Hl. Herman Josef Mt 11.25-30

Jesus Christus, der gütig und selbstlos ist und unseren Herzen Ruhe schenken will, sei mit euch.

Der hl. Hermann Joseph von Steinfeld (um 1150–1241) war Prämonstratenser-Mystiker und ist vor allem für seine innige Marienverehrung bekannt. Eine einzelne, überlieferte „Predigt“ im klassischen Sinn gibt es von ihm nicht – die meisten seiner Texte sind Gebete, Hymnen und geistliche Betrachtungen.

Jesus,auf haben die Menschen gehört. Herr,erbarme dich  unser.

Du hast ihnen Worte des Lebens mitgegeben. Christus,erbarme dich unser.

Du wolltest alle auf den Weg des Heils führen. Herr, erbarme  dich unser.

Was wir von ihm haben:

1. Das berühmteste Gebet: Die Apfel-Legende

Hermann Joseph ist bekannt für seine kindliche Liebe zu Maria. Als Kind soll er der Marienstatue in St. Maria im Kapitol in Köln einen Apfel geschenkt haben. Daraus entstand sein bekanntestes Gebet:

„O Jungfrau Maria, nimm hin diese Gabe, die ich dir in kindlicher Liebe darbringe. Ich habe nichts Besseres als diesen Apfel. Nimm mein Herz mit ihm an und gib mir das deine.“

2. Sein Marienhymnus

Aus dem „Reim-Offizium vom Fest der Heiligen Ursula“ und anderen Schriften stammt dieser oft zitierte Text:

„Jesus und Maria seien stets in meinem Herzen. Jesus ohne Maria kann ich nicht lieben, Maria ohne Jesus will ich nicht verehren. Jesus und Maria sind mein Leben, mein Trost in Leiden, meine Hoffnung im Sterben.“

3. Thema seiner Spiritualität – das wäre Inhalt seiner Predigt

Wenn Hermann Joseph heute predigen würde, wären das seine Kernthemen:

  • Die „Vermählung mit Maria“: Er nannte sich selbst „Joseph, Mariens Bräutigam“. Seine Mystik war eine Brautmystik mit Maria.

  • Einfachheit: Gott in den kleinen Dingen finden – wie ein Kind mit einem Apfel.

  • Eucharistie: Er war bekannt für seine tiefe Ehrfurcht vor dem Altarsakrament.

  • Demut im Dienst: Er arbeitete als Sakristan und Küchenbruder im Kloster Steinfeld.

4. Eine rekonstruierte „Predigt“ im Geist Hermann Josephs

So könnte eine Predigt von ihm geklungen haben:

„Liebe Brüder und Schwestern,

Sucht Christus nicht in den Palästen dieser Welt. Ich fand ihn im Apfel eines Kindes, im Abwasch der Klosterküche, im Staub hinter dem Altar.

Maria lehrte mich: Wer klein wird, den macht Gott groß. Wer schenkt, was er hat – und sei es nur ein Apfel – dem schenkt der Himmel alles.

Nehmt Maria bei der Hand wie ein Kind seine Mutter. Sie führt euch sicher zu ihrem Sohn. Wo Maria ist, da ist Jesus nicht fern. Wo Jesus ist, da fehlt Maria nie.

Lebt so, dass ihr am Abend sagen könnt: Jesus und Maria waren heute in meinem Herzen. Dann habt ihr gut gelebt.“

Den Vater,den Herrn des Himmels und der Erde,wollen wir preisen, wenn wir beten, wie Jesus Christus uns gelehrt hat.

Die den Willen des Vaters tun, werden das Himmelreich und seinen Frieden besitzen. Um seinen Beistand bitten wir den Herrn.

Selig, die  von Jesus Christus lernen, gütig und selbstlos zu sein, um Ruhe  zu finden in ihren Herzen.