Freitag der 4. Fastenwoche Joh 7,1-10.25-30

Jesus  Christus,den der wahre Vater zu uns gesandt hat, sei mit euch.

An seinem Namenstag erhielt er ein Foto einer Sonnenuhr mit der Inschrift: „Tue, was eine Sonnenuhr tut, zeige nur die sonnenbeschienene Zeit an.“ Die Stunden unseres Lebens, erleuchtet vom Licht der Gnade Gottes, sind diejenigen, die wir in seiner Gegenwart und Liebe verbringen. Dies ist stets eine Einladung, die zu Dankbarkeit und Zufriedenheit führt. Nur glückliche Momente zählen, heilige Stunden. Es ist gut für die Seele, wenn es gelingt.

Jesus,deine Feinde haben beschlossen, dich zu töten. Herr,erbarme dich unser.

Du hast vor keinem Menschen gescheut und öffentlich geredet. Christus,erbarme dich unser.

Alles geschah nach dem Willen deines Vaters. Herr, erbarme dich unser.

Der Evangelist schrieb: „Seine Stunde ist noch nicht gekommen.” Jesus, es liegt nicht in menschlicher Hand, dies zu entscheiden. Jesus sah voraus, dass seine Stunde kommen würde. Er nannte sie nicht die Stunde des Todes. Die kommende Stunde ist vielmehr mit der Verherrlichung Jesu verbunden. Sie ist also das genaue Gegenteil dessen, was wir erwarten würden. Verherrlichen bedeutet, Gott Ehre zu erweisen. Jesus verherrlichte Gott sein ganzes Leben lang, erwies ihm Respekt und maß ihm höchste Bedeutung bei. Jesus versicherte seinen Zuhörern, dass Gott nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Wer Jesus begegnete, konnte Gott nicht einfach ignorieren. Ihm die Ehre zu erweisen, die ihm gebührt, und ihm die Bedeutung zu geben, die ihm zusteht, ist ein Aspekt der Verherrlichung.

Doch die andere Seite ist stets präsent: Feiern hat mit Glanz und Leuchtkraft zu tun. „Ich habe dich auf Erden verherrlicht“ bedeutet auch: „Ich habe dir Schönheit geschenkt. Ich habe dafür gesorgt, dass du strahlst, sodass die Schönheit und das Licht deiner Gegenwart selbst auf Erden erstrahlen.“ Durch die Verbindung mit Gott schenkt Jesus den Menschen Teilhabe an einem erfüllten Leben, jetzt und in Ewigkeit. Deshalb bittet Jesus Gott darum, dass in den schrecklichen Ereignissen, die nun beginnen, nicht der Tod siegt und alles zerstört, was in Jesus auf Erden leuchtet, sondern das Leben siegt und Gottes Name und Treue erneut erstrahlen. Die Verherrlichung, um die er bittet, betrifft nicht nur seine Zukunft. Sie soll sein gesamtes bisheriges Leben, sein Wirken, erstrahlen lassen und ans Licht bringen.

Diese Spannung zwischen „schon“ und „bisher nicht ganz schon“ erleben wir genau hier und jetzt. Jesus gibt sich selbst hin, so wie Liebende nicht nur Blumen oder einen Ring schenken, sondern sich selbst in all dem. Das sieht man am Kreuz, das neben dem Altar steht. Der Glaube blickt tiefer. Er sieht nicht nur das gewaltsame Ende Jesu am Kreuz. Seit Ostern erkennt er auch, dass Gott den Gekreuzigten erhöht, verherrlicht und glorreich gemacht hat. Er ist bei den Armen, den Befleckten und den Niedrigen. Denn Gott stand an der Seite des gefolterten und gekreuzigten Jesus. Der Glanz und die Herrlichkeit der Herrscher dieser Welt werden vergehen. Gott verherrlicht nicht die Gewalt, sondern den, der seine Liebe ausstrahlt.

Gott hat Jesus nicht im Stich gelassen, sondern ihn verherrlicht. Viele Menschen tragen einen Treuering, sei es als Ehering, Arbeitsring oder sogar als Bischofsring. Bezeichnenderweise verwendet die italienische Sprache dasselbe Wort für den Ring der Treue und des Glaubens: „la fede“. Dies schlägt eine Brücke zum eindrucksvollen Symbol göttlicher und menschlicher Treue, das der Künstler Egino Weinert geschaffen hat. Er fertigte ein Monstrum aus 260 Berufsringen der verstorbenen Ordensschwestern an. Jeder Ring ist ein Beweis für die lebenslange Treue zu Christus. Doch jeder einzelne Ring verweist auch auf die Stärkung dieser Treue, auf das Brot des Lebens, Jesus selbst, der sich für uns geopfert hat.

Der Dienst der Schwestern, die einst diese Ringe trugen, lebte aus der Kraft der Eucharistie. Täglich erneuerte sich diese Kraft durch die Hingabe und Treue dessen, der sich während seiner Tage auf Erden für die Menschheit opferte. Und weil das Christentum viel von Liebe spricht, muss es auch von Schmerz sprechen. Es verbirgt nicht die Achillesferse wie in den alten Mythen der Unbesiegbarkeit. Auch er erwischt sich eine Wunde und zeigt sie. Mehr noch: Man wird nicht wirklich Mensch, ohne Schmerz zu erfahren. Auch wir können in dieser Stunde ein Beispiel für diese Treue zu Jesus sein. Es geht nicht nur um einen kostbaren Stein und ein goldenes Gefäß, sondern um eine Monstranz, die die Eucharistie bewahrt. Es geht darum, dass unser Leben immer mehr zu einer Monstranz für die Gegenwart Jesu in unserer Welt wird. Lasst uns um seine Gnade bitten, die uns erleuchtet: Diese Stunde ist für dich, Jesus.

Wir haben erkannt,dass Jesus der Messias ist. In seinem Namen wagen wir, zum Vater zu beten.

Jesus Christus,der in der Wahrheit der Messias ist, hat die Macht,uns den Frieden zu geben.

Selig,die auf den Lohn der Frömmigkeit hoffen und Gottes Auszeichnung erhalten.