Archiv für den Monat: Mai 2026
Dienstag der 7. Osterwoche Joh 17,1-11
Jesus Christus,dem Macht gegeben ist über alle Menschen, sei mit euch.
Was wir im heutigen Evangelium hören werden, das ist, das letzte große Gebet Jesu. Jesus weiß: In wenigen Stunden kommt Judas. Dann Gethsemane. Dann das Kreuz.
Und für wen betet er in dieser Stunde? Für sich? Ja. Aber vor allem für uns.
Jesus, du hast durch dein ganzes Leben den Vater verherrlicht. Herr,erbarme dich unser.
Du hast das Werk der Rettung vollendet. Christus, erbarme dich unser.
Du bist für immer unser Fürsprecher beim Vater. Herr,erbarme dich unser.
1. Jesus betet für seine Herrlichkeit – und die kommt durch uns.
„Vater, die Stunde ist da: Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.“
Die „Stunde“ – das ist im Johannesevangelium immer das Kreuz. Das klingt erst mal verrückt. Herrlichkeit am Kreuz? Für die Welt ist das Scheitern, Schwäche, Ende.
Für Jesus ist es Herrlichkeit, weil dort sichtbar wird, wer Gott ist: einer, der sich nicht schont. Einer, der bis ins Letzte liebt.
Und dann sagt er etwas Unglaubliches: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“
Ewiges Leben beginnt nicht erst nach dem Tod. Ewiges Leben ist: Gott kennen. Jetzt. Mitten im Alltag, in Linz, im Büro, in der Familie, in der Krise. Eine Beziehung, die heute beginnt und nie mehr aufhört.
Jesus hat seinen Auftrag erfüllt: Er hat den Vater sichtbar gemacht. : „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast.“
Frage an uns: Machen wir Gott sichtbar? Durch unser Leben, unsere Worte, unseren Umgang mit anderen? Das ist unser Auftrag, wenn wir zu ihm gehören.
2. Jesus betet für seine Leute – weil er sie dem Vater anvertraut .
„Sie waren deins, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.“
Jesus zählt auf, was die Jünger richtig gemacht haben. Dabei wissen wir: Petrus wird ihn verleugnen. Alle werden fliehen. Thomas wird zweifeln. Und trotzdem sagt Jesus: „Sie haben erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.“
Das ist Gnade. Jesus sieht nicht zuerst unser Versagen. Er sieht den Glauben, der da ist, auch wenn er klein ist.
Und dann der für uns heute wichtigste Satz: „Ich bitte für sie. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für diejenigen, die du mir gegeben hast, denn sie gehören dir.“
Jesus betet für dich. Gerade jetzt. Im Himmel tritt er für dich ein, wenn du versagst, wenn du zweifelst, wenn du müde wirst. Er hat sich für uns eingesetzt. Du bist nicht allein mit deinem Glauben.
„Ich bin in ihnen verherrlicht. Jesus wird sichtbar in normalen Menschen wie dir und mir. Nicht in makellosen Heiligen, sondern in Leuten, die ihr Wort halten, vergeben und hoffen, wenn es keinen Grund mehr gibt.
3. Jesus betet für unsere Einheit – weil die Welt daran Gott erkennen soll
„Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.“
Jesus geht. Die Jünger bleiben. In einer Welt, die sie nicht versteht. In einer Welt voller Spaltung – damals zwischen Juden und Heiden, Römern und Griechen, Sklaven und Freien. Heute zwischen politischen Lagern, Konfessionen, Generationen, Meinungen.
Und Jesus betet nicht: „Vater, hol sie da raus.“ Er betet: „Erhalte sie in deinem Namen.“ Der Name Gottes – das ist sein Wesen, seine Treue, seine Liebe. Darin sollen wir bleiben.
„Dass sie eins seien wie wir.“ Wie ist Gott eins? Vater, Sohn und Geist – verschieden, aber völlig eins im Willen, in der Liebe, im Ziel. Keine Gleichmacherei. Sondern Einheit in Vielfalt.
Das ist Jesu Test für die Kirche: Wenn wir uns streiten, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen, dann sieht die Welt nichts von Gott. Wenn wir eins sind – nicht einig in allen Fragen, aber eins in der Liebe zu Jesus und zueinander – dann wird etwas von Gottes Wesen sichtbar.
Einheit ist kein Kuschelfaktor. Einheit ist Mission. Johannes 17,21 geht weiter: „damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“
Was nehmen wir mit?
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Du bist gewollt. Jesus sagt: „Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben.“ Bevor du dich für Gott entschieden hast, hat er sich für dich entschieden. Du bist kein Unfall in Gottes Reich.
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Du bist gehalten. Jesus betet für dich. „Heiliger Vater, erhalte sie.“ Wenn du das Gefühl hast, dass dein Glaube zu schwach ist – er trägt dich. Nicht du hältst Gott fest; er hält dich fest.
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Du bist gesandt. Wir bleiben in der Welt. Mit Auftrag: Eins sein. Nicht weil wir alle gleich denken, sondern weil wir zu demselben Herrn gehören. Wo kannst du diese Woche Einheit stiften? In der Familie? In der Gemeinde? Auf der Arbeit?
Jesus geht ans Kreuz. Aber er lässt uns nicht als Waisen zurück. Er gibt uns seinen Namen, sein Wort, und seinen Fürbitte-Dienst im Himmel.
Und irgendwann wird wahr, worum er am Ende von Johannes 17 bittet: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast.“
Bis dahin: Bleibt in seinem Namen! Bleibt beieinander. Dann wird die Welt etwas von der Herrlichkeit sehen, für die Jesus gebetet hat.
Jesus Christus hat uns den Namen des Vaters offenbart. Nach seinem Auftrag wagen wir zu sprechen.
Der Sohn Gottes,der Macht hat über die Menschen, kann uns seinen Frieden geben. Deshalb bitten wir.
Selig, die den einzigen und wahren Gott erkannt haben und das ewige Leben besitzen.
Hl.Johannes I., Papst, Märtyrer, Lk 22,24-30
Jesus Christus, der den Seinen das Reich zum Erbe gegeben hat,sei mit euch.
Jesus Christus, der den Seinen das Reich zum Erbe gegeben hat, sei mit euch.
Johannes I. war Papst von 523 bis 526 und gehört zu den frühen Märtyrerpäpsten der Kirche. Die Kirche verehrt ihn als einen Hirten, der auch in schwerer politischer Bedrängnis dem Glauben und der Wahrheit treu geblieben ist.
Jesus, du hast nicht auf die Meinungen von Menschen geachtet. Herr,erbarme dich unser.
Du hast in allem die Ehre des Vaters gesucht, Christus,erbarme dich unser.
unser. Du hast uns an Gnaden reich gemacht. Herr,erbarme dich unser.
Johannes I. lebte in einer Zeit erheblicher Spannungen zwischen dem arianischen Ostgotenkönig Theoderich und dem oströmischen Kaiser Justinian. Obwohl Papst Johannes selbst den Frieden suchte, wurde er von König Theoderich nach Konstantinopel geschickt, um dort in politischen und religiösen Fragen zu vermitteln. Der Papst erfüllte diesen schwierigen Auftrag mit großer Klugheit und Würde. In Konstantinopel wurde er mit außergewöhnlicher Ehre empfangen, weil man in ihm den Nachfolger des Apostels Petrus sah.
Doch nach seiner Rückkehr verdächtigte Theoderich den Papst des Verrats. Johannes I. wurde gefangen genommen und in Ravenna ins Gefängnis eingewiesen. Dort musste er Hunger, Krankheit und Demütigungen ertragen. Schließlich starb er im Jahr 526 an den Folgen der Haft. Darum verehrt ihn die Kirche als Märtyrer — nicht weil er direkt durch das Schwert getötet wurde, sondern weil er um seinen Glauben und seine Treue willen gelitten hat.
Das Leben des heiligen Johannes I. erinnert uns daran, dass wahre Größe oft in stiller Standhaftigkeit liegt. Er war kein mächtiger Herrscher, sondern ein Diener Christi, der auch unter Druck seinen Auftrag nicht verriet. Gerade in einer Welt voller Konflikte zeigt er, dass Frieden, Wahrheit und Treue zum Evangelium manchmal Opfer fordern.
Sein Zeugnis kann uns Mut machen:
Nicht jede Treue wird sofort belohnt, nicht jedes gerechte Handeln verstanden. Aber Gott vergisst keinen, der aus Liebe zu Christus standhaft bleibt.
Da seine Getreuen mit Christus in seinem Reich an einem Tische essen und trinken werden,wollen wir zum Vater beten.
Ehre und Ansehen gelten in dieser Welt. Größer ist der Friede, den Gott uns geben kann. Dafür wollen wir beten.
Selig,die in allen Prüfungen treu bleiben und im Reich Gottes zu Tisch sitzen dürfen.
