Wahrlich, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan. (Mt 25,45)
Jesus Christus ist einer von uns geworden. Heute begegnet er uns in Schmerz, Hunger, Verfolgung und im Leid der Schwächsten.
Jesus,du wirst kommen zum Gericht über alle Menschen.Herr,erbarme dich unser.
Du wirst dich im Gericht zu erkennen geben, Christus,erbarme dich unser.
Du wirst aufnehmen, die dir gedient haben, Herr,erbarme dich unser,
Die Lehre Jesu, die wir in diesem Abschnitt des Evangeliums gehört haben, ist ein großer Trost angesichts der vielen persönlichen und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten, die es in unserer Gesellschaft gibt. Wir sind Zeugen des täglichen Kampfes zwischen Gut und Böse. Manchmal mag es uns scheinen, als hätten diejenigen, die die größte Macht und die meisten Mittel zur Unterdrückung anderer besitzen, die Oberhand in der Welt. Doch Jesus sagt deutlich, dass das Böse nicht das letzte Wort hat. Gott ist gerecht, und die Gerechtigkeit wird siegen.
Im Glaubensbekenntnis beten wir, dass Jesus Christus „aufgefahren ist in den Himmel und sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“. Von dort wird er kommen, um die Lebenden und die Toten zu richten. Dies ist unsere Gewissheit, dass der endgültige Sieg auf der Seite des Guten liegt. Im Jüngsten Gericht identifiziert sich der Menschensohn mit den Hungernden und Durstigen, mit den Fremden, den Nackten, den Kranken und Gefangenen, mit allen Leidenden dieser Welt, und er richtet unser Verhalten ihnen gegenüber, als hätten sie sich ihm gegenüber verhalten.
Deshalb erinnert uns der heilige Josemaría: „Wir müssen Christus erkennen, der uns in unseren Mitmenschen begegnet. Kein menschliches Leben ist isoliert, sondern mit dem Leben anderer verbunden. Kein Mensch ist ein für sich allein stehender Vers, sondern wir alle sind Teil eines göttlichen Gedichts, das Gott in Zusammenarbeit mit unserer Freiheit schreibt.“
Dies ist nicht nur ein schöner Ausdruck, sondern verweist auf das tiefste Wesen Jesu. Indem er in Jesus Christus Mensch wurde, wurde der Sohn Gottes einer von uns: Arm erlitt er Schmerz, Hunger, Durst, Verfolgung und starb sogar nackt am Kreuz. Der Generalrichter wird derselbe sein, der all dies erlitten hat und am eigenen Leib erfahren hat, wie sehr die arrogante Verachtung derer schmerzt, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, und wie tröstlich die Liebe großzügiger Menschen ist, die die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen nicht übersehen.