegt hauptsächlich in den liturgischen Texten der Armenischen Kirche.

Da unser Leben auf dem Eckstein Jesus Christus aufgebaut ist,dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten. 

Damit unser Leben Früchte für Gottes Ernte bringt,wollen wir den Herrn um seinen Frieden bitten.

2. Fastensonntag A Mt 17,1-9

Donnerstag der 1. Woche Mt 7,7-12

Gott, unser Vater, der allen Gutes gibt,die ihn demütig bitten, sei mit euch,

Manchmal dauern unsere Gebete länger als uns lieb ist. Es ist eine Zeit der Hoffnung und Vorbereitung, um Gottes Gaben besser empfangen zu können.
Viele von uns kennen das: Man betet für jemanden, für ein Anliegen oder eine heilige Sache, doch es kommt nicht so, wie gewünscht. Vielleicht hat es auch einfach nicht funktioniert: ein Verwandter, der Gott noch fern ist, eine ärztliche Untersuchung mit entmutigendem Ergebnis oder ein Gesetz, das die Menschenwürde missachtet.

Jesus, Dir sind keine menschliche Not und Sorge verborgen. Herr, erbarme dich unser.

Du allein bist unser Mittler beim Vater im Himmel. Christus, erbarme dich unser.

Du gibst denen, die selbst zu geben bereit sind. Herr,erbarme dich unser.

Frustration, Hilflosigkeit und Zweifel angesichts des scheinbaren Friedens Gottes verstärken sich, wenn wir die Worte Jesu in uns widerhallen hören: „Bittet, so wird euch gegeben! Sucht, so werdet ihr finden! Klopft an, so wird euch aufgetan!“ Doch wo stehen wir dann? Haben wir nicht alle schon um vieles gebeten, dass uns nicht gegeben wurde? Haben wir nicht alle schon einmal das Gefühl gehabt, an Gottes Tür zu klopfen, ohne dass die Glocke läutet?

Diese Verwirrung ist verständlich, doch genau deshalb ist es so wichtig, über unsere eigene Perspektive hinauszugehen: Es ist unerlässlich, dass wir im Gebet mit Hilfe des Heiligen Geistes nach und nach Gottes Perspektive annehmen. So erkennen wir, dass der Herr uns paradoxerweise warten lässt, um uns darauf vorzubereiten, seine Gaben besser zu empfangen.

Der heilige Augustinus erklärt: „Unser Gott und Herr will nicht, dass wir unsere Wünsche entdecken, denn er kann sie gewiss nicht übersehen. Sondern er will, dass wir durch das Gebet unsere Sehnsucht stärken, damit wir die Gaben, die er für uns bereitet, besser empfangen können.“ Seine Gaben sind unermesslich, und unsere Fähigkeit zu empfangen ist gering und unbedeutend.“

So hilft dieses beharrliche Warten, das ein Bittgebet ist, nicht nur den Personen oder Anliegen, für die wir beten, sondern auch uns selbst. Der Herr ist ein Vater, und so wird er uns weit mehr geben, als wir erbitten. Es ist jedoch gut, Jesu abschließende Worte in dieser Passage nicht aus den Augen zu verlieren: „Was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“ Beharrliches Gebet muss mit Liebe einhergehen: Wenn wir uns gegenüber allen Menschen und in allen Situationen wie Christus verhalten, wird Gott der Vater mit Stolz auf uns blicken und alle Wünsche unseres Herzens erfüllen.

Damit wir nicht verführt werden vom Reichtum der Erde,wagen wir zum Vater zu beten.

Damit unser Leben vollendet wird im Frieden, den wir bei Gott finden,wollen wir beten.

Selig,die das Wort der Propheten hören und hingelangen zur Auferstehung des Lebens.

 

Der Friedensritus.

Beim Friedensritus geht es um zwei Dinge in drei Teilen:um den Frieden für alle zu erbitten und die gegenseitige Liebe zu bekunden.Zunächst betet der Prister um den Frieden,dann bringt er der versammeöten Gemeinde den Friedenswunsch zum Ausdruck,die ihm auch antwortet,und alles gipfelt in der Friedensgeste seitens des Priesters und der Gläubigen untereimander.

Das Friedensgebet wird deshalb nach der abschließenden Bitte um Erbarmen fortgesetz.Sieh nicht auf unsere Sünden,sondern auf den Glauben deiner Kirche und schenke ihr deinen Friden.Die Gabe des Fridens und die Vergebung der Sünden hängen nämlich innrlich zusammen.Wir erlangen den Frieden durch die Reue über die eigenen Sünden.Kann dort Frieden sein wo keine Einheit ist? Und kann dort Einheit sein wo kein Frieden ist?

Jesus sagte seinen Aposteln.Frieden gebe ich euch.Meinen Frieden gebe ich euch.Entscheiden ist das Wort meinen,damit wird deutlich Unterschied sehen zwischen dem Frieden,den die Welt gibt,und dem tiefen Frieden.den nur Jesus geben kann.Nicht wie die Welt gibt,gebe ich euch betont Jesus.Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.(Johannes 14,27)

Nach seiner Auferstehung und seinem Eintritt in den Abendmahlssal wiederholte der Auferstandene den Aposteln.Friede sei mit euch.(Johannes 20,19) und diesen Frieden verband er mit der Bevollmächtigung der Apostel,Sünden zu vergeben.’Wem ihr die Sünden vergeht,dem sind sie vergeben ‚ (Johannes 20,23).

Die Gabe des Friedens und  der Vergebung der Sünden hängen nämlich innerlich zusammen.Durch die Reue über die eigenen Sünden erlangen wir den Frieden.Nur Gott kann seiner Kirche Frieden und Einheit schenken.Kann  dort Frieden sein,wo keine Einheit ist? Und kann dort Einheit sein wo kein Frieden ist? Die Gläubigen identifizieren sich mit dem Gebet des Priesters durch das Amen.

Nach der Bitte um den Frieden folgt der Friedens Wunsch.Während der erste Teil gleichsam eine geistliche Vertikale vom Priester und seiner Gemeinschaft zu Gott war,verwirklicht sich im zweiten Teil die beziehungsmäßige Horizontale.Der Priester wendet sich den den Gläubigen zu. Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch.Der Friede,der bisher durch das Gebet erhöhen würde,wird den versammelten Gläubigen zugewünscht.Es folgt die Aufforderung.Gebt einander ein Zeichen des Friedens und die Antwort.Und mit deinem Geiste.

Versuchen wir,die heilige Messe stets mit dem Frieden zu erleben,mit dem uns der Herr Jesus beschenken möchte.

 

 

J

 

Hl. Walburga Lk 11,29-32

Jesus Christus,der uns zum Hochzeitsmahl des ewigen Lebens berufen hat, sei mit euch.

Die heilige Walburga wurde um das Jahr 710 geboren. Ihr Vater, der heilige Richard, König von Wessex, und ihre Brüder, die heiligen Willibald und Vunibald, prägten ihr außergewöhnliches Erbe. Ihr Onkel war der heilige Bonifatius, der Apostel Deutschlands.

Jesus, du hast die Hilfe  frommer Frauen  angenommen. Herr,erbarme dich unser.

Du hast deine Jünger über alles belehrt. Christus, erbarme dich unser.

Die Wachsamen hast du  kluge Jungfrauen genannt. Herr, erbarme dich unser.

Ihr Vater schickte Walburga in das Kloster Wimborne in Südengland, wo sie von den Nonnen in Reinheit, Frömmigkeit und Gottesfurcht erzogen wurde. Als sie erwachsen war, wurde auch sie selbst Nonne. Ihre Brüder gingen in die deutschen Länder, um dort das Evangelium zu verkünden. Auf Bitten des heiligen Bonifatius kam Walburga im Jahr 748 mit anderen Nonnen nach Deutschland, um die Botschaft Gottes zu verbreiten. Dort wurde sie Äbtissin des Klosters, das ihr Bruder Willibald in Heidenheim gegründet hatte. Sie war ein Vorbild für alle. Sie unterstützte die Armen und Waisen und half den Menschen in ihrer Umgebung. Unter ihrer Leitung erlebte das Kloster eine Blütezeit. Walburga betete viel. Sie empfing von Gott Weisheit und große innere Stärke. Einige Biografen berichten, dass sie auch die Gabe der Wunder besaß. Sie blieb zeitlebens bescheiden und arm. Sie starb am 25. Februar 779 und ihre Gebeine wurden nach Eichstätt überführt. Aus dem Steingrab, in dem sie beigesetzt wurde, floss Öl, dem wundersame Heilungen zugeschrieben wurden. Im Jahr 893 wurden einige Reliquien an Kirchen im Rheinland und in Nordfrankreich verteilt, wodurch ihre Verehrung weite Verbreitung fand.

