Enthauptung Johannes des Täufers Mt 25,14-30

 

Gott,der die Zeugen seiner Botschaft mit Herrlichkeit krönt,sei mit euch.

Der Maler Caravaggio floh aus Rom und landete auf einer Mittelmeerinsel mit dem Wunsch, Ritter des Malteserordens zu werden. Obwohl er kein Adliger war, gelang es ihm, dieses Ziel dank seiner künstlerischen Verdienste zu erreichen. Der Großmeister des Ritterordens bestellte bei ihm ein Bild, das als das bekannteste seiner Kunstwerke gilt. Das Motiv des Bildes war: Die Enthauptung Johannes des Täufers. Die Szene, die der Künstler Caravaggio festhalten wollte, spielte sich im Hof eines Gefängnisses ab. Die Komposition des Gemäldes ist asymmetrisch.

Die Enthauptungsszene findet sich auf der linken Bildseite. Rechts ist ein Gitter zu sehen, hinter dem zwei Gefangene entsetzt die gewaltsame Hinrichtung verfolgen. Das Drama spielt sich rechts ab, wo die Protagonisten dieser Tragödie zu finden sind. Dort steht auch eine junge Magd, die einen Korb in den Händen hält, um das Haupt des Täufers aufzunehmen. An ihrer Seite befindet sich eine alte Frau, die weint und ihre Hände ans Gesicht hält – eine Geste, mit der sie auf den Schrecken reagiert, der sich vor ihren Augen abspielt.

Der Gefängniswärter zeigt deutlich auf den Korb. Ganz rechts sieht man auch den Henker, der das Schwert in der rechten Hand hält, bereit, dem Heiligen die tödliche Wunde zuzufügen und seinen Kopf vom Körper zu trennen. Der Heilige kniet, nahe dem Tod, doch von seinem Gesicht strahlt tiefer Frieden und Gewissheit des Opfers aus. Ein sichtbarer Kontrast: Die anderen dargestellten Personen wirken resigniert, Johannes jedoch, kurz vor dem Tod, zeigt den Ausdruck einer lebendigen Persönlichkeit – wie ein wahrer Vorläufer des Herrn am Kreuz.

Caravaggio entschied sich, den Moment kurz vor der Hinrichtung darzustellen. Alles dient dazu, die Dramatik des Augenblicks zu betonen. Auch die Farbpalette. Zwischen dem vorherrschenden Braun ist das Rot sehr deutlich hervorgehoben, das teilweise Johannes‘ Körper bedeckt. Und nicht zuletzt ist es die Farbe, die den Betrachter am meisten fesselt. Rot ist die Farbe des Martyriums. Johannes der Täufer glich im Geist und Auftrag Elija. Die Rolle der blutrünstigen Königin Isebel spielte Herodias, die Ehefrau von Herodes’ Bruder Philipp. Herodes brachte sie aus Rom mit, als er den Kaiser besuchte, und brachte auch deren Tochter Salome mit.

Als Johannes der Täufer von ihrer sündhaften Beziehung erfuhr, sagte er zum König ohne Zögern: „Du darfst nicht mit ihr leben!“ Die schlaue Herodias spürte rechtzeitig, dass dieser tapfere Mann, den auch Herodes schätzte, ihre Stellung an der Seite Herodes’ gefährden könnte. Sie tat alles, um Johannes zu inhaftieren. Herodes besuchte Johannes und hörte ihm zu, aber nur mit einem Ohr. Mit dem anderen vernahm er, wie Herodias sagte: „Du kannst alles!“ Herodias war nicht zufrieden damit, dass Johannes im Gefängnis war, sie suchte die Gelegenheit, ihn zu beseitigen. Und wer sucht, der findet. Der Prophet kann zum Schweigen gebracht werden, aber nicht seine Wahrheit.

Viele haben Gewalt in ihrem Leben erfahren und wissen, wie sich das anfühlt. Es tut weh, und wir wissen, dass es nicht richtig und nicht fair ist. Das Mindeste, was wir tun können, um im Einklang mit Gottes Willen zu leben, ist, echten Mitgefühl für alle zu zeigen, die heute offener oder verborgener Gewalt ausgesetzt sind. Wir müssen für sie beten, um ihnen zu helfen, wann immer wir können. Für die Leidenden sprechen. Eingreifen, wenn wir Zeugen von Gewalt werden – im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir können uns immer an staatliche Behörden wenden, wenn es zu gefährlich ist, selbst einzugreifen. Schau nicht weg, wenn jemand unterdrückt oder missbraucht wird.

Und wir müssen auch ehrlich zu uns selbst sein: Wir drohen nicht gern mit Waffen und schlagen kaum jemanden mit Fäusten, aber wie oft verletzen wir jemanden nur mit unseren Worten? Wie oft verleumden wir andere, wie oft machen wir uns über Menschen lustig oder demütigen sie? Wie oft lassen wir uns von Vorurteilen gegenüber Menschen oder Gruppen beeinflussen? Wir leben in einer Welt, die noch weit entfernt ist vom himmlischen Reich. Aber das Reich Gottes wächst schon unter uns. Gottes Wille geschieht oft auf die unscheinbarste und bescheidenste Weise. Wir haben die Macht, Gottes Willen zu tun – und so dazu beizutragen, dass Gottes Reich noch mehr wächst.

Und immer, wenn wir dieses Reich Gottes erblicken und Zeugen jener Momente werden, in denen Gerechtigkeit und Frieden sich küssen und Erleichterung vom Leiden und von Gewalt kommt, hoffen wir, dass wir gedrängt werden, mehr zu tun, erfüllt von Glauben und Vertrauen in die Vision, die im Reich Gottes lebt. Im Fürbitte des Heiligen Johannes des Täufers bitten wir um die Gnade, Jesus treu nachzufolgen.

Damit wir dem Bösen entgehen und in der Treu zu Gottes Wort beharren,Wagen wir zum Vater zu beten.

Unser Leben liegt in der Hand des Herrn.Um seinen Frieden bitten wir.

Selig,die in der Prüfung bestehen und als Gottes Zeugen eingehen in sein Reich.

 

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