Hl. Johannes Nepomuk, Priester, Mt 10.28-33
Gott,der Herr,der Leben schenken und ins Verderben stürzen kann, sei mit euch.
Sterne waren schon immer, sind und werden immer beliebt sein. Nachts blicken wir in den Himmel und sind fasziniert von ihrem Leuchten. Sie funkeln wie Diamanten und lassen uns Gottes Schöpfung bestaunen. Sterne sind etwas Besonderes. Das englische Wort für Stern ist „star“. Und wir lesen oft in Zeitungen über Stars und Sternchen oder hören in den Medien von ihren Auftritten und Shows. Wir bewundern die Sterne am Himmel und auch die hier auf der Erde.
Du wurdest den Heiden ausgeliefert. Herr,erbarme dich unser.
Sie haben dich ohne Zeugen verurteilt. Christus,erbarme dich unser.
Sie haben dich ohne Grund gegeißelt und mit Dornen gekrönt. Herr,erbarme dich unser.
Und manche von uns träumen davon, selbst ein Star zu werden. Kennst du den Walk of Fame? Er befindet sich in Los Angeles und ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen der Welt. Derzeit hat dieser Weg etwa 2.500 Sterne, die bedeutende Persönlichkeiten repräsentieren. Jeder Stern hat seinen eigenen Namen und darunter ein Symbol, das das Ziel veranschaulicht, das die Person erreichen wollte und, wie viele glauben, auch erreicht hat. Einen Stern dort zu haben, ist eine große Ehre und für viele ein Ziel, das sie einmal im Leben erreichen möchten.
Heute haben wir einen solchen Stern auf dem Walk of Fame. Der Name Johannes von Nepomuk ist darauf verewigt! Eine bekannte Geschichte von Eifersucht, Geheimnissen und Gewalt. Von der Beichte der Königin und dem Zorn ihres Mannes. Vom Beichtgeheimnis des Priesters. Es ist eine traditionelle Geschichte. Im wahren Leben ging es um die Ernennung von Bischöfen, Besitz, Rechte und Gerechtigkeit. Staat gegen Kirche. Früher oder später wurde es ein Kampf Mensch gegen Mensch. So war es immer, so ist es und so wird es immer sein. Der heilige Johannes Nepomuk steht schützend da, auf Brücken, an Bächen und Burggräben. Er blickt – wohlgemerkt – nicht auf die Menschen, sondern auf das Kreuz in seinen Armen. Er wird ein Stern bleiben, der das Licht Christi widerspiegelt.
Jeder ist dazu berufen, ein Stern am Himmel zu sein. Auch du bist dazu berufen! Das Symbol der Getauften ist eine leuchtende Lampe. Sie trägt Licht und bringt Licht. Das ist mein Ziel: zu leuchten. Das Licht Christi in mir zu tragen, für mich selbst und für andere zu leuchten. Und was bedeutet es, wenn das Licht Jesu in dir und durch dich leuchtet? Was sind deine Ziele? Wahrscheinlich die Schule abschließen und dann einen guten Job finden, viel Geld verdienen, erfolgreich sein, eine Familie gründen und gesund bleiben. Auch in deinen Wünschen und Bestrebungen findest du deine Ziele.
Liebe spielt dabei oft eine Rolle, im wörtlichen oder übertragenen Sinne. Für viele von uns ist Liebe wie eine Brücke zu Gott. Gott und Liebe gehören zusammen. Besonders Jesus und die Liebe. Als Jesus geboren wurde, leuchtete ein Stern auf. Ein Stern über Bethlehem. Und in diesem Stern lag auch eine Botschaft: Kommt zu Jesus, zum Sohn Gottes, zum Erlöser. Und wir sind uns sicher alle einig, dass Jesus ein Stern war und bleiben wird. So wie er lebte und liebte. Am Ende schien sein Stern erloschen zu sein, um für immer im Himmel Gottes zu leuchten. Aber nicht nur dort. Sondern auch in dir.
Durch die Taufe gehörst du Jesus Christus an. Mit der Firmung sagst du persönlich Ja zur Taufe und Ja, dass Jesus Christus in dir leuchten soll. Und wenn du Jesus in dir leuchten lässt, kannst auch du ein Licht sein. Natürlich wirst du nicht in Los Angeles berühmt, du wirst nicht in den Zeitungen oder im Fernsehen erscheinen. Dennoch kannst du von innen heraus leuchten und für viele wie ein kleiner Stern sein, ein Stern am Himmel des christlichen Glaubens, der mit Christus leuchtet. Wir möchten uns ermutigen, unseren christlichen Weg weiterzugehen und zu leuchten.
Johannes Nepomuk wurde im Barock zu einem Stern, zu einem Heiligen in ganz Mitteleuropa, im damaligen Habsburgerreich. Heute steht er auf vielen Brücken, über tödlichen Gewässern, in Kirchen, als derjenige, der mit Christus, dem Licht der Welt, leuchtete. Durch die Fürsprache des heiligen Johannes Nepomuk, Priester und Märtyrer, lasst uns um die Gnade bitten, mit Jesus zu leuchten.
Da Gott allein Macht hat über unser ganzes Leben, wollen wir um Schutz und Hilfe zum Vater beten.
Im Ansturm der Welt den Frieden bewahren kann, wer sich ganz in Gottes Hand gibt. So bitten wir den Herrn.
Selig, wer sich vor den Menschen zu Gott bekennt und eingeht in seine Herrlichkeit.
7. Sonntag der Osterzeit Joh 17,1-11
Gott ,unser Vater, der verherrlicht ist in seinem Sohn Jesus Christus,sei mit euch.
Liebe Schwestern und Brüder, wir befinden uns in den letzten Tagen der Osterzeit. Bald wird Pfingsten kommen. Und das Evangelium, das wir heute gehört haben, führt uns in einen ganz besonderen Moment – in das sogenannte hohepriesterliche Gebet Jesu. Jesus betet. Nicht für sich selbst – sondern für uns. Und dieses Gebet öffnet uns ein Fenster ins Herz Gottes.
Jesus, nach deiner Himmelfahrt verharrten deine Jünger einmütig im Gebet. Herr,erbarme dich unser.
Die in der Einheit mit dir leben,willst du zu gleicher Herrlichkeit führen. Christus,erbarme dich unser.
Du hast für die Kirche gebetet, dass sie in der Einheit mit dir bleibe. Herr, erbarme dich unser.
Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit dieser dich verherrlicht. (Joh 17,1) Das ist der erste Satz dieses Gebetes und zugleich ein Schlüssel zu seinem ganzen Sinn. Was bedeutet Verherrlichung hier wirklich? Nicht Ruhm im menschlichen Sinne, nicht äußere Macht, nicht Sieg über andere und auch nicht triumphierendes Auftreten. Die Verherrlichung Jesu zeigt sich im Kreuz – und in der Auferstehung. Gerade dort, wo menschlich gesehen Niederlage und Ohnmacht sichtbar werden, offenbart sich Gottes Herrlichkeit. Gott wird dort sichtbar, wo ein Mensch sein Leben für andere hingibt, wo Liebe sich bis zum Äußersten schenkt. Das ist die Logik des Evangeliums. Doch sie bleibt uns fremd, solange wir Größe mit Stärke verwechseln und Herrlichkeit nur dort erwarten, wo Menschen beeindrucken oder sich durchsetzen.
Dann sagt Jesus etwas, das uns tief berühren und lange in uns nachklingen sollte: Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. (Joh 17,3) Mit diesen Worten macht Jesus deutlich, dass ewiges Leben nicht einfach eine Belohnung ist, die man erst am Ende eines langen Weges erhält. Es ist vielmehr eine Wirklichkeit, die schon jetzt beginnt und gegenwärtig wird – und zwar in der Erkenntnis Gottes. Dieses Leben ist also nicht nur etwas Zukünftiges, sondern etwas, das bereits in der Beziehung zu Gott seinen Anfang nimmt. Und wenn in der Bibel von Erkenntnis die Rede ist, dann geht es nicht um bloßes Wissen oder um reine Information. Gemeint ist vielmehr Beziehung, Vertrautheit und Liebe. Man erkennt Gott nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen, so wie man einen geliebten Menschen erkennt: nicht durch abstrakte Definitionen, sondern durch echte Begegnung.
Der heilige Augustinus sagte: Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. Dieses Wort bringt den Kern des heutigen Evangeliums auf den Punkt und fasst seine tiefe Aussage eindrucksvoll zusammen. Der Mensch ist nicht einfach für sich selbst gemacht und nicht nur auf sich selbst hin ausgerichtet. Er ist auf Gott hin geschaffen. Und solange er diese Beziehung nicht lebt und in ihr steht, bleibt sein Herz unruhig, leer und suchend, weil ihm das fehlt, wofür es eigentlich bestimmt ist.
