Gott,unser Vater, der uns entgegenkommt,wenn wir umkehren,sei mit euch.
Wie berührend ist doch der Ausdruck des Vaters in diesem Gleichnis! Bis dahin hatte der ältere Sohn seinen Vater kaum gekannt. Im Gegenteil, er war sogar gekränkt von der zärtlichen Barmherzigkeit des Vaters gegenüber seinem jüngeren Bruder. In seinen Augen hatte der Status eines Sohnes immer von seinen Leistungen abgehangen. Und nun hatte sein eigensinniger, verschwenderischer, leichtsinniger Bruder den Segen des Vaters erhalten – und das machte ihn wütend! Was hatte sein jüngerer Bruder getan, um sich des Titels „Sohn“ würdig zu erweisen? Der Vater trat zu ihm und sprach demütig zu ihm: „Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alles, was ich habe, gehört dir.“ (Lukas 15,31)
Jesus, du willst uns heimführen zur Liebe des Vaters. Herr,erbarme dich unser.
Deine Freude ist es, wenn wir zurückkehren. Christus, erbarme dich unser.
Du hörst nicht auf ,uns neues Leben mitzuteilen. Herr,erbarme dich unser.
Damit machte er deutlich, dass der wahre Status seines Sohnes auf ihrer Beziehung beruhte, nicht darauf, wie gut er seine Pflichten erfüllt hatte. Wird der ältere Sohn auch die Gnade und Barmherzigkeit erfahren, die er von seinem Vater braucht? Oder wird er weiterhin den Weg der „gerechten“ Empörung beschreiten? Eines ist gewiss: Keiner der Brüder kann etwas daran ändern, dass er der Sohn seines Vaters ist. Wie der ältere Bruder neigen auch wir dazu, uns unserem himmlischen Vater aufgrund unserer vermeintlichen „Gutheit“ zu nähern.
Manchmal, tief in unserem Herzen, zeigen wir Gott vielleicht all unsere guten Taten, um zu beweisen, dass wir es wert sind, seine Söhne und Töchter zu sein. Doch wenn wir uns Gott auf diese Weise nähern, riskieren wir, seine Gnade zu verpassen. Gott möchte mehr als eine Liste unserer guten Taten. Er möchte, dass wir offen und empfänglich für seine heilende Berührung sind. Er möchte uns von den Sünden befreien, die unsere Beziehung zu ihm zerstört haben.
Aus eigener Kraft können wir diese Beziehung nicht heilen. Seine Heilung kann nur durch die Gnade geschehen, die vom Kreuz Christi kommt. Durch das Kreuz Jesu bittet uns der Vater demütig jeden Tag, ja, er fleht uns an, unser Erbe anzunehmen und unseren Platz in seiner Familie wieder einzunehmen. Niemand „verdient“ Gottes Gnade, doch Gott bietet sie uns trotzdem an. Lege heute im Gebet deine Neigung ab, Gottes Lob und Anerkennung zu verdienen. Und lass seine Barmherzigkeit aus seinem Herzen in deine Seele fließen!
Vater, ich bin dein Kind. Öffne mein Herz, damit ich deine Gnade heute und immerdar empfange!