Gott,der Herr,der uns mit reichem,vollem, gehäuftem, überfließendem Maß beschenken will, sei mit euch.
Unter den Hindernissen, die eine Begegnung mit Christus verhindern, gibt es derzeit eine besondere Form der Traurigkeit, die uns alle betrifft: die Sehnsucht nach der Vergangenheit. Diese Sehnsucht beeinflusst uns alle, unabhängig von der jeweiligen Epoche, mehr oder weniger stark. Manche bedauern die Zeit vor 2000, andere die Traurigkeit der 70er und 80er-Jahre, wieder andere die Melancholie des Zweiten Vatikanischen Konzils … doch es ist immer dasselbe Problem, denn es ist ein und dasselbe und kann zur Sünde werden, wenn wir nicht aufpassen!
Jesus,du willst den Barmherzigen barmherzig sein. Herr,erbarme dich unser.
Du kamst, um all unsere Schuld zu tilgen. Christus,erbarme dich unser.
Du gibst allen Hoffnung,die guten Willen haben. Herr, erbarme dich unser.
Wenn diese Sehnsucht psychisch ausartet, entwickelt sie sich zu einer Art depressiven Angstsyndrom, der sogenannten Melancholie. Wenn sie spirituell ausartet, wird sie zu einem Bestandteil der Seelenkrankheit Acedia. Sehnsucht nach der Vergangenheit führt zu einem Verlust des Bezugs zur Realität, indem sie uns von der Gegenwart trennt. Wenn Gott existiert, kann er nicht in der Vergangenheit sein, die vergangen ist, noch in der Zukunft, die noch nicht ist. Gott kann nur in unserer Gegenwart sein, und die Trennung von dieser Gegenwart birgt die Gefahr, unsere Verbindung zu Gott zu verlieren. Neue Zeiten erfordern neue Wege. Bis gestern, mit Johannes dem Täufer, war es die Asche der Buße. Heute, im neuen Tag, ist es das süße Manna der Erlösung, der Barmherzigkeit und der Liebe. Alte Methoden ließen sich nicht auf mein Handeln übertragen, genauso wenig wie neue Methoden auf alte Bräuche. Er ist nicht länger ein Prophet, sondern der Messias auf Erden, dem Gott alles anvertraut hat. Jede Zeit hat ihre eigene, nützliche Funktion. Niemand näht einen neuen Stoff auf ein altes Kleidungsstück, denn sonst – und besonders beim Waschen – läuft der neue Stoff ein und reißt den alten ein, wodurch der Riss noch größer wird. Ebenso wenig füllt man neuen Wein in alte Schläuche, denn sonst platzen die Schläuche, da der Wein dem Sprudeln des neuen Weins nicht standhalten kann und dieser aus den geplatzten Schläuchen ausläuft. Doch alter, gereifter Wein wird in alte Schläuche gefüllt, neuer Wein in neue. Jesus kommt, um etwas völlig Neues zu offenbaren, um uns von Grund auf zu verwandeln. Hier geht es nicht um kleine Verbesserungen … Viele befürworten kleine Schritte und kontinuierliche Verbesserungsmethoden im Berufs- wie im Privatleben.
Doch Jesus sagt uns hier etwas ganz anderes: von einer großen, wirklichen Veränderung… Ihr werdet nicht durch eure Werke gerettet, sondern durch Gottes Gnade, die euch durch das Opfer Jesu Christi geschenkt wird. Jesus wusste, dass dies eine gewaltige Veränderung all ihrer Gewohnheiten, Traditionen und tiefsten Gedanken bedeutete. Wir leben in einer Welt voller Fragen, insbesondere beruflicher Natur. Wir müssen uns unter den gegebenen Umständen an die Realität und die aktuellen Trends halten. Väter und Mütter können sich das Motto der Pfadfinder zu Herzen nehmen: „Lasst uns unser Bestes geben und mit dem Team arbeiten, das wir haben. Die fünffache Mutter lässt Gott im Alltäglichen wirken, wo sich ihre Theologie verwirklicht: Die Spiritualität des Wäschewaschens, der Küche, der Putzbereitschaft, der durchgetakteten Programme ihrer Kinder, der Organisation ihrer Aktivitäten und unzähliger anderer Aufgaben prägt den normalen Tagesablauf.
Gott erwartet von Vätern keine Superhelden, aber er appelliert an vielbeschäftigte Väter, sich Zeit für Rat zu nehmen, aufmerksam zu sein und ihre Kinder zu ermutigen, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Bevorzugen Sie Altes oder Neues? Tradition oder Innovation? Heutzutage erlebt Altes eine Renaissance, doch eine wirkliche Rückkehr zu den Traditionen finden wir nicht. Wir vermischen Altes mit Neuem. Oder besser gesagt: Wir modernisieren das Alte und bringen es zurück. Jesus ruft uns auf, unseren Glauben stetig zu erneuern. Unser Glaube soll nicht zur Routine werden, sondern uns ermutigen, durch den Arzt unserer Seelen stets nach Erneuerung unserer Denkweise zu streben, damit wir unseren Glauben jeden Tag neu leben können. Trauern wir nicht der alten Welt nach. Verfallen wir nicht in Nostalgie, sondern richten wir unseren Blick auf Jesus.