Da Gott zu einer Stunde kommen wird, da wir ihn nicht erwarten, wollen wir alle Tage zum Vater beten.

Da wir bereit sind für die Stunde des Herrn, wollen wir ihn um seinen Frieden bitten.

Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes gerufen sind.

Hl.Matthias (Joh 15,9–17)

Jesus Christus, der uns liebt, wie ihn der Vater liebt, sei mit euch.

Heute gedenken wir des Apostels Matthäus. Er war ursprünglich einer der zweiundsiebzig Jünger Jesu. Nach der Himmelfahrt Christi wurde er durch das Los anstelle Judas zum Apostel bestimmt. Er verkündete das Evangelium in Palästina, Kleinasien und Afrika. Weitere Nachrichten über ihn liegen uns nicht vor. Der Legende nach wurde ihm mit einer Axt der Kopf abgeschlagen.

Jesus, aus Liebe hast du dein Leben hingegeben. Herr,erbarme dich  unser.

Deine Apostel hast du Freunde genannt. Christus, erbarme dich unser.

Du hast sie gesandt, um bleibende Frucht zu bringen. Herr,erbarme dich unser.

Ihr seid meine Freunde, verkündete unser Herr den Aposteln… Aber er knüpfte diese Aussage sofort an eine Bedingung. Und zwar: Wenn ihr tut, was ich euch gebiete… Und ich gebiete euch: Liebt einander! Wenn wir diese Aussage des Herrn zu Ende denken, kommen wir zu folgendem Schluss: Wenn wir nicht tun, was er uns gebietet, sind wir nicht seine Freunde. Aber was sind wir dann? Die Antwort finden wir in seinen Worten: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich…

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt… Ich habe über euch entschieden, nicht ihr über mich. Ich bin der Herr… Aber ich möchte nicht nur Diener von euch haben, sondern auch Freunde.

Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr geht… So wie ich gegangen bin: Über Berge und durch Wüsten, auf Wegen und Pfaden, durch Städte und Dörfer, durch Privathäuser und gemeinsame Synagogen…

Und sie trugen Früchte… der Liebe zu Gott und zum Menschen – der dienenden und vergebenden Liebe – und der Liebe zur Wahrheit – der prophetischen, immer wieder abgelehnten und verfolgten, aber dennoch stets treuen, beharrlichen Liebe.

Und damit Ihre Frucht bleibt… Damit sie den Keim weiterer Früchte in sich trägt, damit Ihre Liebe zu Gott und zu den Menschen andere so beeinflussen kann, dass auch sie den Einfluss ausüben.

Wir wissen, Herr, wenn du jemanden mit einer Aufgabe betraust, gibst du ihm auch die Mittel, um sie zu erfüllen. In diesem Vertrauen nehmen wir alle deine Aufträge und Befehle an. Auch wenn sie manchmal schwer sind, sind sie doch immer erfüllbar.

Da Jesus Christus uns erwählt hat  für sein Reich, dürfen wir in seinem Namen zum Vater beten.

Vollkommene Freude kann  uns zuteil werden, wenn wir im Frieden des Herrn leben. Wir wollen ihn  bitten.

Montag der 1. Fastenwoche Mt 25,31–46

Hl. Petrus Damiani, Lk 5,27–32

Jesus Christus, aus dem wir das neue Leben empfangen,sei mit euch.

Petrus Damiani,ein einflussreicher Kirchenlehrer des 11. Jahrhunderts, ist bekannt für seine Predigten und theologischen Schriften,die oft  Themen wie Buße,Demut und die Wichtigkeit des geistlichen Lebens behandeln.

Jesus,du hast das Gesetz des Alten  Bundes erfüllt. Herr,erbarme dich unser.

Du wolltest kein Jota des Gesetzes streichen. Christus,erbarme dich unser.

Du hast den Aposteln Macht gegeben, zu binden und zu lösen. Herr,erbarme dich unser.

Eine seiner bekanntesten Predigten thematisiert die Notwendigkeit,sich  von weltlichen Versuchungen abzuwenden und ein Leben in Christus zu führen. In seinen Predigten betont  er die Bedeutung der inneren Umkehr und die Gnade Gottes, die den Gläubigen zur Buße  einlädt. Er fordert  dazu auf,die Heiligkeit Gottes zu erkennen und sich in Demut zu üben,um ein wahrhaft christliches Leben zu führen.

Petrus Damiana spielte eine zentrale Rolle in der Kirchenlehre des 11. Jahrhunderts, insbesondere in der Reformbewegung der Kirche. Einige seiner wesentlichen Beiträge.

1 Reform der Kirche. Er war ein führender Vertreter  der Kirchenreform, die darauf  abzielte,Korruption und Missbräuche innerhalb der Kirche zu bekämpfen. Seine Schriften forderten Kleriker zu einem Leben in Armut und Keuschheit auf.

2 Theologie der Buße. Damiani betonte die Wichtigkeit der Buße als Weg zur Heilung und Versöhnung mit Gott. Er sah in der Buße eine Möglichkeit,die Gnade Gottes zu empfangen.

3 Erziehung und Bildung. Er setzte sich für die Bildung des Klerus ein und förderte die theologischen Studien, um eine fundierte und moralisch integre Geistlichkeit zu gewährleisten.

4 Seine umfangreiche schriftstellerische Arbeit, darunter Predigten und Briefe, hatte erheblichen Einfluss auf die Theologie und Spiritualität seiner Zeit.

Seine Arbeit trug dazu bei,die Grundlage für Reformen des späteren Mittelalters zu legen und die Kirche auf einen Weg der Erneuerung zu führen.

Da Christus und sein Wort in uns bleiben,dürfen wir in seinem Namen den Vater  bitten.

Wer mit Christus verbunden bleibt,wird in seinem Frieden den Weg finden. Wir bitten ihn.

Selig,die rein sind durch Gottes Wort und mit Christus beim Vater verherrlicht werden.

1. Fastensonntag A Mt, 4,1-11

Jesus Christus, der in die Wüste ging um zu fasten und alle Bosheit zu überwinden,sei mit euch.

Das Evangelium dieses ersten Fastensonntags zeigt uns Jesus in der Wüste, wo er vom Teufel versucht wird (vgl. Mt 4,1–11). „Diabol“ bedeutet „Spalter“. Der Teufel will immer Spaltung säen. Das ist sein Ziel, als er versucht, Jesus zu erreichen. Sehen wir uns also an, von wem der Teufel Jesus trennen will – und wie er es versucht.

Jesus, du bist gekommen, um die Schuld von uns zu nehmen. Herr ,erbarme dich unser.

Durch deinen Tod wolltest du den Tod überwinden und uns neues Leben schenken. Christus,erbarme dich unser. 

Du  hast dich der Versuchung gestellt, um uns den Weg der Buße zu weisen. Herr,erbarme dich unser.

Von wem will der Teufel Jesus trennen? Nachdem er von Johannes im Jordan getauft wurde und der Vater ihn „mein geliebter Sohn“ nannte (Mt 3,17) und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf ihn herabkam (vgl. V. 16), zeigt uns das Evangelium, Jesus einzureden: „Du bist hungrig, warum musst du fasten?“ Somit drei göttliche Personen, vereint in Liebe. Dann wird Jesus selbst sagen, dass er in die Welt gekommen ist, um auch uns an der Einheit zwischen ihm und dem Vater teilhaben zu lassen (vgl. Joh 17,11). Der Teufel hingegen tut genau das Gegenteil: Er tritt auf, um Jesus vom Vater zu trennen und ihn von seiner Mission der Einheit für uns abzulenken. Er spaltet immer.

Sehen wir uns nun an, wie er versucht, zu spalten. Der Teufel wünscht Jesu menschliche Schwäche auszunutzen, der geschwächt ist, weil er vierzig Tage gefastet hat und Hunger leidet (vgl. Mt 4,2). Der Böse versucht dann, ihm drei mächtige „Gifte“ einzuflößen, um seine Mission der Einheit zu sabotieren. Dies sind Anhaftung, Misstrauen und Macht. Vor allem das Gift der Anhaftung an Dinge, der Anhaftung an Bedürfnisse; mit einem überzeugenden Argument versucht der Teufel Jesus einzureden: „Du bist hungrig, warum musst du fasten? Höre auf dein Verlangen und stille es; du hast das Recht dazu und auch die Macht: Verwandle Steine in Brot.“ Da war auch die erste Versuchung.