Dann betet Jesus für seine Jünger: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ (Joh 17,11) In diesem Gebet wird sichtbar, was Jesus am Vorabend seines Todes besonders am Herzen liegt: die Einheit seiner Jünger. Einheit ist dabei nicht als äußere Gleichförmigkeit gemeint, und auch nicht als das Auslöschen von Unterschieden oder Eigenheiten. Gerade das ist unerwünscht. Gemeint ist vielmehr jene tiefe Gemeinschaft, die dort entsteht, wo Menschen in Gott verwurzelt sind und aus dieser Verwurzelung leben.
Die Kirche ist deshalb nicht vor allem eine Organisation im üblichen Sinn. Sie ist in erster Linie eine Gemeinschaft von Menschen, die denselben Glauben teilen und in dieser Verbundenheit zusammengehören. Ihre Einheit entsteht nicht aus äußerem Zwang oder aus bloßer Ordnung, sondern aus der Beziehung zu Gott, die die Menschen miteinander verbindet. Gerade in diesem gemeinsamen Glauben und in dieser Verbindung zu Gott liegt ihr innerer Zusammenhalt. Daher ist die Kirche vor allem eine Glaubensgemeinschaft, in der die Menschen miteinander verbunden sind und zusammengehören.
Liebe Schwestern und Brüder, dieses Gebet Jesu gilt auch uns, ganz unmittelbar und heute. Er betet jetzt für uns, in diesem Augenblick, in dieser Messe. Er bittet den Vater, uns zu bewahren, uns zu heiligen und uns zu einen. Auf unserem Weg sind wir nicht allein. Hinter uns und an unserer Seite steht das Gebet dessen, der den Tod überwunden hat.
Nehmen wir dieses Geschenk an – nicht als fromme Idee, sondern als lebendige Wirklichkeit. Und antworten wir darauf mit dem Einzigen, das wir geben können: unserem Ja zu Gott in diesem Leben.
Im Namen Jesu Christi, der unser Fürsprecher beim Vater ist, wagen wir zu beten.
Jesus Christus ist verherrlicht bei seinem Vater. Um seinen Frieden dürfen wir bitten.
Selig, die mit Gott eins geworden sind und in seine Herrlichkeit eingehen dürfen.
Freitag der 6. Osterwoche Joh 16,20-23
Jesus Christus, der uns Freude schenken will, die niemand nehmen wird,sei mit euch.
Freude ohne Hoffnung ist bloßer Spaß, flüchtige Heiterkeit. Hoffnung ohne Freude ist keine Hoffnung. Hoffnung ist Hoffnung, weil wir etwas Freudvolles erwarten. Freude und Hoffnung gehören zusammen und bilden das wesentliche Kennzeichen eines Christen. Ohne diese Eigenschaften ist ein Mensch kein Christ.
Jesus, du willst all unsere Trauer in Freude verwandeln. Herr, erbarme dich unser.
Du wirst kommen, uns heimzuholen zum Vater. Christus,erbarme dich unser.
Du wirst alle Fragen und Rätsel unseres Lebens lösen. Herr,erbarme dich unser.
Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, und die Welt wird sich freuen.“ Der Herr sagt uns auch, dass es Probleme in unserem Leben geben wird, aber Traurigkeit wird sich in Freude verwandeln. Das ist die Hoffnung, die Christus gebracht hat.
Papst Franziskus : „Freude stärkt die Hoffnung, und Hoffnung gedeiht in Freude. Und so kommen wir voran. Doch beide christlichen Tugenden zeigen in der Haltung, die die Kirche ihnen vermitteln möchte, dass wir über uns selbst hinauswachsen. Ein fröhlicher Mensch verschließt sich nicht in sich selbst; die Hoffnung führt ihn hinaus, sie ist der Anker am Ufer des Himmels, der ihn hinausträgt. Lasst uns mit Freude und Hoffnung über uns selbst hinauswachsen.“
„Die menschliche Freude kann durch alles und jedes, durch jede Schwierigkeit geraubt werden“, erklärte Papst Franziskus. „Im Gegenteil, Jesus möchte uns eine Freude schenken, die uns niemand nehmen kann. Sie ist beständig. Selbst in den dunkelsten Stunden.“ Dies geschah auch bei der Himmelfahrt des Herrn: „Die Jünger, als der Herr ging und sie ihn nicht mehr sehen würden, blickten ihm mit auf ihn gerichteten Augen oder mit einer gewissen Traurigkeit nach. Doch die Engel weckten sie auf.“
Das Lukasevangelium berichtet: „Sie kehrten glücklich und voller Freude zurück.“ Und der Heilige Vater fügt hinzu: „Die Freude darüber, dass unsere Menschlichkeit zum ersten Mal in den Himmel eingegangen ist! Die Hoffnung, zu leben und den Herrn zu erreichen“, wird so, in seinen Worten, „zu einer Freude, die die ganze Kirche durchdringt.“ Papst Franziskus schloss seine Predigt mit den Worten eines Soldaten: „Möge der Herr uns diese Gnade großer Freude schenken, die Ausdruck starker Hoffnung sein kann, die in unserem Leben zur Freude wird. Und möge der Herr diese Freude und diese Hoffnung beschützen, damit uns niemand sie rauben kann.“
Mitten in der Bedrängnis dieser Welt wagen wir im Vertrauen auf Christi Wort, zum Vater zu beten.
Wenn uns Christus heimholen wird in sein Reich des Friedens, wird die Freude groß sein. Dazu bitten wir ihn.
Selig, die Gott sehen werden und deren Freude nicht mehr enden wird.
Unsere Liebe Frau von Fatima Lk 11,27-28
Jesus, der sagte: Ja,selig sind ,die das Wort Gottes hören und bewahren.
Das 20. Jahrhundert wurde durch die Marienerscheinungen von Fátima in die Geschichte der Marienverehrung eingeprägt. Es war das Jahr 1917, und ein Großteil der Welt litt unter den Folgen des Krieges. Während viele Länder einander bekämpften und versuchten, ihre Probleme mit Gewalt zu lösen, offenbarte die Jungfrau Maria in Portugal Kindern den Weg zum wahren Frieden.
Jesus, du bist der Sohn der Jungfrau Maria. Herr,erbarme dich unser.
Du hast deine Mutter zur Vollendung bei Gott geführt. Christus, erbarme dich unser.
Du führst auch uns in deiner Nachfolge zum Vater.Herr,erbarme dich unser.
Das Gebet, das die Kirche für die heutige Heilige Messe vorschlägt, beschreibt die Botschaft von Fátima: „Gott, du hast die Mutter deines Sohnes auch zu unserer Mutter gemacht. Gib, wir bitten dich, dass wir in Buße und Gebet für das Heil der Welt ausharren und das Reich Christi Tag für Tag wirksamer ausbauen können.“ Die Jungfrau Maria erklärte den drei Hirtenkindern, dass Christen ein Leben des Gebets und der Buße führen müssten, um den Frieden ihres Sohnes zu empfangen. Die Botschaft von Fátima ist wie ein Echo jener Worte Jesu zu Beginn seiner Predigt: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Vom Augenblick ihrer Begegnung mit der Jungfrau Maria an beteten Hyazinth, Franziskus und Lucia täglich den Rosenkranz und brachten Gott Opfer dar. Durch die Treue dieser drei Kinder zu Marias Bitte öffnete sich für viele Menschen auf der ganzen Welt der Weg der Hoffnung. Dank Fatima erfuhr die Verehrung des Heiligen Rosenkranzes einen neuen Aufschwung. Heute wenden sich viele Menschen diesem Gebet zu und fügen das hinzu, was Christi Mutter den kleinen Hirten lehrte: „O Jesus, vergib uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle und führe alle in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.“ Wie viel Trost finden wir Christen im Gebet des Heiligen Rosenkranzes! Es ist ein Gebet, das die Geschichte vieler Menschen verändert hat und auch unsere eigene verändern kann: Mütter und Väter, die inständig für die Bekehrung ihrer Kinder beten, Arbeitnehmer mit unsicheren wirtschaftlichen Aussichten, junge Menschen, die ihre Kraft dem Leben und der Weitergabe der Freude des Evangeliums widmen wollen …
Der Herr freut sich über unser Gebet. In seinen Händen hält er die Geschichte der Menschheit, zu der auch unsere persönliche Geschichte und die Geschichte der Menschen um uns herum gehören. In der Offenbarung des Johannes wird das Bild des Weihrauchs verwendet, um vom Gebet der Christen zu sprechen: „Und der Rauch des Weihrauchs stieg mit den Gebeten der Heiligen auf von der Hand des Engels vor Gott“ (Offenbarung 8,4). Durch unser beständiges Flehen wirkt der Herr in der Geschichte, um sie zu vollenden. Deshalb wollen wir lernen, im Gebet auszuharren. Maria möchte die Menschen lehren, ihrem Sohn zu vertrauen, auch wenn es manchmal so scheint, als höre er uns nicht. Bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa denkt Jesus nicht an ein Wunder, doch Maria beharrt auf ihrem Standpunkt: Sie sieht in den Worten ihres Sohnes keinen Aufruf zur Untätigkeit, sondern eine Einladung zum Mut. Deshalb beginnt er mit den Worten an die Diener: „Tut, was er euch sagt“ (Johannes 2,5). Und ein Wunder geschah.
