Hl,Liudger, Bischof von Münster Joh 8,51–59

Jesus Christus, der uns die Heilsbotschaft Gottes verkündet hat,sei mit euch.

Freundlich, aufrichtig und bescheiden, entwickelte sich Liudger zu einem weisen geistlichen Führer, der viele Heiden bekehrte. Nach dem Einfall der Sachsen reiste er nach Rom und ließ sich in Monte Cassino ausbilden. Anschließend ließ er den Münsteraner Dom und drei Klöster errichten, von denen das in Werden die bedeutendste Ausbildungsstätte für Missionare war. Er wurde Bischof von Münster und ließ Pfarreien sowie weitere Kirchen gründen. Sein Leitprinzip war, dass das Gespräch mit Gott sogar Vorrang vor dem Kaiser habe, und diese Überzeugung zahlte sich für ihn aus.

Jesus, du kamst, um die Welt zu erneuern. Herr, erbarme dich unser.

Du hast dich für alle Menschen in den Tod gegeben. Christus,erbarme dich unser.

Du hast deine Botschaft unermüdlich verkündet. Herr, erbarme  dich unser.

Lebenslauf für die Meditation

Den Dingen Gottes Priorität einzuräumen, wird sich auszahlen.

Er wurde um 745 in Dokkum in Friesland in eine Adelsfamilie hineingeboren. Seine erste Ausbildung erhielt er an der Klosterschule in Utrecht. Anschließend ging er nach York in England, wo er Schüler des gelehrten Mönchs Alkuin wurde. Er erlangte umfassende wissenschaftliche und fromme Kenntnisse und gewann aufgrund seines freundlichen Wesens viele Freunde. Nach vier Jahren brach jedoch ein mörderischer Hass gegen die Friesen aus, nachdem ein friesischer Kaufmann im Zorn einen englischen Adligen ermordet hatte. Die Friesen retteten sich durch die Flucht, und Liudger war unter ihnen.

Er kehrte nach Utrecht zurück und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung in Köln 777 zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er in seiner Geburtsstadt, wurde aber bald zu einem eifigen Missionar in Friesland und später in Sachsen. 782 floh er erneut vor dem Einfall der heidnischen Sachsen unter der Führung Wittkinds. Damals besuchte er Rom und wurde von Papst Hadrian I. empfangen. Anschließend reiste er weiter nach Monte Cassino, wo er sich länger aufhielt, um die Regeln des Benediktinerordens kennenzulernen. Zu dieser Zeit ging Karl der Große gegen die Sachsen vor und unterwarf sie. Nach Kriegsende kehrte Liudger aus Italien in seine Heimat zurück und begann in Monastyr in Westfalen mit dem Bau einer Kirche, die er als Zentrum seiner Missionstätigkeit nutzen wollte. Weiter flussabwärts an der Ruhr, in Werden, gründete er später eine weitere Kirche.

Er gründete nach dem Vorbild von Monte Cassino ein Kloster bei Essen, von dem aus er Missionare nach Sachsen aussandte. Außerdem gründete er eine christliche Siedlung auf der Insel Helgoland.

Auf Empfehlung Alkuins wurde er zum ersten Bischof von Monastir ernannt, das später in Münster umbenannt wurde. Er zögerte mit der Bischofsweihe, da sein Herz der Missionsarbeit und dem Kloster galt, in dem er möglicherweise einige Zeit als Abt wirkte. Seine Bischofsweihe fand erst am 30. März 804 statt. Auch als Bischof lebte er so bescheiden wie möglich, fastete streng und war den Armen gegenüber großzügig. Er gründete vierzig Pfarreien in seiner Diözese und ließ Kirchen errichten. Neben dem Benediktinerkloster Werden gründete er auch die Abteien Helmstedt und Nottuln bei Münster.

Einige einflussreiche Leute, denen Liudgers Aktivitäten missfielen, verleumdeten ihn bei Karl dem Großen und behaupteten, er verschwende Kirchengelder. Der Kaiser ließ Liudger während des Stundengebets in den Tempel rufen. Der Bote kam der Bitte des Kaisers nach und erschien sofort, doch Liudger ignorierte ihn und kam erst nach dem dritten Aufruf, nach dem Ende des Gebets. Als der Kaiser ihn fragte, warum er nicht sofort gehorcht habe, rechtfertigte er sich damit, dass er mit Gott, seinem höchsten Herrn, gesprochen habe. Er erklärte, dass der Dienst an Gott edler und wichtiger sei als jegliche menschliche Betätigung. Deshalb hat er nicht gegen einen irdischen Herrn gesündigt und steht nun ganz in Gottes Dienst. Mit diesen Worten gewann er das Vertrauen des Kaisers zurück und besiegte zugleich seine Feinde.

Nachdem er in der Vergangenheit empfangen worden war, unternahm er Visitationsreisen, und auf einer dieser Reisen, in Billerbeck in Westfalen, übergab er seine Seele dem Herrn.

Wir  sind mit dem Geist Gottes gesalbt und haben die Heilsbotschaft empfangen. So dürfen wir wagen zu  beten. 

Der  uns ein Gnadenjahr der Freiheit  verkündete , wird  uns zugleich den Frieden geben. Zu ihm beten wir.

Selig, die in der Gnade Gottes bleiben und erlangen ,was uns verheißen ist.