Montag der 18.Woche im Jahr Mt 14,13-21

Jesus Christus, der den Hungernden Brot gab ,damit sie aßen und satt wurden,sei mit euch.

Bevor unsere Geschichte beginnt, steht ein Satz, den wir leicht überlesen: „Als Jesus das hörte…“ Was hatte er gehört? Den Tod Johannes‘ des Täufers. Seines Cousins, seines Wegbereiters. Johannes wurde enthauptet, weil er die Wahrheit gesagt hatte.

Jesus,du warst in aller Not bereit ,den Menschen zu helfen. Herr,erbarme dich unser.

Dein Wort  schenkte  Hilfe und  trost  allen ,die  zu dir  kamen. Christus,erbarme dich unser.

Nur wenige,die  deine Taten  sahen,sind dir gefolgt. Herr,erbarme dich unser.

Jesus ist in Trauer. Er will allein sein. Er steigt ins Boot, will in die Einsamkeit. Das ist so menschlich, so nah. Auch der Sohn Gottes braucht Stille, wenn das Herz schwer ist.

Aber die Einsamkeit kommt nicht. Die Menge ist schneller. Sie wartet schon am anderen Ufer. Sie will etwas von ihm.

Wie hätten wir reagiert? Genervt? „Jetzt nicht, ich kann nicht mehr.“ Jesus reagiert anders: Vers 14: „Und sie jammerten ihn.“ Im Griechischen steht da *esplanchnisthē* – es drehte ihm die Eingeweide um. Mitleid im tiefsten Inneren. Seine eigene Trauer wird nicht kleiner, doch das Leid der anderen berührt ihn tiefer. Er heilt.

Das ist das erste Wunder an diesem Tag: dass aus eigener Verwundung heraus noch Barmherzigkeit entstehen kann. Vielleicht ist das die erste Predigt an uns heute: Du musst nicht erst mit deiner Trauer fertig sein, um für andere da zu sein. Jesus zeigt, dass Gott durch unsere eigene Leere hindurch wirken kann.

### 2. „Gebt ihr ihnen zu essen“

Am Abend kommt die Vernunft der Jünger. Und sie haben ja recht. Es ist einsam hier. die Läden schließen, die Leute haben Hunger. Die Lösung ist logisch: Schickt sie weg. Sollen sie sich selbst kümmern?

Wie oft ist das unsere Lösung? Das Problem ist zu groß. Die Not ist zu groß. Sollen doch die anderen, der Staat, die Profis, sich kümmern. Wir haben ja nichts.

Und dann kommt dieser unmögliche Satz von Jesus: „Es ist nicht nötig, dass sie fortgehen; gebt *ihr* ihnen zu essen.“

Er schiebt die Verantwortung zurück. Ihr. Ihr habt die Aufgabe.

Die Jünger rechnen nach. Fünf Brote, zwei Fische. Das ist das Pausenbrot eines Jungen, nach Johannes. Für 5000 Männer plus Frauen und Kinder – also vielleicht 10.000, 15.000 Menschen. Das ist lächerlich. Das ist nichts.

Und genau das ist der Punkt des Textes. Jesus fragt nicht nach dem, was wir nicht haben. Er fragt nach dem, was da ist. „Bringt sie mir her.“

Gott braucht nicht unseren Überfluss. Er braucht unsere Bereitschaft, das Wenige in seine Hände zu legen. Unsere fünf Brote – das ist vielleicht unsere kleine Zeit, unsere begrenzte Kraft, unser unvollkommener Glaube, unser Zögern.

Solange wir es festhalten und sagen: „Das reicht nie“, bleibt es wenig. In dem Moment, in wir wir Jesus geben, ändert sich alles.

### 3. Das Wunder des Teilens und Sattwerdens

Schaut genau hin, wie Jesus es tut. Es ist ein ganz bewusster Ablauf:

Er lässt die Menschen lagern. Aus einer hektischen, hungrigen Masse entsteht eine Tischgemeinschaft. Auf das Gras – wie in Psalm 23: „Er weidet mich auf einer grünen Aue.“

Er sieht auf den Himmel. Er dankt. Er bricht. Das sind die gleichen Worte wie beim Abendmahl. Matthäus erzählt die Speisung so, dass wir das Abendmahl hören. Jedes Mal, wenn wir hier Brot teilen, geschieht dasselbe Wunder im Kleinen.

Und dann: Er gibt es den Jüngern, und die Jünger geben es dem Volk. Jesus könnte es auch direkt vom Himmel regnen lassen. Tut er aber nicht. Er braucht die Hände der Jünger. Das Wunder braucht Austeiler.

Und dann geschieht es: Alle werden satt. Und es bleibt übrig. Zwölf Körbe voll. Zwölf – die Zahl der Stämme Israels, die Zahl der Apostel. Für jeden Apostel ein Korb. Ein Zeichen: Gottes Fülle ist immer größer als unsere Not. Bei Gott gibt es nicht knapp, bei Gott gibt es im Überfluss. Und er vergisst niemanden.

Liebe Gemeinde, wo stehen wir in dieser Geschichte?

Vielleicht sind wir Teil der Menge – müde, hungrig, krank, auf der Suche, auch mit unserer eigenen Trauer im Boot. Dann gilt dir heute: Jesus sieht dich. Er lässt dich nicht weggehen, damit du dich selbst versorgst. Er lädt dich ein, dich zu lagern. Bei ihm wirst du satt.

Vielleicht bist du bei den Jüngern – und denkst: Ich habe doch nichts. Was soll ich schon ausrichten gegen den Hunger in der Welt, gegen die Einsamkeit in unserer Stadt, gegen den Streit in der Familie? Dann gilt dir: Bring ihr, was du hast. Deine fünf Brote. Dein Gebet, dein Zuhören, deine kleine Hilfe. In Jesu Händen wird es zum Segen für viele.

Die Welt sagt: Behalte, was du hast, sonst hast du bald gar nichts mehr. Das Evangelium sagt: Gib her, brich es, teile es – und du wirst erleben, dass am Ende mehr übrig bleibt als am Anfang.

Amen.

**Gebet**

Herr Jesus Christus, wir bringen dir unser Weniges.
Unseren kleinen Glauben, unsere kleine Liebe, unsere kleine Kraft.
Nimm es in deine gesegneten Hände, danke dem Vater und brich es.
Und mach daraus Nahrung für diese Welt.
Mach uns zu Austeilern deiner Fülle.

Jesus Christus, will uns speisen  in seinem Mahl.In seinem Namen wagen wir  zum Vater zu beten.

Damit wir  zu denen gehören ,die Söhne Gottes genant werden,wollen wir den Herrn um seinenFrieden bitten.

Selig sind ,die Gottes Wort  hören und zu seiinem ewigen Mahl geladen sind.