Dann das zweite Gift, das Misstrauen: „Bist du sicher“, fragt der Böse, „dass der Vater dein Wohl will? Stelle ihn auf die Probe, erpresse ihn! Stürze dich vom Tempel und zwinge ihn, zu tun, was du willst.“ Schließlich die Macht: „Du brauchst deinen Vater nicht! Warum auf seine Gaben warten? Folge den Maßstäben der Welt, nimm dir alles, und du wirst mächtig sein!Sondern drei Versuchungen Jesu. Auch wir erleben diese drei Versuchungen ständig. Es ist furchtbar. Aber es ist genau dasselbe mit uns: Anhänglichkeit an Dinge, Misstrauen und Machtgier sind drei weit verbreitete und gefährliche Versuchungen, die der Teufel benutzt, um uns vom Vater zu trennen und uns die Verbundenheit untereinander zu nehmen. Er benutzt sie, um uns in Einsamkeit und Verzweiflung zu führen. Das wollte der Teufel, das will er auch mit uns tun: uns zur Verzweiflung bringen!

Jesus triumphiert jedoch über die Versuchung. Und wie gelingt ihm das? Indem er eine Auseinandersetzung mit dem Teufel vermeidet und ihm mit Gottes Wort antwortet. Das ist wichtig: Man streitet nicht mit dem Teufel, man spricht nicht mit ihm. Jesus konfrontiert ihn mit dem Wort Gottes. Er zitiert drei Sätze aus der Heiligen Schrift, die von der Freiheit von weltlichen Dingen (vgl. 5. Mose 8,3), vom Vertrauen (vgl. 5. Mose 6,16) und vom Dienst für Gott (vgl. 5. Mose 6,13) sprechen – drei Sätze, die der Versuchung entgegenstehen. Er spricht niemals mit dem Teufel; er verhandelt niemals mit ihm, sondern verwirft seine Pläne mit den tröstenden Worten der Heiligen Schrift. Auch für uns ist das eine Herausforderung: Mit dem Teufel lässt sich nicht streiten! Man kann ihn nicht durch Verhandlungen besiegen, denn er ist stärker als wir. Wir werden den Teufel besiegen, indem wir ihm im Glauben mit dem Wort Gottes antworten. So lehrt uns Jesus, die Einheit mit Gott und untereinander gegen die Angriffe der Spalter zu verteidigen. Gottes Wort ist Jesu Antwort auf die Versuchung des Teufels.

Fragen wir uns: Welchen Stellenwert hat Gottes Wort in meinem Leben? Suche ich in meinen geistlichen Kämpfen Zuflucht in Gottes Wort? Wenn mich eine Versuchung oder ein Laster immer wieder heimsucht, warum lasse ich mich nicht helfen und suche einen Vers aus Gottes Wort, der diesem Laster widerspricht? Wenn dann die Versuchung kommt, spreche ich ihn aus, bete ich ihn, im Vertrauen auf Christi Gnade. Lasst es uns versuchen; es wird uns in Versuchungen helfen; es wird uns sehr helfen, denn inmitten all der Stimmen in uns wird die heilsame Stimme von Gottes Wort zu hören sein.

Möge Maria, die Gottes Wort annahm und mit ihrer Demut den Stolz des Spalters besiegte, uns im geistlichen Kampf des Fastens begleiten.

Damit wir wie Jesus Christus aller Bosheit widerstehen können,lasst uns voll Vertrauen zum Vater beten.

Da die Tage der Versöhnung begonnen haben, dürfen wir den Herrn  um seinen Frieden bitten.

Selig, denen beim ewigen Gastmahl die Engel dienen,weil sie den Hunger nach dem Reichtum dieser Welt ertragen haben,

Das Gebet Vaterunser in der heiligen Messe.

Faszinierend ist, dass wir das Gebet des Herrn in der Gegenwart der Eucharistie beten,und gleichzeitig erfüllt Gott gerade darin, worum wir in ihr bitten, Wenn wir Vater sagen,antwortet der eucharistische Jesus gleichsam sofort: „Wer mich sieht, sieht  den Vater“ (Johannes 14,9). Die Anrede wird  vervollständigt durch das Pronomen „unser“, denn wir beten gerade nicht individuell,sondern als Gemeinschaft,genährt von demselben eucharistischen Brot, das wir gleich als gebrochenes Brot austeilen werden, das alle in Gemeinschaft verwandelt.

Mit dem eucharistischen Jesus werden wir  zu Geschwistern  in Christus, zu Kindern Gottes, zu Brüdern und Schwestern Jesu. Wir fahren fort: „der du bist  im Himmel“ und auf dem Altar ist das lebendige Brot,das vom Himmel herabgestiegen ist (Johannes 6,51),das uns  zum Himmel erheben soll,denn wir sind  von unten und er ist  von oben (Johannes 8,23). Dies ist die größzügigste Antwort  Gottes.Wir  sprechen ihn im Himmel an, und er antwortet uns mit der Eucharistie als Brot vom Himmel. Der Sohn Gottes tritt unter uns als Menschensohn ein,damit wir  zusammen mit  ihm zu Kindern Gottes werden.

Es folgt ´Geheiligt werde dein Name´ und Jesus, das gebrochene Brot auf dem Altar,hat sich am Altar des Kreuzes aus  dem Willen des vaters für unsere Rettung geopfert und  mit seinem ganzen Leben und seiner Verkündigung Gott geheiligt, betonend: „Wer mich sieht,sieht den Vater“ (Johannes 14,9 Dann hat  er ,blutüberströmt, seinen liebevollen Gehorsam bestätigt mit dem Bekenntnis: ´Nicht  mein,sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22,42)

Dein Reich  komme – das Reich ist weder ein Territorium noch eine Institution. Er  selbst sagt seinen Nächsten,dass sein Reich nicht von dieser Welt ist,nicht von hier (Johannes 18,36). Das Reich ist dort,wo der König ist. Auf die Sehnsucht „Dein Reich komme´antwortet der eucharistische Jesus auf dem Altar, denn mit ihm wird das Reich gegenwärtig,und daher ´das Reich Gottes ist  mitten unter euch´ (Lukas 17,21). Das Reich verwirklicht sich jedoch voll und ganz,wenn die dem König Treuen seinen Willen erfüllen. Logisch folgt daher:

Dein Wille geschehe,wie im Himmel, so auf  Erden. Jesus wird nur  einige Stunden nach der Einsetzung der Eucharistie im Garten Getsemani,schwitzend Blut,jene entscheidenden Worte aussprechen; ´Nicht  mein,sondern dein Wille geschehe´(Lukas 22,42).In Jesus verwirklicht sich  der Wille Gottes voll und ganz ,und in Liebe können wir  ihn nur mit Jesus verwirklichen,genährt von sinem eucharistischen  Leib, Er selbst warnt uns und  ermutigt uns: „Ohne mich könnt ihr  nichts tun´(Johannes ) 15,5). Diese Worte wie im Himmel, so auf Erden“ spiegeln  sich in der Eucharistie besonders wider, denn sie ist außer der Danksagung an den Vater im Himmel auch das stärkende Brot vom Himmel,um auf Erden den Plan Gottes zu verwirklichen.Und  da wir  uns  um die Erfüllung des göttlichen Plans bemühen,wollen wir uns täglich stärken. Wir dringen;

´Unser tägliches Brot gib uns heute´.Diese Bitte verstanden die Christen  nicht als Bitte um das materielle Brot für das leibliche Überleben,sondern auch als Bitte,um das regelmäßige neutestamentliche Manna, die Eucharistie mit ihrem unübertroffenen geistlichen Wert. Der Akzent liegt auf´täglich´ und ´heute´was sich auch auf die gerade gefeierte Opferliturgie bezieht. Wir  bitten um das tägliche Brot, und die großzügige Antwort Gottes ist auf dem Altar in Gestalt des gebrochenen Brotes  für unsere Seele. Unsere Seele sättigt  nichts mehr als Gottes Barmherzigkeit, deshalb rufen wir;

  Vergib uns unsere Schuldigen und  Gott antwortet  uns wiederum mit der Speise der Barmherzigkeit, mit der Vergebung in der Eucharistie. Sie ist Vergegenwärtigung der Kreuzigung, während der sich der Gekreuzigte, nur  einige Stunden nach der  Einsetzung  des Altarsakramentes, betete: ´Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht,was sie tun“ (Lukas 23,34). Und beim letzten Abendmahl sagte er. Dies ist mein Blut des neuen Bundes,das für viele  vergossen wird  zur Vergebung der Sünden (Mt 26,28) Gott  spricht gleichsam: Du bittest mich um Vergebung deiner Schuld und ich wasche sie ab mit dem eucharistischen Blut   meines Sohnes.In ihm sende  ich dir  den eucharistischen Retter in Gestalt des Brotes vom Himmel,damit auch du  die Kraft hast zu vergeben. Die logische Fortsetzung der Bitte um Vergebung ist die Verpflichtung;

´Wie  auch wir  vergeben  unseren Schuldigern . Wenn wir  vom Altar Jesu Vergebung in Form des sättigenden Brotes empfangen,bekommen auch wir aus dieser  Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit  die Kraft ,unseren Schuldigern  zu vergeben. Die Eucharistie erneuert uns täglich in den Beziehungen und im beständigen Vergeben,denn sie ist das Brot der Vergebung. Sie  erinnern uns  an Jesus,der für unsere Sünden am Holz des Kreuzes gebrochen wurde.

