Samstag der 14.Sonntag Mt 19 27-29

Gott, unser Herr,dem nichts verhüllt und nichts unbekannt ist, sei mit euch.

Der heutige Abschnitt aus dem Matthäusevangelium beginnt mit einer sehr menschlichen Frage des Apostels Petrus:

„Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?“ (Mt 19,27)

Jesus,du hast  uns beten und büßen  gelehrt.Herr,erbarme dich unser.

Deine Gedanken weilten  immer beim  Vater .Christus,erbarme dich unser.

Deine Freude war es , den Willen des Vaters zu  tun. Herr,erbarme  dich unser.

Vielleicht überrascht uns diese Frage. Sie klingt beinahe wie eine Berechnung: „Was habe ich davon?“ Doch wenn wir ehrlich sind, stellen wir selbst ähnliche Fragen. Wenn wir Opfer bringen, auf etwas verzichten oder treu unseren Glauben leben, fragen auch wir manchmal: „Lohnt sich das? Sieht Gott meine Mühe überhaupt?“

Jesus tadelt Petrus nicht. Er versteht seine Frage. Er weiß, dass der Mensch Ermutigung braucht. Deshalb gibt er eine wunderbare Verheißung.

Jesus verspricht zunächst den Aposteln, dass sie im Reich Gottes an seiner Herrlichkeit teilhaben werden. Doch dann erweitert er diese Zusage auf alle, die ihm nachfolgen:

„Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.“

Damit sagt Jesus nicht, dass jeder Christ seine Familie verlassen muss. Vielmehr macht er deutlich: Wer Gott an die erste Stelle setzt, verliert letztlich nichts. Was wir aus Liebe zu Christus hingeben, verwandelt Gott in einen viel größeren Segen.

Die Geschichte der Kirche bestätigt diese Wahrheit. Denken wir an die Apostel. Sie verließen ihre Boote und Netze. Äußerlich wurden sie nicht reich. Viele starben als Märtyrer. Und doch wurden sie die glücklichsten Menschen ihrer Zeit, weil sie Christus gefunden hatten. Sie gewannen unzählige geistliche Brüder und Schwestern und wurden zu Zeugen des Evangeliums für die ganze Welt.

Dasselbe gilt für viele Heilige. Sie verzichteten auf Besitz, Karriere oder persönliche Pläne und fanden eine Freude, die ihnen niemand nehmen konnte. Ihr Leben zeigt: Wer Christus gewinnt, gewinnt mehr, als er jemals aufgibt.

Auch wir sind eingeladen, etwas zu verlassen. Vielleicht nicht unser Haus oder unseren Beruf, aber unseren Stolz, unsere Bequemlichkeit, unseren Egoismus, unseren Neid oder unsere Unversöhnlichkeit. Oft ist gerade das viel schwieriger als der Verzicht auf materielle Dinge.

Jeder Akt der Liebe, jede Vergebung, jedes treue Gebet, jede gute Tat bleibt bei Gott nicht unbeachtet. Gott vergisst nichts. Er schenkt oft schon in diesem Leben einen tiefen Frieden, neue Freundschaften im Glauben und die Erfahrung seiner Nähe. Und am Ende wartet das größte Geschenk: das ewige Leben.

Deshalb sollten wir unseren Glauben nicht als Last verstehen. Die Nachfolge Jesu bedeutet nicht zuerst Verzicht, sondern Gewinn. Christus nimmt uns nichts, was uns wirklich glücklich macht. Er möchte uns vielmehr das Leben in seiner Fülle schenken.

Bitten wir den Herrn heute um ein vertrauendes Herz. Mögen wir ihm ohne Angst folgen und darauf vertrauen, dass seine Verheißungen wahr sind. Dann werden auch wir erfahren, dass niemand, der Christus etwas schenkt, am Ende ärmer wird. Wer sich ihm anvertraut, gewinnt schon jetzt das Hundertfache – und einst das ewige Leben.

Da ohne den Willen des Vaters nichts in dieser Welt geschieht, wagen wir zu ihm zu beten.

Nicht geschieht gegen den  Willen des Vaters, wenn wir in seinem Frieden leben. Daher bitten wir ihn.

Selig ,die sich zu Christus bekennen und durch ihn Zugang finden zum Vater im Himmel.