Jesus Christus,der Menschensohn,der Herr ist über den Sabbat,sei mit euch.
Was im heutigen Evangelium auf den ersten Blick wie ein Streit über eine Kleinigkeit aussieht,ist in Wirklichkeit eine Auseinandersetzung über eine der tiefsten Fragen des religiösen Lebens. Wozu ist das Gesetz da? Dient das Gesetz dem Menschen,oder dient der Mensch dem Gesetz.
Du kamst als der Zeuge der göttlichen Barmherzigkeit.Herr, erbarme dich unser.
Du richtest unser Tun und unsere Gedanken.Christus, erbarme dich unser.
Du kennst unseren guten Willen,unser Versagen und unsere Schuld.
Jesus antwortet den Pharisäern nicht mit einer abstrakten theologischen These.Er antwortet mit Geschichten,mit konkreten Beispielen aus der Schrift.Das erste Beispiel ist David.Als er und seine Begleiter hungrig waren,aß er die Schaubrote im Heiligtum,Brote,die eigentlich nur den Priestern vorbehalten waren.Und niemand verurteilte ihn dafür.Warum? Weil die Not des Menschen schwerer wiegt als die Buchstaben strenge des Gesetzes.
Das zweite Beispiel sind die Priester selbst.Sie arbeiten am Sabbat im Tempel,sie vollziehen Opfer,sie erfüllen ihre liturgischen Pflichten,und gelten dennoch als schuldlos.Das Gesetz selbst kennt also Ausnahmen, Prioritäten.Es ist kein starres System ohne innere Logik, sondern ein lebendiges Gefüge,das verstanden werden will.
Zwischen den beiden Schrift Beispielen steht ein Satz,der vielleicht der wichtigste des ganzen Abschnitts ist.Barmherzigkeit will ich nicht Opfer.Jesus zitiert hier den Propheten Hosea.Und er sagt den Pharisäern damit.Ihr habt die Schrift,ihr kennt sie,ihr studiert sie täglich.Und dennoch habt ihr ihren Kern verfehlt.Denn der Kern ist nicht,die Präzision der Regel Beachtung,sondern die Barmherzigkeit,die Fähigkeit den Menschen zu sehen,der vor einem steht,mit seiner Not, seinem Hunger,seiner Schwache.