´Und führe uns nicht in Versuchung´“,  die Eucharistie ist  der wirksamste Impfstoff gegen das heimtückische Virus, das die Sünde ist, fähig den Menschen zu zersetzen. Die Eucharistie stärkt das Immunsystem der Seele ,denn sie ist die Vergegenwärtigung des Siegers selbst über den tödlichen Versucher. Als  Judas das von Jesus gereichte Stück  Brot ablehnte,überfiel  ihn geistliche Finsternis. Es gilt auch umgekehrt.  Wenn die empfangene Eucharistie in uns ist ,hat die Finsternis keine  Chance. Wer also die Eucharistie empfängt, bewältigt die Versuchungen leichter.

Sondern erlöse uns  von dem Bösen´.Die Eucharistie heiligt uns,reinigt  uns innerlich und  Gott sendet  uns  seinen heiligsten Sohn Jesus Christus. Heiligt uns mit  dem göttlichen Brot und  das Böse  hat  in uns keine  Chance,denn  wir werden einen immer reineren Blick  zur Unterscheidung der  Finsternis vom Licht haben.Wir werden  das Böse  viel eindeutiger zurückweisen, wenn wir den Heiligen in  der Eucharistie empfangt. Das Heilige und das Sündhafte sind einfach  unvereinbar

Donnerstag nach Aschermittwoch Lk 9,22-25

Freitag nach Aschermittwoch Mt 9,14-15

Jesus Christus,der uns wegen der Sünde zur Buße ruft, sei mit euch,

 Fasten als Verzicht auf Nahrung ist ein Phänomen mit vielfältigen Motiven und Bedeutungen. Es gibt auch nicht-religiöses Fasten. Heute kennen wir politisches und soziales Fasten (zum Beispiel Hungerstreiks aus Protest), hygienisches und ideologisches Fasten (wie Vegetarismus oder Diäten), pathologisches Fasten (beispielsweise die vor allem unter jungen Mädchen verbreitete Krankheit Anorexie) und ästhetisches Fasten (Diäten für eine schlanke Figur). Auch das Gesundheitsfasten gewinnt zunehmend an Bedeutung, da in reichen Ländern (und auch in unserem Land) das Problem der Fettleibigkeit wächst, die für eine ganze Reihe von Krankheiten verantwortlich ist: Diabetes, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, aber auch Gelenkerkrankungen oder Krebs. Übergewicht verursacht auch soziale und psychische Probleme. All dies kann ein natürlicher und legitimer Grund für das Fasten sein.

Jesus, du kamst,um uns Erlösung und Heil zu bringen. Herr,erbarme dich unser.

Du bist für uns den Weg der Armut gegangen. Christus,erbarme dich unser,

Du willst unserem Leben Hoffnung und Freude schenken. Herr,erbarme dich unser,

In dieser Zeit der Buße sprechen wir jedoch vom Fasten als religiösem Phänomen. Der heilige Augustinus unterscheidet in seinem Kommentar zum heutigen Evangelium zwei Arten des religiösen Fastens: 1) Das Fasten der Demut und der Bedrängnis, das typisch für das Alte Testament ist. Dieses Fasten drückt den Wunsch des Sünders nach Besserung, seine Demut vor Gott sowie sein Flehen um Erlösung aus. Mit dieser Art des Fastens zeigten die Juden ihre Demut vor Gott, der sie wegen ihrer Sünden verlassen hatte. Stellen wir uns eine Frau vor, deren Mann sie wegen ihrer Untreue verlassen hat und zu ihren Eltern gegangen ist. Stellen wir uns nun eine Frau vor, die stundenlang im Regen steht, vor Kälte zittert, hungrig ist und ihren Mann anfleht, ihr zu vergeben und zu ihr zurückzukehren. 

So verstanden die Juden ihr Fasten als Ausdruck von Reue, Demut und Sehnsucht nach Gott, der sie wegen ihrer Sünden verlassen hatte. Erinnern wir uns an König David, der nach seiner Sünde fastete, um Gottes Zorn abzuwenden, nachdem er mit Batseba gesündigt hatte und ihr Sohn erkrankte. David erkannte darin Gottes Strafe: „David betete zu Gott für das Kind und fastete streng. Als er nach Hause kam, lag er die ganze Nacht auf dem Boden.“ (2 Sam 12,16). Ein Echo davon hörten wir in der heutigen Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja: „Warum fasten wir, wenn du es nicht siehst? Wir demütigen uns, und du bemerkst es nicht?“ Ein solches Fasten ist also ein Ruf nach Gottes Wiederkunft, nach Gottes Gnade, nach Gottes Vergebung und nach Erlösung. Kehren wir zu unserem Beispiel der Frau zurück. Stellen wir uns vor: Ihr Mann vergibt ihr, öffnet ihr die Tür und kehrt zu ihr zurück. Wird sie weiter weinen und klagen? Nein! Sie wird vor Freude ausbrechen, dass ihr Mann zurückgekehrt ist und ihr vergeben hat. 

In diesem Sinne spricht der Herr Jesus im heutigen Evangelium von einem solchen Fasten der Trauer und des Weinens: „Können die Hochzeitsgäste trauern und weinen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ Seine Jünger haben keinen Grund mehr, auf die alte Weise des Fastens der Trauer und des Weinens zu fasten, denn Gott ist endgültig zurückgekehrt und wird sein Volk nie wieder verlassen. Er ist gekommen, um sie von der Sünde zu erlösen; er ist den Sündern nahe, um sie zu heilen und zu retten. Sie haben keinen Grund mehr zu weinen und sich zu demütigen, nach seiner Wiederkunft zu rufen, denn er, der Bräutigam, ist bereits bei ihnen. 2) Der heilige Augustinus spricht jedoch auch von einer anderen Art des Fastens, die typisch für die Jünger Jesu ist und von der Jesus sagt: „Aber es werden Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.“ Laut Augustinus ist dies „das Fasten einer zu geistlichen Dingen erhobenen Seele“, das heißt, das vollkommene Fasten des Neuen Testaments. Es ist ein Fasten, durch das die Jünger Jesu ihre tierischen Neigungen unterdrücken. Der heilige Paulus sagt: „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist“ (2 Kor 2,14). 

In diesem Sinne laufen auch Jesu Jünger Gefahr, den Blick für Gott zu verlieren. Erinnern wir uns an Jesu strenge Worte an Petrus: „Geh weg von mir! Denn du sinnst nicht auf Gott, sondern auf die Menschen. Damit sagt Jesus: „Es werden Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen werden.“ Es ist gerade unsere verwundete menschliche Natur, unsere tierische Natur, die dazu führt, dass uns Jesus entrissen wird, weil wir nicht auf Gott ausgerichtet sind. Christliches Fasten hilft Jesu Jüngern, sich auf Gott auszurichten, ihre tierische Natur zu zügeln und sich dem Geist zuzuwenden. 

Der heilige Philipp Neri verstand dies sehr gut, als er, im Einklang mit den Wüstenvätern, sagte, dass das Fasten der Beginn unseres geistlichen Kampfes sei, wie die erste Übung, die erste Stärkung der Seele auf ihrem Weg zu Gott: „Der erste Kampf, den ein geistlicher Mensch durchmachen muss, ist die Sünde der Völlerei, denn wenn wir diese Sünde überwinden und besiegen, werden wir auch den Stolz besiegen und die Sinnlichkeit überwinden, wir werden den Zorn zügeln und mit großer Leichtigkeit jeder Versuchung widerstehen.“ Doch er wusste auch, dass dies nur der erste Schritt war. Den Körper und seine unmittelbaren Bedürfnisse zu bezwingen und unter Kontrolle zu bringen. Der heilige Philipp sagte: „Wer sich beim Essen nicht beherrschen kann, wird niemals einen Geist haben.“

Manchmal können wir nicht beten; wir können die Freude an geistlichen Dingen nicht erfahren; wir mögen sie nicht; wir können die Gegenwart Jesu nicht genießen, weil unser Geist durch unsere Triebhaftigkeit und Weichheit geschwächt ist. Deshalb erklärt der heilige Philipp Neri: „Die wahre Vorbereitung auf das Gebet ist die Übung der Abtötung, denn sich dem Gebet ohne Abtötung widmen zu wollen, ist wie ein Vogel, der ohne Federn fliegen will.“ Dies ist das Fasten, von dem Jesus spricht, jenes Fasten, das seine Jünger fasten werden, wenn Jesus ihnen durch ihre gefallene menschliche Natur, ihre animalische Natur, entrissen wird, wenn sie kein Gespür für Gottes Dinge haben, sondern nur für menschliche. 

