Die heutige Liturgie stellt uns das Kreuz nicht nur als Thron des himmlischen Königs, sondern auch als Stuhl des göttlichen Lehrers dar. In einer seiner Predigten spricht der heilige Augustinus vom Kreuz als Schulraum, als Klassenzimmer. In dieser Predigt stellt er die Hoffnungslosigkeit der Jünger nach der Kreuzigung dem Eifer des guten Schächers gegenüber, der lernte, auf den Herrn zu hoffen. Augustinus sagt, die Jünger hätten ihren Meister vergessen, der gute Schächer aber habe seinen gefunden: „Dieses Kreuz war ein Schulraum; dort lehrte der Lehrer den Schächer. Das Kreuz, an dem er hing, wurde zum Stuhl, von dem aus er lehrte.“ Die Kraft der Karfreitagsliturgie entspringt dem stillen Blick dessen, der „die Last unserer Sünden am Kreuz trug“. Wir kommen in den Tempel, um den anzusehen, den wir durchbohrt haben. Und um ihm alles zu Füßen zu legen, was in unserem Leben zerbrochen ist. Und wir alle sprechen dasselbe Gebet: „Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.“ An diesem Tag, an dem überall tiefe Stille herrscht, fühlen wir uns alle mit dem reuigen Schächer.
Jesus Christus starb für uns. Er ist unser Mittler beim Vater. In seinem Namen wagen wir zu beten.
Selig, die eingehen in den Tod, der den Glaubenden zur Auferstehung geworden ist.