16.Sonntag A Mt 13,24-43

Jesus Christus,der seine Engel aussenden wird,die Ernte aufzuholen ,sei mit euch.

Jesus erzählt heute drei Gleichnisse, hintereinander.Das Gleichnis vom Unkraut,das Gleichnis vom Senfkorn und das Gleichnis vom Sauerteig.Drei Bilder,die auf ersten Blick verschieden sind,aber auf dieselbe Wirklichkeit zeigen,das Reich Gottes,das mitten unter uns wächst,oft unsichtbar.

Beginnen wir mit dem Unkraut unter dem Weizen.Ein Mann sät guten Samen auf seinen Acker.In der Nacht kommt ein Feind und sät Unkraut dazwischen.Als die Knechte es entdecken wollen sie sofort handeln-ausreißen,und der Hausherr sagt.Nein, lasst beides wachsen bis zur Ernte.

Das ist keine Botschaft der Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen.Es ist eine Botschaft über Gottes Geduld und über die Grenzen unseres Urteilsvermögen.Die Knechte sind überzeugt,dass sie wissen,was Unkraut und was Weizen ist.Und doch sagt der Hausherr.Wartet.Denn wer zu früh ausßreißt,reißt vielleicht auch Weizen mit.Das Gleichnis enthält eine theologische Aussage von großer Tiefe.Das Reich Gottes wächst in einer Welet,in der das Böse Real ist.Es gibt keine,reine Gemeinschaft auf dieser Erde.Die Kirche selbst ist kein Geld des reinen Weizens.Sie ist ein gemischtes Feld auf dem beides wächst bis zur Stunde des Gerichts.Es ist eine Einladung zur Demut,zur Erkenntnis,dass das endgültige Urteil nicht uns zusteht,sondern Gott allein.

Und dann fügt Jesus zwei kleine Gleichnisse hinzu,die wie ein Atemzug der Hoffnung wirken.Beide Gleichnisse sprechen von derselben Wirklichkeit.Das Reich Gottes beginnt im Verborgenheit,im Kleinen,im Unscheinbaren.Es macht sich nicht laut bemerkbar.Es drängt sich nicht auf. Es wächst von innen heraus.

Das ist eine Botschaft,die wir in unserer Zeit besonders brauchen.Wir leben in einer Kultur der Sichtbarkeit,der Wirkung,der messbaren Ergebnisse.Was zählt,ist das,was man sehen,messen,vorweisen kann.Und dann kommt Jesus mit dem Bild eines Senfkörner,etwas so Kleines,dass man es kaum in der Hand hält,und sagt.So ist das Reich Gottes.Das stille Gebet einer alten Frau in einer leeren Kirche.Die geduldige Treu eines Vaters,der seinen Glauben täglich lebt,ohne viele Worte.Die kleine Geste der Fürsorge,die niemand sieht außer dem,dem sie gilt.Das sind keine Randerscheinungen des Glaubens,das ist sein Kern.

Diese drei Gleichnisse stellen uns gemeinsam vor eine Frage,die jeder für sich beantworten muss.Vertraue ich dem Wachstum,dass ich nicht kontrollieren kann ? Bin ich bereit in einer Welt zu leben,in der das Böse real ist und das Gute oft unsichtbar bleibt,und dennoch zu glauben,dass Gott am Werk ist?

Das Gleichnis vom Unkraut endet mit der Ernte.Bis dahin sind wir eingeladen.zu säen,zu wachsen, Sauerteig zu sein,in der Welt,in der wir leben.Nicht laut,nicht spektakulär,aber beharrlich und treu.

Bitten wir heute um die Geduld Gottes,dass wir lernen,seinem Wachstum zu Vertrauen,auch wenn wir es nicht sehen,und dass wir selbst zu einem kleinen Senfkorn werden in den Händen des Herrn.

Der uns zu  Kindern des Reiches gemacht hat,hat uns gelehrt,zum Vater zu beten

Damit das Böse uns nicht überwältigt,bitten wir den Herrn um seinen Frieden.

Selig,die mit den Gerechten im Reich des Vaters leuchten werden wie die Sonne.

 

 

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