„Maria, Lehrerin des Gebets. – Seht, wie sie in Kana in Galiläa mit ihrem Sohn fleht. Und wie sie ihn vertrauensvoll und beharrlich beschwört. Und welchen Erfolg sie hat. – Lernt daraus.“ Dieser Rat des heiligen Josemaría kann uns helfen, durch unser Gebet viele Gaben von unserem Herrn zu empfangen.
Marias Herz triumphiert über die Sünde …
Die Rede Unserer Lieben Frau von Fatima ist mit der Verehrung des unbefleckten Herzens der Mutter Gottes verbunden. „Mein unbeflecktes Herz wird siegen. Was bedeutet das? Dass ein für Gott offenes Herz, gereinigt durch die Betrachtung Gottes, stärker ist als Waffen und jede Art von Waffe. Marias Fiat, das Wort ihres Herzens, veränderte die Geschichte der Welt, denn sie brachte einen Erlöser in die Welt, denn dank dieses Ja konnte Gott Mensch werden in unserer Welt, und so bleibt er jetzt und in Ewigkeit.“
Die Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Fatima sprechen von der Gefahr, die die Menschheit bedroht, wenn sie das Gebet aufgibt. Die Jungfrau Maria möchte jedoch nicht, dass wir in eine pessimistische Geschichtssicht verfallen. Ihr Herz siegt: Indem wir die Beständigkeit ihres Dialogs mit Gott nachahmen, können wir die Sünde, das größte Übel, vermeiden. Wir finden jene „Kraft, die der Macht der Zerstörung entgegenwirkt: die Schönheit der Mutter Gottes und den Aufruf zur Umkehr, der stets von ihr ausgeht. Dadurch wird die Bedeutung der menschlichen Freiheit hervorgehoben: Die Zukunft ist nicht unabänderlich bestimmt, und das Bild, das die Kinder sahen, ist kein vorhergesehener Film der Zukunft, in dem nichts geändert werden kann. Vielmehr dient die gesamte Vision dazu, die Aufmerksamkeit auf die Freiheit zu lenken und sie in eine positive Richtung zu weisen.“
Unser einfaches und inniges Gebet verbindet uns mit der Geschichte; es ist weder die Naivität derer, die die Probleme nicht kennen, noch die Gleichgültigkeit derer, die nur ihr Gewissen beruhigen wollen. Die Litaneien des Rosenkranzes beispielsweise verbinden uns mit den Leidenden: den Kranken, den Sündern, den Migranten usw. Indem wir für sie beten, fühlen wir uns verantwortlich, ihnen mit Gottes Hilfe Trost zu spenden. Wir können uns an Unsere Liebe Frau von Fatima wenden, wie der selige Álvaro del Portillo: „Wir wollen in dein unbeflecktes Herz aufgenommen werden. So werden wir die Freude und den Frieden der Kinder Gottes erfahren. Lass alles, was dich schmerzt, auch uns schmerzen. Und wenn wir in dein liebendes Herz eintreten, wirst du uns in das Herz deines Sohnes aufnehmen.“
Wir sind berufen, Gottes Wort zu hören und es zu befolgen. Wir wollen Gott dafür danken und beten mit den Worten Jesu.Der Geist der Wahrheit ist ein Geist ein Geist des Friedens.Um ihn bitten wir den Herrn.
Selig ,die in der Wahrheit Leben und das. Kommende empfangen,das uns verheißene die ist.
Bitttag 2026 Mt 10,17-22
Gott,der Herr,der unser Vater im Himmel ist und uns den Heiligen Geist geben will,sei mit euch.
Die Kirche kennt besondere Tage, an denen sie innehält und ihre Hände ausbreitet – nicht in Triumph, sondern in Bitte. Der Bittag ist ein solcher Tag. Er erinnert uns daran, dass wir nicht Herren unseres Lebens sind, sondern Empfänger. Dass hinter jedem Stück Brot, hinter jeder Ernte, hinter jedem Atemzug eine Güte steht, die nicht von uns kommt.
Jesus, du nimmst unsere Bitten an, weil du uns deine Freunde genannt hast. Herr,erbarme dich unser.
Du liebst uns, weil du uns erlöst hast. Christus,erbarme dich unser.
Du schenkst uns Hoffnung, damit wir nicht verzagen. Herr,erbarme dich unser.
Im Evangelium sagt Jesus: „Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet.“ (Mt 7,7) Diese drei Worte – bitten, suchen, anklopfen – sind keine Garantie für ein bequemes Leben. Sie sind eine Einladung zur Beziehung. Gott will nicht, dass wir schweigen. Er will, dass wir kommen – mit unserer Not, mit unserer Unsicherheit, mit unserer Angst vor der Zukunft.
Der heilige Augustinus schrieb: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Der Bittag ist genau dieser Moment der Unruhe, der sich Gott zuwendet. Wir kommen nicht mit Verdiensten. Wir kommen mit leeren Händen – und das ist genug. Denn Gott füllt leere Hände, nicht volle.
In der bäuerlichen Tradition war der Bittag ein Bittgang über die Felder – die Gemeinde zog durch die Fluren, betete für die Ernte, für das Vieh, für das Wetter. Diese Geste hatte eine tiefe Weisheit: Der Mensch tritt aus dem Haus, geht durch die Schöpfung und erkennt, dass er Teil von ihr ist – nicht ihr Besitzer. Die Erde gehört Gott. Wir sind ihre Hüter.
Heute bringen wir andere Sorgen mit. Krankheit, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Unsicherheit in der Arbeit, Angst um die Kinder. Der Bittag sagt uns: Bring alles vor Gott. Nicht, weil er es nicht weiß – sondern weil das Aussprechen selbst heilend ist. Weil der Mensch, der bittet, aufhört, allein zu tragen.
Liebe Schwestern und Brüder, gehen wir heute mit offenen Herzen vor Gott. Bitten wir für uns, für unsere Familien, für unsere Gemeinde, für die Welt. Und vertrauen wir darauf, dass derjenige, der die Lilien des Feldes kleidet und die Vögel des Himmels nährt, auch uns nicht vergessen hat.
Sieben Bitten an den Vater hat uns der Herr befohlen. In seinem Namen wagen wir , zum Vater zu beten.
Zu den Früchten, um die wir bitten,gehört jener Friede, den nur Gott uns geben kann. Um ihn bitten wir.
Selig, die sich keiner Bitte verschließen und vom Vater der Barmherzigkeit erhört werden.
Montag der 6. Osterwoche Joh 15,26-16,4
Jesus Christus, der uns vom Vater den Beistand sendet, sei mit euch.
Jesus sagte uns heute: Wenn der Tröster kommt. Es ist wichtig, dieses Wort im Kontext seines griechischen Ursprungs zu betrachten. Tröster ist eine Übersetzung des griechischen Wortes „para kaleo“ – der, den ich zu mir rufe – und wird im Lateinischen mit „Fürsprecher“ oder „Anwalt“ wiedergegeben. Ich rufe jemanden zu mir, der mich tröstet und verteidigt.
Jesus,du hast uns den Tröster, den Heiligen Geist gesandt. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns zu Zeugen deines Wortes bestellt. Christus,erbarme dich unser.
Du öffnest die Herzen der Menschen für deine Botschaft. Herr,erbarme dich unser.
Wer ist er?
Der Tröster, von dem Jesus spricht, ist die dritte göttliche Person. Er ist die Liebe des himmlischen Vaters und Jesu. Der Tröster soll in das Leben eines Menschen gerufen werden – das ist die Bedeutung seines Namens. Wenn ich meinen Fürsprecher nicht rufe, bleibe ich allein und erkenne seine Macht nicht. Er ist auch der Geist, der das Böse in der Welt entlarvt und offenbart. Der Geist der Wahrheit und der Wahrheit ist die volle Offenbarung Gottes. Wer er ist und wie Gott ist.
Der Geist der Welt, der Teufel, will uns einreden, dass Gott der Feind des Menschen ist. Er ist der Vater der Lüge und hat den Wunsch, uns glauben zu machen, dass Gott nicht unser Wohl will und uns zu etwas zwingt. Jesus offenbarte uns das wahre Antlitz des Vaters. Mit seinem Tod besiegelte er diese Wahrheit: Wir sind geliebt, ungeachtet dessen, wie die Welt uns beurteilt. Gott liebt uns bedingungslos. Diese Wahrheit bekräftigt der Heilige Geist immer wieder. Er wirkt durch Menschen, die offen für sein Wirken sind. Das Zeugnis der Jünger stammt nicht von ihnen selbst, sondern ist eine Offenbarung des Geistes des Trösters. Die Gerechten sind nicht glücklich, weil sie leiden, sondern weil sie durch ihr Leiden die Wahrheit bezeugen.