Fasten ist daher kein Ziel, sondern nur ein Mittel. Das Ziel ist, beim Bräutigam Jesus zu sein. Doch dort werden wir gewiss erst im Himmel sein. Wie wir in der Fastenliturgie der Stunden beten: „Möge uns diese Fastenzeit zum Himmel führen, zu jener österlichen Freude, wo die Braut nicht fastet.“

Da Jesus Christus, unser Bräutigam, mitten unter uns ist,dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.

Der Sohn Gottes nennt  uns seine Hochzeitsgäste. Wir bitten ihn um seinen Frieden.

Selig, die mit Christus durch das Leben gehen und hingelangen zu seinem Hochzeitsmahl.

Aschermittwoch, Mt 6,1–6.16–18

Jesus, der sagte: „Wenn ihr  fastet,sollt ihr nicht  sauer aussehen wie die Heuchler“, sei mit euch.

Heute Abend werden wir gesegnete Asche auf unser Haupt streuen. Sie wird die Erinnerung an unser Dasein und die Hoffnung auf unser Werden in uns wiederbeleben. Einerseits erinnert sie uns daran, dass wir Staub sind, andererseits weist sie uns den Weg der Hoffnung, zu dem wir berufen sind. Denn Jesus stieg zum Staub der Erde herab und durch seine Auferstehung zieht er uns mit sich in das Herz des Vaters.

Jesus, du  bist  die  Versöhnung mit Gott. Herr,erbarme dich unser.

Du  gehst mit uns  zu Ostern. Christus,erbarme dich unser.

Du bringst aus dem Tod  das Leben. Herr,erbarme dich unser.

So entfaltet sich die Fastenzeit auf Ostern hin: Zwischen der Erinnerung an unsere Zerbrechlichkeit und der Hoffnung, dass am Ende des Weges der auferstandene Herr auf uns wartet, vergeht sie. Vor allem feiern wir das Gedenken. Wir empfangen die Asche, indem wir unsere Häupter neigen, als wollten wir in uns hineinsehen. Tatsächlich hilft uns die Asche, die Zerbrechlichkeit und Bescheidenheit unseres Lebens zu erkennen. Wir sind Staub, aus Staub wurden wir geschaffen und zu Staub kehren wir zurück. Und es gibt viele Momente, in denen wir, wenn wir unser persönliches Leben oder die uns umgebende Realität betrachten, erkennen, dass „jeder Mensch wie ein flüchtiges Gesicht ist, vergeblich mühen sie sich ab, sie sammeln Schätze, aber sie wissen nicht, wer sie ihnen nehmen wird“ (Psalm 39,7).

Vor allem die Erfahrung der Zerbrechlichkeit lehrt uns dies. Die Zerbrechlichkeit, die wir in unserer Erschöpfung, in den Schwächen, denen wir uns stellen müssen, in den Ängsten, die in uns wohnen, in den Misserfolgen, die uns innerlich quälen, in der Vergänglichkeit unserer Träume und im Bewusstsein der Flüchtigkeit all unserer Besitztümer erfahren. Wir wurden aus Asche und Erde geschaffen und berühren die Zerbrechlichkeit in der Erfahrung von Krankheit, Armut und Leid, die uns und unsere Familien manchmal plötzlich trifft Und wieder einmal wird uns unsere Zerbrechlichkeit bewusst, wenn wir im gesellschaftlichen und politischen Leben unserer Zeit dem „Feinstaub“ ausgesetzt sind, der die Welt verschmutzt: ideologische Gegensätze, die Logik der Heuchelei, die Wiederkehr alter Identitätsideologien, die andere theoretisch ausschließen, die Ausbeutung der Ressourcen der Erde, Gewalt in all ihren Formen und Kriege zwischen Völkern. All dies ist der „toxische Staub“, der die Luft auf unserem Planeten vernebelt und ein friedliches Zusammenleben verhindert, während die Unsicherheit und die Zukunftsangst in uns täglich wachsen.

Schließlich erinnert uns dieser Zustand der Zerbrechlichkeit an das Drama des Todes. Wir versuchen, es in unseren auf Äußerlichkeiten basierenden Gesellschaften auf vielfältige Weise zu verbannen und sogar aus unseren Sprachen zu verdrängen. Doch es drängt sich uns als Realität auf, mit der wir uns auseinandersetzen müssen – als Zeichen der Unsicherheit und der Vergänglichkeit unseres Lebens.

Trotz der Masken, die wir tragen, und der künstlichen Konstruktionen, die oft kunstvoll geschaffen werden, um uns abzulenken, erinnert uns die Asche daran, wer wir sind. Das ist gut für uns. Sie verändert uns, mildert die Härte unseres Narzissmus, holt uns in die Realität zurück und macht uns füreinander demütiger und zugänglicher. Keiner von uns ist Gott, wir befinden uns alle auf einer Reise.

Die Fastenzeit ist jedoch auch ein Aufruf, die Hoffnung in uns neu zu entfachen. Wenn wir mit gesenktem Haupt die Asche empfangen, um uns daran zu erinnern, wer wir sind, dann will die Fastenzeit uns nicht mit gesenktem Haupt zurücklassen. Im Gegenteil: Sie drängt uns, unser Haupt zu dem zu erheben, der aus den Tiefen des Todes auferstanden ist. Er führt uns aus der Asche der Sünde und des Todes zur Herrlichkeit des ewigen Lebens.

Die Asche ist ein Symbol für die Hoffnung, zu der wir berufen sind. Jesus, der Sohn Gottes, vermischte sich mit dem Staub der Erde und erhob ihn zum Himmel. Er stieg hinab in die Tiefen des Staubes, starb für uns und versöhnte uns mit dem Vater, wie wir vom Apostel Paulus hören: „Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht“ (2 Kor 5,21).

Das, liebe Brüder und Schwestern, ist die Hoffnung, die uns wiederbelebt, obwohl wir aus Asche bestehen. Ohne sie sind wir dazu verdammt, die Zerbrechlichkeit unseres Daseins passiv zu ertragen. Gerade im Angesicht des Todes verfallen wir in Trauer und Verlassenheit und denken wie Narren: „Unser Leben ist kurz und elend, und es gibt keine Rettung für den Menschen am Ende, das Fleisch wird zu Asche und der Geist wird wie Luft verfliegen“ (Weisheit 2, 1–3). Die Hoffnung auf Ostern hingegen stärkt uns in unserer Zerbrechlichkeit, versichert uns der Vergebung Gottes und öffnet uns, selbst wenn wir von der Asche der Sünde bedeckt sind, für das freudige Bekenntnis des Lebens: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass auch der Letzte von der Erde auferstehen wird!“ (Hiob 19,25). (Hiob 19,25). Erinnern wir uns: „Der Mensch ist Staub, und zum Staub kehrt er zurück; doch in den Augen Gottes ist er kostbarer Staub, weil Gott den Menschen geschaffen und ihn zur Unsterblichkeit vorherbestimmt hat“ .

Brüder und Schwestern, mit Asche auf dem Haupt gehen wir der Osterhoffnung entgegen. Lasst uns zu Gott zurückkehren, lasst uns mit ganzem Herzen zu ihm zurückkehren (vgl. Joel 2,12), lasst uns ihn in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, damit die Erinnerung an unser Wesen – zerbrechlich und sterblich wie Asche, die vom Wind verweht wird – endlich von der Hoffnung des Auferstandenen erleuchtet werde. Und lasst uns unser Leben auf ihn ausrichten, damit wir ein Zeichen der Hoffnung für die Welt werden: Lasst uns durch das Geben lernen, über uns selbst hinauszugehen, um an den Nöten anderer teilzuhaben und die Hoffnung auf eine gerechtere Welt zu nähren. Lasst uns im Gebet erkennen, dass wir Gott brauchen, oder, wie Jacques Maritain es ausdrückte, die „Bettler des Himmels“ entdecken und die Hoffnung nähren, dass der Vater uns in unserer Gebrechlichkeit und am Ende unserer irdischen Pilgerreise mit offenen Armen erwartet. Das Fasten lehrt uns, dass wir nicht nur leben, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen, sondern dass wir nach Liebe und Wahrheit hungern und dass nur die Liebe zu Gott und zueinander uns wahrhaft erfüllen und uns Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken kann.

