18.Sonntag im Jahr A Mt 14,13-21

Jesus Christus,der Mitleid hatte mit allen Menschen, denen er begegnete ,sei mit euch.

Sie betrachteten die Brotvermehrung in Zeiten von Armut, Arbeitslosigkeit und Hunger ganz anders als wir sie heute betrachten. Man muss die Pflicht gegenüber den Hungernden nicht extra betonen. Die gibt es heute nicht mehr. Wirklich nicht? Es gibt nichts Vergleichbares wie in Afrika, Asien und anderswo. Ach! Doch es stimmt: Wo Überfluss herrscht, geht auch das Mitgefühl für andere verloren. Schließlich wissen wir, dass die Satten den Hungrigen nicht trauen, und die Gesunden den Kranken nicht. Schlimmer noch: Auch das Verständnis für die Bedürfnisse der Seele, für den Hunger, den Christus in erster Linie stillen will, verschwindet. Deshalb ist es so schwer, in Zeiten des Wohlstands und Überflusses über die Bedürfnisse der Seele zu sprechen. Der Körper ist alles. Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden sind die höchsten Werte. Gerade in solchen Situationen müssen wir oft über die Eucharistie und die Bedürfnisse der Seele, über ihre richtige Ernährung sprechen. Gebt ihnen Nahrung!

Jesus,aus Erbarmen bist du gekommen, um uns zu helfen.Herr, erbarme dich unser.

Du hast den Hungernden Brot gegeben und die Vielen gesättigt..Christus, erbarme dich  unser.

Du  gibst uns alle Tage das Brot, das stark macht. Herr, erbarme dich unser.

Predigt

Wer hört heute noch Rednern zu? Wer nimmt heute noch weite Wege auf sich, um sich einen Vortrag anzuhören? Es gibt auch nur wenige Prediger, die die Menschen aufsuchen würden. Meistens warten sie darauf, dass er seine Schlussfolgerungen nicht zu sehr ausdehnt, und am Ende auf ein Amen. Aber sie eilten Jesus nach. Sie begierig auf sein Wort. Kein Weg war ihnen zu weit, kein Ort zu unwirtlich. Es scheint, als hätten sie auch genug Zeit gehabt … Sie waren so verzaubert von seiner Persönlichkeit und seinem Wort, dass sie sogar das vergaßen, was wir niemals vergessen werden. Sie vergaßen, etwas für die Reise mitzunehmen! Als ob wir zum Beispiel in St. Hostien wären oder selbst bei der Feldarbeit nicht pünktlich um neun Uhr ein Stück Brot und etwas Besseres dazu dabei hätten. Was würden die Leute sagen!

Das ist der Unterschied. Heute haben wir von allem genug. Das war nicht immer so. Und wenn Jesus sagte: „Selig sind, die hungern“, meinte er damit sicherlich nicht, dass es Hunger und Elend auf der Welt gibt. Deshalb sagt er zu seinen Jüngern: „Gebt ihnen zu essen!“ Er sagte nicht zu ihnen: „Esst zuerst selbst“, sondern: „Gebt ihnen.“ Das gilt auch für unsere Zeit. Das gilt auch für die ewig Satten, die gar nicht mehr wissen, was gesunder Hunger ist. Deshalb wünschen Köche immer wieder: Guten Appetit! Die Hungrigen haben immer einen Geschmack. Die Überfütterten wissen gar nicht mehr, wie man den Hunger der Hungrigen schmeckt. Heute möchte ich zwei Gedanken hervorheben:

Wir werden nicht oft genug erwähnen, dass es in unserem Land Zeiten gab, in denen Mütter nicht wussten, wie sie ihre Kinder ernähren sollten. Wir wissen, dass es auch heute noch Länder gibt, in denen Menschen und Kinder sterben, weil sie nicht genug Brot haben. Es ist allgemein bekannt, dass die Kosten für Rüstungsgüter, die in wenigen Jahren veraltet sind und verschrottet werden müssen, enorm sind und dass ein Teil davon ausreichen würde, den Hunger von der Welt zu verbannen. Wir selbst erleben, dass gerade in Zeiten, in denen Brot im Überfluss vorhanden ist, insbesondere Kinder den Respekt vor Brot verlieren. Das zeigt sich darin, dass sie ihrer Mutter nicht einmal mehr danken, wenn sie ihnen eine Scheibe Butterbrot gibt, und dass sie es für selbstverständlich halten, dass der Vater hart arbeiten muss, um die Familie zu ernähren. Sie sehen keinen Zusammenhang mehr zwischen der Arbeit ihrer Eltern und ihrer täglichen Ernährung. Dadurch verlieren sie das Gefühl der Abhängigkeit von ihren Eltern. Ein Stück Brot ist für sie so selbstverständlich, dass sie weder das Bedürfnis verspüren, vor dem Essen zu beten, noch nach dem Essen zu danken. Sie haben nicht die geringsten Bedenken, Teile oder gar ganze, noch verpackte Snacks in den Müll zu werfen, weil ihre Taschen voller Süßigkeiten sind.

In einem westeuropäischen Land landen jährlich über 2.000 Tonnen gutes Brot im Abfall. Wissen Sie, wie viele Waggons ein Zug bräuchte, um diese Menge zu transportieren? Wohl 200! Wie sanftmütig ging Jesus vor! Er ließ die Reste einsammeln. Wie richtig handeln unsere Bauern, wenn sie betonen: Kein einziges Korn wird verschwendet. Weder auf dem Feld noch durch undichte Gleise. Wie kann es schon mal passieren, dass beim Transport zum Speicher etwas ausläuft?! Achtung vor dem Brot ist Achtung vor dem Menschen, der es selbst backen muss und allein vom Brot lebt. Achtung vor dem Brot ist Achtung vor Gott, der seinen Segen geben muss, damit genug davon wächst. Achtung vor dem Brot sollte die Menschen vereinen.

So ist es leicht zu verstehen, dass der Herr Jesus uns sein wertvollstes Geschenk in Form von Brot hinterlassen hat. Was bei der Speisung der Fünftausend vor den Augen Tausender Hungriger geschah, war lediglich ein Vorbild und Symbol für das, was beim Letzten Abendmahl vor den Augen der zwölf Apostel geschehen sollte. Nur ein Vorzeichen, denn das Letzte Abendmahl wird kein einmaliges Ereignis sein. Es wird eine dauerhafte Institution bis zum Ende der Welt sein. Deshalb stehen auch wir zu diesem Wunder. Vielleicht verstehen wir nun besser, dass das eucharistische Brot nicht die „Speise der Engel“ ist, wie oft betont wurde. In der Eucharistie ist es das „Brot der Pilger“. Es ist die Speise der Hungrigen, noch unvollkommen, schwach und sündig! Wir werden uns ihm nicht leichtfertig und ohne gründliche Vorbereitung nähern. Wir reinigen unsere Seele immer wieder durch eine gute Beichte und aufrichtige Reue. Und dann werden wir uns immer nähern. Je gebrechlicher unser Körper ist, desto gesünder muss unsere Seele sein! Wir sorgen sorgsam für unseren Körper und wissen doch, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Wir alle verlieren unseren Körper, aber unsere Seele bleibt. Die heilige Eucharistie ist Nahrung für die Seele. Mögen wir diese Wahrheit niemals vergessen.

Jesus Christus,der uns seinen Leib im Brot des Altares  schenkt,hat uns gelehrt  zum Vater zu beten.

Mitten in der Not unseres Lebens hat der Herr Mitleid mit uns.Deshalb bitten wir um seinen Frieden.

Selig,die mit dem Herrn zu Tisch sitzen im Reich des Vaters.