Wir haben den Geist der Wahrheit empfangen. In diesem Geist wagen wir, zum Vater zu beten.
Vom Geist der Wahrheit, den der Vater uns sendet, empfangen wir den Frieden, um den wir nun bitten.
Selig, die nicht zu Fall kommen und in der Wahrheit ausharren bis ans Ende.
Samstag der 5. Osterwoche Joh 15,18-21
Jesus Christus,der uns aus der Welt auserwählt hat, sei mit euch.
In diesen Tagen haben wir Jesus seine Jünger das Gebot der brüderlichen Liebe lehren hören: Sie sollen seinem Beispiel folgen, einem Vorbild, das der Welt helfen wird, Jesus und seine rettende Botschaft zu erkennen und anzunehmen. Gleichzeitig warnt er sie jedoch vor der Macht, die dieser Liebe entgegensteht, und vor dem Hass, der in der Welt herrscht.
Jesus,du hast den Hass und die Verfolgung der Welt ertragen. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns aus der Welt für dein Reich erwählt. Christus,erbarme dich unser.
Du hast uns auf den Weg des Kreuzes gerufen. Herr,erbarme dich unser.
Jesus wurde zum Ziel dieses Hasses, und so wird es auch seinen Jüngern ergehen. Sie sollten sich jedoch weder wundern noch fürchten. Verfolgung ist kein Fluch und kein Grund aufzugeben, ganz im Gegenteil. Der Meister hatte ihnen bereits gesagt: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und fälschlich allerlei Böses über euch reden; freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel“ (Mt 5,11-12).
Die von Gottes liebenden Händen als gut geschaffene Welt leidet unter dem Einfluss des Bösen und unserer Sünden und scheint dem Abgrund entgegenzusteuern. Doch über allem steht die rettende Lehre Christi: Wenn die Jünger sie treu verkünden, wird die Welt den Weg des Hasses gegen ihren Schöpfer verlassen und gerettet werden. Jesu Worte an Nikodemus erfüllen uns mit Hoffnung: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um die Welt zu verurteilen, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,16-17).
Gewiss, wie der heilige Josemaría schrieb: „Satans ‚Non serviam‘ – ‚Ich habe die Absicht, dir nicht zu dienen‘ – war allzu fruchtbar. Verspürst du nicht diesen großzügigen Impuls, jeden Tag mit dem Wunsch zu beten und zu handeln die Worte zu sprechen: ‚Serviam‘ – ‚Ich will dir dienen, ich will dir treu bleiben!‘ –, die an Fruchtbarkeit jenen Schrei der Rebellion übertreffen wird?“ (Der Weg, 413). Jesus lädt uns ein, inmitten der Welt seine Zeugen zu sein, fest im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Und wenn wir jemals eine Ablehnung der Botschaft des Evangeliums erfahren, lasst uns an die Worte des Meisters denken: „Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr“ und an sein festes Versprechen: „Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht“ (Offb 2,7).
Da wir durch Jesus Christus den Vater kennen,dürfen wir als seine Kinder zu ihm beten.
In der Welt, in der wir leben, ist viel Unfriede. Frieden finden wir nur bei dem, der uns erwählt hat. Wir bitten ihn.
Selig, die festhalten am Wort des Herrn und zu dem gelangen,der ihn gesandt hat.
Muttertag
Liebe Schwestern und Brüder,
heute feiern wir den Muttertag – einen Tag, an dem wir innehalten und jenen Frauen danken, die uns das Leben geschenkt haben. Doch die Kirche lädt uns ein, tiefer zu schauen als nur auf die menschliche Mutterschaft. Sie lädt uns ein, in jeder Mutter ein Abbild jener Liebe zu erkennen, die Gott selbst für uns hegt.
Im Buch der Sprichwörter lesen wir von der Frau, die ihrem Haus Kraft und Würde verleiht, die ihre Hände ausstreckt nach den Armen und deren Kinder aufstehen und sie seligpreisen. Diese Frau ist kein Ideal aus einer fernen Welt – sie ist die Mutter, die früh aufsteht, die in der Nacht wacht, die schweigt, wenn sie weinen möchte, damit ihre Kinder schlafen können.
Aber Mutterschaft ist nicht nur eine biologische Wirklichkeit. Der heilige Paulus schreibt an die Galater: „Meine Kinder, um euretwillen leide ich wieder Geburtswehen.“ Ein Mann schreibt das – und doch nennt er sich Mutter. Denn Mutterschaft bedeutet im tiefsten Sinne: für einen anderen Menschen leiden, wachsen, sich hingeben. Es ist die Bereitschaft, das eigene Leben zum Geschenk zu machen.
Und Maria – sie steht am Gipfel dieser Mutterschaft. Unter dem Kreuz, wo alle flohen, blieb sie. Nicht weil sie stark war, sondern weil Liebe nicht flieht. Jesus gibt ihr Johannes – und in ihm uns alle – als Sohn. In diesem Moment wird sie zur Mutter der ganzen Kirche, zur Mutter jedes Menschen, der nach Gott sucht.
Liebe Schwestern und Brüder, danken wir heute unseren Müttern – nicht nur mit Worten, sondern mit dem Entschluss, selbst mutterlicher zu werden: zärtlicher, geduldiger, bereiter zu vergeben. Denn die Welt wird nicht durch Macht verändert, sondern durch Liebe – jene stille, beharrliche Liebe, die eine Mutter kennt.
Freitag der 5. Osterwoche Joh 15,12-17
Jesus Christus,der uns nicht Knechte,sondern Freude genannt hat,sei mit euch.
Liebe ist ein Wort, das wir häufig verwenden, besonders wenn wir positive Gefühle ausdrücken wollen. „Ich liebe Schokolade“, seufzen wir im Süßwarenladen. „Ich mag diese Autos“, sagt ein junger Mann, fasziniert von den Rennwagen auf der Rennstrecke. „Hast du Evas neue Frisur gesehen?“, fragt eine Bekannte. „Die ist ja toll!“ Doch als Jesus uns gebietet, einander zu lieben (Johannes 15,12), verwendet er das Wort „Liebe“ in einem anderen, viel spezifischeren Sinn. Was bedeutet „Liebe“ für ihn?
Jesus,du hast für uns dein Leben dahingegeben. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns erwählt,damit unser Leben fruchtbar wird. Christus,erbarme dich unser.
Du bist in deiner Herrlichkeit unser Mittler beim Vater. Herr,erbarme dich unser.
Die Liebe, von der Jesus spricht, geht über Gefühle und Emotionen hinaus. Sie schließt Gefühle zwar mit ein, aber im Kern ist sie eine Liebe, die sich bewusst für das Wohl des anderen entscheidet. Lieben wie Jesus bedeutet, alle Menschen ohne Unterschied und ohne Bedingungen zu lieben. Denken wir daran: Jesus liebte den Menschen, die Schöpfung des Vaters, so sehr. Er gab sein eigenes Leben hin, um uns mit Gott zu versöhnen und uns von Sünde und Tod zu befreien. Täglich sollten wir über die Liebe nachdenken, die im Mittelpunkt Jesu Opfer steht, denn sie ist die Grundlage unserer Fähigkeit, Gott und unsere Nächsten zu lieben. Wir sollten Gott all unsere Ausreden und Argumente vortragen, warum wir manche Menschen nicht lieben können. So können wir von ihm das Licht seiner Gnade und Großzügigkeit empfangen. Derjenige, der um unseretwillen verraten, verachtet und abgelehnt wurde, wird uns gewiss seine Liebe schenken, die wir mit unseren Nächsten teilen können – wenn wir es denn wollen.
Lasst uns heute unsere Liebe betrachten und nach Gelegenheiten suchen, Jesu Gebot zu befolgen, andere so zu lieben, wie er uns liebt. Wie kannst du deine Liebe zu den Menschen um dich herum ausdrücken – besonders zu denen, die dir schwerfallen zu lieben? Was kannst du heute tun, um Jesus ein Stück ähnlicher zu werden? Fallen dir gute Taten ein, die du heute vollbringen könntest? Welche Verletzungen könntest du heute vergeben? Welche Gefälligkeiten könntest du erweisen? Gib nicht auf! Bleib beim Herrn und beharre darauf, sein Gebot der Liebe zu befolgen. Deine Bemühungen werden sich in Freude verwandeln!
Da wir erwählt sind durch Jesus Christus, dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Sind wir Christi Freunde, so schenkt er uns seinen Frieden,um den wir ihn bitten.
Selig, die einander lieben und Frucht bringen, die bleibt für das ewige Leben.
6. Sonntag A der Osterzeit Joh 14,15-21
Jesus Christus,der den Vater bittet, uns den Geist als Beistand zu schicken, sei mit euch,
Ihr habt miterlebt, wie manche Menschen ihrer Religion gegenüber sehr leichtfertig den Rücken gekehrt haben. Vielleicht, weil sie die Religion nicht in ihrer Tiefe erfahren haben. Sie kennen nur die Oberfläche und haben sie nicht ausreichend gewürdigt.
