Dienstag der 5.Woche Mk 7,1-3

Gott, unser Herr, dessen Gebot Jesus Christus erneuert hat,sei mit euch.

Die Pharisäer  glaubten, dass sie alles richtig  machen und nur sie hätten das beste Rezept für ein gutes Leben. Deshalb fragten sie Jesus: „Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung ihrer Väter und essen Brot mit unreinen Händen?“ (Markus 7,5). Wir wissen, dass Markus sein Evangelium für die römischen Christen schrieb, denen der Apostel Petrus das Evangelium verkündete und den Markus auf seinen Reisen begleitete. Da die Römer die jüdischen Bräuche nicht kannten, erklärte er sie ihnen. Mose gab den Juden das Gesetz, das ihnen helfen sollte, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen.

Jesus,du kamst, um uns die Liebe des Vaters zu verkünden.Herr, erbarme dich unser.

Du wolltest uns frei machen von  menschlichem Irrtum. Christus, erbarme dich unser.

Du hast in allem den Willen des himmlischen Vaters erfüllt.Herr, erbarme  dich unser.

Die Pharisäer fügten diesen Vorschriften verschiedene Auslegungen hinzu, bis alles zu Formalismus verkam und zu Heuchelei im Glauben der Pharisäer führte. Wir wissen, dass der Herr Jesus mit den Schriftgelehrten wegen des Fastens, aber auch wegen der Feier des Sabbats, des Ruhetages, in Konflikt geriet. Im Evangelium ist die Frage grundlegend, ob es erlaubt ist, Gottes Gebot zu brechen, um eine Tradition zu bewahren. 

Jesus sagt deutlich, dass Gottes Gebote nicht gebrochen werden dürfen. Die Tradition muss weichen. Das sehen wir auch daran, dass er sich für seine Jünger einsetzt, die die rituelle Reinheit nicht einhielten und nicht der Tradition ihrer Vorfahren folgten, die besagte, dass man sich vor dem Essen waschen müsse. Jesus enthüllt ihnen eine sehr ernste Tatsache. Die Pharisäer litten viel unter der äußerlichen Einhaltung der Gebote, konnten sich aber innerlich rechtfertigen. Er sagte zu ihnen: „Ihr wisst klug, wie ihr Gottes Gebote außer Kraft setzt, um eure Bräuche zu bewahren“ (Mk 7,9). Und er wird ihnen sogleich den Beweis liefern. Mose sagte: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ und: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben“ (Mk 7,10). Ihr aber sagt: „Wenn jemand zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Korban, was bedeutet: Alles, was ich für dich tun kann, ist ein Opfer“, erlaubt ihr ihm nicht, etwas für seinen Vater oder seine Mutter zu tun. Und ihr setzt Gottes Wort außer Kraft wegen eurer Bräuche, die ihr weitergebt. Und viele andere ähnliche Dinge tut ihr auch“ (Mk 7, 11-13).

Zur Zeit Christi gab es unter den Juden den Brauch, Gott zu versprechen, wie viel sie ihren Eltern zum Unterhalt geben sollten. So konnte sich der Sohn der Pflicht zur Erziehung seiner Eltern entziehen und ihnen jegliche materielle Unterstützung verweigern. Sie hielten die Verpflichtung durch dieses Versprechen für wichtiger als die natürliche Pflicht, für ihre Eltern zu sorgen. Das Verhalten der Schriftgelehrten war oft ein Hohn auf jegliche Gerechtigkeit. Markus musste diese jüdischen Gepflogenheiten den römischen Gläubigen und uns schildern, damit wir die Richtigkeit des Handelns des Herrn Jesus verstehen konnten. Schließlich kennen wir auch diese Worte des Herrn Jesus aus dem Evangelium: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Mt 5,17).

Wir sehen, dass der Herr Jesus die Dinge ins rechte Licht rückt, wenn er sagt, dass die von Menschen geschaffene Tradition den Geboten Gottes weichen muss. Leider gibt es auch heute noch Menschen, die die Zehn Gebote Gottes am liebsten abschaffen oder zumindest öffentlich für wirkungslos und bedeutungslos erklären würden. Sie fordern dies, weil sie die Zehn Gebote nicht halten, sie umgehen und deshalb ihr Gewissen sie anspricht. Es gibt auch solche, die zwar die Heilige Kommunion empfangen, deren Herz aber weit davon entfernt ist. Doch die Zehn Gebote haben auch heute noch eine gewisse Ernsthaftigkeit und Bedeutung, die sie zu Moses‘ Zeiten nicht besaßen. Auch in unserer Zeit ist es notwendig, dass die Welt zu ihrer Erfüllung zurückfindet. So wie Jesus selbst sie zur Vollendung brachte, als er sagte: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!“ (Joh 13,34).

Es kann vorkommen, dass selbst das Evangelium missverstanden wird und wir darin nur Gebote und Verbote sehen. Deshalb dürfen wir nicht denken, wir seien gute Christen, nur weil wir äußerlich die Zehn Gebote und die christliche Moral befolgen. Doch all dies genügt nicht für unsere Errettung; wir müssen unseren Glauben vor allem im Leben und in der Praxis beherzigen. Wenn wir die Gebote halten, dürfen wir nicht über Geschmack oder Abneigung sprechen. Wir müssen das Gebot befolgen, selbst wenn es uns am wenigsten zusagt.

Nicht mit den Lippen ,sondern aus  ganzem Herzen wollen wir im Namen Jesu Christi zum Vater beten.

Gottes Worte sind  Wege zum Frieden. Damit wir im Frieden Gottes leben und einander begegnen, bitten wir.

Selig,die Gottes Wort in Treue erfüllen und ewiges Leben dafür  gewinnen.

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