Jesus Christus,den Gott vor uns beglaubigt hat durch Machttaten,Wunder und Zeichen, sei mit euch.
Wir werden dem heutigen Evangelium aufmerksam zuhören, weil es uns eine wichtige Lektion fürs Leben lehrt. Es erzählt von der Begegnung zweier mürben Jünger mit dem auferstandenen Jesus.
Jesus,du hast den Jüngern,die auf dem Weg waren, dein Leben gedeutet.Herr, erbarme dich unser.
Du bist bei ihnen geblieben und hast mit ihnen das Brot gebrochen. Christus,erbarme dich unser.
Du hast uns den neuen Weg der Hoffnung auf die Herrlichkeit des Vaters gewiesen. Herr,erbarme dich unser.
Predigt
Die Jünger von Emaus waren von der Tragödie Jesu, seiner Kreuzigung, tief betroffen. Sie verließen Jerusalem, weil ihnen dort Jesu Tod am Kreuz noch immer vor Augen stand und sie dies zutiefst bekümmerte. Sie benötigten eine Erneuerung durch einen anderen Anblick. Doch der auferstandene Herr Jesus kam ihnen entgegen, und schließlich erlebten sie eine freudige Begegnung mit ihm. Eine so freudige Begegnung, dass sie unverzüglich nach Jerusalem zurückkehrten und innerlich verwandelt, den Aposteln verkündeten, dass Jesus lebte. Daher könnten wir dem heutigen Evangelium den Titel „Begegnung mit Jesus“ geben. Und die Begegnung mit Jesus kann auch das Thema unserer heutigen Betrachtung sein.
Und es geht so: Manche Gläubige beklagen, dass sie keine Freude an ihrem Glauben haben, dass ihre Gebete und Andachten trocken, langweilig, leblos und eintönig sind und dass sie ihre Religion nur aus Gewohnheit ausüben. Woran liegt das? Es liegt daran, dass sie die Begegnung mit Jesus verpassen. Und das gilt für jeden von uns.
Deshalb fragen wir: Wie können wir Jesus begegnen? Die Osterevangelien geben uns folgende Antwort:
Erstens müssen wir in unserem geistlichen Leben Passivität, Gleichgültigkeit und Trägheit ablehnen. Denken wir an Maria Magdalena und Maria, und die andere Maria, die frühmorgens zum Grab Jesu eilten, um seinen Leichnam einzubalsamieren. Unterwegs fragten sie einander: „Wer wird uns den schweren Stein wegrollen?” Doch der Stein war bereits weggerollt. Als sie in das Grab gingen, fanden sie zu ihrem großen Erstaunen den Leichnam Jesu nicht vor. Hilflos verließen sie das Grab. Da kam der auferstandene Jesus ihnen entgegen und sagte: „Ich grüße euch!“ Da fielen sie ihm voller Staunen zu Füßen, umfassten seine Füße und freuten sich sehr über die Begegnung mit ihm. Hätten sie diese Begegnung gehabt, wenn sie am Morgen eingeschlafen wären? Wenn sie nicht zum Grab gegangen wären? Wenn sie passiv, gleichgültig und träge gewesen wären? Ist Ihnen bewusst, dass jeder, der Jesus begegnen möchte, Passivität, Gleichgültigkeit und Faulheit ablehnen muss?
Ihr werdet sagen, dass ihr Passivität, Gleichgültigkeit und Faulheit ablehnen, sonst wärt ihr nicht hier bei dieser Heiligen Messe. Ihr habt Recht, aber das ist nicht alles. Dem heutigen Evangelium zufolge gibt es eine weitere Bedingung, die erfüllt sein muss, um Jesus zu begegnen.
Welche ist das? Ich betrachte die Jünger im heutigen Evangelium. Wie trugen sie zu dieser Begegnung mit Jesus bei? Sie baten ihn: „Bleib bei uns, denn es ist fast Abend und der Tag neigt sich dem Ende zu.“ Dies war eine aufrichtige und inständige Bitte. Und der Herr erhörte sie. Er setzte sich mit ihnen zu Tisch, nahm das Brot, segnete es, brach es und gab es ihnen. In diesem Augenblick erkannten sie ihn und erlebten eine freudige Begegnung mit ihm. Daraus folgt, dass die zweite Bedingung für unsere Begegnung mit Jesus das wahre, innige und lebendige Gebet ist. Sehnsucht mit Jesus zusammen zu sein.
Doch wie gelingt es uns, unser Gebet so lebendig zu gestalten? Der heilige Johannes Chrysostomus gibt uns die Antwort im Brevier der ersten Fastentage. Er schreibt: Denkt nicht, dass Gebet nur Worte sind. Gebet ist mehr als Worte. Gebet ist die Sehnsucht nach Gott. Deshalb beginnt der Psalmist des Alten Testaments sein Gebet mit den Worten: Wie der Hirsch nach dem Wasser der Quelle lechzt, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott. Die Sehnsucht nach Gott macht unser Gebet lebendig und gottgefällig. Wenn wir also beten oder das Vaterunser, das Ave Maria, das Glaubensbekenntnis oder einen Text aus dem Gebetbuch singen, lassen uns die Sehnsucht nach Gott in unser Gebet einfließen. Lasst uns denken: Gott, ich sehne mich nach dir. Die Sehnsucht nach Gott ist leichter zu erlangen als Liebe, Dankbarkeit, Lobpreis oder Anbetung. Die Sehnsucht ist der Ursprung aller anderen Regungen der Seele. Die Sehnsucht nach Gott ist der einfachste spirituelle Akt. Und doch genügt sie, um unser Gebet in ein lebendiges Gebet zu verwandeln. Die Art von Gebet, die der heilige Johannes Chrysostomus als unbeschreibliches Glück beschreibt, führt uns zur Begegnung mit dem Herrn Jesus. Das Beispiel des berühmten Sängers und Filmschauspielers Pat Boone bezeugt dies.
Pat Boone, mit über 30 Millionen verkauften Platten weltberühmt, schrieb in New Song, wie er unter Ungläubigen lebte, die den Glauben an Gott verachteten. Eines Tages besuchte ihn der Priester Herald Bredesen. Nach einem Gespräch gingen beide auf einen Berg bei Hollywood. Dort betete Bredesen stundenlang innig: Gott, ich sehne mich nach dir. Pat Boone war tief bewegt, betete mit ihm und verbrachte fünf Stunden im Gebet mit ihm. Danach sagte er, sein Leben habe sich völlig verändert: Seine Beziehungen hätten sich verbessert, und sein Glaube habe ihm neue Freude geschenkt. Er meinte, dies sei wertvoller als alle goldenen Schallplatten und Oscars.
Betrachten wir seine Aussage: „Alle goldenen Schallplatten und Oscars der Welt.” Wisst Ihr, wie viel Geld das ist? Können wir das jemals erreichen?
Aber wir, liebe Brüder und Schwestern, können laut Pat Boone noch mehr erreichen. Wir müssen nur Passivität, Gleichgültigkeit und Faulheit in unserem geistlichen Leben ablegen und unsere Gebete in lebendige Gebete verwandeln. Wenn wir von der Sehnsucht nach Gott erfüllt sind, können wir eine innige, persönliche Begegnung mit Jesus erleben und mit ihm glücklich sein.
Jesus Christus hat uns den Sinn der Schrift erschlossen. In seinem Namen dürfen wir zum Vater beten.
Christus musste leiden, um für uns den Frieden zu gewinnen. Um diesen Frieden bitten wir.
Selig, die den Herrn erkennen können, wenn er kommt zum ewigen Hochzeitsmahl.