Jesus, du hast deine Apostel von Jerusalem in alle Welt ausgesandt. Herr,erbarme dich unser.
Du bist in den Tod des Kreuzes hineingegangen. Christus,erbarme dich unser.
Du hast uns den Geist verheißen, der in deiner Kirche bleiben wird. Herr,erbarme dich unser.
Das heutige Sonntagsevangelium führt uns zu einer tiefen Erfahrung unserer Religion. Hier stellt uns der Herr Jesus eine tiefe Religion als eine herzliche, persönliche Beziehung zwischen ihm und den Gläubigen dar, die auch durch seine Himmelfahrt nicht unterbrochen wird, denn er sagte: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibe in Ewigkeit – den Geist der Wahrheit …“
Dieses Versprechen Jesu weist auf ein wesentliches Merkmal einer tiefen Religion hin. Solange Jesus mit seinen Jüngern zusammen war, bestand zwischen ihnen eine tiefe, persönliche Beziehung. Erinnern wir uns daran, wie er zu ihnen sagte: „Ich nenne euch nicht Knechte, sondern Freunde.“ Und sie antworteten ihm: „Siehe, wir haben alles für dich verlassen.“ Sie waren stets bei Jesus, lauschten seinen Lehren, fragten ihn nach der Bedeutung seiner Gleichnisse, erlebten seine Liebestaten und Wunder mit und erfuhren seine Güte. So herrschte zwischen ihnen und Jesus vollkommene Harmonie, eine wunderbare Freundschaft und tiefe Liebe.
Glaubt ihr wirklich, dass dies die glücklichste Zeit im Leben der Apostel gewesen sei, als Jesus in menschlicher Gestalt unter ihnen war? Ihr irrt euch. Jesus selbst hatte ihnen nämlich gesagt: „Es wird für euch besser, wenn ich gehe, denn ich werde euch den Heiligen Geist senden.“ Und so geschah es, als am zehnten Tag nach der Himmelfahrt Jesu der Heilige Geist auf die Apostel herabkam. Von diesem Augenblick an war Jesus, der nicht mehr in menschlicher Gestalt bei seinen Jüngern war, ihnen im Heiligen Geist gegenwärtig.
Dies hatte jedoch einen Nachteil für die Jünger Jesu. Sie konnten Jesus nicht mehr sehen, nicht mehr zu seinen Füßen sitzen, nicht mehr mit ihm speisen, nicht mehr mit ihm durch die fruchtbaren Felder wandern oder auf dem See Genezareth rudern. Sie konnten ihm keine Fragen mehr stellen und seinen Erklärungen nicht mehr zuhören. Doch dieser Nachteil wurde durch einen viel größeren Vorteil aufgewogen, ja sogar übertroffen. Der Heilige Geist lehrte sie überall und jederzeit, gab ihnen Eingebungen und Weisungen und inspirierte sie, wie sie handeln sollten – ob im Tempel, im Abendmahlssaal, in einem Privathaus oder auf dem Marktplatz, ob morgens, mittags, abends oder nachts. Die Eingebungen des Heiligen Geistes waren so deutlich, dass die Apostel bei der Beratung über die Aufnahme der Heiden in die Kirche auf dem Apostelkonzil in Jerusalem in ihrer Erklärung die Formulierung „Der Heilige Geist und wir haben es beschlossen” verwendeten. Erkennt ihr daran, wie eng die Apostel mit dem Heiligen Geist Jesu zusammenarbeiteten? Noch enger und wirksamer als je zuvor hatten sie mit Jesus selbst zusammengearbeitet, denn jeder von ihnen trug den Heiligen Geist in sich. Der Heilige Geist inspirierte sie mit dem, was der menschliche Mund Jesu nicht ausdrücken konnte. Die Erfahrung des Heiligen Geistes war somit für sie heilsamer als die Erfahrung Jesu im menschlichen Leib.
Und nun lasst uns so denken: Auch uns steht dieser vorteilhafte Weg der Gegenwart Jesu offen. Wir können durch den Heiligen Geist mit Jesus vereint werden. Das Licht des Heiligen Geistes Jesu kann uns unterweisen, seine Kraft kann uns vollenden, seine Liebe kann uns eins machen. Wann immer und wo immer wir ihn um Rat fragen können, können wir ihn bitten, ihm danken, uns an ihm freuen und sogar die wunderbare Erfahrung der Gegenwart des Heiligen Geistes Jesu in uns erfahren.
Damit auch wir diese enge Verbindung mit dem Heiligen Geist erfahren können, lasst uns folgendermaßen vorgehen: Lasst uns zunächst von der Sünde und der Anhänglichkeit an weltliche Vergnügungen befreien, denn Sünde und Selbstsucht hindern den Herrn Jesus daran, uns mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen.
Lasst uns dann Momente der Stille in unserem Leben suchen. Lasst uns unsere Sorgen und Nöte für einen Augenblick beiseitelegen und uns auf Gottes Gegenwart konzentrieren. In diesem Moment der Stille lasst uns erkennen, dass Gott uns nahe ist, dass wir in ihm leben, uns in ihm bewegen, in ihm sind. Wir können zwar ein feines Haar auf der Zunge und ein winziges Staubkorn im Auge spüren, aber nicht die Radiowelle, die durch unsere Zunge und unser Auge dringt. Wir nehmen sie nur wahr, wenn wir ein Transistorradio einschalten. Ähnlich verhält es sich mit der Gegenwart des Heiligen Geistes. Wenn wir ihn spüren wollen, müssen wir durch Glauben eine Verbindung zu ihm herstellen. Etwa so: „Ich glaube, Herr, dass du durch deinen Heiligen Geist in mir gegenwärtig bist. Ich glaube, dass ich in dir bin. Erfülle mich bitte mit der Erfahrung deiner Gegenwart.“ Und dann lasst uns schweigen. Lasst uns lange schweigen und uns nach der Erfahrung des Heiligen Geistes sehnen. Selbst wenn diese Erfahrung nicht eintritt, ist ein Moment der Stille nicht vergeblich, so wie es nicht vergeblich ist, zumindest bis zum Hang eines Berges zu steigen, wenn wir es nicht bis zum Gipfel schaffen. Lasst uns glauben, dass der Herr Jesus uns nach vielen Wiederholungen mit der Erfahrung des Heiligen Geistes erfüllen wird, sodass wir dann lange Zeit davon leben können.
In der weltberühmten theologischen Fachzeitschrift Concilium schreibt Professor Kilian McDonnell über einen katholischen Ökonomen, der sich nach der Erfahrung des Heiligen Geistes sehnte. Zunächst befreite er sich von Sünden und egoistischen Vergnügungen, dann suchte er Momente der Stille, in denen er Gott um dieses Geschenk bat. Eines Tages fuhr er mit dem Auto in eine ferne Stadt. Er war allein im Wagen, der Motor summte leise unter der Motorhaube und die Autobahn war ruhig. Er dachte: „Mein Jesus, du weißt, wie sehr ich mich danach sehne, die Gegenwart deines Heiligen Geistes in mir zu spüren. Ich glaube fest daran, dass du mir diesen Wunsch eines Tages erfüllen wirst.“ Mit diesem Gedanken im Kopf fuhr er ruhig weiter. Nach einer Weile überkam ihn ein Gefühl unermesslicher Glückseligkeit. Er hielt am Straßenrand an und spürte in der Stille des Wagens, wie Welle um Welle der Liebe des Heiligen Geistes ihn durchdrang. Voller Freude wiederholte er: „Er liebt mich.” Ich spüre es. Und seine Liebe war grenzenlos. Er spürte Gottes Gegenwart so nah und seine Berührung so kraftvoll, dass er sich vornahm, sich in seinem Leben nie mehr durch Sünde von ihm zu trennen. Deshalb wiederholte er in der Stille des Wagens: „Danke, Jesus, ich freue mich unbeschreiblich, dass du wahrhaftig in mir bist und ich in dir.“ Freudentränen glänzten in seinen Augen. Fast eine Stunde lang verweilte er in diesem seligen Gefühl. Dann wischte er sich die Tränen ab und setzte seine Reise voller Glück fort. Von da an veränderte sich sein Lebensstil. Jeden Tag fand er einen Moment für Jesus. Er betete inbrünstig. Er veränderte sein Verhalten gegenüber anderen Menschen. Er wurde aufmerksam, freundlich und geduldig mit allen. Kurz gesagt, dieser Mann der modernen Welt wurde ein glücklicher Mensch. (Vgl. Kilian McDonnell: Die Erfahrung des Heiligen Geistes in der katholischen Erneuerungsbewegung. In: Concilium, Benzinger – Grünewald, Mainz, Oktober 1979, S. 113–121; englische Übersetzung).
