Heiligstes Herz Jesu Mt 11,25-30

Herz Jesu, durchbohrt von der Lanze,für unsere Sünden,sei mit euch.

Im Museum der Helden befinden sich einige Werke des Künstlers Jean-Georges Cornélius aus dem 20. Jahrhundert. Ein Bild spricht Bände: Gott ist unser Vater. Es scheint so vieles zusammenzufassen, was die zeitgenössische Theologie versucht hat, über die Realität des Kreuzes im Herzen des trinitarischen Lebens Gottes auszudrücken. Dieses Bild kommt ohne Worte und ohne ausgefeilte philosophische Theologie aus. Es zeigt schlicht den gekreuzigten Christus in den Armen des Vaters – ein traditionelles künstlerisches Motiv. In einem zutiefst persönlichen Augenblick zwischen Vater und Sohn fängt das Bild eine zarte, herzerwärmende und zugleich herzzerreißende Ambivalenz ihrer Nähe ein: Die Liebe war spürbar und greifbar, doch wie bei jedem Elternteil, der ein leidendes und sterbendes Kind in den Armen hält, ist der Schmerz beider deutlich sichtbar.

Jesus,du durchschaust die Herzen und Gedanken  aller Menschen.Herr,erbarme dich unser.

Du kennst  unsere Wege und  all unser Tun. Christus,erbarme dich unser.

Du urteilst nicht nach dem äußeren Schein. Herr,erbarme dich unser.

Jesus am Kreuz ist ein kraftvolles Bild dieser bedingungslosen Liebe Gottes zu uns. All dies wird wunderbar vom Bild des Heiligsten Herzens Jesu eingefangen. Hier sehen wir Jesus sagen: „Seht, mein Herz!“ Es brennt vor Liebe zu euch und zur ganzen Welt. Mein Herz ist offen, um sich ganz mit euch zu vereinen. In der katholischen Kirche gibt es die Legende, dass der Soldat, der die Seite Christi durchbohrte – der Überlieferung nach als heiliger Longinus bekannt ist –, eine plötzliche Bekehrung erlebte, als das Blut Jesu am Schaft der Lanze auf seine Hände floss und er sich mit den Händen die Augen berührte. Die Wahrheit über unseren Herrn, die dem Soldaten Longinus zuvor verborgen geblieben war, wurde ihm augenblicklich klar. Vom Dunkel ins Licht, von der Pflicht zur freien Entscheidung, vom Hass zur Liebe – das verhärtete Herz des Soldaten vereinigte sich augenblicklich mit dem Heiligsten Herzen Jesu.

Die Geschichte der Bekehrung des heiligen Longinus gibt uns einen Einblick in unsere Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, eine Verehrung, die uns hilft, unser Herz mit seinem Herzen in Einklang zu bringen und so symbolisch seine Liebe mit unserer zu verbinden. Diese Betrachtung führte den heiligen Longinus dazu, sein Leben der Liebe Christi zu weihen, und inspirierte unzählige andere, es ihm gleichzutun. Wenn wir das Heiligste Herz Jesu erkennen, erfahren wir seine Tugenden und Lehren, sein inneres Leben und seine unendliche Liebe. Wir erleben, wie unser Leben verwandelt wird, so wie es der heilige Longinus erfahren hat. Nicht nur heute, sondern immer wollen wir uns an Jesu Gebet erinnern: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn es hat dir wohlgefällig gewesen.“

Lasst uns danach streben, was unserem himmlischen Vater gefällt: sein Verlangen nach unserem Heil. Er möchte jeden in seine Gemeinschaft aufnehmen. Wir sind auf dem Weg und werden dabei häufig geprüft. Wir alle können uns die Corona-Prüfung vorstellen. Was wird sie zeigen? Was wird sie in uns auslösen: Angst? Wut? Frustration? Rebellion? Murren und Klagen? Verzweiflung?Falsches Vertrauen in Menschen und menschliche Lösungen? Verleumdung und Beleidigungen der Verantwortlichen? Untätigkeit? Resignation? Vielleicht nicht alles, aber doch einiges davon hat sich in unserer Haltung gezeigt. Was wäre das Ergebnis der christlichen Prüfung? Es wäre gut, im Einklang mit dem Wort Gottes. Geben wir Corona nicht einmal die Chance, uns in nörgelnde, ungeduldige und spirituell lethargische Wesen zu verwandeln! Werfen wir unser Vertrauen, unsere Dankbarkeit und unseren Eifer für das Gute nicht weg! Vertrauen wir auf Gott in uns selbst.

Gottes Treue verplichtet uns. Im Vertrauen auf seine Treue wagen wir, zum Vater zu beten.

Wo menschliche Treue versagt,kann der Friede nicht bleiben. Wir bitten den Herrn ,uns den Frieden  zu erhalten.

Selig, die in der Treue ausharren bis ans Ende und aufgenommen werden in das Reich des Vaters