Mittwoch der Karwoche Mt 26,14-25

Jesus Christus, der um den Preis  eines Sklaves  verraten wurde ,sei mit euch.

Eltern investieren oft viel Zeit und Kreativität in die Namenswahl für ihr Kind. Doch nicht alle Namen, die ihnen gefallen, sind erlaubt. In einigen Ländern gibt es Gesetze, die bestimmte Vornamen verbieten, wenn sie dem Kind schaden könnten, sei es durch einen komischen Klang oder durch negative Verbindungen. Beispielsweise werden Namen wie Porsche, Peppermint oder Pepsi als unangemessen angesehen. Auch Namen wie Unruhestifter, Luzifer, Satan oder Judas sind problematisch, da sie negative Assoziationen wecken.

Jesus,du hast mit deinen Aposteln das Ostermahl gefeiert. Herr,erbarme dich unser.

Du wolltest alles  erfüllen, wie es geschrieben steht. Christus, erbarme dich unser.

Du hast in allem den Willen des Vaters getan. Herr,erbarme dich unser.

Wer sein Kind Judas nennen möchte, trifft beim Standesamt auf Widerstand. Der Name Judas steht für Inloyalty und Verrat, insbesondere wegen Judas Iskariot, der Jesus verraten hat. Viele vergessen, dass der Name in biblischen Zeiten unbedenklich und weit verbreitet war. Unter den zwölf Aposteln gab es auch einen weiteren Judas: Judas Thaddäus, ein naher Verwandter Jesu. Zudem sollten wir Judas Makkabäus erwähnen, der im 2. Jahrhundert v. Chr. den jüdischen Aufstand gegen die Seleukiden anführte. Zu jener Zeit war Judas ein gängiger männlicher Vorname.

Der Name Judas Iskariot hat heute eine negative Bedeutung, weil Verrat als eines der schlimmsten Verbrechen gilt. Verrat bedeutet einen Bruch des Vertrauens und ist ein deutlicher Mangel an Treue. Ein bekanntes Beispiel sind Brutus und Cassius, die Julius Cäsar ermordeten. Jesus wurde nicht einfach umgebracht; es war der Sohn Gottes, und das nur für einen kleinen Gewinn: lediglich dreißig Silberlinge, die symbolisch für Judas‘ Belohnung standen. Diese dreißig Silberlinge hatten den Wert eines kleinen Feldes oder eines Esels, was ungefähr zwei- bis dreitausend Euro entspricht. Judas wird als Verräter, Geizhals und Heuchler angesehen.

Der italienische Dichter Dante Alighieri beantwortet diese Frage in seiner Göttlichen Komödie. In diesem Werk beschreibt er seine Reise durch die Hölle, die in insgesamt neun Kreise unterteilt ist. Im tiefsten Kreis, wo die Qualen am schlimmsten sind, trifft Dante auf Luzifer. Dieser droht, den Verräter Judas sowie die Mörder Brutus und Cassius zwischen seinen Zähnen zu zerquetschen. Diese erschreckende Szene hat die Maler zu verschiedenen Darstellungen inspiriert. Laut Dante wird Judas jedoch mit der strengsten Strafe bestraft.

Das Musical „Jesus Christ Superstar“ bietet eine eigene Sichtweise auf den Verrat. In dieser Interpretation wird Judas als Verräter dargestellt, weil er glaubt, dass Jesus in seiner Leidenschaft für den Kampf gegen die Römer den wahren Freiheitskampf vernachlässigt. Judas’ Beiname Iskariot deutet darauf hin, dass er zu den Sikariern gehörte, einer Gruppe, die für ihren Widerstand gegen die römische Besatzung bekannt war. Es stellt sich jedoch die Frage: Wenn Judas in die Hölle verbannt wird, warum werden dann nicht auch die anderen Jünger bestraft? Haben nicht auch sie ihren Herrn verlassen? Und hat Petrus nicht dreimal geleugnet, Jesus zu kennen, als er im Hof des Hohepriesters war? War das nicht auch Verrat und Vertrauensbruch? Es wäre unfair, nur Judas zu verurteilen, während die anderen elf Jünger, die in der entscheidenden Stunde ebenfalls versagten, weiterhin hoch angesehen sind und in vielen Kirchen sogar als Heilige verehrt werden.

Gehen wir weiter und betrachten wir die Tiefe dieser Thematik. Wer Judas verurteilt, sollte auch sein eigenes Verhalten reflektieren. In gewisser Weise trägt jeder von uns eine kleine Judas-Seite in sich. Verrat gehört zum menschlichen Leben. Der Psychoanalytiker Erich Fromm machte es einmal deutlich: „Wenn ich mich selbst betrachte, erkenne ich, dass ich wie andere bin. Ich bin sowohl Sünder als auch Heiliger; ich erlebe Hoffnung und Verzweiflung – ich bin einfach menschlich.“ Er hatte recht. Judas ist also kein Einzelfall, sondern sein Verhalten spiegelt uns alle wider. Der berühmte italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini sagte: „Ich glaube an die Gnade Jesu, der uns nicht mit kleinen Beträgen bedenkt, wie ich es tue.“ Gott ist nicht wie ein Pfennig. Er ist viel größer als unsere Herzen.“ In dem offenen Herzen Jesu dürfen wir unsere Verleugnungen und unseren Verrat ablegen. Lassen Sie uns dort unseren Namen als Christen reinigen und um Barmherzigkeit bitten, während wir selbst barmherzig sind.

Jesus Christus hat mit seinen Jüngern das Mahl gefeiert. Auf ihn vertrauen wir und beten zum Vater.

Den Herrn,der uns das Mahl seines Leibes und Blutes hinterlassen hat, wollen wir um seinen Frieden bitten.

Selig, die mit Jesus Christus zu Tische sitzen und treu  bleiben bis ans Ende.