Sagt mir, Brüder und Schwestern, habt ihr jemals den Mut aufgebracht, eine solche religiöse Erfahrung zu machen? Habt ihr jemals den Mut aufgebracht, eine solche religiöse Erfahrung zu machen? Oder habt ihr Religion bisher nur als offizielle Pflicht, als verbindliche Familientradition oder als angenehme, formale Sitte verstanden? Spürt ihr nicht in diesem Augenblick, dass auch ihr den Heiligen Geist Jesu tiefer und persönlicher erfahren könntet? Dann wäre Religion für euch ein solches Glück, dass ihr es für kein Geld der Welt eintauschen würdet. Und so bitten wir dich, lieber Jesus: Lass uns manchmal die Gegenwart deines Heiligen Geistes spüren, den du uns bei der Taufe geschenkt hast. Lass unseren Glauben zu einer innigen, persönlichen Beziehung mit dir wachsen. Amen.
Jesus Christus hat den Vater gebeten, uns den Beistand des Geistes zu senden. In diesem Geist dürfen wir beten.
Der Herr lässt uns nicht als Waisen zurück. Daher dürfen wir um seinen Frieden bitten.
Selig, die Gott kennen und eingehen dürfen in das Reich seiner Herrlichkeit.
Donnerstag der 5. Osterwoche Joh 15,9-11
Jesus Christus, der uns liebt, wie der Vater ihn geliebt hat,sei mit euch.
Auch im heutigen Evangelium ist Freude mit Liebe verbunden. Jesus sagt: „Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch …“ Er bekräftigt die Liebe zwischen ihm und dem Vater und bittet die Apostel (und uns), in dieser Liebe zu bleiben. Abschließend sagt er: „Das habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde.“
Jesus,du kamst zu uns mit der Liebe des Vaters, Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns das Gebot deiner Liebe aufgetragen. Christus,ebarme dich unser.
Du willst unsere Freude vollkommen machen. Herr,erbarme dich unser.
Diese Worte führen das Gleichnis vom Weinstock und den Reben fort. Damit bestätigt er, dass Liebe und Freude an die Verbindung mit Jesus geknüpft sind. Wenn wir also durch das Halten seiner Gebote mit Jesus verbunden sind, werden wir in seiner Liebe und somit in Freude sein. Die Dringlichkeit, mit der er sie dazu aufruft, in ihm zu bleiben, drückt ebenfalls die Bedingung für Freude aus.
Die unaussprechliche Liebe seines Vaters zu Jesus ist das Maß seiner Liebe zu ihnen. Welch ein unbedingter Grund, in seiner Liebe zu bleiben! Die Liebe, von der er spricht, ist nicht nur die Liebe zum Vater, sondern auch seine Liebe zu ihnen. Diese Liebe eröffnet den Aposteln (und uns) eine Atmosphäre des Lichts, des Lebens und des Friedens, in der sie atmen, denken, lieben und handeln können.
Jesu doppelte Liebe – zum Vater und zu den Aposteln – ist ihrem Wesen nach beständig und ewig. Daher gilt die Gewissheit für die Apostel auch für uns. „Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch“ – diese Aussage gilt für jeden von uns! Jeder aufrichtige und demütige Gläubige kann sich diese wunderbare Aussage des Erlösers zu eigen machen. Und dies ist der Weg zur Freude.
Damit wir in der Liebe Jesu Christi bleiben, wagen wir in seinem Namen zum Vater zu beten.
Wer in der Liebe Christi bleibt, bleibt in seinem Frieden. Deshalb bitten wir.
Selig, die Gottes Gebote halten und eingehen werden zur vollkommenen Freude.
Mittwoch der 5.Osterwoche Joh 15,1-8
Jesus Christus, dem wir verbunden sind wie die Rebe dem Weinstock,sei mit euch.
Wir leben in einer Welt, die uns ermutigt, unsere eigenen Wege zu gehen, egal wohin sie führen. Wir leben in einer Welt, die uns sagt, wir sollen uns auf unsere Rechte und Ansprüche konzentrieren, auf Kosten unserer Verantwortung gegenüber anderen. Vor allem aber leben wir in einer Welt, die auf Mythen unbegrenzten Wachstums basiert.
Mit seinem Bild vom Weinstock und den Reben ruft uns Jesus von all dem weg, zu einer anderen Identität, Beziehung und Berufung. Er ruft uns zurück zu Gott, dessen Weg die Liebe in Wahrheit und Tat ist. Mögen uns diese Worte Jesu inspirieren und stärken. Wir, als Reben, sind völlig vom Weinstock abhängig. Ob aus Stolz, Angst oder einem anderen Grund – es scheint, als würden wir als Reben mit der totalen Abhängigkeit vom Weinstock kämpfen. Wir können diesen Kampf überwinden, indem wir mit ihm verbunden bleiben. Weinstock. Wenn wir in enger Gemeinschaft mit dem Herrn leben und unser Leben offen halten für die tägliche Erfüllung durch den Heiligen Geist, wird unser Leben mit der Frucht des Geistes erfüllt sein.
Jesus beschrieb den Beschnitt im Leben eines Gläubigen, als er erklärte, dass Gott, der Gärtner, „jede Rebe an mir abschneidet, die keine Frucht bringt“. Es gibt Zeiten, in denen Gott alles aus unserem Leben entfernt, außer unserer Beziehung zu Jesus. Er zwingt uns, unserer Beziehung zu ihm Aufmerksamkeit zu schenken, denn sie ist alles, was wir haben. Dadurch wächst unsere Verbindung zum Weinstock und trägt Frucht. Wir leben in einer Kultur, die von uns erwartet, fruchtbar und produktiv zu sein. Wir werden ermutigt, etwas zu leisten, Ziele zu erreichen. Wir werden für unsere Anstrengungen belohnt, indem unsere Erfolge bejubelt werden.
Unsere Fähigkeit, Ergebnisse zu erzielen, steigert unseren Wert in den Augen anderer und oft auch in unseren eigenen. Wir fühlen uns gut, wenn wir wichtige Aufgaben bewältigen oder „Erfolg“ haben; wir verzweifeln, wenn wir das Gefühl haben, wenig erreicht zu haben oder wenn unsere Leistungen weniger bedeutend erscheinen als die anderer. Gott ist an unserer Fruchtbarkeit und Produktivität interessiert, aber auf eine Weise, die sich stark von den gesellschaftlichen Werten unterscheidet. Vor vielen Jahren hatte die Standard Oil Company, bekannt als Chevron, einen prächtigen Wagen in einer Parade zu einem großen Ereignis. Mitten in der Parade blieb der Wagen der Ölgesellschaft stehen, und mit ihm der Rest des Konvois. Ihnen war der Treibstoff ausgegangen. Die Verantwortlichen des Chevron-Wagens hatten alles richtig gemacht, aber sie hatten versäumt, die riesigen Ölreserven ihres Unternehmens zu nutzen. Die Parade wartete darauf, dass jemand tankte.
Das passiert heutzutage nur allzu oft. Christen fallen mitten in der Parade vom Glauben ab. Und obwohl wir wissen, dass es unmöglich ist, dass das ganze Reich Gottes stillsteht, während ein Diakon kommt, um das Evangelium zu verkünden … Das passiert immer dann, wenn wir die Quelle unserer Kraft vernachlässigen. Wenn wir nicht in Christus bleiben, bleiben wir leblos. Der Schlüssel dazu ist: in Christus zu bleiben. Lasst uns um die Gnade bitten, in Christus zu bleiben.
Da wir schon rein sind durch Christi Wort, wagen wir, zum Vater zu beten.
Wer mit Christus verbunden ist, bringt reiche Frucht. Seine Frucht ist der Friede, um den wir ihn bitten.
Selig,wer in Christus bleibt und Frucht bringt für das ewige Leben.
Hl.Godehard Lk 9,57-62
Gott suchen in der Arbeit des Tages
Ich war ein Bauernsohn aus dem Bayerischen Wald. Ich kannte den Pflug, bevor ich den Bischofsstab kannte. Und darum sage ich euch: Die Heiligkeit wächst nicht nur im Chor der Mönche, sondern auch auf dem Acker, in der Werkstatt, in der Schreibstube.
Jesus,du hast der Ehre des Vaters gedient. Herr,erbarme dich unser.
Dein Ziel war das Heil aller Menschen. Christus, erbarme dich unser.
Du bleibst bis ans Ende der Zeiten. Herr,erbarme dich unser.
Als ich Abt in Niederaltaich und Tegernsee war, lehrte ich meine Brüder: Ora et labora – bete und arbeite. Nicht: bete statt zu arbeiten. Nicht: arbeite ohne zu beten. Sondern beides zusammen, wie zwei Flügel, die die Seele zu Gott tragen.