Möge uns stets die Gewissheit begleiten, dass seit der Ankunft des Herrn in der Asche der Welt „die Geschichte der Erde die Geschichte des Himmels ist. Gott und Mensch sind durch ein einziges Schicksal vereint“ (C. Caretto, Il deserto nella città, Rom 1986, S. 55). Möge Gott die Asche des Todes für immer hinwegfegen, damit wir in neuem Leben erstrahlen. Mit dieser Hoffnung im Herzen lasst uns unsere Reise antreten. Und lasst uns mit Gott versöhnen.

In den 40 Tagen der Fastenzeit ruft uns Gott neu zu sich und schenkt uns die Kraft zur Reue und Buße. Daher wollen wir beten.

Wir wünschen uns Frieden und erleben doch immer wieder Streit und Hass.

In diesen 40 Tagen wollen  wir  umkehren und zu Jesus Christus  gehen, der unser ist. Deshalb bitten wir.

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt, bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit.

Hl.Sieben Gründer des Servitenordens Mt 19,27-29

Jesus  Christus,der uns in einer neuen Welt ewiges Leben verheißen hat,sei mit euch.

Die sieben Gründer des Servitenordens, auch bekannt als die sieben heiligen Gründer, waren florentinische Kaufleute, die im 13. Jahrhundert lebten. Im Jahr 1233 gründeten sie in Florenz den Orden der Diener Mariens (Ordo Servorum Mariae). Diese sieben Männer – Bonfilius, Alexius, Benedikt, Bartholomäus, Ricoverus, Gerardinus und Johannes – verließen ihr weltliches Leben und zogen sich auf den Monte Senario bei Florenz zurück, um ein Leben im Gebet, in Buße und in brüderlicher Gemeinschaft zu führen.

Jesus,du gingst umher,Wohltaten zu spenden. Herr,erbarme dich unser.

Du hast in allem den Willen des Vaters erfüllt. Christus,erbarme dich unser.

Du warst deiner in kindlicher Liebe zugetan. Herr,erbarme dich unser.

Der Orden entwickelte sich zu einer bedeutenden religiösen Gemeinschaft, die sich besonders der Verehrung der Schmerzensmutter Maria widmete. Die Serviten verbanden ein kontemplatives Leben mit aktivem Apostolat. Papst Clemens XI. sprach die sieben Gründer gemeinsam im Jahr 1717 heilig – ein seltener Fall in der Kirchengeschichte, dass mehrere Personen gleichzeitig kanonisiert wurden. Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der 17. Februar.

Da Christus uns das neue Leben geschenkt und die neue Welt verheißen hat,wagen wir, zum Vater zu beten.

Was wir als die Frucht unseres Leben erhalten werden, ist noch verhüllt. Um den Frieden müssen wir allzeit beten.

Selig, die Christus nachfolgen und eingehen dürfen in die neue Welt,die er uns bereiten wird.

Montag der 6. Woche im Jahr Mk 8,11-13

Jesus Christus, der uns das Schwert der Entscheidung gegeben hat, sei mit euch.

Der Trost, Jesus zuzuhören … Einige Pharisäer stritten oft mit Jesus. Einmal versuchten sie sogar, ihn zu erreichen, indem sie ein Zeichen vom Himmel verlangten. Obwohl sie wahrscheinlich schon mehrere Wunder miterlebt hatten, waren sie noch nicht zufrieden. Vielleicht erwarteten sie eine noch weitreichendere Offenbarung des kommenden Reiches Gottes (vgl. Lk 17,20–21) oder suchten nach einer weiteren Gelegenheit, dieses neue Zeichen falsch zu deuten.

Jesus,du bist gekommen, um unser Kreuz auf dich zu nehmen. Herr,erbarme dich unser.

Du bist das Gericht und die Scheidung der Geister. Christus,erbarme  dich unser.

Du hast uns den Frieden deines Reiches versprochen.Herr,erbarme dich unser.

Diese Haltung steht im Gegensatz zur Haltung der Apostel. Es genügte ihnen, bei Jesus zu sein und ihm zuzuhören, um zu erkennen, dass das Reich Gottes bereits gekommen war. Als nach der Rede vom Brot des Lebens viele Jünger aufhörten, Christus zu folgen, sagte der heilige Petrus im Namen der Apostel: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist“ (Joh 6,68–69).

Sie brauchten keine außergewöhnlichen Wunder, um an ihn zu glauben: Was sie aus seinem Mund hörten, genügte ihnen. Für alle Christen sind die Worte des Herrn seit jeher ein großer Trost, besonders wenn sie in der Heiligen Messe verlesen werden. Nach der Verkündigung des Evangeliums küsst der Priester das Buch als Ausdruck der Liebe und Dankbarkeit: Was darin geschrieben steht, stammt aus der Offenbarung. Christus ist durch sein Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig. „Die Liturgie ist ein besonderer Ort, um das Wort Gottes zu hören, das die heilbringenden Werke des Herrn gegenwärtig macht. Aber sie ist auch ein Ort des gemeinsamen Gebets, an dem Gottes Liebe gefeiert wird.“ Gott und Mensch begegnen sich in der Umarmung des Heils, die gerade in der liturgischen Feier ihren Höhepunkt erreicht. Wir können Jesus bitten, uns zu helfen, seine Worte in der Messe mit demselben Enthusiasmus und derselben Einfachheit zu hören wie die Apostel.

Gottes Nähe … ↔ Manchmal wünschen wir uns, wie die Pharisäer, ein noch größeres Zeichen vom Herrn, besonders wenn wir vor Schwierigkeiten stehen. Dann verspüren wir das Bedürfnis nach einer umfassenderen Unterstützung, die uns dabei helfen würde, in dieser Situation friedlich zu leben. Doch in der Heiligen Schrift und in den Sakramenten finden wir bereits jene Zeichen, die unseren Glauben nähren und entfachen. Sie sind besondere Wege, auf denen Jesus selbst zu uns kommt, um uns seine Liebe und Nähe zu schenken. „Die Sakramente bringen eine wirksame und tiefe Gemeinschaft zwischen uns zum Ausdruck und bewirken sie, denn in ihnen begegnen wir Christus, dem Erlöser, und durch ihn unseren Brüdern und Schwestern im Glauben. Die Sakramente sind nicht äußerlich; sie sind keine Zeremonien, sondern die Kraft Christi.

Die Nähe, die uns der Herr in den Sakramenten schenkt, anzunehmen, führt uns dazu, in allen Lebenslagen auf seine Stimme zu hören. Er spricht zu uns: „durch die Ereignisse des Alltags, durch die Freuden und Leiden, die uns begleiten, durch die Menschen um uns herum, durch die Stimme unseres Gewissens, das nach Wahrheit, Glück, Güte und Schönheit verlangt“[3]. Jesus ist immer an unserer Seite, spricht zu uns und hört uns zu. Die Gewissheit, dass wir unser Leben mit ihm teilen, befreit uns von Furcht und erfüllt uns mit Hoffnung. „Was macht es schon, wenn die ganze Welt mit all ihrer Macht gegen dich ist?“, schrieb der heilige Josemaría. „Geh voran! Sprich dir die Worte des Psalms vor: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil.“ Wen sollte ich fürchten? … Si consistent adversum me castra, non timebit cor meum – „Auch wenn mich ein Heer belagert, mein Herz wird sich nicht fürchten“. Wir können uns daher fragen: Versuche ich, meine Sorgen in Jesu Hände zu legen, besonders wenn ich die Heilige Messe besuche?

Demut und Vertrauen …  ↔ Die Einfachheit der Apostel erlaubte es ihnen, in Jesu Wundern und Worten das Zeichen seiner messianischen Sendung zu erkennen. Der Stolz mancher Pharisäer hingegen hinderte sie daran, ihn zu erkennen. Obwohl der Herr sagt, dass dieser Generation kein Zeichen gegeben wird, wird ihr später ein anderes Zeichen zuteil: die Auferstehung Christi. Doch selbst angesichts dieses Beweises wünschen sie ihren Unglauben nicht aufzugeben. Selbst als sie von den Wachen erfuhren, was geschehen war (vgl. Mt 28,11–14), klammerten sie sich lieber an ihre eigenen Vorstellungen, als ihren Irrtum einzugestehen. Damit erfüllte sich, was er zuvor gesagt hatte: „Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten aufersteht“ (Lk 16,31).

