Hl.Josef von Calasanz Mt 18,1-5

Jesus Christus,der die kleinen liebt und sich der Hilflosen annimmt ,sei mit euch.

Der heilige Josef von Calasanz (José de Calasanz) gehört zu den großen Heiligen der katholischen Erziehung. Sein besonderes Anliegen waren arme Kinder, denen damals oft jede Möglichkeit zu Bildung und gesellschaftlichem Aufstieg fehlte. Er erkannte, dass Glaube und Bildung zusammengehören und dass die Erziehung eines Kindes nicht nur dessen eigenes Leben, sondern auch die Zukunft der Gesellschaft verändern kann.

Du hast die Botschaft des Vaters verkündet.Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns die Geheimnisse des neuen Leben offenbart.Christus,erbarme dich unser.

Du hast uns deine Herrlichkeit verheißen.Herr,erbarme dich.

Herkunft und Berufung.

Josef von Calasanz wurde 1557 in Peralta de la Sal im heutigen Spanien geboren. Er stammte aus einer angesehenen Familie und erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung. Er studierte Philosophie, Theologie und Kirchenrecht und wurde 1583 zum Priester geweiht.

Im Jahr 1592 kam er nach Rom. Ursprünglich hatte er wohl nicht vor, dort sein ganzes weiteres Leben zu verbringen. Doch gerade in Rom entdeckte er die Aufgabe, die schließlich seine eigentliche Lebensberufung werden sollte.

Die Begegnung mit armen Kindern

In Rom begegnete Calasanz einer großen Zahl armer und verwahrloster Kinder. Viele von ihnen konnten keine Schule besuchen. Ohne Bildung hatten sie kaum eine Möglichkeit, ihrer Armut zu entkommen.

Calasanz verstand, dass es nicht genügte, diesen Kindern nur Almosen zu geben. Sie brauchten Erziehung, Wissen, menschliche Zuwendung und Glauben.

Um 1597 begann er deshalb in der Pfarrei Santa Dorotea in Trastevere arme Kinder kostenlos zu unterrichten. Daraus entwickelte sich eine der ersten kostenlosen Volksschulen Europas.

Sein pädagogisches Ideal wurde mit den Worten zusammengefasst:

„Pietas et Litterae“ – „Frömmigkeit und Wissenschaft“ beziehungsweise „Glaube und Bildung“.

Für Calasanz sollte ein junger Mensch nicht nur lesen, schreiben und rechnen lernen. Er sollte zugleich lernen, ein guter, verantwortungsvoller und gläubiger Mensch zu werden.

Die Gründung der Piaristen

Aus seinem Werk entstand schließlich die Gemeinschaft der Piaristen, offiziell der Orden der armen Regularkleriker der Mutter Gottes von den frommen Schulen (Scholae Piae).

Papst Gregor XV. erhob die Gemeinschaft 1621 zu einem Orden.

Die Piaristen widmeten sich besonders der kostenlosen Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Dabei war Calasanz seiner Zeit in mancher Hinsicht voraus. Er war überzeugt, dass auch ein armes Kind Begabungen besitzt, die gefördert werden müssen.

Für ihn war die Schule deshalb nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung. Sie war ein Ort, an dem der ganze Mensch geformt werden sollte.

Eine schwere Prüfung

Das Leben des Heiligen endete jedoch nicht mit einem einfachen menschlichen Erfolg. Gerade darin liegt vielleicht eine seiner wichtigsten geistlichen Botschaften.

Innerhalb seines Ordens entstanden Konflikte und schwere Spannungen. Calasanz musste erleben, wie sein Lebenswerk in eine tiefe Krise geriet. 1646 wurde der Orden von Papst Innozenz X. sogar auf den Status einer einfachen Kongregation zurückgestuft.

Calasanz war damals bereits ein alter Mann.

Man kann sich vorstellen, wie schmerzlich es für ihn gewesen sein muss, das Werk, für das er sein Leben geopfert hatte, scheinbar zusammenbrechen zu sehen. Dennoch verlor er sein Vertrauen auf Gott nicht.

Er starb am 25. August 1648 in Rom, etwa neunzigjährig.

Und tatsächlich zeigte sich später, dass sein Vertrauen nicht vergeblich gewesen war. Nach seinem Tod wurde die Gemeinschaft wiederhergestellt und breitete sich erneut aus. Die Piaristen wirken bis heute in zahlreichen Ländern.

Was können wir von Josef von Calasanz lernen?

Sein Leben vermittelt eine wichtige christliche Wahrheit: Ein Kind ist niemals bedeutungslos.

Vielleicht sieht die Gesellschaft in einem armen oder schwierigen Kind nur Probleme. Ein Christ soll jedoch tiefer schauen. In jedem Kind liegt eine von Gott geschenkte Würde und eine Zukunft, die wir noch nicht kennen.

Calasanz verstand außerdem, dass christliche Erziehung mehr bqedeutet als religiöses Wissen zu vermitteln. Der Glaube soll den ganzen Menschen prägen – seinen Verstand, seinen Charakter, sein Gewissen und seinen Umgang mit anderen Menschen.

Besonders eindrucksvoll ist schließlich seine Treue in der Krise. Er musste erleben, dass das Werk seines Lebens beinahe zerstört wurde. Trotzdem blieb er Gott treu.

Gott hat uns zu seinen Kinder gemacht.Damit der Geist der Kinder in uns lebendig bleibe,wollen wir zum Vater beten.

Damit wir in kindlicher Liebe den Weg zum Frieden Gottes finden,wollen wir den Herrn bitten.

Selig,die in Demut zu Gott einfinden und Erben des Reines werden.

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