Nach der Purifikation folgt noch ein Augenblick der Stille – zum Nachklingen und Aufnehmen der empfangenen geistlichen Impulse. Der Priester beendet die Stille mit der Einladung zum Gebet. Dann breitet er die Arme aus und richtet sich an Gott,den Herrn, und bringt ihm Dankbarkeit dafür zum Ausdruck,dass die Kirche mit dem Leib und dem Blut seines Sohnes gespeist wurde.
Darauf folgt die eigentliche Formel des Gebetes, zum Beispiel: Wir bitten dich ,lass uns durch deinen Geist dich nicht nur mit Worten und mit der Zunge bekennen,sondern auch mit Taten und in Wahrheit, damit wir würdig werden, in dein himmlisches Reich einzugehen.
Danach kommt die Standardformel der unersetzlichen Mittlerschaft Jesu. Durch Christus,unseren Herrn. So wie das Tagesgebet die Eingangsriten abschließt und wie das Gebet über die Opfergaben die Vorbereitung der Gaben vollendet,und wie das Gebet der Gläubigen die Wortliturgie beschließt – so gipfelt und endet in dem Gebet nach der heiligen Kommunion die gesamte eucharistische Feier.
Dieses Gebet ist zugleich Ausdruck der Dankbarkeit für das Geschenk der Eucharistie. als auch Erklärung ihrer Wirkung auf den Menschen: Erleuchtung, Heilung ,Reinigung und Stärkung der Sehnsucht nach dem Himmel. Dieses abschließende Gebet hat stets eine ähnliche Struktur: Andere, Bitte, Verpflichtung, Erwähnung des ewigen Lebens durch Christus und seinen Namen.
Nach der Anrede Gottes des Vaters reflektiert der Priester kurz über die göttliche Freigebigkeit, die sich im Geschenk des eucharistischen Brotes manifestiert hat. Denn es ist Gott, der Vater, der uns seinen Sohn, Jesus Christus, schenkt. Dann geht das Lob in eine Bitte über. Die Bitte, den Glauben nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu bekennen. Die Bitte um die Gaben ist zugleich eine Verpflichtung, sie anzunehmen und in den Alltag zu übertragen.
Doch das alltägliche Leben ist nur die Teststrecke für ein anderes Leben nach dem Tod. Deshalb fehlt auch die Sehnsucht nach dem Eingang ins himmlische Reich nicht – dessen Tor Jesus selbst ist. So führt alles durch Christus, unseren Herrn. Darum hilft das Gebet nach der heiligen Kommunion,die Frucht der gesamten Feier anzunehmen – im Bewusstsein der Gegenwart Gottes, seiner Freigebigkeit und seiner Barmherzigkeit.