Wie der heilige Petrus schrieb: „Gott widersteht den Stolzen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1 Petr 5,5). Demut lässt uns erkennen, dass wir dieser Aufgabe aus menschlicher Sicht nicht immer gewachsen sein werden, und auf die Kraft vertrauen, die uns der Herr schenkt. „Ich verwende oft das Beispiel“, sagte der heilige Josemaría, „des Staubs, den der Wind aufwirbelt und der sich zu einer goldenen Wolke erhebt, weil er das Sonnenlicht reflektiert. Ebenso erhebt uns Gottes Gnade und spiegelt in uns das ganze Wunder der Güte, Weisheit, Wirksamkeit und Schönheit wider, das Gott ist. Wenn wir wissen, dass wir Staub und Elend sind, dass wir fast nichts sind, wird uns der Herr den Rest geben. Diese Erkenntnis erfüllt meine Seele. Wir gewinnen das Herz Jesu nicht in erster Linie durch unsere guten Werke, sondern indem wir es unser Leben erfüllen lassen und uns der Gaben bewusst werden, die er uns geschenkt hat. Deshalb können wir seine Mutter um Demut bitten, damit wir Gottes Wirken in unseren Seelen nicht behindern und auch er Großes in unserem Leben bewirken kann.

Damit wir das Leben gewinnen,wollen wir voller Vertrauen zum Vater beten.

Da wir den Frieden der Welt nicht finden werden, bitten wir den Herrn um seinen wahren Frieden.

Selig, die Gottes Wort aufnehmen und den Lohn des Lebens dafür erhalten.
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Die Einleitung zum Vaterunser.

Die Einladung zum Vaterunser kann der Priester auf verschiedene Weise formulieren, und zwar mit gefalteten Händen, da es  sich noch nicht, um das Gebet selbst handelt. Aber auch diese Aufforderung an die Gläubigen ist biblisch inspiriert. Dem Wort unseres Herrn und Erlösers gehorsam, getreu seiner göttlichen Weisung, wagen wir zu sprechen. Hier können wir den Brief des Hl. Paulus an Titus zitieren. Jetzt aber hat er zur  vorherbestimmten Zeit sein Wort in der Verkündigung offenbart, die mir  durch den Auftrag Gottes unseres Retters anvertraut ist.

Das Vaterunser enthält wirklich göttliche  Lehre als Modell für jedes Gebet,und  da es sich um unbestreitbar göttliche Lehre  handelt, ist die Einladung sehr wichtig. In der Adventszeit wird das Vaterunser mit Worten eingeleitet,die aus dem dritten Kapitel  des Johannesevangeliums  stammen, wonach Gott die Welt so sehr geliebt hat,dass er  seinen einzigen  Sohn hingab (Johannes 3,16).

Zu Weihnachten ändert sich diese Einleitung zu den Worten des heiligen Athanasius, der im vierten Jahrhundert den berühmten Satz schrieb,dass Gott Mensch  geworden ist, damit wir  Kinder Gottes werden. Der  heilige Bischof und Kirchenlehrer hat damit auf  wunderbare und prägnante Weise den tiefsten Sinn von Weihnachten erfasst. Jesus  wurde als Mensch  geboren,um als Mensch  unser Bruder zu werden und  damit  durch  diese Bruderschaft Gott, unser Vater, zu werden.

Die Einleitung zum Vaterunser in der Fastenzeit geht vom Brief  des heiligen Apostels Paulus an die Epheser aus. Wenn wir Gott, unseren Vater, nennen wollen, müssen wir  einander  vergeben. Lasst uns  wie eine Familie sein und gemeinsam beten. Vergebung ist die  unerlässliche Bedingung für die Annahme der göttlichen Vaterschaft,dafür,dass wir  Kinder Gottes sind. Wir wollen Gott  unseren Vater nennen,aber es  gibt eine Bedingung. Vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat (Epheser 4,32). Vergebung  ist  ein Schlüsselthema auch  des Vaterunsers selbst,ein Schlüssel  sowohl  in der Beziehung zum Vater als auch in der  Beziehung  zu den Menschen. Ohne Vergebung ist es nicht möglich,wie eine  Familie  zu sein. Jesus lehrt uns, nicht zu beten. Vater mein, sondern Vater unser.

Die österliche Begeisterung ist spürbar in der Einleitung zum Vaterunser,übernommen aus dem ersten Johannesbrief; Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.(Johannes 3,1).Darin liegt die Schönheit  der Auferstehung,dass die Art und Weise ,wie wir  uns selbst definieren,dem göttlichen Blick auf uns entspricht und  zur vollen Wirklichkeit  wird in Jesu Sieg.Und da wir wirklich Kinder Gottes  sind,dürfen  in unser Gebet  das Vertrauen  und die Vertraulichkeit von Jesu  Sieg  einfließen. Es öffnet  uns die angebotene Beziehung als Gotteskind, Sohn oder Tochter anzunehmen. Nach  dem Hebräerbrief lasst uns  mit Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade,damit wie  Barmherzigkeit  empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.(Hebräer 4,16)

In der sogenannten Jahreszeit,außerhalb von Advent und Weihnachten und außerhalb der Fastenzeit und Ostern, kann der Priester sagen: Und lasst uns gemeinsam den himmlischen Vater bitten und beten ,wie es uns unser Herr Jesus Christus gelehrt hat. Das Bitten ist die typische Aktivität der gläubigen  Familiengemeinschaft von Brüdern und Schwestern als Kinder des einen himmlischen Vaters,der durch unseren Bruder Jesus zu unserem Vater geworden ist,der uns gerade deshalb gelehrt hat ,den Vater  anzusprechen. Inspiriert  vom Römerbrief kann der Zelebrant mit der Erinnerung überleiten,dass wir den Heiligen Geist empfangen haben, indem wir zu Kindern Gottes geworden sind, deshalb wagen wir  zu sprechen  (Römer 8,14-15).Das Motiv der in den Heiligen Geist vereinten Gotteskinder ist wichtig für Gläubige, die sich mit Konzentrationsschwierigkeiten abmühen – sie  können den Heiligen Geist um Konzentration bitten. Er schenkt tiefen Frieden und tiefen Glauben an Gottes Gegenwart und sie mögen beten wie ein Kind im vertrauten Gespräch mit letzter Gelassenheit und Entschlossenheit,sich Gott mit  allem aus  der Tiefe des aufrichtigen Herzens anzuvertrauen.

Zum Kind Gottes wird der Mensch durch die Taufe. Deshalb wird das Vaterunser während  der Spendung des Tauf-Sakramentes mit der  Feststellung  eingeleitet,dass diese  getauften Kinder den Herrn Gott ihren Vater nennen werden, deshalb  beten wir  auch in ihrem Namen, wie uns Jesus gelehrt hat.Und die Aufgabe der Eltern und Taufpen wird sein,die Kindern im Vertrauen auf Gott zu erziehen,damit sie ihn als Vater verherrlichen nach den Worten des Herrn Jesus.

In der Brautmesse wird wiederum daran erinnert,dass wir beim beim Aussprechen des Vaterunsers  mit denWorten Jesu sprechen,der die eheliche Liebe heiligt.Er hat ja in Kana sein erstes Wunder vollbracht,die Werwandlung von Wasser in Wein,womit er die Ehe heiligte und segnete und folglich alle vor Gottes Angesicht geschlossenen Ehen.

 

 

 

A

E

Ate

I

 

Hl.Cyrill und Metodius, Lk 10,1-9

Gott, der Herr,der uns seinen Sohn als Boten des Friedens auf die Erde gesandt hat,sei mit euch.

Große Vorbilder für die slawischen Völker sind die heiligen Kyrill und Methodius. Sie wirkten im 9. Jahrhundert . Ihre Liebe galt dem Dienst an der örtlichen Ordensgemeinschaft. Sie übersetzten große Teile des Neuen Testaments ins Slawische und schufen eine slawische Liturgie – sie mussten sogar ein Alphabet schaffen!

Jesus, du hast dein Wort in Gleichnissen verkündet. Herr,erbarme dich unser.

Deine Botschaft geht an die ganze Welt. Christus,erbarme dich unser.

Du vereinigst alle Völker im Wort der Wahrheit. Herr,erbarme dich unser.

