Sel. Otto Neururer Mt 10,28-33

Jesus Christus, der in der Vollmacht  des himmlischen Vaters zu uns kam, sei mit euch,

Otto Neururer wurde am 25. März 1882 in Piller in Tirol geboren. Er wuchs in einer schlichten bäuerlichen Familie auf, die ihm den Glauben als selbstverständliche Grundlage des Lebens mitgab. 1907 empfing er die Priesterweihe und wirkte fortan als Seelsorger in verschiedenen Pfarreien Tirols, zuletzt als Pfarrer in Götzens.

Jesus, du kamst  zu uns in der Vollmacht  des Vaters. Herr,erbarme dich unser.

Du fandest kein Gehör bei den Führern des Volkes. Christus,erbarme dich unser.

Du kamst ohne Titel uns Amt und warst dennoch voll Kraft. Herr,erbarme dich unser.

Sein Leben verlief zunächst unspektakulär – ein treuer Priester, der seinen Dienst tat, seine Pfarrgemeinde kannte und liebte, und der in der Stille des Alltags das Evangelium lebte. Doch diese Stille sollte jäh zerbrechen.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 geriet Neururer ins Visier der Gestapo. Der Grund war bezeichnend: Er hatte einer jungen Frau von einer Ehe mit einem stadtbekannten NSDAP-Anhänger abgeraten – aus seelsorgerlicher Verantwortung, aus Treue zur christlichen Lehre über die Ehe. Für die Machthaber war das ein unentschuldbarer Akt des Widerstands. Er wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert, später nach Buchenwald verlegt.

Im Lager hörte er nicht auf, Priester zu sein. Er spendete heimlich Sakramente, begleitete Sterbende, stärkte die Mitgefangenen im Glauben – obwohl dies streng verboten war und er wusste, welches Risiko er damit einging. Als er einem Mitgefangenen das Sakrament der Taufe spendete, wurde er entdeckt. Die Strafe war grausam: Man sperrte ihn in den sogenannten Bunker und folterte ihn zu Tode, indem man ihn kopfüber aufhing Sein Tod wurde am 30. Mai 1940 gemeldet.

Was Otto Neururer auszeichnet, ist die unaufdringliche Konsequenz seines Lebens. Er hat keine großen Reden gehalten. Er hat keine Manifeste verfasst. Er hat einfach das getan, was ein Priester tun soll – auch dann, wenn es ihn das Leben kostete. Der Katechismus der Kirche nennt das Martyrium die höchste Form des Zeugnisses. Neururer hat dieses Zeugnis nicht gesucht. Es hat ihn gefunden, weil er nicht aufgehört hat, er selbst zu sein.

Am 24. November 1996 sprach Papst Johannes Paul II. Otto Neururer selig. Sein liturgischer Gedenktag ist der 30. Mai – der Tag seines Todes im Lager Buchenwald. Er wird als Märtyrer der Ehe und des priesterlichen Dienstes verehrt, als Zeuge dafür, dass es Dinge gibt, die wichtiger sind als das eigene Überleben.

Der selige Otto Neururer ist ein Heiliger der Stille und der Treue. Kein Redner, kein Reformer – ein Hirte, der bei seiner Herde blieb, bis zum letzten Atemzug.

Wir haben uns im Glauben zu Jesus Christus bekannt. In seinem Namen wagen wir, zum Vater zu beten. Die Welt streitet über  viele  Fragen.

Den Frieden finden wir nur bei dem ,der Vollmacht hat. Ihn bitten wir.

Selig, die auf  den hören, der in der Vollmacht des Vaters  kam und das  Heil Gottes verkündete.