Die Einleitung zum Vaterunser.

Die Einladung zum Vaterunser kann der Priester auf verschiedene Weise formulieren, und zwar mit gefalteten Händen, da es  sich noch nicht, um das Gebet selbst handelt. Aber auch diese Aufforderung an die Gläubigen ist biblisch inspiriert. Dem Wort unseres Herrn und Erlösers gehorsam, getreu seiner göttlichen Weisung, wagen wir zu sprechen. Hier können wir den Brief des Hl. Paulus an Titus zitieren. Jetzt aber hat er zur  vorherbestimmten Zeit sein Wort in der Verkündigung offenbart, die mir  durch den Auftrag Gottes unseres Retters anvertraut ist.

Das Vaterunser enthält wirklich göttliche  Lehre als Modell für jedes Gebet,und  da es sich um unbestreitbar göttliche Lehre  handelt, ist die Einladung sehr wichtig. In der Adventszeit wird das Vaterunser mit Worten eingeleitet,die aus dem dritten Kapitel  des Johannesevangeliums  stammen, wonach Gott die Welt so sehr geliebt hat,dass er  seinen einzigen  Sohn hingab (Johannes 3,16).

Zu Weihnachten ändert sich diese Einleitung zu den Worten des heiligen Athanasius, der im vierten Jahrhundert den berühmten Satz schrieb,dass Gott Mensch  geworden ist, damit wir  Kinder Gottes werden. Der  heilige Bischof und Kirchenlehrer hat damit auf  wunderbare und prägnante Weise den tiefsten Sinn von Weihnachten erfasst. Jesus  wurde als Mensch  geboren,um als Mensch  unser Bruder zu werden und  damit  durch  diese Bruderschaft Gott, unser Vater, zu werden.

Die Einleitung zum Vaterunser in der Fastenzeit geht vom Brief  des heiligen Apostels Paulus an die Epheser aus. Wenn wir Gott, unseren Vater, nennen wollen, müssen wir  einander  vergeben. Lasst uns  wie eine Familie sein und gemeinsam beten. Vergebung ist die  unerlässliche Bedingung für die Annahme der göttlichen Vaterschaft,dafür,dass wir  Kinder Gottes sind. Wir wollen Gott  unseren Vater nennen,aber es  gibt eine Bedingung. Vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat (Epheser 4,32). Vergebung  ist  ein Schlüsselthema auch  des Vaterunsers selbst,ein Schlüssel  sowohl  in der Beziehung zum Vater als auch in der  Beziehung  zu den Menschen. Ohne Vergebung ist es nicht möglich,wie eine  Familie  zu sein. Jesus lehrt uns, nicht zu beten. Vater mein, sondern Vater unser.

Die österliche Begeisterung ist spürbar in der Einleitung zum Vaterunser,übernommen aus dem ersten Johannesbrief; Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.(Johannes 3,1).Darin liegt die Schönheit  der Auferstehung,dass die Art und Weise ,wie wir  uns selbst definieren,dem göttlichen Blick auf uns entspricht und  zur vollen Wirklichkeit  wird in Jesu Sieg.Und da wir wirklich Kinder Gottes  sind,dürfen  in unser Gebet  das Vertrauen  und die Vertraulichkeit von Jesu  Sieg  einfließen. Es öffnet  uns die angebotene Beziehung als Gotteskind, Sohn oder Tochter anzunehmen. Nach  dem Hebräerbrief lasst uns  mit Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade,damit wie  Barmherzigkeit  empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.(Hebräer 4,16)

In der sogenannten Jahreszeit,außerhalb von Advent und Weihnachten und außerhalb der Fastenzeit und Ostern, kann der Priester sagen: Und lasst uns gemeinsam den himmlischen Vater bitten und beten ,wie es uns unser Herr Jesus Christus gelehrt hat. Das Bitten ist die typische Aktivität der gläubigen  Familiengemeinschaft von Brüdern und Schwestern als Kinder des einen himmlischen Vaters,der durch unseren Bruder Jesus zu unserem Vater geworden ist,der uns gerade deshalb gelehrt hat ,den Vater  anzusprechen. Inspiriert  vom Römerbrief kann der Zelebrant mit der Erinnerung überleiten,dass wir den Heiligen Geist empfangen haben, indem wir zu Kindern Gottes geworden sind, deshalb wagen wir  zu sprechen  (Römer 8,14-15).Das Motiv der in den Heiligen Geist vereinten Gotteskinder ist wichtig für Gläubige, die sich mit Konzentrationsschwierigkeiten abmühen – sie  können den Heiligen Geist um Konzentration bitten. Er schenkt tiefen Frieden und tiefen Glauben an Gottes Gegenwart und sie mögen beten wie ein Kind im vertrauten Gespräch mit letzter Gelassenheit und Entschlossenheit,sich Gott mit  allem aus  der Tiefe des aufrichtigen Herzens anzuvertrauen.

Zum Kind Gottes wird der Mensch durch die Taufe. Deshalb wird das Vaterunser während  der Spendung des Tauf-Sakramentes mit der  Feststellung  eingeleitet,dass diese  getauften Kinder den Herrn Gott ihren Vater nennen werden, deshalb  beten wir  auch in ihrem Namen, wie uns Jesus gelehrt hat.Und die Aufgabe der Eltern und Taufpen wird sein,die Kindern im Vertrauen auf Gott zu erziehen,damit sie ihn als Vater verherrlichen nach den Worten des Herrn Jesus.

In der Brautmesse wird wiederum daran erinnert,dass wir beim beim Aussprechen des Vaterunsers  mit denWorten Jesu sprechen,der die eheliche Liebe heiligt.Er hat ja in Kana sein erstes Wunder vollbracht,die Werwandlung von Wasser in Wein,womit er die Ehe heiligte und segnete und folglich alle vor Gottes Angesicht geschlossenen Ehen.

 

 

 

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