Darum frage ich euch heute: Ist eure Arbeit ein Gebet? Legt ihr den ersten Hammerschlag, den ersten Federstrich, den ersten Handgriff des Tages in Gottes Hand? Wenn nicht, dann fangt morgen damit an. Weiht den Tag dem Herrn, bevor die Welt ihn euch nimmt.
2. Die Kirche bauen mit Steinen und mit Herzen
Man sagt, ich hätte viele Kirchen gebaut – in Niederaltaich, in Hersfeld, hier in Hildesheim. Stein auf Stein. Ja, das stimmt. Aber was nützt ein Dom aus Quadern, wenn die Seelen darin kalt bleiben?
Ich habe Schulen gegründet, weil ich wusste: Ein Volk ohne Wissen wird ein Volk ohne Gewissen. Ich habe den Michaelisberg erhöht, nicht damit ihr auf einen Hügel schaut, sondern damit euer Herz sich zu Gott erhebt.
So baut auch ihr! Baut an eurer Familie, Stein der Geduld auf Stein der Treue. Baut an eurer Stadt, den Stein der Gerechtigkeit auf den Stein der Barmherzigkeit. Und wenn ein Stein herausbricht – wenn Streit kommt, wenn Not kommt – dann setzt ihn mit Vergebung wieder ein. Das ist das Bauwerk, das vor Gott zählt.
3. Demütig dienen, auch als Bischof
Als Kaiser Heinrich II. mich zum Bischof machte, wollte ich fliehen. Nicht aus Feigheit, sondern weil ich wusste: Je höher das Amt, desto tiefer muss die Kniebeuge sein. Ein Bischof ist kein Fürst dieser Welt. Er ist der erste Knecht im Haus Gottes.
Darum habe ich keine goldenen Tafeln gehalten, während mein Volk hungerte. Ich bin durch die Dörfer gegangen, habe die Kranken besucht, habe selbst die Hand an den Pflug gelegt, wenn es nötig war. Denn der Hirte riecht nach seinen Schafen.
Prüft euch: Wo könnt ihr heute dienen? Der Mutter, die müde ist? Dem Nachbarn, der allein ist? Dem Bettler vor der Kirchentür? Wer dient, der herrscht – so herrscht Christus vom Kreuz herab.
4. Wachsam bleiben bis zum Ende
Ich bin alt geworden, Brüder. 78 Jahre hat mir der Herr geschenkt. Und bis zum letzten Atemzug habe ich gewacht: über mein Herz, dass es nicht träge wird; über meine Brüder, dass sie nicht lau werden; über meine Stadt, dass sie nicht Gott vergisst.
Die Welt sagt: Ruh dich aus. Gönn dir. Nimm dir. Ich aber sage euch mit dem Herrn: Wachet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde. Die Versuchung schläft nicht. Der Hochmut kommt auf leisen Sohlen. Die Liebe erkaltet schnell, wenn man das Feuer nicht hütet.
Darum: Haltet die heilige Messe heilig. Haltet den Sonntag heilig. Haltet euer Wort heilig. Dann hält Gott euch in Seiner Hand.
Auf dem Weg seines Lebens hat uns Christus zu sich gerufen.In seinem Namen wagen wir voll Vertrauen den Vater zu bitten.
Die Christus nachfolgen, finden in ihm Geborgenheit und Frieden. Wir bitten den Herrn.
Selig, die Christus nachfolgen und ihm auferstehen zur Herrlichkeit
Montag der 5. Osterwoche Mt 10,17-22
Gott,unser Vater, der durch Jesus Christus zu uns gesprochen hat, sei mit euch.
Vor seiner Himmelfahrt sagte Jesus, wir sollten „alle Völker zu Jüngern machen“ (Mt 28,19). Das ist eine gewaltige Herausforderung! Wie soll das gelingen? Was genau sollen wir sagen? Und zu wem? Und wie? Was, wenn sie es ablehnen? Auf all diese Fragen antwortet Jesus einfach: „…sorgt euch nicht …“ (Mt 10,19). Keine Sorge. Du bist nicht allein. Der Heilige Geist ist bei dir. Er wird dich mit allem ausrüsten, was du brauchst, um den Glauben zu verbreiten – mit Weisheit und Mut, um zu wissen, was du tun, wann du es sagen, was du sagen und zu wem du es sagen sollst. Er wird dir helfen, die Menschen zu lieben, und dich mit Worten und Taten inspirieren, die sie zu ihm führen. Er wacht immer über dich. Er wird dich niemals verlassen, er wird dir immer helfen und dich beschützen (Ps 37,28a.39-40). Wie können wir eine gelassene Haltung einnehmen, wenn es darum geht, unseren Glauben mit anderen zu teilen? Indem wir den Herrn loben und verherrlichen. Es mag paradox klingen, aber es funktioniert. Wenn wir Gott in jedem Gebet für seine Größe, Barmherzigkeit, Treue und Liebe preisen, werden wir feststellen, dass wir unsere Ängste und Sorgen um Gottes Hilfe viel leichter überwinden können. Wenn wir lernen, uns über seine Güte zu freuen und ihm für jede gute Tat zu danken, werden wir erkennen, dass der Herr möchte, dass wir dasselbe für die Menschen tun, denen wir von ihm Zeugnis geben sollen. Und wenn wir lernen, uns auch in schwierigen Zeiten zu freuen, wird unser Vertrauen in den Herrn wachsen, wenn sich die Gelegenheit zur Evangelisierung bietet. Das Lobgebet ermutigt uns nicht nur, dem Herrn mehr zu vertrauen, sondern öffnet uns auch die Augen für die Bedürfnisse derer, die ihn noch nicht kennen. Je eher wir verstehen, wie gut Gott zu uns ist, desto eher werden wir Mitgefühl für diejenigen empfinden, die seine Güte noch nicht bewusst erfahren haben. Dieses Mitgefühl wird uns antreiben, mit der Botschaft des Evangeliums in die Welt hinauszugehen – einer Botschaft der Hoffnung und Heilung für alle. Ob Sie es glauben oder nicht, auch Sie können ein Werkzeug des Friedens Gottes sein!
Zum Vater ,der uns lehrt durch den Heiligen Geist, wagen wir zu beten.
Wo wir Liebe empfangen, muss damit der Friede verbunden sein.
Selig, die am Wort des Herrn festhalten und zur Liebe des Vaters gelangen.
Samstag der 4. Osterwoche Joh 14,7-14
Jesus Christus, der eins ist mit dem Vater, dessen Werke er tur ,sei mit euch.
Beim letzten Abendmahl lud Jesus seine Jünger ein, zu glauben, dass sie, wenn sie ihn sehen, den Vater sehen (Johannes 14,9). Wenn ihr nicht glaubt, dass ich im Vater bin, weil ich es euch eben gesagt habe, glaubt wenigstens aufgrund all dessen, was ihr mich habt tun sehen. Natürlich hat Jesus viele Wunder vollbracht. Wer außer dem Sohn Gottes könnte auf dem Wasser gehen, Dämonen austreiben oder Tote auferwecken? Wer außer ihm könnte Tausende mit nur wenigen Broten und Fischen speisen?
Jesus, du bist im Vater und der Vater ist in dir. Herr,erbarme dich unser.
Wer dich sieht, sieht zugleich den Vater. Christus,erbarme dich unser.
Du bist unser Herr und unser Mittler beim Vater.Herr,erbarme dich unser.
Glaubt an Jesus. Er kann Wunder in eurem Leben wirken: Wunder der Heilung, Wunder der Befreiung, Wunder der Wiederherstellung. Glaubt zumindest aufgrund seiner Werke. Aber denkt nicht nur an Wunder. Denkt daran, wie er die Samariterin am Brunnen oder den Zöllner Zachäus auf besondere Weise zum Glauben geführt hat. Denkt daran, wie unermüdlich Jesus mit seinen Jüngern zusammenarbeitete, bevor er sie aussandte, zu predigen und zu heilen.
Glaubt also an Jesus. Er lässt sich von deinen Sünden und Schwächen nicht abschrecken, so wie er sich auch von den Sünden der Apostel nicht abschrecken ließ. Glaube daran, dass er dich liebt, egal in welcher Lage du dich befindest, und dir helfen will, alles zu überwinden, was deinen Blick auf ihn trübt. Glaube zumindest an seine Taten. Was war Jesu mächtigstes Werk? Sein Tod und seine Auferstehung! Am Kreuz besiegte er den Tod und nahm ihm jede Macht. Das bedeutet, dass du den Tod nicht fürchten musst – weder deinen eigenen noch den Tod eines geliebten Menschen.
Glaube an Jesus. Er kam, um dir ewiges Leben zu schenken. Glaube daran, dass er dir ein himmlisches Zuhause bereitet hat, wo er all deine Tränen abwischen und all deinen Schmerz für immer nehmen wird. Jesus hat so viele wunderbare Dinge getan! Er wirkt weiterhin jeden Tag in der Welt und im Leben vieler Menschen. Das bedeutet, dass du heute viele Gründe hast, an ihn zu glauben!