Montag der 19.Woche im Jahreskreis Joh 12,24-26

Jesus , der sich  den Händen  der Menschen ausgeliefert hat,sei mit euch.

Jesus spricht heute ein Bild aus, das jeder versteht, der je einen Garten oder ein Feld bestellt hat. Ein Weizenkorn. Klein, trocken, und Jesus sagt: Wenn es nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Früchte. Das ist ein Gesetz. Ein Gesetz, das tief in die Schöpfung eingeschrieben ist und das Jesus auf sein eigenes Leben anwendet. Er steht kurz vor seinem Leiden. Die Stunde, von der er so oft gesprochen hat, ist nun gekommen. Und statt theologische Erklärungen zu geben, zeigt er uns ein Korn.
Jesus,du kamst  zum Tod und  zur Auferstehung für uns .Herr,erbarme dich unser.
Du hast dich den Ordnungen dieser Welt  gefügt. Christus,erbarme dich unser.
Du kamst als der Herrscher des  neuen Gottesreiches
Du kamst als Herrscher des neuen Gottesreiches. Herr,erbarme dich unser.

Was bedeutet es, zu sterben wie ein Weizenkorn?

Es bedeutet zunächst, loszulassen. Das Korn, das in die Erde fällt, hört auf, Korn zu sein. Es gibt seine Form, seine Hülle, seine bisherige Gestalt. Es lässt sich von der Dunkelheit der Erde einschließen. Und genau in diesem Moment des scheinbaren Verlustes beginnt das Leben. Aus dem Inneren des Korns bricht etwas hervor, das größer ist als das Korn selbst.

Das ist das Paradox des Evangeliums, das Jesus hier in wenigen Worten ausdrückt. Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer es loslässt, wird es finden. Das ist keine Einladung zur Selbstzerstörung. Es ist eine Einladung zur Selbsthingabe. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Selbstzerstörung kommt aus Verzweiflung. Selbsthingabe kommt aus Liebe.

Jesus selbst geht diesen Weg. Er ist das Weizenkorn, das in die Erde fällt. Am Kreuz gibt er alles hin – sein Leben, seinen Atem, seine letzte Kraft. Und aus diesem Tod bricht die Auferstehung hervor, die Frucht, die die ganze Welt ernährt. Was auf Golgota wie eine endgültige Niederlage aussah, war in Wirklichkeit der Beginn der größten Ernte der Geschichte.

Und dann fügt Jesus etwas hinzu, das uns persönlich trifft: „Wer mir dienen will, folge mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein“ (Joh 12,26). Das ist keine abstrakte Aufforderung. Es ist eine sehr konkrete Einladung: Folge mir auf diesem Weg. Den Weg des Weizenkorns. Den Weg der Hingabe.

Liebe Schwestern und Brüder, wo ist dieser Weg in unserem Leben?

Er ist dort, wo wir auf Recht verzichten, das uns eigentlich zusteht – um des Friedens willen. Er ist dort, wo wir Zeit geben, die wir eigentlich nicht haben – weil jemand sie braucht. Er ist dort, wo wir schweigen, obwohl wir uns verteidigen könnten. Wo wir vergeben, obwohl die Wunde noch schmerzt. Wo wir dienen, ohne dass es jemand sieht oder dankt. Das sind die kleinen Tode des Alltags, die kleinen Weizenkörner, die in die Erde fallen – oft unbemerkt, oft ohne sichtbare Frucht.

Aber Jesus sagt: „Es bringt Frucht.“ Vielleicht nicht sofort. Vielleicht nicht dort, wo wir es erwarten. Vielleicht erst nach langer Zeit, in einem anderen Menschen, in einer anderen Generation. Das Weizenkorn weiß nicht, welche Ähre aus ihm hervorgeht. Es fällt trotzdem.

Der heilige Paulus schreibt im Brief an die Philipper: „Nicht auf das Eigene sollt ihr achten, sondern auf das der anderen“ (Phil 2,4). Und kurz danach beschreibt er Christus, der sich entäußert hat, die Gestalt eines Knechtes angenommen hat und bis zum Tod am Kreuz gehorsam war. Das ist das Weizenkorn in seiner reinsten Form. Und das ist die Einladung, die auch an uns ergeht.

Es ist nicht leicht, ein Weizenkorn zu sein. Die Erde ist dunkel, die Stille des Wartens ist schwer, und die Frucht kann nicht erzwungen werden. Aber Gott ist der Herr der Ernte. Er weiß, was aus jedem Korn wird, das in Vertrauen auf ihn fällt.

Bitten wir heute um den Mut, loszulassen – was immer in unserem Leben festgehalten werden will, was uns daran hindert, uns zu verschenken. Und bitten wir um das Vertrauen des Weizenkorns, das nicht sieht, was aus ihm wird, aber trotzdem fällt – in die Hände Gottes.

Jesus Christus hat uns  die Freiheit der Kinder Gottes  geschenkt. In seinem Auftrag  beten wir  zum Vater.

Der , der uns  die  Auferstehung verheißen hat,wird uns  die Fülle des Friedens schenken. So bitten wir

Selig, die keinen Anstoß erregen und Christus angehören ,wenn er wiederkommt.

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