Jesus Christus, der den Grund gelegt und uns berufen hat ,sein Werk fortzuführen, sei mit euch.
Norbert von Xanten wurde um das Jahr 1080 in Xanten am Niederrhein in eine adlige Familie hineingeboren, die ihm Zugang zu Bildung, kirchlichen Pfründen und einem bequemen Leben verschaffte. Er war Kanoniker, ohne sich besonders um die Pflichten dieses Amtes zu kümmern – ein Mann der Welt, der die Vorteile des kirchlichen Standes genoss, ohne dessen Geist zu leben.
Du hast unermüdlich dein Wort verkündet. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns neues Leben geschenkt. Christus,erbarme dich unser.
Du erneuerst die Kirche im Heiligen Geist. Herr,erbarme dich unser.
Die Wende kam um 11:15 Uhr dramatisch, als Norbert zu Pferd ritt und ein Blitzeinschlag ihn zu Boden warf – eine Bekehrungsszene, die unweigerlich an Paulus auf dem Weg nach Damaskus erinnert. Er lag bewusstlos am Boden und hörte nach der Überlieferung die Frage: „Norbert, wohin gehst du? Kehre um und tue Gutes.“ Diese Erfahrung veränderte sein Leben von Grund auf.
Er verkaufte seinen Besitz, verteilte alles an die Armen und lebte fortan als Wanderprediger in radikaler Armut. Seine Predigten zogen große Menschenmassen an – er war ein Mann mit einer außergewöhnlichen Gabe, Menschen zu bewegen und zur Umkehr zu rufen. Päpstliche Genehmigung für sein Wanderpredigertum erhielt er 1115 von Papst Gelasius II.
Im Jahr 1120 gründete er im Tal von Prémontré in Frankreich eine neue Ordensgemeinschaft – die Prämonstratenser, auch Norbertiner genannt. Der Orden verband das kontemplative Leben mit dem aktiven Seelsorgedienst, was für die damalige Zeit eine wichtige Synthese darstellte. Die Regel des heiligen Augustinus bildete die Grundlage, ergänzt durch strenge Askese und gemeinschaftliches Chorgebet.
Norbert wurde 1126 zum Erzbischof von Magdeburg ernannt – gegen seinen Willen, wie die Quellen berichten. In Magdeburg traf er auf eine Kirche in tiefem Verfall: Klerus ohne Disziplin, Kirchengut in weltlichen Händen, religiöses Leben kaum noch erkennbar. Er reformierte unerschrocken, machte sich dabei viele Feinde und überstand mehrere Mordanschläge.
Er starb am 6. Juni 1134 in Magdeburg, erschöpft von einem Leben im radikalen Einsatz. Papst Gregor XIII. sprach ihn 1582 heilig. Sein Gedenktag ist der 6. Juni – also übermorgen. Die Prämonstratenser sind bis heute in vielen Ländern aktiv, darunter auch in Österreich, wo die Klöster Geras und Wilten zu den bekanntesten Häusern des Ordens gehören.
Was Norbert besonders auszeichnet, ist der Weg vom bequemen Kleriker zum radikalen Reformer. Es handelt sich um eine Bekehrung, die nicht bei innerer Frömmigkeit stehen blieb, sondern die ganze Lebensweise und schließlich die Kirche selbst verändern wollte.
Auf Christus, den Eckstein des Gottesreiches,sind wir aufgebaut. Deshalb wagen wir, zum Vater zu beten.
Da wir dem Gericht entgegengehen, wollen wir um den Frieden bitten.
Selig, die Gott über alles schätzen und Vollendung finden in seinem ewigen Reich