Jesus Christus,der uns zur Nachfolge auf dem Weg des Kreuzes gerufen hat,sei mit euch.
Heute, am 26. Juni, feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Josefmaria Escrivá de Balaguer – eines Mannes, dessen Botschaft so einfach klingt und dennoch so revolutionär ist: Jeder Mensch ist zur Heiligkeit berufen. Nicht nur die Priester, nicht nur die Ordensleute, nicht nur die Mystiker in ihren Zellen. Jeder. Der Buchhalter an seinem Schreibtisch, die Mutter in ihrer Küche, der Arzt in seiner Praxis, der Arbeiter an seiner Maschine.
Jesus,du hast nur nach dem Willen des Vaters gefragt. Herr,erbarme dich unser.
Du hast die Mächtigen der Welt nicht gefürchtet. Christus,erbarme dich unser.
Du hast im Tod unser Heil gewirkt. Herr,erbarme dich unser.
Josefmaria wurde 1902 in Barbastro in Spanien geboren. Er wuchs in tiefen Frömmigkeit auf, empfing 1925 die Priesterweihe und lebte in einer Zeit, die von politischen Umwälzungen, Bürgerkrieg und religiöser Verfolgung geprägt war. Am 2. Oktober 1928 empfing er in Madrid eine innere Erleuchtung. Diese beschreibt er selbst als Gründungsmoment des Opus Dei – einer Gemeinschaft, die Laien und Priester dazu einlädt, mitten in der Welt heilig zu werden, durch gewöhnliche Arbeit und alltägliches Leben.
Das ist der Kern seiner Botschaft, und er verdient es, langsam aufgenommen zu werden. Josefmaria lehrte, dass die Arbeit – jede ehrliche, gut geleistete Arbeit – keine Ablenkung vom Geistlichen ist, sondern selbst ein Weg zu Gott. Er schrieb: „Heilige deine Arbeit, heilige dich in deiner Arbeit, heilige andere durch deine Arbeit.“ Diese drei Bewegungen beschreiben einen ganzen Lebensweg. Zuerst die Arbeit selbst – sie soll gut, gewissenhaft und verantwortungsvoll getan werden, nicht als Last, sondern als Dienst. Dann die eigene Seele – die Arbeit wird zum Gebet, wenn sie aus der Liebe zu Gott heraus getan wird. Und schließlich die anderen – wer gut und treu arbeitet, bezeugt etwas, das andere berührt und anzieht.
Der heilige Paulus schreibt im Brief an die Kolosser: „Alles, was ihr tut, tut es von Herzen als Dienst für den Herrn und nicht für Menschen.“ (Kol 3,23) Josefmaria hat diesen Satz nicht nur ausgelegt – er hat ihn gelebt und zu einer Spiritualität gemacht, die Millionen von Menschen weltweit trägt.
Es gibt einen Satz von ihm, der mich besonders trifft: „Auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.“ Er zitiert damit den Petrus aus dem Lukasevangelium – einen Fischer, der die ganze Nacht gearbeitet hat, ohne etwas zu fangen, und der dennoch auf das Wort Jesu hin noch einmal die Netze auswirft. Das ist das Bild des christlichen Lebens in der Welt: Man arbeitet, man scheitert manchmal, man ist müde – und dennoch wirft man die Netze noch einmal aus, weil man dem vertraut, der es befiehlt.
Josefmaria war kein Träumer, der die Wirklichkeit des Lebens nicht kannte. Er kannte Armut, Verfolgung, Unverständnis. Er musste während des Spanischen Bürgerkriegs fliehen. Er erlebte, wie sein Werk missverstanden und verleumdet wurde. Und dennoch hörte er nicht auf zu glauben, zu beten, zu arbeiten. Er starb am 26. Juni 1975 in Rom – und hinterließ eine Gemeinschaft, die heute in über neunzig Ländern wirkt. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 2002 heilig.
Liebe Schwestern und Brüder, die Botschaft des heiligen Josefmaria ist keine Botschaft für Auserwählte. Sie ist eine Botschaft für uns alle – für jeden, der morgen wieder aufsteht, zur Arbeit geht, seine Familie versorgt, seine Pflichten erfüllt und dabei manchmal fragt: Hat das alles einen Sinn? Hat mein gewöhnliches Leben einen Wert vor Gott?
Josefmaria antwortet: Ja. Mehr als das. Es ist der Ort, an dem Gott dich erwartet.
Bitten wir heute um seine Fürsprache – dass wir lernen, das Alltägliche mit dem Blick des Glaubens zu sehen, und dass unsere Arbeit, unsere Beziehungen, unser ganzes Leben zu einem Gebet werden, das Gott wohlgefällig ist.
Damit wir den Weg des Heiles finden und das Leben gewinnen, wollen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Die Bösen finden den Frieden nicht,weil sie böse sind. Damit uns das Schwert des Herrn nicht trifft, bitten wir.
Selig ,die Christus nachfolgen und seiner würdig sind ,wenn er wiederkommt.