Jesus Christus,der sich durch seine Auferstehung bezeugt hat,sei mit euch.
Apollinaris von Ravenna gehört zu den faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Gestalten der frühen Kirchengeschichte. Faszinierend, weil seine Verehrung zu den ältesten und lebendigsten des christlichen Westens zählt. Rätselhaft, weil über sein tatsächliches Leben kaum gesicherte historische Fakten existieren – und gerade darin liegt eine eigene theologische Botschaft.
Du hast Bekehrung und Umkehr gefordert.Herr,erbarme dich unser.
Dein Wort hat uns göttliche Weisheit kundgetan.Christus erbarme dich unser.
Dein Zeichen war die Auferstehung am dritten Tag.Herr,erbarme dich unser.
Die Überlieferung erzählt, dass Apollinaris ein Schüler des Apostels Petrus war, der ihn von Antiochia nach Ravenna sandte, um dort die christliche Gemeinde zu gründen. Er wäre damit einer der allerersten Bischöfe des lateinischen Westens – ein Zeuge der apostolischen Generation selbst. Historisch ist diese Verbindung mit Petrus nicht zu belegen, und die Forschung ist hier zu Recht vorsichtig. Aber die Überlieferung ist kein bloßes Märchen – sie sagt etwas Wichtiges über die Identität der Kirche von Ravenna aus: Sie verstand sich von Anfang an als unmittelbar mit dem apostolischen Ursprung verbunden, als Kirche, die direkt aus der Sendung der Apostel hervorgegangen ist.
Apollinaris soll in Ravenna gepredigt, Wunder gewirkt und mehrfach Verfolgungen erlitten haben. Er wurde mehrmals aus der Stadt vertrieben, kehrte aber immer wieder zurück. Die Überlieferung berichtet von Folterungen und Misshandlungen, die er um des Glaubens willen erduldete, und schließlich von seinem Tod als Märtyrer – wobei der genaue Zeitpunkt und die Umstände seines Martyriums in den Quellen nicht eindeutig sind. Sein Gedenktag ist der 23. Juli.
Was historisch gesichert ist, ist die außerordentliche Bedeutung seiner Verehrung in Ravenna. Die Basilika Sant’Apollinare in Classe, die Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert errichten ließ und die heute zum UNESCO-Welterbe gehört, ist eines der bedeutendsten frühchristlichen Bauwerke überhaupt. Ihre Mosaiken gehören zu den schönsten und theologisch reichsten der gesamten christlichen Kunst. Im Apsismosaik erscheint Apollinaris als Orant – mit erhobenen Händen betend – inmitten einer paradiesischen Landschaft, umgeben von zwölf Schafen, die die Apostel symbolisieren. Es ist ein Bild von stiller, überwältigender Schönheit, das die Kirche als betende Gemeinschaft darstellt, die durch den Bischof mit Christus verbunden ist.
Eine zweite Basilika, Sant’Apollinare Nuovo, ebenfalls in Ravenna, bewahrt ebenfalls sein Erbe und zeigt in ihren Mosaiken die feierlichen Prozessionen der Heiligen und Märtyrer – Bilder, die die Kontinuität zwischen der irdischen Kirche und der himmlischen Vollendung vor Augen stellen.
Was sagt uns Apollinaris heute? Vielleicht zunächst dies: dass die Kirche von Anfang an durch Menschen aufgebaut wurde, die bereit waren, für das Evangelium alles zu geben – nicht einmal, sondern immer wieder. Die Überlieferung, dass er mehrfach vertrieben wurde und immer zurückkehrte, ist ein Bild von Beharrlichkeit, die nicht aus eigener Kraft kommt, sondern aus der Überzeugung, gesandt zu sein. Wer gesandt ist, kehrt zurück.
Und dann ist da noch die Schönheit der Basiliken, die seinen Namen tragen. Es ist kein Zufall, dass die Kirche an Orten, wo Märtyrer gelitten haben, Schönheit geschaffen hat – Mosaiken, Licht, Gold, Stille. Die Schönheit ist keine Ablenkung vom Leiden. Sie ist seine Antwort. Sie sagt: Das Letzte Wort gehört nicht der Gewalt, sondern der Herrlichkeit.
Mitten in einer bösen und abtrünnigen Welt wagen wir zum Vater zu beten.
Die sich nicht bekehren,verfallen dem Gericht.Wir jedoch wollen den Herrn um seinen Frieden bitten.
Selig,die Gottes Zeichen erkennen und bestehen können vor seinem Gericht.