Hl.Fidelis von Sigmaringen, Märtyrer, Joh 10,11-16

Jesus Christus,unser Guter Hirt,der die Seinen kennt, sei mit euch.

Fidelis von Sigmaringen, mit bürgerlichem Namen Markus Roy, wurde um das Jahr 1578 in Sigmaringen geboren, einer kleinen Stadt im heutigen Baden-Württemberg. Er stammte aus einer angesehenen Familie und erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung — er studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau und erwarb den Doktortitel in beiden Fächern.

Jesus, du hast im Tod den Tod überwunden. Herr, erbarme dich unser.

Du hast deinen Jüngern das Martyrium vorausgesagt. Christus,erbarme dich unser.

Du bist allen treu ,die dir treu sind. Christus,erbarme dich unser.  Einige Jahre lang arbeitete er als Rechtsanwalt, doch er wurde zunehmend von der Ungerechtigkeit des Rechtssystems desillusioniert und von seinen Kollegen als „Anwalt der Armen“ bezeichnet, weil er sich besonders für Mittellose einsetzte.

Um das Jahr 1612 trat er in den Kapuzinerorden ein und nahm den Ordensnamen Fidelis an — ein Name, der sein ganzes Leben zusammenfasst: Treue. Als Kapuziner lebte er mit großer Strenge, fastete regelmäßig, schlief wenig und pflegte eine intensive innere Gebetspraxis. Seine Mitbrüder berichteten, dass er stundenlang in der Kapelle verweilte, oft bis tief in die Nacht.

Als Priester und Prediger wurde er vor allem in der Schweiz eingesetzt, wo die Reformation tiefe Spuren hinterlassen hatte. Die Kongregation für die Glaubensverbreitung — die heutige Kongregation für die Evangelisierung — sandte ihn in die Graubündner Region, um dort die katholische Bevölkerung zu stärken und Andersgläubige zur Rückkehr in die Kirche einzuladen. Er predigte in zahlreichen Dörfern, oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen.

Am 24. April 1622 wurde er in Seewis im Prättigau von einer aufgebrachten Menge — nach manchen Quellen von calvinistischen Soldaten — getötet. Die Überlieferung berichtet, dass man ihm zuvor anbot, sein Leben zu retten, wenn er dem Calvinismus beitrete. Er soll geantwortet haben: „Ich bin nicht gekommen, um zu zweifeln, sondern um den Glauben zu bezeugen.“ Und dann wurde er erschlagen.

Papst Benedikt XIII. seligsprach ihn im Jahr 1729, und Papst Benedikt XIV. kanonisierte ihn im Jahr 1746. Er ist der erste Märtyrer, der von der Kongregation für die Glaubensverbreitung offiziell als solcher anerkannt wurde. Sein Gedenktag ist der 24. April — also morgen.

Wie beim heiligen Konrad von Parzham fällt auch hier auf, dass ein gebildeter, weltlich erfolgreicher Mann alles aufgegeben hat, um in der Schlichtheit des Ordenslebens das Wesentliche zu suchen — und am Ende das höchste Zeugnis gegeben hat, das ein Mensch geben kann.

Da Jesus,der Gute Hirt, unser Fürsprecher ist, dürfen wir es wagen, in seinem Namen zum Vater zu beten.

Der Gute Hirt sucht die Einheit und den Frieden. Wir bitten den Sohn Gottes,der die Seinen kennt.

Selig, die der Stimme des Guten Hirten folgen und hinfinden in das Reich des Vaters,