Mittwoch der 20.Woche im Jahr Mt 20,1-16

 

„Blickst du böse auf mich, weil ich gut bin?“ (Mt 20,15)

Jesus Christus,der uns erneuern will in der Kraft des Heiligen Geistes,sei mit euch.

In einer bestimmten Klasse gab ein Vertretungslehrer den Drittklässlern versehentlich eine zusätzliche Pause. Die Zweit- und Viertklässler erfuhren davon und waren empört. Den ganzen Nachmittag beschwerten sie sich. Das war nicht fair!

Du hast die Last und Not unseres Alltags getragen.Herr,erbarme dich unser.

Du warst fern von aller Falschheit und Bosheit.Christus,erbarme dich unser.

Du bist in allem und gleich geworden außer der Sünde.Herr,erbarme dich unser

Das heutige Gleichnis hat vielleicht auch in uns eine ähnliche Reaktion hervorgerufen. Der Gutsherr ging den ganzen Tag über auf den Marktplatz, um Arbeiter für seinen Weinberg zu finden. Zu verschiedenen Tageszeiten stellte er Arbeiter ein, doch am Ende des Arbeitstages zahlte er allen den gleichen Lohn. Kein Wunder, dass diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, verärgert waren. Sollten sie nicht mehr bekommen als jene, die erst kurz vor Ende des Arbeitstages eingestellt worden waren? Sie fühlten sich ungerecht behandelt und beneideten die anderen Arbeiter um ihr Glück, den Lohn für einen ganzen Tag erhalten zu haben. Es erschien ihnen ungerecht.

Jesus erzählte dieses Gleichnis, um uns die Güte des Vaters verständlich zu machen. Denken wir an das Heil, das Gott uns anbietet: zuerst den Juden, die am längsten „im Weinberg gearbeitet“ hatten, und dann auch den Heiden, die als „Letzte“ hinzukamen. Alle empfingen dasselbe unschätzbare Geschenk! Darin zeigt sich die unermesslich großzügige und auf den ersten Blick „ungerechte“ Güte Gottes, der „will, dass alle Menschen gerettet werden“ (1 Tim 2,4).

Stell dir nur vor, die murrenden Arbeiter aus dem heutigen Gleichnis hätten die Freude und Erleichterung auf den Gesichtern der zuletzt eingestellten Arbeiter und ihrer Familien gesehen, nachdem diese den Lohn für einen ganzen Tag erhalten hatten! Vielleicht hätten sie erkannt, dass die Großzügigkeit des Gutsherrn bedeutete, dass diese Arbeiter ihren hungrigen Kindern etwas zu essen nach Hause bringen konnten. Oder vielleicht hätten sie die Freude des Gutsherrn darüber gesehen, dass er seine Arbeiter so großzügig belohnen konnte.

Sich in die Lage eines anderen Menschen hineinzuversetzen, ist auch für uns eine gute Übung. Denn ähnlich wie die Arbeiter in diesem Gleichnis können auch wir ärgerlich werden und anderen ihr Glück missgönnen. Ob es sich um einen Kollegen handelt, der an unserer Stelle befördert wurde, oder um die Bekehrung eines bekannten Verbrechers „auf dem Sterbebett“ – wir können versucht sein, ihnen ihren Segen zu neiden.

Bitte deshalb den Heiligen Geist, dir zu helfen, dich in die Lage deines Kollegen hineinzuversetzen und dich über seine Beförderung zu freuen. Oder freue dich über jene verlorene Seele, die gerade wiedergefunden wurde. Dann wirst du etwas von der Freude des Vaters erfahren, der allen seinen Kindern großzügig seine Gaben schenkt.

Heiliger Geist, hilf mir, mich mit meinen Mitmenschen zu freuen, sooft sie Gottes Güte erfahren!

Gott hat uns angeworben zu seinem Dienst.Im Vertrauen auf seine Güte beten wir zum Vater.

Neid und Eifersucht stiften Unfrieden und Streit.Wir wollen den Frieden suchen und bitten.

Selig,die nicht böse sind aus Neid und erhalten,was uns verheißen ist.

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