Hl.Paulinus Mt 10,22-25
Der heilige Paulinus von Trier – Zeuge der Wahrheit im Exil
Jesus Christus,der kommen wird,um sein Reich zu vollenden,sei mit euch.
Es gibt Heilige, die durch große Wunder bekannt werden, und es gibt Heilige, die durch große Treue bekannt werden. Der heilige Paulinus von Trier gehört zur zweiten Gruppe.
Du hast der Kirche Sein Wort hinterlassen. Herr,erbarme dich unser.
Du hast Verwirrung und Irreführung vorausgesagt.Christus, erbarme dich unser.
Du bist der Weg die Wahrheit und das Leben.Herr, erbarme dich unser.
Sein Leben ist keine Geschichte spektakulärer Ereignisse. Es ist die Geschichte eines Mannes, der in einer Zeit des Drucks und der Bedrohung einfach bei der Wahrheit geblieben ist – auch als es ihn alles kostete.
Paulinus wurde im frühen 4. Jahrhundert geboren, wahrscheinlich in Aquitanien im heutigen Frankreich. Er kam nach Trier, das damals eine der bedeutendsten Städte des Weströmischen Reiches war – Kaiserresidenz, Bischofssitz, geistliches und politisches Zentrum. Dort wurde er Diakon unter Bischof Maximinus, einem entschiedenen Verteidiger des Glaubens gegen den Arianismus. Als Maximinus starb, wurde Paulinus sein Nachfolger als Bischof von Trier – ungefähr im Jahr 349.
Er trat sein Amt in einer Kirche an, die von innen zerrissen war. Der Arianismus – die Lehre, die behauptete, der Sohn Gottes sei dem Vater nicht gleich, sondern ein geschaffenes Wesen – hatte mächtige Unterstützer gewonnen, darunter Kaiser Konstantius II. selbst. Der Kaiser versuchte, die westliche Kirche zur Verurteilung des heiligen Athanasius von Alexandria zu zwingen, des großen Vorkämpfers des Konzils von Nizäa und der Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater.
Auf mehreren Synoden wurde Druck auf die westlichen Bischöfe ausgeübt, Athanasius zu verurteilen. Die meisten gaben nach – aus Angst, aus politischem Kalkül, aus dem Wunsch, Konflikte zu vermeiden. Paulinus verweigerte die Unterschrift. Er kannte Athanasius persönlich, er kannte seine Lehre, und er war überzeugt: Diese Verurteilung wäre eine Verurteilung der Wahrheit selbst.
Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten. Kaiser Konstantius verbannte Paulinus ins Exil – nach Phrygien in Kleinasien, in das heutige Zentralanatolien. Weit weg von Trier, weit weg von seiner Gemeinde, weit weg von allem, was sein Leben ausgemacht hatte. Er starb dort, im Exil, wahrscheinlich um das Jahr 358, ohne je nach Trier zurückgekehrt zu sein.
Was hat Paulinus uns zu sagen?
Zunächst dies: Es ist nicht selbstverständlich, bei der Wahrheit zu bleiben, wenn alle anderen nachgeben. Die Mehrheit der Bischöfe auf jenen Synoden waren keine schlechten Menschen. Sie waren erschöpft, sie hatten Angst, sie wollten den Frieden. Aber sie verwechselten Frieden mit Kapitulation. Paulinus sah den Unterschied. Echter Friede, der Friede Christi, kann nicht auf Kosten der Wahrheit erkauft werden. Was so aussieht wie Frieden, aber auf Lüge gebaut ist, ist kein Friede – es ist ein trügerischer Waffenstillstand, der früher oder später zusammenbricht.
Der heilige Hilarius von Poitiers, der selbst in jenen Jahren ins Exil geschickt wurde, schrieb in dieser Zeit mit bitterer Ironie: „Wir kämpfen gegen einen Kaiser, der Christus dient mit dem Mund und ihn bekämpft mit den Taten.“ Das war die Situation, in der Paulinus stand. Ein Feind von außen ist leichter zu erkennen als ein Feind, der in kirchlichem Gewand auftritt.
Und dann ist da noch etwas, das uns Paulinus lehrt: die Bereitschaft, allein zu stehen. Es ist eine Sache, die Wahrheit zu bekennen, wenn viele andere dasselbe tun. Es ist eine ganz andere Sache, sie zu bekennen, wenn man damit allein ist. Paulinus war nicht der Einzige, der widerstand – Hilarius von Poitiers, Eusebius von Vercelli, Liberius von Rom für eine Zeit – aber es waren wenige. Und jeder von ihnen musste diese Entscheidung für sich selbst treffen, in der Stille seines Gewissens, vor Gott.
Das Exil in Phrygien war kein heldenhafter Tod auf einem Schlachtfeld. Es war das langsame Sterben in der Fremde, fern der Gemeinde.
Jesus Christus ist unser Meister.Er hat uns gelehrt,wie wir in aller Not zum Vater beten sollen.
Wir bitten um den Frieden des Herrn.Wenn wir ihn besitzen,brauchen wir uns in dieser Welt nicht zu fürchten.
Selig die standhaft sind bis zum Ende und gerettet werden.
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