Man erkennt ihre tiefe Liebe zu den Slawen; zwei Brüder, die wollten, dass andere Völker  Jesus durch die Heilige Schrift und die Göttliche Liturgie kennenlernten. Schon bald predigten und lehrten die Brüder die Slawen in ihrer Muttersprache. Und obwohl die Slawen eine Sprache hatten, besaßen sie noch kein Alphabet. Daher war es eine der wichtigsten Leistungen Kyrills und Methodius‘, ihnen ein Alphabet zu geben. Dieses Alphabet ist heute als „kyrillisch“ bekannt, benannt nach dem heiligen Kyrill, der es schuf. 

Kyrill und Methodius übersetzten die Liturgie und die Gebete ins Slawische und verfassten auch Bücher über christliche Dogmen in dieser Sprache. Schließlich wurden auch die heiligen Schriften übersetzt, und die Slawen konnten Gott bald in seinem Wort begegnen. Benedikt XVI. schrieb: „Kyrill und Methodius waren überzeugt, dass einzelne Völker nicht behaupten konnten, die Offenbarung in ihrer Gesamtheit empfangen zu haben, es sei denn, sie hätten sie in ihrer eigenen Sprache gehört und in den Schriftzeichen ihres Alphabets gelesen. Diese Aufgabe erfordert eine sehr schwierige ‚Übersetzung‘, da sie die Auswahl geeigneter Worte erheischt, um den Reichtum des geoffenbarten Wortes neu und unverfälscht darzustellen.

Kyrill und Methodius waren Meister der Begegnung mit Kultur und ihrer anschließenden Evangelisierung. Wir sollten unser Kulturverständnis nicht auf einen geografischen Raum beschränken, doch ist es auch höchst angebracht, das Evangelisierungsmodell Kyrills und Methodius für die aktuellen Synodalprogramme anzupassen. Kyrill und Methodius, Schutzpatrone Großmährens, die insbesondere von Tschechen, Slowaken, Kroaten, Serben und Bulgaren verehrt werden, sind in besonderem Maße geeignet, die Sehnsucht nach Einheit zwischen Ost und West zu bewahren. 1980 ernannte Papst Johannes Paul II. sie zu Mitpatronen Europas. Heiligkeit bedeutet, dem menschlichen Leben mit Gottes Liebe zu begegnen. Das gilt für das menschliche Leben in seiner ganzen Vielfalt, verwoben mit dem Politischen und dem Kulturellen, dem Schönen und dem Hässlichen, dem Egoistischen und dem Heiligen.

Da Gottes Reich nah ist, lasst uns den Vater bitten, dass es in allen Menschen vollendet werde.

Der Friede,den wir wünschen,soll uns und allen zuteil werden.So wollen wir den Herrn bitten. 

Selig, auf denen der Friede ruht und bleibt, bis zur Vollendung im Reich der Herrlichkeit.

6. Sonntag A im Jahr: Mt 5,17-37

Freitag der 5. Woche im Jahr Mk 7,31-37

Donnerstag der 5. Woche Mk 7,24-30

Jesus Christus,der den Juden und Heiden sein Wort verkündete, sei mit euch.

Lasst uns um einen Glauben beten, der Grenzen überwindet und uns dazu führt, dem Herrn zu vertrauen. Woher wusste diese syrophönizische Frau, wer Jesus war? Das Evangelium gibt darüber keine Auskunft. Aufgrund ihrer Herkunft lebte sie wahrscheinlich in der Nähe von Galiläa. Dort vollzog Jesus viele Wunder, und die Menschen waren von seiner Predigt begeistert. Außerdem kursierte unter den Juden die Hoffnung auf das Kommen des Messias, und es ist anzunehmen, dass die umliegenden Dörfer etwas über die Sehnsüchte des Volkes Israel wussten.

Jesus,du bist allen gut gewesen, die zu dir kamen. Herr,erbarme dich unser.

Du hast allen Liebe geschenkt, die dich suchten. Christus,erbarme dich unser.

Du hast alle auf den Weg zum Vater geführt. Herr,erbarme dich unser.

Wie dem auch sei, diese Frau war offen für Gottes Wirken. Jesu Bereitschaft, sich um Bedürftige – Kranke, Besessene usw. – zu kümmern, entfachte in ihr Hoffnung. In ihrem Dialog mit Christus scheint sie anzuerkennen, dass das Volk Israel eine besondere Beziehung zum Herrn hat, weil es wie ein Sohn am Tisch des Vaters ist. Wir können daher annehmen, dass die syrophönizische Frau ein gewisses Vertrauen in die Verheißungen Gottes an die Juden hat. Gleichzeitig ahnt sie jedoch, dass diese besondere Beziehung des Herrn zu seinem Volk kein Selbstzweck ist, sondern dass Gottes Barmherzigkeit auf unermessliche Weise überfließt und die ganze Menschheit erreicht.

Diese Frau ist ein Vorbild an Demut und Vertrauen. Sie zögert nicht, mit gesenktem Haupt vor diesem Propheten aus einem fremden Land zu stehen. Und sie weiß, wie sie auf ihren Anliegen beharrt, selbst wenn es so scheint, als hätte sie nicht viele Argumente, um ihre Forderung durchzusetzen. Möge auch unser Glaube Grenzen überwinden und zu einem beständigen Gebet voller Hingabe an den Herrn werden, der niemanden gleichgültig ansieht.

Gott hat uns zu seinen Kindern auserwählt. Deshalb dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.

Gott fragt nicht nach Rasse und Stammbaum. Er schenkt seinen Frieden allen,die ihn suchen.

Selig, die frei sind von der Macht des Bösen und in Gottes ewiges Reich eingehen.

Unsere Liebe Frau in Lourdes Joh 2,1-11

Jesus Christus,der auf das bittende Wort seiner Mutter das Wasser im Wein verwandelte, sei mit euch.

Heute ist das Fest Unserer lieben Frau von Lourdes. Im Evangelium steht Jesus im Mittelpunkt, doch wie an jedem Tag in Lourdes räumt er seiner Mutter eine bescheidene Rolle in allem, was dort geschieht, ein. Jesus, der mit seinen Jüngern zu einer Hochzeit eingeladen ist, vollbringt dort sein erstes Wunder. Maria ist sich der Not des Brautpaares bewusst und macht dies Jesus diskret deutlich, indem sie für sie bittet: „Sie haben keinen Wein.“

Jesus, du hast Maria mit Gnaden erfüllt. Herr,erbarme dich unser.

Du hast die Kranken geheilt und Dämonen besiegt. Christus,erbarme dich unser. 

Du hast in Kana die Bitte deiner Mutter erfüllt. Herr,erbarme dich unser,

Obwohl Jesu Antwort eher ausweichend, wenn nicht gar ablehnend erscheint, erscheint er dennoch Maria die Diener zu ermahnen: „Tut, was er euch sagt.“ Sie wusste nicht, was Jesus tun würde, aber sie dachte wohl: Was auch immer er tun würde, er würde sein Bestes geben! Und sie sollte Recht behalten. Das Ergebnis ist bekannt: ein messianischer Überfluss an „bestem Wein“, der den Festleiter überraschte und den Glauben der Jünger an Jesus bestärkte.

Es ist entscheidend, die Bedeutung Marias bloßer Anwesenheit bei diesem Hochzeitsfest hervorzuheben: Mit weiblicher Klugheit erkennt sie, was fehlt, und teilt es weise mit ihrem Sohn. Das ist Marias wunderbares Engagement in unserem Leben und in der Kirche. Erinnern wir uns an die Worte von Papst Franziskus über die Rolle Marias und der Frauen im Allgemeinen in der Kirche: „Die Frau ist unverzichtbar für die Kirche. Maria, eine Frau, ist wichtiger als Bischöfe. Weibliches Genie ist überall dort gefragt, wo wir wichtige Entscheidungen treffen.“ In der Kirche, in unseren Familien, in unserem persönlichen Leben gibt es viele Mängel, die Maria erkennt und für die sie in unserem Namen bei Jesus Fürsprache einlegt. Ihre Fürsprache ist immer wirksam. Und jede Frau hat eine ähnliche Rolle zu spielen.

Doch es ist notwendig, Jesus und Maria in unser Leben einzuladen. Und vor allem ist es notwendig, alles zu tun, was Jesus uns sagt.

Da wir um Gottes Hilfe nicht vergebens bitten,wagen wir, im Vertrauen auf Christi Wort, zum Vater zu beten.

Christus offenbart seine Herrlichkeit und schenkt uns damit die Hoffnung auf Frieden. Damit wir seinen Frieden finden, bitten wir:

Selig, die  an Jesus Christus glauben und Anteil haben werdem am Hochzeitsmahl des ewigen  Lebens.