Jesus Christus,der den Tauben das Gehör und den Stummen der Sprache gab,sei mit euch.
Der römische Dichter Trilus schrieb ein autobiografisches Gedicht. Darin beschreibt er seine nächtlichen Wanderungen im Wald. Er irrte lange umher, bis er einer alten Frau begegnete. Er bemerkte, dass sie blind war. Er gestand ihr, dass er sich verirrt hatte und den Weg aus dem Wald nicht mehr finden konnte. Die alte Frau sagte zu ihm: „Ich werde dich begleiten, fürchte dich nicht, ich kenne den Weg.“ Er war verblüfft: „Bist du blind?! Wie kannst du den Weg kennen und mich aus dem Wald führen?“ Die alte Frau nahm ihn fest an der Hand: „Folge mir einfach!“ Und sie führte ihn aus dem Wald.
Jesus,du hast den Blinden das Licht und den Stummen die Stimme gegeben. Herr, erbarme dich unser.
Du lehrst uns,Gutes und Böses zu unterscheiden. Christus,erbarme dich unser.
Du hast in allem auf das Wort des Vaters gehört. Herr,erbarme dich unser.
Ein Taubstummer wurde zu Jesus gebracht. Jesus nahm ihn beiseite, hielt ihm die Ohren zu und benetzte seine Zunge mit Speichel. Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte: „Öffne dich!“ Sofort öffneten sich seine Ohren und seine Zunge wurde gelöst. Gott spricht auf vielfältige Weise zu uns. Durch die Schönheit der Schöpfung, die Schönheit der Natur, das unendliche Universum – das ist die sogenannte universelle Berührung, die allen zuteilwird. Sie berührt auch den Einzelnen, jeden einzelnen, wie den Taubstummen aus dem Evangelium. Unsere Ohren bleiben für seine Worte unzugänglich, weil wir andere Geräusche hören.
Musik, angenehme Gespräche, das Anfahren eines Autos oder Busses? Wir verlieren allmählich unser Gehör für geistliche Botschaften, und was wir nicht hören, können wir auch nicht weitergeben. Wir selbst haben uns vom Einfluss der Worte Gottes abgeschnitten. Wir lesen nicht, wir hören nicht zu, obwohl es so vieles gibt. Wir sind taub für Gottes Wort und werden mit der Zeit stumm werden. Gott schenkt uns täglich unzählige Gelegenheiten, damit wir nicht geistlich blind oder stumm werden.
Gottes Wort ist die Berührung, durch die sich ein Mensch Gott öffnet. Er übernimmt die Verantwortung, mit anderen Worten oder, noch treffender, mit Taten von ihm zu sprechen. Wir lächeln, wir schenken einem Fremden Frieden, wir erzählen ihm von Gott. Wir machen einem älteren Menschen im Bus Platz, wir erzählen ihm von Gott. Wir helfen einem Fremden beim Einkaufen und erzählen ihm von Gott. Wir sind freundlich zu einem Klassenkameraden und erzählen ihm von Gott. Wir bringen unserer Mutter einen Blumenstrauß und erzählen ihr von Gott.
Herr, öffne unsere Ohren mit deinem Wort und unseren Mund mit deinem Leib, der Eucharistie, und hilf uns so, uns dir und deinem Wirken in uns zu öffnen. (…) Lasst uns um die Gnade bitten, täglich auf das Wort Gottes zu hören, damit es uns auf dem Weg des Heils leitet.